Fangberichte

Dickes Ding gerade mal so gelandet

Vor ein paar Tagen war ich mal wieder mit den Kollegen unterwegs, um Barsche zu zuppeln. Die Bedingungen schienen ideal: zwar stand ein Wetterumschwung kurz bevor, doch war die Wetterlage die Tage zuvor stabil. An der Havel angekommen, machten wir die Ruten klar und legten von einem Steg aus los. Und wie das oft so ist: man hat sich beste Chancen auf einen guten Tag am Wasser ausgerechnet aber die Fische spielen nicht wirklich mit. Mühsam fingen wir ein paar Barsche, keine Schlechten zwar, aber keine wirklich Guten.


Dann setzte ein leichter Nieselregen ein. Damit einhergehend stieg die Beißfreudigkeit der Barsche rapide an. Jetzt fingen wir auch ein paar Fische jenseits der 20 cm-Marke, was immerhin auch schon mal eine kleine Steigerung bedeutete. Während es die Kollegen etwas tiefer versuchten, beharkte ich beharrlich das Flachwasser. Immer wieder leierte ich mein kleines Gummifischchen über den Grund. Zarte Barschzupfer brachten einige kleine Barsche. Dann plötzlich ein Biss der mich wie ein Stromschlag traf. Unmittelbar nachdem ich den Anschlag erfolgreich gesetzt hatte, tauchte eine Rückenflosse aus dem Wasser. Die kurzzeitig in mir aufkeimende Hoffnung, es könne sich um einen Zander handeln, wurde also schon im ersten Ansatz erstickt. „Ein quer gehakter Brassen. Sch…“, sagte ich zu Felix und verschärfte daraufhin den Drill.

Doch schon in den nächsten Sekunden war klar: das konnte unmöglich eine Brasse sein. Viel zu agil setzte sich der Fisch zur Wehr. Hin und her flitzte er vor unseren Füßen, nahm konsequent Schnur von der Rolle, um dann geradewegs auf uns zu zu schwimmen. Direktion: unter den Steg. Aber schnurstracks. Das wollte und konnte ich nur mit massiven Gegendruck verhindern. Und jetzt sahen wir ihn auch im Flachwasser toben. Ein schöner Rapfen war es, der sich den kleinen Gummifisch einverleibt hatte. Der Miniaturhaken saß direkt vorne im Maul. Bange Minuten folgten, in denen der Fisch das knietiefe Wasser zum Schäumen brachte. Dann endlich zeigte er weiß.


Trotzdem galt es noch, das Tier sicher zu landen. Den Kescher hatten wir mal wieder zu Hause gelassen und so half hier nur der Sprung ins Wasser. Eine kleine Geschicklichkeitsübung. Denn schließlich sollte die Schnur einigermaßen straff bleiben, damit sich der Fisch nicht im letzten Moment losreißt. Letztendlich konnte ich den Rapfen dann aber sicher von Hand landen. Weil Felix mit meiner Digitalkamera nicht so gut zurecht kam, gibt’s davon leider kein Foto. Das gibt’s auch nicht mit stolz in die Kamera gehaltenem Fisch, denn während ich ihn so schonend wie nur möglich vor die Linse bugsierte, erwachte der Kollege plötzlich zu neuem Leben und rutschte mir aus der Hand. Die  kleine Verfolgungsjagd durchs Flachwasser gewann er auch noch und so fehlt mir mal wieder ein Foto von einem guten Fisch. Dafür hatten Flohze und Felix mal wieder was zum Lachen. Es hätte also schlimmer kommen können. Zum Beispiel wenn der Haken ganz aufgebogen wäre…