DAV diskutiert genetisches Potential großer Fische

DAV diskutiert genetisches Potential großer Fische

Auf ihrer  Klausurtagung in Templin (31. März bis 2. April 2006) trafen sich die Vertreter des Deutschen Anglerverbandes, um ein paar wichtige Dinge zu diskutieren. Dabei ging es einerseits um die stetig fallende Mitgliederzahl bzw. um Lösungsansätze, wie man diesem Phänomen entgegenwirken kann. Andererseits wurde auch viel über die Kormoran-Politik gesprochen. Hintergrund: Die Lage spitzt sich immer weiter zu. Nach Angaben von Fachleuten fressen Kormorane in Deutschland rund 18.000 t Fisch pro Jahr. Der Aalbestand geht in dramatischem Maße zurück. Noch schlimmer ist es um die Äschen bestellt. Hier muss die Politik einschreiten und den  Kormoran in das Bundesjagdgesetz aufnehmen. „Tier- und Artenschutz darf nicht an der Wasseroberfläche aufhören!“

Fernerhin erörterten die Teilnehmer die Frage, ob man geangelte große Fische zur Nutzung ihres besseren genetischen Potentials selektiv wieder zurücksetzen sollte oder ob man sie in jedem Fall als Nahrungsmittel verwerten muss. Die in anderen Ländern erfolgreiche Praxis könnte auch bei uns dafür sorgen, dass die Großfischgene erhalten bleiben.

Es bleibt zu hoffen, dass man hier einen Schritt weiter kommt und wir künftig mit gutem Gewissen dafür sorgen können, dass es auch in 50 Jahren noch großwüchsige Zander, Barsche und Hechte in unseren Gewässern gibt. Die Barsch-Alarm-Redaktion wünscht dem DAV jedenfalls viel Erfolg bei der Umsetzung!

Kategorien: News

Kommentare

  1. DrGonzo
    DrGonzo 13 April, 2006, 09:50

    Also ich fänds geil, wenn bei uns wie in amnchen anderen Ländern nur noch Fische von… bis… entnommen werden dürften. Wird sich aber wohl nur schwer durchsetzen lassen. Áber wenigstens erlauben könnten sies ja!

  2. Meridian
    Meridian 13 April, 2006, 10:03

    Endlich mal wenigstens ein Ansatz von Verständnis im DAV !
    Hoffentlich geht dieses Thema nicht wieder in der Versenkung unter, ohne ein Ergebnis erzielt zu haben !

    basti

  3. angeliter
    angeliter 13 April, 2006, 11:15

    halt es ja auch so, dass die größeren zurück ins wasser kommen & nich in die küche, von daher hab ich mit diesbezüglichen überlegungen kein problem – finde sie auch gut!

    aber: würde doch gern mal fundierte wissenschaftliche untersuchungen sehen, die die these vom genetischen größenpotential stützen oder belegen. alle welt redet davon, aber keiner belegt diese these! wenn ich mich nicht irre, hab ich mal auszüge von untersuchungen eine hawaiianischen forschers gelesen, die in die richtung gehen, allerdings bei irgendwelchen buntbarschen im pazifik.
    ich hab eher den unwissenschaftlichen verdacht, dass hechte oder andere süsswasserraubfische unter gleichen bedingungen alle gleich groß werden …

    also: kennt jemand quellen, die diese größenvererbungstheorie bei heimischen raubfischen belegen?

  4. dietel
    dietel 13 April, 2006, 11:21

    find es zwar auch interessant, ob da was dran ist. aber wäre doof, wenn dem nicht so wäre. denn dann hätten die ja ein argument weniger pro release 🙂

  5. angeliter
    angeliter 13 April, 2006, 11:33

    na ja, es gibt ja noch andere argumente, die für ein 'mindestmaßfenster' sprechen, und sei es nur, dass die fangaussichten auf große steigt … mich nervt halt bei solchen diskussionen, dass irgendwelche gerüchte in die welt gesetzt werden und keiner es belegen kann. nachplappern, was einem in den kram passt? was machste denn, wenn das argument einfach abgestritten wird?!? schöne nein-doch diskussion, die niemanden hilft … 🙄

  6. nordenrockt
    nordenrockt 13 April, 2006, 13:14

    vererbt wird nur die reaktionsnorm, das ist der bereich, in dem sich ein lebewesen entwickeln kann. wie es sich allerdings entwickelt, hängt von den umwelteinflüssen (biotische und abiotische faktoren) ab. man spricht auch von modifikation. hach bio ist doch mein lieblingsfach 😀

  7. unzi
    unzi 13 April, 2006, 15:14

    An sich 'ne lobenswerte Sache, dass man über solche Maßnahmen dis*****iert. Wäre aber mit der vom DAV vertetenen Argumentationslinie sehr sehr vorsichtig. Abgesehen davon, dass es zur Zeit groß in Mode ist, alles genetisch nachzuweisen (wer sich etwas näher mit der Thematik beschäftigt, wird sehen, wie komplex Molekualrbiologie und Populations- bzw. Fortpflanzungsgenetik ist) zu wollen, man braucht sich doch nur beim Fischzüchter um die Ecke zu informieren, welche Fische das beste Verhältnis von Qualität und Quantität der Geschlechtsprodukte aufweisen. Zudem hat ja auch der Besatz von großwüchsigen (und schnellwüchsigen) Stämmen bereits mancherorts zur Verdrängung der lokalen Populationen geführt, auch von der selben Art (siehe zB. BF im Alpenraum). Mehr will ich auch gar nicht sagen, man muß sich ja die Grube nicht selbst graben 😉
    Grundsätzlich bin ich aber sehr wohl für eine Lockerung der rigiden Entnahmepflichten.
    In diesem Sinne…
    lg.andi

  8. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 13 April, 2006, 15:44

    … wenn ich das Wort "Entnahmepflichten schon wieder höre … 😆 … dann tun immer alle gleich so, als wenn sie immer doch soooo gesetzeskonform handeln … immer schön 50 fahren in der Stadt … bei der Steuererklärung niee versuchen, noch was rauszuholen usw … lachtot … Rücksetzen oder nicht bleibt jedem selbst überlassen … wer nur abschlägt, weil´s in irgendeiner Vorschrift steht ist in meinen Augen ein Feigling, der nicht hinter seiner wahren Einstellung steht und daher lieber gar nicht erst zum Angeln fährt: denn die guten Fische stehen immer in den zwielichtigen Ecken, wo sich so böses Gesindel rumtreibt … ergo eh nix für diese Kandidaten :mrgreen:

  9. leoseven
    leoseven 13 April, 2006, 17:09

    ich find auch: nem geschenkten gaul schaut man nicht ins maul 😉

  10. Bassmaster-Gonz
    Bassmaster-Gonz 13 April, 2006, 18:15

    Glaub irgendwie nich an grossfischgene und wenn sollte der mensch da nich auch noch dran rummanipulieren durch selektive entnahmepflicht.bei mir landet n grosser zander aufm grill-ich höhr se schon aufheulen.die Hc.-releaser-weil die nämlich im gegensatz zu barsch und hecht auch oder sogar besonders in gross einfach gut schmecken.der andere grund is,das der grosse fisch schon ein schönes leben gehabt hat ,dem filz ich vielleich 1-2 Jahre,dann wäre der eh doot,ein kleinerer
    verliert da erheblich mehr an jahren.Das Zeug mit dem Riesenlaichvolumen bei Grossfischen glaub ich nich so richtig,die laichqualität lässt proportional zur qualität nach,is zumindest bei hechten wohl so.Entnahme kommt aber auch bei mir nur nach der laich-und Hütezeit in frage.

  11. unzi
    unzi 13 April, 2006, 19:15

    Die Straßenverkehrsordnung heißt auch dann noch so, wenn man sich gar nicht dran hält. Das ist dem Begriff wahrscheinlich ziemlich wurscht. Ansonsten kann ich dein statement 100%ig unterschreiben — thumbs up!!! —

  12. unzi
    unzi 13 April, 2006, 19:17

    Sollte natürlich als Antwort auf C&R's Antwort auf meinen ersten Beitrag geschrieben sein. Manchmal bin ich einfach zu blöd 🙁

  13. tobio
    tobio 13 April, 2006, 23:44

    Das ist ein sehr heikles Thema und die Argumente sind so aus der Sicht der Genetic nicht alle korrekt und haltbar.
    Ich führe es nicht weiter aus, aber die Gene entwickeln sich nicht erst im Alter, sondern sind festgelegt.
    Ein kleinerer entnommener Fisch kann ein größeres Wachstumspotential gehabt haben als ein zurückgesetzter 110cm Hecht der ausgewachsen ist.
    Dieser würde dann eher zum Gegenteil beitragen.

    tobio

  14. tobio
    tobio 13 April, 2006, 23:49

    Das ist ein sehr heikles Thema und die Argumente sind so aus der Sicht der Genetic nicht alle korrekt und haltbar.
    Ich führe es nicht weiter aus, aber die Gene entwickeln sich nicht erst im Alter, sondern sind festgelegt.
    Ein kleinerer entnommener Fisch kann ein größeres Wachstumspotential gehabt haben als ein zurückgesetzter 110cm Hecht der ausgewachsen ist.
    Dieser würde dann eher zum Gegenteil beitragen.

    tobio

  15. Laubi
    Laubi 14 April, 2006, 11:03

    Ich finde auch, das es höchste Zeit wird Catch & Release zur freien Entscheidung der Angler zu machen. Ich kenne niemanden, der einen Meterhecht fangen will um ihn anschließend zu essen. Raubfische dieses Kaliebers sollen lieber für einen stabilen Nachwuchs sorgen.
    Und was den Kormoran angeht, der ist bei uns schon seit Jahren ein ernstes Problem. Erst wenn ca.2500 Kormorane in der Gegend gezählt werden, wird ein kleiner Teil zum Abschuss freigegeben…….aber wehe ein Angler fängt einen Fisch zuviel……….es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf!

  16. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 14 April, 2006, 11:07

    "… Ich kenne niemanden, der einen Meterhecht fangen will um ihn anschließend zu essen …"

    Ich schon 😕

  17. Grigo
    Grigo 14 April, 2006, 15:34

    Vor 30 Jahren habe ich in der Havel Barsche an der Schilfkante von 5 bis 30 cm gefangen und der Wassereimer war imnu Voll "HEUTE IST NUR NOCH WURMBADEN ANGESAGT und noch ein Fenomen als vor der Wende wir noch die Russen hir hatten sonnten sich die DICkBRASSEN an der Oberfläche der Havel und heute nur Tote HOSE 🙄 und von massige Hechte habe ich im letztem Jahr auch nur getreumt. ❓

  18. Grigo
    Grigo 14 April, 2006, 16:05

    Ich bin seit 1973 im DAV-Angler und muß zu meinem bedauern feststellen das die Fänge ob in Stück oder Länge inner weniger werden. Vor 15 Jahren kante ich Kormorane nur aus Büchern, auch andere Wasservögel haben sich nach der WENDE sehr gut Entwickelt.
    Wenn ich 30 Jahre zurück blicke wo ich noch mit kurzer Stippe an der Schilfkante mit Wurm meinen Wassereimer Ratzfatz vollhatte ( BARSCH ) ist heute nur noch WURMBADEN an der Havel angesagt auch die DICKBRASSEN die sich an der Oberfläche sonnten sind Vergangenheit. Nur Kormorane sehe ich am Angeltag mehr als gefangene Fische. Denn große Fisch sind für Kormorane tabu und für uns als Leckerbissen zu TROCKEN. Ich freue mich lieber daran ihn im einem Jahr mehrfach zu überlisten, den der Zahn der Zeit nagt auch am Fisch und an den Fischern die Gewässer Pachten und Sie lehrfischen und aufnimmerwiedersehn verschwinden ❓

  19. angleraken
    angleraken 15 April, 2006, 14:34

    he 😳 du haust fische aufn grill ?

    ne du wie kanste den das machen .

    glaube auch das das mit den fischgenen nich so is wie es einige gerne hätten . glaube kaum das ein hecht zur verbuttung neigt .

  20. Thomsen
    Thomsen 18 April, 2006, 10:25

    Immer wieder derselbe Krempel …

    Keine (!) Studie konnte den behaupteten eminenten fischereiwirtschaftlichen Schaden belegen, für den der Kormoran verantwortlich zeichnen soll.

    Was gewisse Kreise nicht daran hindert, vehement seinen Abschuss zu fordern.

    Für den Bestandsrückgang von Aalen u. Äschen lassen sich auch andere Faktoren zur Diskussion heranziehen, s. hier:
    http://www.fisch-hitparade.de/angeln.php?t=11066

    Gruß, Thomas

Nur registrierte Benutzer können ein Kommentar verfassen.