Costa Rica Pura Vida – Popperfischen im Pazifik

Endlich war es soweit: Nach dem Berkley Juniors-Angelcamp sollte der zweite Höhepunkt des Jahres folgen. Meine Eltern und ich waren auf dem Weg nach Mal Pais, einem kleinen Ort an der Pazifikküste Costa Ricas. Da mein Vater die Fähre verpasst hatte, gestaltete sich die Anreise etwas langwieriger als erwartet und der Landweg war alles andere als rückenschonend. Gegen 17.00 Uhr kamen wir schließlich in unserem Hotel an und mein Vater wollte sich mit Emiliano, einem einheimischen Fischer, mit dem er bereits aus Deutschland Kontakt aufgenommen hatte, in Verbindung setzen, um die geplante Tour für den nächsten Tag zu besprechen. Nach ca. 7 Telefonaten mit der ständigen Zusage in spätestens 10 min. im Hotel zu erscheinen, traf „Capitan“ Emiliano endlich ein und wir konnten die Details für den nächsten Tag besprechen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns um 6.30 Uhr am Fischereihafen (der Kapitän hatte sich natürlich wieder verspätet) und machten das Boot, ein ca. 7 Meter langes Fischerboot mit 100 PS Außenborder, klar. Emiliano hatte zwar selbst einiges an Tackle an Bord, wir wollten aber mit unserem eigenen Zeug fischen.

Zielfisch des Tages sollten Jacks (Stachelmakrelen), GT, Yellowfin Tune und mit viel Glück auch ein Roosterfish sein. Das Wetter war hervorragen, fast spiegelglatte See, kaum Wind und Temperaturen um die 30 Grad (schwitz).

Sobald wir die Anlegestelle verlassen hatten, steuerte Emiliano zielsicher auf einen Sardinenschwarm zu, der wegen der glatten See leicht an der gekräuselten Wasseroberfläche auszumachen war. Schnell die Popper montiert und mitten in den Schwarm gefeuert. Schon beim zweiten Wurf krachte es beim meinem Vater in der Rute: Ein Jack hatte sich den Popper ca. 20 Meter vom Boot entfernt geschnappt und bei seiner ersten Flucht gleich 100 Meter Schnur von der Rolle gerissen. Nachdem mein Vater die erste Flucht stoppen konnte, begann er den Fisch heranzupumpen, aber kurz vor dem Boot die zweite Flucht, die Rute erschlaffte, der Fisch war weg.

Mein Vater meinte nur:“ Zieh den Gimbal an und mach die Bremse nicht ganz zu, die reißen dir sonst die Rute aus der Hand!“

Jetzt war ich dran: Ich feuerte meinen blauen Popper in den Sardinenschwarm und holte schnell ein. Da, ein Nachläufer, aber kein Biss. Und nochmal raus mit dem Ding. Plötzlich explodierte das Wasser. Ein Jack hatte sich meinen Popper geschnappt und mir tatsächlich fast die Rute aus der Hand gerissen. Ich hatte Mühe, die Rute in den Gimbal zu bekommen. Der Fisch riss ohne Probleme fast 150 Meter Schnur von der Rolle, obwohl die Bremse fast zu war. Es dauerte ca. 10 Minuten, bis ich den Jack in der Nähe des Bootes hatte und ich die silberne Flanke zu erstenmal sehen konnte.

Aber der Fisch war noch nicht bereit aufzugeben und startete erneut eine Flucht unter das Boot. Meine Rute bog sich bedenklich im Halbkreis und ich hatte das erstemal Zweifel, ob Sie diese Belastung aushalten würde.

Aber letztendlich konnte ich meinen ersten Jack des Tages doch landen. Und es sollte nicht der letzte sein.

Während meine Mutter das Erinnerungsfoto schoss, sah ich zu meinem Vater. Dort hatte es im wahrsten sinne des Wortes eingeschlagen. Der Kapitän rief nur: „Atun (Tunfisch)….Grande (Groß)….Grande“. Der Biss riss meinen Vater um, mit der Rute in der Hand konnte er sich gerade noch auf einen Sitz retten. Dann fing die Bremse an zu kreischen. Der Tunfisch riss fast die kompletten 250 Meter Schnur von der Rolle. Schlagartig erschlaffte die Leine….der Fisch war weg. „Macht nichts“ meinte mein Vater grinsend, holte die Schnur ein und musste feststellen, dass die superstarken Drillinge vom VMC nicht das gehalten hatten, was der Hersteller versprochen hatte….das Ding war total aufgebogen, schrottreif.

Nachdem wir in der Nähe dieses ersten Sardinenschwarms noch 2 – 3 Crevalle Jack gefangen hatten, beschloss Kapitän Emiliano den Standort zu wechseln, um es auf Roosterfish zu versuchen. Wir fuhren knapp 30 min. die Küste entlang in die Nähe des Nationalparks Cabo Blanco.

Wieder und wieder feuerten wir die Popper an die Riffkante. Ein Roosterfish attackierte meine Skitterpop von Rapala….daneben….noch eine Attacke….wieder daneben. Insgesamt hatten wir 5 bis 6 Nachläufer, aber konnten leider keinen Fisch haken. Nach mehreren Versuchen beschlossen wir, erneut die Stelle zu wechseln und zu den Sardinenschwärmen zurückzufahren.

Dort erlebten wir dann eine wahre Beißorgie. Fast jeder siebte Wurf brachte einen spektakulären Biss an der Oberfäche. Die meisten Fische konnten wir landen und anschließend wieder releasen. Zwei Jacks hatten den Popper so tief inhaliert, dass wir Sie abschlagen mussten (das war das Abendessen). Gegen 11.30 Uhr blieben die Bisse dann aus. Vom vielen Kurbeln und drillen taten mir die Arme weh und mein Vater meinte: „ Das war es für heute…“. Zufrieden legte ich meine Rute zur Seite und packte meine Köderbox, während sich Kapitän Emiliano auf den Weg zurück zur Fischermole machte.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen:

Ich konnte 12 Crevalle Jacks und 2 GTs landen, ferner hatte ich noch mehrere Fehlattacken und Aussteiger von Jacks, Mahi Mahi (Goldmakrele), Rooster Fish und Yellowfin Tune.

Mein Vater konnte 8 Jacks landen und wurde von einem grossen Tunfisch umgerissen.

Das war einer der erfolgreichsten Angeltage, die ich bis heute erlebt hatte……..Vielen Dank an unseren Kapitän. Der Mann versteht sein Handwerk.

Noch ein paar Infos zum Tackle. Wir haben mit unserem eigenen Gerät geangelt. Dem einen mag das vielleicht zu leicht oder zu schwer sein, wir haben mit dieser Zusammenstellung allerdings gute Erfahrungen gemacht.

Ruten: Fenwick Seahawk Pro Lightpilk 25-125 gr / 270 cm oder Penn Overseas Pilk, 80-125 gr / 270 cm

Rollen: Okuma Salina SA 55 oder Penn Slammer 560

Schnur: Spiderwire Ultracast mind. 25 KG Tragkraft

Vorfach: 80 lbs Mono (Berkley oder Penn)

Sonstiges: Popper (z.B. Wiliamson Jet-Popper), Haken und Zubehörteile nur von bester Qualität, Owner ST66 Drillinge haben sich bewährt, Berkley Crosslock Wirbel.

Fabian Beer von den

18 Kommentare

  1. jetzt hab ich fernweh. will auch poppern und 150m fluchten parieren müssen. und vom thunfisch umgerissen werden. und nachläufer von roosterfischen wären auch ok. selbst wenn die sonne scheinen würde 😀

  2. Glückwunsch zu dem tollen Tripp!! Und schöner Bericht! Allein bei dem Bild mit der krummen Rute wird man schon ganz heiß auf diese tollen exotischen Kämpfer!

  3. Ein echter Hammer, ich denke, die Bilder kann dir dein Leben lang niemand mehr nehmen. Gratuliere zu den tollen Fängen.
    Grüßle
    Rainer

  4. Sensationeller Bericht! D 😀 😀 😀
    Sehr gut dargestellt auch die Kampfkraft, die Fische in tropischen Gewässern entwickeln! Bei Fragen nach der Urlaubsausrüstung für die Tropen werde ich mir erlauben, deinen Artikel zu zitieren. Ganz dickes Lob!!! :

  5. Voll genial! Petri zu den schönen Fischen. Hat spaß gemacht Deinen Bericht zu lesen. Da wird wohl so manch einer neidisch, mich mit eingeschlossen. 🙂

  6. Pfui Teufel !!! 😈 Was für mieser Trip !
    Wetter eklig, Fischeeklig, in Anzahl und Größe, allet eklig !

    Aber so n bißchen Ekel, wär shon nicht schlecht… 😉

    Dickes Petri ! Schöner Bericht !

    der Manne

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