Allergieterror beim Angeln

Allergieterror beim Angeln

Bevor der große Theiss-Bericht erscheint, möchte ich schon mal eine kleine Anekdote zum Besten geben, deren Essenz Felix und mir inzwischen richtig Sorgen macht: Kurz vor der Abfahrt nach Ungarn ruft mich Felix an. „Johannes, ich kann vielleicht nicht mit!“ „Waaaas????“ „Bin von einer Biene ans Auge gestochen worden und sehe aus wie Klitschko nach seinem letzten Kampf.“

Daraufhin sind wir zusammen ins Krankenhaus gefahren, wo Felix drei kapitale Spritzen in den Arm verpasst bekam. Zum Glück gab der Arzt Entwarnung. Zwar war das eine allergische Reaktion, die aber durch die Spritzen wieder in den Griff zu bekommen war. Und tatsächlich ging die Schwellung an Felix‘ Auge noch auf der Fahrt auf ein erträgliches Maß zurück. Fahren konnte er natürlich nicht und so machte ich den Chauffeur.

Nach zwei Tagen war Felix wieder völlig hergestellt. Wir saßen gerade beim Mittagessen, als ich nach meiner Fanta-Schorle griff. Zack – schon war es passiert. Aus dem Nichts hatte eine Biene angegriffen und mich in den linken Mittelfinger gestochen. Obwohl ich sofort Salbe aufgetragen habe, wurde das Pulsieren immer stärker. Bereits am Abend hatte ich den ersten kleinen Bluterguss am Finger. In der Nacht schwoll die Hand an und am nächsten Morgen war der Finger voller kleiner Ergüsse und eiterte an einer Stelle. Also ab zum Onkel Doc. Beim Anblick des Medical Center in Tiszafüred/Ungarn bekam ich erst mal einen Schreck. Hier wurde seit 40 Jahren nicht mehr investiert. Die Anmeldung erfolgte beim Hausmeister, der mir bedeutete, dass der Arzt in 10 Minuten kommt. Als dieser eintraf, nahm er meine Daten auf und befahl mir die Hose runter zu lassen. Daraufhin jagte mir der Hausmeister eine Spritze in mein Hinterteil. Calcium. Diese Erste-Hilfe-Aktion war übrigens umsonst! (Ist in Ungarn so üblich.) Inzwischen sieht meine Hand auch wieder einigermaßen normal aus. Doch hat mich die Entzündung in den letzten Tagen beim Spinnfischen massiv behindert. Und weil ich die harten Substanzen, die Felix in Berlin per Infusion verabreicht bekam, in Tablettenform zu mir nehmen musste, hat Felix die Heimfahrt komplett allein übernommen. Eigentlich ganz lustig – aber irgendwie doch nicht wirklich witzig (zumindest für uns beide).



Und jetzt die essentielle Frage: Was kann man gegen eine Bienengift-Allergie machen? Bislang hatte ich vor den Viechern keine Angst. Das hat sich etwas verändert. Denn wer möchte schon drei Tage ausfallen, nur weil ihn ein Insekt gestochen hat? Damit geraten ganze Angelexkursionen in Gefahr. Habt Ihr Erfahrungen? Dann bitte schreibt doch einen Kommentar.



Hier hab ich noch was aus dem Netz gekramt:

Eine Insektengift-Allergie wird i. d. R. durch Wespen-, Bienen- oder Hornissenstiche ausgelöst. Hierbei kommt es beim ersten Stich durch das Insekt zur so genannten Sensibilisierung des Gestochenen, die erst beim nächsten Stich bzw. Allergenkontakt eine allergische Reaktion hervorruft.

Sensibilisierung:
Beim Stich dringen Allergenmoleküle in die Oberhaut ein und gelangen zu B-Abwehrzellen. Diese werden angeregt, spezielle Antikörper vom Typ IgE zu bilden, die sich wiederum an die Außenseite von Mastzellen koppeln. Dort warten sie auf den nächsten Kontakt mit dem gleichen Allergen. Der Körper ist nun sensibilisiert, allergische Symptome treten nicht auf.

Achtung:
Schmerz, Rötung und Schwellung auch über zwei Tage sind normale Reaktionen auf einen Insektenstich und haben nichts mit einer möglichen allergischen Reaktion zu tun. Nur bei einer Schwellung von einem Durchmesser über 5 cm oder einer Allgemeinreaktion, die sich nicht in Stichnähe abspielt, besteht der Versacht auf allergische Überempfindlichkeit!

Einsetzen der allergische Reaktion beim zweiten Allergenkontakt:
Beim zweiten Kontakt mit dem Allergen (und allen weiteren) werden weitere Antikörper vom Typ IgE an die Mastzellen gebunden. Jeweils zwei dieser y-förmigen Antikörper binden an das Allergen und bewirken, dass die Mastzelle entzündungsfördernde Mittlersubstanzen (Mediatoren) ausschüttet, z. B. Histamin, einen körpereigener Botenstoff, der die allergischen Symptome hervorruft.

Wann hilft Hyposensibilisierung?
Bei dieser – mindestens drei Jahre dauernden – Therapieform erhält der Allergiker das Allergen in langsam ansteigender Dosis unter die Haut gespritzt, um auf Dauer die Empfindlichkeit gegenüber diesem zu vermindern.

Kategorien: Tipps & Tricks

Kommentare

  1. lohmann
    lohmann 12 August, 2003, 12:10

    Habe solch ähnliche Probleme (Wespen bzw. Bienstichallergie) auch, musste deshalb nicht zum Bund src=“http://www.barsch-alarm.de/modules/htmlarea/images/em.icon.bigsmile.png“ align=absMiddle border=0>!
    Aus diesem Grund habe ich in den Sommermonaten, (Allergiemonaten) immer s.g. Antihistaminika dabei, die ich im Bedarfsfall einnehmen kann.
    Empfehle euch mal nen Allergietest beim Allergologen zu machen, danach werdet Ihr mit solchem Zeug ausgestattet.  
     
     
     

  2. dietel
    dietel 13 August, 2003, 06:53

    ich glaub so ein survival-paket brauch ich dringend auch. nicht auszumalen, was passiert, wenn mir so ein teil in den kopf sticht.

  3. chris85
    chris85 13 August, 2003, 08:00

    mich hat auch noch eine gestochen-ist aber nix passiert.
    war noch ganz lustig die letzten tage.die fische haben kräftig gebissen(u.a.ein 13pfündiger schuppi bei zoli)

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