Abu Revo MGX – absolut “finessetauglich” dank IVCB-System

Abu Revo MGX – absolut “finessetauglich” dank IVCB-System

Bis vor einer Weile habe ich die Meinung vertreten, dass man Baitcaster-Rollen nur dann einsetzen muss, wenn sie wirklich Sinn machen. Und so habe ich mit meinen Revo Premiers und STXen schwerpunktmäßig Toppis, Texas-Rigs ab 7, besser 10 Gramm, Spinnerbaits, Jerks und relativ schwere Crankbaits geworfen – mit den getunten Modellen ab und an auch mal einen Twitchbait. Doch auch nach dem Kugellager-Tuning waren Low Profile-Multis für mich nur bedingt dafür prädestiniert, Kleinzeug in Richtung Fisch zu katapultieren. Das hat sich grundlegend geändert, seit ich die MGX fische. Die ist wirklich „finesse-tauglich“. Und zwar ungetunt und in vollem Umfang.

Neben Optik und Gewicht (die Gute bringt gerade einmal 154 Gramm auf die Waage) sind es in erster Linie die wunderbaren Wurfeigenschaften mit leichten Ködern, die mich begeistern. Diese stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der nur 11 Gramm „schweren“ Spule. Vielmehr aber mit dem Bremssystem. Im Gegensatz zur Premier, die ja mit Spulen-, Magnet- und Fliehkraftbremse daher kommt, ist die MGX „nur“ mit einer mechanischen Spulenbremse und einer Fliehkraftbremse ausgestattet. Dieses IVCB-IV System (Infinitely Variable Centrifugal Brake System) sitzt unter der der Kurbel gegenüber liegenden Kappe und sorgt während des Köderfluges nicht nur für ein cooles Geräusch, sondern auch für einen reibungslosen Flugverlauf.

Ich versuche einmal, das System so einfach wie möglich zu erklären: Im Gegensatz zu anderen Fliehkraft-Bremssystemen, bei denen die Stifte an dem Rand der das System beherbergenden Aussparung reiben, „schleifen“ die vier kleinen Plastik-Flügel am Inneren der Abdeckung.

Sobald die Spule in Bewegung gesetzt wird, drückt die Fliehkraft die vertikal beweglichen Plastik-Teilchen nach oben.

Durch das Drehen des Rädchens, das eine Magnet-Bremse „vortäuscht“ verändert man den Druck auf die Flügel und kann so das Drehmoment dosieren.

Bei maximaler Bremseinstellung können die Flügel voll ausfahren und die maximale Bremswirkung entfalten.

Dreht man die Bremse voll auf, können die Flügel weder ausfahren noch bremsen.

Die Bremse ist sehr fein justierbar und rastet bei jeder „Bremsstufe“ deutlich hörbar ein. Beim Wurf macht sich dieses Bremssystem durch das eingangs erwähnte Geräusch, ein sportliches Surren, bemerkbar.

Genau wie die Fliehkraftbremse, rastet auch die Spulenbremse bei jeder Justierungsstufe hörbar ein.

Das geringe Gewicht haben die Konstrukteure übrigens nicht vornehmlich über die Reduzierung des Spulengewichts erzielt. Die größten Gewichtseinsparungen resultieren aus der Materialkomposition des Gehäuses. Der MGX-Body besteht aus einem -Mag™Aluminiumrahmen-Konstruktion und C6 Seitenplatten aus Carbon.

Features:

• 9 Salzwasserfeste HPCR Kugellager + 1 Walzenlager
• Superleichtes und stabiles X-Mag Aluminium Gehäuse
• Infini II Spulen System mit hoher Schnurfassung
• Gewichtsersparnis durch C6 Carbon Seitenplatten
• Carbon Matrix-Bremssystem
• Flugzeug-Aluminium Getriebe
• Gebogene Carbon Kurbel
• Komfortabler EVA Kurbelknauf
• Beschichtete Schnurführung
• Ergonomische Haltung durch vertieften Rollenfuß
• Gewicht: 154g
• Übersetzung: 7,1:1
• Schnureinzug: 71 cm
• Max Drag: 5,5 kg
• Schnurfassung: 180 m 0,25 mm

Gleich zu Beginn meiner noch ziemlich frischen Beziehung mit der MGX habe ich mehrere Schnüre getestet. Zuerst war eine 12er Spiderwire Ultra Cast drauf, mit die meisten meiner BCs bespult sind. Die Wurfweiten waren gut. Aber der Strick kam mir für dieses feine Röllchen etwas überdimensioniert vor. Der nächste Versuch war 16er Mono.

Damit habe ich weniger weit geworfen als mit der Spiderwire. Also habe ich auch diese Sehne wieder runter genommen und durch 10er Spiderwire Code Red ersetzt. Mit der bin ich vollauf zufrieden. Die bleibt drauf. Bei Windstille werfe ich mit der MGX, meiner 12 Gramm-Urban Spirit und der Code Red sogar kleinste Twitchbaits aus der 3-Gramm-Liga gefühlte 15 m weit. Mit den üblichen Verdächtigen aus der 5-Gramm-Klasse sind ca. 20 m drin.

Zielsicher und ohne Perücken-Alarm. Mir hat Baitcasten noch nie so Spaß gemacht. Seit ich die MGX ins Arsenal aufgenommen habe, sind Baitcaster-Rollen auch für mich etwas zum Spielen!

Kategorien: Tackle-Tipps

Kommentare

  1. yunis
    yunis 1 Juli, 2012, 09:47

    nettes teil 😀

  2. z_hunter
    z_hunter 1 Juli, 2012, 10:09

    Warum nicht, ich komme immer noch nicht an die Dinger ran.

  3. Mö78
    Mö78 1 Juli, 2012, 11:43

    "finessetauglich" Ich weis nicht, ich fische mit meiner MGX Jigköpfe von 10-21g und das macht sie auch super mit!!!

  4. kanalhopper
    kanalhopper 1 Juli, 2012, 12:43

    Schöner Bericht für eine vielleicht auch gute Rolle.Aber in dem Preissegment gibt es auf jedenfall Rollen mit einer weitaus besseren Wurfperformance im unteren Gewichtsbereich und die zudem noch einen stabileren Eindruck machen.

  5. dietel
    dietel 1 Juli, 2012, 14:07

    ich hab ja nicht geschrieben, dass man mit der rolle nicht über 5 gramm werfen darf. ich gehe schwer davon aus, dass man mit ner rolle in dem preissegment auch 10-21 gramm schwere köder werfen kann.

    aber mal ne frage: was heißt denn für dich "finessetauglich"? dass eine rolle 3 gramm-köder 30 meter weit schmeißt?

  6. Viper5684
    Viper5684 2 Juli, 2012, 21:35

    soweit ich weiß, befördert eine eingelaufene MGX 3g Köder auf sehr beachtliche Weiten! Natürlich die passende Rute vorausgesetzt…muss sagen, dass die MGX die erste Abu Rolle ist, die ich mich zulegen würde!

    Für alle ungeduldigen unter euch…im Herbst wirds ne komplette Neuauflage der Revo's geben 8)

  7. Viper5684
    Viper5684 2 Juli, 2012, 21:37

    die ich mich zulegen würde!
    die ich MIR zulegen würde….

    übrigens kann ich die "Bedenken" verstehen, finde aber auch, dass z.B die Daiwa T3 für ihren Preis ebenfalls keinen wirklich stabilen Eindruck verleiht!

  8. Barsch06
    Barsch06 3 Juli, 2012, 13:59

    Es gibt auf jedenfall besseres für diesen Preis, auch schade das in diesem Preissegment das Bremssystem nicht das stabilste ist,und die weißen Platikteilchen wegbrechen,auch zusehen im Tackletour Test.

  9. Viper5684
    Viper5684 3 Juli, 2012, 14:20

    nur sollte man erwähnen, dass sie dabei die Rolle derart überbeansprucht haben, dass der Seitendeckel wohl nicht mehr gehalten hat und die Pin's abgebrochen sind, als er versuchs hat den Seitendeckel aufzufangen.
    Zum Schluss steht sogar, dass es sich hierbei um eine Finesse-Rolle handelt und nicht um n Arbeitstier um damit mit großen Bites auf Pea***** zu angeln!

    soll keine Rechtfertigung sein, jedoch sollte man das mit dazu sagen, wenn man schon schreibt, dass die Pin's abbrechen

  10. Barsch06
    Barsch06 3 Juli, 2012, 15:13

    Ja stimmt Martin, man sollte auch sagen das es auch welche aus DE geschafft haben auch ohne großartige Belastung, und nicht nur einer 😉 .

  11. Viper5684
    Viper5684 3 Juli, 2012, 15:18

    na siehste, das wusste ich nicht und habe nirgends von gelesen! Solch ein Hinweis ist doch dann auch angebracht!
    Mir gehts nur darum, dass oft Dinge madig gemacht werden, ohne Hintergrund…wenn es aber bereits Erfahrungsberichte dazu gibt, sollte man sie definitiv mit anderen Teilen!

  12. Herbert-Wulf
    Herbert-Wulf 3 Juli, 2012, 21:50

    Ob die Rolle vom Design her von der Daiwa Steez abgekupfert ist? Hatten wir das nicht schon mal bei einer Stationärrolle? mmmhhhh, wenn sie denn Gleiches kann, was ich bezweifeln möchte, könnte man ja wieder mal was sparen… 😆

  13. HellsAngler
    HellsAngler 4 Juli, 2012, 00:10

    Natürlich kann mein eine Revo MGX nicht mit einer Steez vergleichen. Der Performance nach nicht und optisch auch nicht. Ich fische beide…
    http://barsch-alarm.de/Forums/viewtopic/p=313935.html#313935

  14. dietel
    dietel 9 Juli, 2012, 08:18

    ich weiß von einem "fall". daraus ne regel zu konstruieren ist völlig überzogen. selbst wenn es drei fälle wären, die im internet kursieren 🙂

    da sollte man die kirche mal im dorf lassen. sollte sowas mal bei einem pure fishing-produkt passieren, kann man die rolle sofort reklamieren. im normalfall wird die dann direkt ersetzt. alte versionen (die es von der mgx natürlich noch nicht gibt) werden in der regel gegen aktuelle modelle getauscht.

    viel mehr service & sicherheit für den käufer geht nicht.

  15. Herbert-Wulf
    Herbert-Wulf 14 Juli, 2012, 07:07

    Abgeseen von der Lackierung, entspricht nach meinem Dafürhalten das Formdesign zu 80 % der Steez.

  16. FrankThomasWeber
    FrankThomasWeber 23 Juli, 2012, 06:51

    Vielen Dank für den Bericht, ich lebe und fische am Mittelmeer. Ich bin schon seit langem auf der Suche nach einer leichten Lösung für Wurfgewichte von 3g bis 10g im Baitcastbereich. Nur weil ich ein wenig sparen wollte bin ich auf die WFT Penzill hereingefallen. Die war jedoch nichts. Nach 1000 Würfen war sie Schrott. Nun schwanke ich zwischen der Daiwa px86 l spr, der px86l und der Abu Revo MGX. Dein Bericht hat mich insofern begeistert, da ich ein absoluter Abu Fan bin. Abu Rollen setze ich am Mittelmeer auch unter harten Bedingungen ein und sie laufen und laufen. Du sagtest, das die Premier und STX dich nicht vom Baitcasten überzeugen konnten, jedoch die MGX schon. Das spricht für diese Rolle, denn die Premier und die STX sind durchaus sehr gute Rollen. Ich habe jedoch ein wenig Bedenken bei dem Bremssystem der MGX. Sie soll ja salzwasserfest sein, aber diese Plastikteile machen mir da schon ein wenig sorgen. Nun die Daiwas px86l's sind leider nicht salzwasserfest. Da muss ich wohl noch ein wenig weitersuchen. Wenn jemand eine Idee hat einfach melden.

  17. dietel
    dietel 23 Juli, 2012, 22:29

    ich hab nicht gesagt, dass die premier und die stx nix taugen. nur für die ganz leichten gewichte musste man die tunen. ich fische viel mit den premiers und auch gern mit der stx. aber eben eher die etwas höhren gewichte. die mgx ist aber eben die erste hier erhältliche abu-rolle, mit der das kleinzeugcaten so richtig schockt.

    ps: am mittelmeer würd ich auch gern wohnen 😀

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