Fangberichte

Aalangeln mit Georg und Co. in den Deetzer Erdelöchern

Die Deetzer Erdelöcher liegen irgendwo in Brandenburg. Hier wurde ehemals Ton abgebaut. Später wurden die dabei entstandenen Gruben zur Fischzucht genutzt. Heute stehen diese Gewässer unter der Obhut des DAV. Georg, Tobi und Christian haben sich dem Verein angeschlossen, der die vielen miteinander verbundenen kleinen und größeren Löcher hegt und pflegt. Mit ihnen bin ich im Sommer einmal zum Aalangeln dort hin gefahren.


 

Die einzelnen Gruben sind umgeben von Bäumen. Man muss sich schon etwas durchs Dickicht schlagen, um an die guten Stellen ranzukommen. Im Wasser selbst befindet sich jede Menge Holz und Kraut – ein Paradies für Aale. Diese kommen gegen Mitternacht bis ganz kurz vors Ufer, um hier nach Nahrung zu suchen. Wir versuchten es also mit Tauwürmern und kleinen Köfis direkt vor unseren Füßen. Weil die Angelplätze nicht gerade groß sind, hatten wir drei Angeln gleich vor uns. Mit Knicklichtmontagen servierten wir einen Köfi und zweimal Tauwurm. Die vierte Rute stellten wir etwas abseits ins Gebüsch. Um mitzubekommen, wenn etwas beißt, haben wir hier auf einen elektrischen Bissanzeiger gesetzt.


 


Es wurde 11, es wurde 12. Halb 1. Da, der erste Biss auf den Knicklichtköfi. Langsam bewegte sich die Pose hin und her. Einmal ging sie auch leicht unter. Die Spannung stieg. Doch der Fisch hatte wohl Lunte gerochen und ließ nach 10 Minuten vom Köder ab. „War’s das?“, wollte ich Georg fragen, als der Pieper losging. Blitzschnell bahnten wir uns im Dunkeln den Weh durchs Unterholz und waren rechtzeitig am Set. Der Fisch nahm immer noch Schnur und Georg die Rute in die Hand. Weil er keine Freilaufrolle besitzt, hatte er die Bremse aufgedreht. Nun machte er den Schnurlaufbügel auf und drehte die Bremse zu. Der Fisch lief immer weiter. „Mann, das muss ein Großer sein.“ Die anderen waren jetzt auch bei uns. Insgeheim hoffte man auf einen Zander.


 


„O.K. ich hau jetzt an.“, sagte Georg, klappte den offenen Rollenbügel um und ließ den Fisch die Schnur straffen. Dann der fulminante Anhieb. Die Rute war krumm. Aber ein Zander war das nicht. Also kurbelte Georg ein, so schnell er konnte. In dem Holz ging sicher schon so mancher Aal verloren. Dieser nicht. Georg nahm den Fisch aus dem Wasser. 55 cm musste der haben. Dann ging alles sehr schnell: der Aal, der den Köfi nicht ganz drin hatte, fiel vom Haken genau zwischen unsere 8 Beine – keinen Meter vom Ufer weg. Wie ein Blitz tauchte Georg ab und mit indianischem Geschick packte er den Aal, um uns gleichzeitig zu verfluchen: „Schlaft Ihr eigentlich?“


 


Taten wir natürlich nicht. Wir hatten den Fisch genauso schnell abgeschrieben, wie Georg ihn gerettet hat. Glücklich sind die beiden aber nicht miteinander geworden: für den Aal endete dieser Ausflug in der Pfanne und Georg meinte, dass er schon weitaus bessere Aale gegessen habe.


 


Und wenn man dieser Geschichte auch nicht viel Zählbares abgewinnen konnte, so steht unter dem Strich das Fazit, dass man Deetzer Aale flach fängt und am besten noch einmal wässert, bevor man sie verzehrt.


 


(jd)