kiwifahrer
Echo-Orakel
- Registriert
- 1. November 2025
- Beiträge
- 105
- Punkte Reaktionen
- 169
Da müsste man mal das ganze Biotop untersuchen, angefangen bei den "Grundnahrungsmitteln" von Plankton über Wirbellose, Insekten etc.. Dann ein Arten-Monitoring, mit Erfassung der Bestände und Größenverteilung und die allgemeine Struktur des Lebensraums und die Wasserbeschaffenheit. Ohne es zu übertreiben hätte man recht schnell einen Überblick und könnte das Potenzial bezüglich Größenverteilung als auch Bestandsdichten für die verschiedenen Arten ziemlich klar einschätzen. In Bayern wird so etwas durchaus unterstützt und gefördert wenn man anfragt. Aber die meisten wollen genau das nicht, sondern ihr eigenes toxisches Süppchen kochen...So z.B. habe ich jahrelang in einem meiner Vereinsgewässer darauf hingewiesen, dass der dort vielgelobte Barschnachwuchs womöglich ein verbutteter Altbestand sein könnte. Es war kaum Laich zu bestimmten Zeiten sichtbar und die Fänge waren trotz guter Gewässerstruktur eher bei maximal 22cm angesiedelt. Meine Vermutung war, dass die Fische ausgewachsen einfach nicht größer wurden. Auch der Hechtbestand war sehr mickrig.
Die "Meinung" der Altvorderen jedoch fusste lediglich auf der Stückzahl der Barsche und nicht auf der tatsächlichen Durchnitts- und Maximalgröße.
Gab jedes Mal viel Streit auf der Jahreshauptversammlung.
Zumindest in Bayern hat der Eigentümer und/oder Pächter eines Fischereirechts nahezu Narrenfreiheit bei er Bewirtschaftung. Manchmal fehlt nur noch dass Schlangenkopffische ausgewildert werden. Zumindest in Bayern hätten die Behörden über die Fischerei-Fachberatung und andere Organe theroretisch enorme Möglichkeiten des Monitorings und entsprechend der Steuerung auch der privaten Gewässer-Bewirtschaftung. Ich habe aber das Gefühl, dass man diese Organe mit einigen Prestige-Objekten beschäftigt um ansonsten die einfache und für die entsprechend Beteiligten lukrative "Lösung aller Bestandsprobleme" zu favorisieren: Den Besatz vom Fischzüchter. Es gibt in Bayern auch keinen Verband, der nur die Angelfischer vertritt, der Interessenskonflikt beginnt also schon dort. Die berüchtigte bayerische Amigo-Wirtschaft auf allen Ebenen! Viele Vereine sind deshalb auch keine Verbandsmitglieder mehr. Der allgemeine Naturschutz betreibt diesen nur oberhalb der Wasserlinie, die Fischer sind noch größere Feinde als die Jäger. In anderen Bundesländern wird es im Detail anders sein, aber insgesamt vielleicht ähnlich...
