Sind Altfische wirklich so wichtig?

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Findet Ihr das die ganz großen wirklich so wichtig für den Erhalt des Bestandes sind?

  • Ja

    Stimmen: 40 95,2%
  • Nein

    Stimmen: 2 4,8%

  • Umfrageteilnehmer
    42

kiwifahrer

Echo-Orakel
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So z.B. habe ich jahrelang in einem meiner Vereinsgewässer darauf hingewiesen, dass der dort vielgelobte Barschnachwuchs womöglich ein verbutteter Altbestand sein könnte. Es war kaum Laich zu bestimmten Zeiten sichtbar und die Fänge waren trotz guter Gewässerstruktur eher bei maximal 22cm angesiedelt. Meine Vermutung war, dass die Fische ausgewachsen einfach nicht größer wurden. Auch der Hechtbestand war sehr mickrig.

Die "Meinung" der Altvorderen jedoch fusste lediglich auf der Stückzahl der Barsche und nicht auf der tatsächlichen Durchnitts- und Maximalgröße.

Gab jedes Mal viel Streit auf der Jahreshauptversammlung.
Da müsste man mal das ganze Biotop untersuchen, angefangen bei den "Grundnahrungsmitteln" von Plankton über Wirbellose, Insekten etc.. Dann ein Arten-Monitoring, mit Erfassung der Bestände und Größenverteilung und die allgemeine Struktur des Lebensraums und die Wasserbeschaffenheit. Ohne es zu übertreiben hätte man recht schnell einen Überblick und könnte das Potenzial bezüglich Größenverteilung als auch Bestandsdichten für die verschiedenen Arten ziemlich klar einschätzen. In Bayern wird so etwas durchaus unterstützt und gefördert wenn man anfragt. Aber die meisten wollen genau das nicht, sondern ihr eigenes toxisches Süppchen kochen...
Zumindest in Bayern hat der Eigentümer und/oder Pächter eines Fischereirechts nahezu Narrenfreiheit bei er Bewirtschaftung. Manchmal fehlt nur noch dass Schlangenkopffische ausgewildert werden. Zumindest in Bayern hätten die Behörden über die Fischerei-Fachberatung und andere Organe theroretisch enorme Möglichkeiten des Monitorings und entsprechend der Steuerung auch der privaten Gewässer-Bewirtschaftung. Ich habe aber das Gefühl, dass man diese Organe mit einigen Prestige-Objekten beschäftigt um ansonsten die einfache und für die entsprechend Beteiligten lukrative "Lösung aller Bestandsprobleme" zu favorisieren: Den Besatz vom Fischzüchter. Es gibt in Bayern auch keinen Verband, der nur die Angelfischer vertritt, der Interessenskonflikt beginnt also schon dort. Die berüchtigte bayerische Amigo-Wirtschaft auf allen Ebenen! Viele Vereine sind deshalb auch keine Verbandsmitglieder mehr. Der allgemeine Naturschutz betreibt diesen nur oberhalb der Wasserlinie, die Fischer sind noch größere Feinde als die Jäger. In anderen Bundesländern wird es im Detail anders sein, aber insgesamt vielleicht ähnlich...
 

Munni

Finesse-Fux
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Bezüglich der Veranlagung bin ich davon überzeugt das diese so gut wie immer Vorhanden ist. Meiner Meinung ist der Lebensraum wichtiger Platz, Nahrungsangebot, Konkurrenz durch zu hohen Bestand (teilweise auch durch andere Arten)
Die Gene hat der Fisch auch schon in jungen Jahren.
Da hat man den Anschein du hast die Beiträge nicht wirklich gelesen und bist sehr überzeugt von deiner Meinung die zum Glück hier nicht wirklich viel Anklang findet.
Also ich bin zumindest froh mir mit dir keine Gewässer zu teilen.
Ich würde es schätzen wenn du dich mit den präsentierten Studien und wissenschaftlichen Arbeiten inhaltlich auseinander setzt anstatt zu sagen ich bin überzeugt das es anders ist.
 

Brauni95

Angellateinschüler
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@Munni Der Absatz war als Antwort für die Beitrag von @Xebulon gedacht und etwas plump formuliert.
Nach dem 50min Video das @Walstipper gepostet hat habe ich natürlich auch den Beitrag über die Ostsee Dorsche durchgelesen.
Aber es ist anscheinend Fakt das die Großen eine so große Rolle spielen und das war mir so noch nicht bewusst.
Das war ganz schön viel Info aber auch sehr interessant.
Gib einem Tier genug Futter und Platz und setz es keinem Stress aus Dan wird es wachsen und gedeihen. Mehr wollte ich damit nicht ausdrücken.

@fragla Ich kenne den unterschied zwischen einem toten Fisch und einem mit zerrissenen Rüssel. Wenn man den Toten noch verwerten kann dann ist es ein Lebensmittel und der andere ein armes Schwein in einem überfüllten Teich. Nichts für ungut.
Wenn mir mal ein Fisch eingeht und nicht mehr freigelassen werden kann, dann versuche ich den zu verwerten. Du etwa Nicht?
Einer der alt ist wird deswegen auch nicht weggeschmissen. Mit lonend meinte ich das mir 1 Barsch mit 30 lieber ist zum verwerten als ein paar kleine.

Das die ganz alten Fische noch wichtig sind wurde mir deutlich gezeigt.
Werde mich in Zukunft kürzer fassen und die Antworten nach der Reihe lesen und nicht durcheinander dann gibt es weniger Verwirrung.
Das wahr mein Fehler Sorry dafür.
Trotzdem Danke für die Antworten.

Lg Brauni
 

Walstipper

Bigfish-Magnet
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Bezüglich der Veranlagung bin ich davon überzeugt das diese so gut wie immer Vorhanden ist. Meiner Meinung ist der Lebensraum wichtiger Platz, Nahrungsangebot, Konkurrenz durch zu hohen Bestand (teilweise auch durch andere Arten)
Die Gene hat der Fisch auch schon in jungen Jahren.

Ein Fisch in einem Kleinen Teich wird vermutlich sein Wachstum einschränken weil der Lebensraum und die Ressourcen nicht mehr hergeben.
Das ist ein relativ weit verbreiteter Trugschluss. Wenn du 20 Individuen 0+ Barschbrut gleicher Länge vor dir hast, gibt es Typen die schneller wachsen (weniger Masse in Eier) und welche, die nie über 40cm kommen würden. Kannst du optisch feststellen, welche die schnellwüchsigen sind? Hast du einen morphologischen Prädiktor, um eine Aussage machen zu können? --> Hast du nicht, du müsstest die im Experiment wachsen lassen oder anhand genetischer Marker versuchen zu identifizieren.
Wenn du den großen Fisch bereits vor dir hast, kannst du ebenso nicht sicher sein, welche Veranlagung vor liegt (Momentaufnahme). Aber die (Überlebens)Wahrscheinlichkeit ist hier höher dass der schnellwüchsig ist als anders herum.

Zur Verbuttung: Ich denke sowas kommt mehrheitlich in sehr kleinen Gewässern vor, wo schnell Nahrungsmangel auftritt und die Individuen auch nicht rauswachsen können, weil kaum unterschiedliche Nahrungstypen vorliegen. Z.b. bleiben Raubfische so klein dass sich kein Kannibalismus ausbilden kann, welcher wieder größere Fische hervor bringen würde. Aber nicht immer: Die Scholle in der Ostsee hat mittlerweile so hohe Bestandsdichten, dass solche Erscheinungen vermutet werden. Aber eben auch ein kleines Maul.
Es sind halt doch Fische und keine Säugetiere :sweatsmile:
Ich hatte keine Ahnung das der Laich bei älteren Fischen hochwertiger ist. Das sich die Menge steigert schon aber ich wusste nicht das die Qualität und Überlebenschancen der Brut besser sind.
Man kann sich das gedanklich sehr leicht veranschaulichen: Fische sind R-Strategen mit einer sehr hohen Anzahl an Eiern/Nachkommen. Auch wenn nur ein Milchner den Laich befruchtet hat haben die einzelnen Eier unterschiedliche Veranlagungen. Die Fischart haut diese tausenden Individuen in die Umwelt und die natürliche Selektion bestimmt, welche Anlagen für die Bedingungen korrekt waren. Etwa 0,001 bis 0,1% der Eier werden später als Fischbrut überleben usw.
Wann würde es für die Spezies Sinn ergeben viele Eier (also leichtere Eier --> Volumen) zu bilden, wenn die Umwelt harsch ist oder wenn die Umwelt gut ist? <-- Mal drüber nach denken.
Ein großes Weibchen hat mehr Platz in der Leibeshöhle als ein gerade geschlechtsreifes und es gibt einen gewissen Spielraum, wieviel Reserven (vor allem Fett --> Dottersack) ein Ei mit auf den Weg bekommen kann. Das große Weibchen hat ergo mehr Spielraum die Eier bei guten Bedingungen mit besseren Startbedingungen auszustatten, ganz einfach weil mehr Platz im Bauch ist.
 

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