Ich fische regelmäßig mit Geflochtener vor Hindernissen auf kurze bis sehr kurze Distanz und in stark verkrauteten Gewässern vor der Krautkante.
Bei Hindernissen ist jeder Meter Dehnung tödlich, daher scheidet Mono aus. Wenn ich alleine bin, sitze/stehe ich IMMER direkt neben der (Singular!!) Rute, die Bremse ist fast zu, Nickerchen o. ä. absolut verboten. In der Regel fische ich mit einem Kumpel, dann kommen zwei Ruten zum Einsatz, wenn man einen gewissen Abstand zwischen den Ruten halten kann und der Winkel stimmt. Die Runs teilen wir zwischen uns auf. Die Drills sind extrem kurz, wir überrumpeln den Karpfen, weil er keine Möglichkeit hat Fahrt aufzunehmen.
Bei dichtem Kraut ist es aufgrund der Dehnung von monofiler Schnur schwierig, einen Fisch zu landen, der Kraut eingesammelt hat. Mit Geflochtener geht das deutlich besser, und man kann den Fisch eher davon abhalten, ins Kraut zu schießen (das geht nicht immer, aber mit Geflochtener bekomme ich den Fisch wieder frei. Wenn das Kraut so dicht ist, dass man Jesus-mäßig über den See laufen kann hilft nur ein Boot).
Hook pulls kenne ich dabei gar nicht. Das hängt zum einen mit der Größe der Fische und der Beschaffenheit ihres Mauls zusammen. Es gibt zwar Gewässer, in denen auch die größeren Karpfen weiche Mäuler haben. Meist sind die Mäuler der größeren Fische aber hart/zäh, vor allem im vorderen Bereich. Ganz wichtig ist außerdem die Hakenform: Je schmaler der Hakenbogen ist, desto mehr ist dieser mit Fleisch ausgefüllt. Da schlitzt dann nix mehr aus. Der Korda Longshank X in Größe 2 ist ein sehr guter Haken für diese Angelei.