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Die Shimano Lesath DX 270 ML am Wasser

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Die Shimano Lesath DX 270 ML am Wasser

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Angelspass

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Hallo zusammen,

Mittwoch bestellt und gestern kam sie dann, die Shimano Lesath DX 270 ML mit einem angegebenem Wurfgewicht von 7-21 Gramm.

Heute Mittag hatte ich ein kleines Zeitfenster um das gute Wetter zu nutzen und bin zum Vereinssee gefahren.

Hier nun meine ersten Eindrücke zu Shimanos neuen Rutenflaggschiff.

Eine kurze Vorgeschichte
Viele von Euch wissen es, ich angel gern mit Spoons und Blinkern, mag aber auch Hardbaits und Wobbler sehr gern. Dabei bewege ich mich hauptsächlich in Gewichtsbereichen von etwa 6 bis 22 Gramm, zumindest an den Binnengewässern wie dem Kanal oder unserem Vereinssee.
Unterhalb von 5 Gramm bin ich bestens versorgt, aber im Bereich von 6 bis 22 Gramm suchte ich lange Zeit nach einer passenden Rute mit 2,70 Länge, einfach um die erforderlichen Wurfweiten und die Spots weit draußen auch erreichen zu können.

Bei meinem letzten Trip nach Rügen hatten wir dann eine Lesath CX auf dem Boot, ich konnte sie zur Probe werfen und war sehr angetan.

Wieder zurück habe ich die Leerlaufzeit im Büro genutzt ausgiebig zu recherchieren und bin dann bei einem Händler auf die Lesath DX gestoßen, zum Preis von der CX. Da musste ich zuschlagen!

Die kleinen Dinge nebenbei
Eine Rute allein ist nicht alles, manchmal sind es Kleinigkeiten welche mir einfach Freude machen.
Diese Freude begann bei der Lesath schon beim auspacken. Genug blabla, jetzt erstmal ein paar Bilder:

Ein stabiles Transportrohr, darin kann man sie gut und sicher mit auf Reisen nehmen.


Das Futteral, auf der anderen Seite ist mit silbernem Garn "Lesath" aufgestickt. Sieht hübsch aus, leider ist das Foto nichts geworden. Ich gelobe Besserung!


Gerade ausgepackt, erstmal auf den Balkon und gucken. Ja, alles ist gerade, alle Ringe in der Flucht, der Kork hochwertig, die Carbonoptik schön, die Verarbeitung tadellos.

Der erste Tag am Wasser
Auf eine Lesath gehört -für mich- eine Stella. Leider ist meine Stella Fi im Moment auf einer Servicetour nach Holland, also kam die ältere Stella 2500 Fb dran, bespult mit Stroft GTP-E Typ 4 in wassergrau. Mit dieser Kombi bin ich heute zum Vereinssee gefahren, ein bissl werfen, mich an die Lesath gewöhnen, schauen wo das obere und das untere Limit liegen, die Sonne genießen, Spaß haben und für Euch ein paar Fotos machen. Schaut selbst:

lesath.jpgDer untere Teil, besonders die hohe Qualität vom Kork viel mir sofort auf.

rollensitz-stella-fb.JPG
Der Rollensitz, hier mit einer über 10 Jahre alten Stella 2500 FB. Geschraubt wird von vorne.

balance-stella-fb.JPG
Ganz schön windig war es über Mittag, aber hier könnt Ihr sehen das sie mit der 2500er Stella gut ausbalanciert ist.

balance-stella-fb-2.JPGEtwas weniger Wind, noch ein Balancefoto, ich hoffe Ihr könnt erkennen wo der Schwerpunkt liegt. Da der Foregrip der Lesath recht kurz ist passt das perfekt für meine Hände.
Mit einer deutlich leichteren Revo MGX Spin 20 ist sie leicht kopflastig, mit der schwereren Stella 4000 Fi leicht hecklastig. Die 4000er ist mir persönlich etwas "zu fett" für die Lesath ML, die 2500er bzw die Revo Spin 20 passen sehr gut. Echte Luxusprobleme...

lesath-verbindung.JPG
Die Verbindung von Ober und Unterteil, die Zierwicklungen, die Carbonoptik, alles nicht puristisch und clean sondern eher mit Liebe zum Detail gestaltet. Alle Zierelemente fügen sich in Form und Farbe sehr gut zu einer Einheit zusammen. Sie ist schon eine kleine Beauty-Queen, die Lesath, ein schöner Stern im Zeichen des Skorpion.

lesath-carbon-und-ring.jpg
Hier sieht man es nochmal, das hat was, ich mag es und es gefällt mir.

Endlich am Wasser
Ruten begucken, Bilder machen und darüber schreiben ist das eine, dafür wurde die Lesath aber nicht gebaut bzw beschafft.
Sie ist ein Werkzeug, ein schönes zwar, aber letzendlich besteht ihr Zweck darin Köder auf erforderliche Distanzen zu bringen und am Ende auch Fische zu fangen.

tageskoeder.JPG
Das war heute meine Köderauswahl, von oben nach unten:
- Crazy Fish Stitch in 6,5 Gramm
- DAM Effzett in 16 Gramm
- 4er Effzettspinner mit 6 Gramm Chebu und 4" Wobbleshad als Trailer
- DUO DC-9 Bullet
- Molix Tarpon
- 10cm Lieblingsköder am 14 Gramm Kopf

Los ging es mit dem Stitch. Die Wurfperformance der Lesath ist im unteren Bereich schon genial. Trotz der dicken Schnur und mit starkem Seitewind komme ich am See problemslos dahin wo im Frühjahr häufig die Forellen stehen, ganz ohne Gewaltwürfe.

Mit dem 16 Gramm Effzett "performt" die Lesath gigantisch gut, bei Gegenwind komme ich damit bis zur Mitte des Sees.

Auch der LK am 14 Gramm Kopf flog und flog, bei Gegenwind weiter als ich es dort jemals vorher geschafft habe, ebenso diese Spinner/Chebu/Trailer Kombi.

Aber so richtig geflasht war ich von der Wurfperformance bei den Hardbaits, dem DC-9 Bullet von DUO und dem Tarpon von Molix. Im direkten Vergleich zu meiner SS3 komme ich da gute 10-15 Meter weiter mit. OK, die SS3 hat eine "fast" Taper, den der Lesath würde ich irgendwo zwischen reg-fast und fast einordnen, außerdem haben ihre Ringe einen etwas größeren Innendurchmesser, da flutscht die Schnur wohl besser durch.

Bzgl Köderführung und Bodenradar gibt es nichts, wirklich gar nichts zu meckern. Die Hardbaits ließen sich bestens animieren, den LK konnte ich in kleinen und großen Sprüngen über den Grund des Sees hoppeln lassen, bei den Blinker und dem Teil mit dem Spinner kamen zu keiner Zeit Drillgefühle auf.

Die Lesath kann mehr, nach oben und nach unten. Zur Probe habe ich bei Windstille mal einen 5 Gramm Lenne von KeloFishing geworfen, das passt schon noch. Zum Abschluss des Angeltages kam noch ein 22 Gramm Effzett dran, das schafft sie problemlos.

Tja, dann war das Zeitfenster auch schon wieder zu, ich musste einpacken und heim fahren.

Was bleibt zurück von diesem ersten Tag mit der Lesath am Wasser?

Ich habe lange, wirklich lange nach ihr gesucht. Die Rute zwischen der 73ML2F Molla und der 2,70er 5-45 Gramm SS3. Die Flitsche welche die (Wurf-)Performance der Molla mit dem Kontrollgefühl der SS3 vereint, die es mir erlaubt auch leichtes Blech auf große Weiten zu befördern ohne schwabbelig, brettig, zu hart oder zu weich oder zu sonstwas zu sein, mit der ich vom 5 Gramm Blech über diverse Gummis bis zum highend Japan-Hardbait die ganze Köderpalette perfekt bedienen kann. Diese Suche hat nun ein Ende, die Lesath DX 270ML hält alles was Shimano in den Werbetexten versprochen hat.

Und ja, Fisch gabs auch, einen kleinen 60/70er Hecht, der kam bis zum Ufer hinter dem Tarpon her. Ich habe dann die Rolle aufgemacht, das iPhone rausgeholt und wollte das fotografieren, da packkte er sich den still stehenden Tarpon. Klar, der Anschlag ging ins Leere, schön anzuschauen war es trotzdem.

Mal sehen, vielleicht fahre ich morgen am späten Nachmittag nochmal zum See, dann nehme ich die Wathose mit und übe für die Meerforellensaison, ich werde die Sonne genießen, mich am Gesang der vielen Vögel am See erfreuen und darüber nachdenken wie die Lesath wohl mit der Stella Fi und anderen Schnüren performt.

Ich werde berichten, ganz sicher.

Danke fürs Lesen, viele Grüße und eine schöne Zeit am Wasser Euch allen.

André
 
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Angelspass

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Hallo zusammen,

schön das es Euch gefallen hat, vielen Dank.

Auf ans Wasser
Heute war ich wieder am See, aber zuvor gab es eine kleine Umbauaktion. Nichts wildes, die Stella FB kam runter und stattdessen habe ich eine ABU Revo MGX Spin 20 montiert, danach ging es direkt auf die Waage.

lesath-revo-waage.jpeg
Voll aufgetackelt mit Schnur und Rolle und Stahlvorfach plus zwei Haargummis sind 336 Gramm doch ganz schön wenig.
Auf der Revo ist 010er Shimano Kairiki und wie oben schon angekündigt wollte ich gern unterschiedliche Schnüre mal bzgl Wurfperformance testen. Das konnte ich einfach nicht abwarten.

Am See war "Ententeich" angesagt, kaum Wind, keine Wolken.
lesath-am-see.JPGJa, so kann man es aushalten, ein schöner Sonntag Nachmittag.

Die Revo ist um einiges leichter als die Stella FB, schaut Euch mal die Balance und den Schwerpunkt mit der Revo an.
lesath-mit-revo20.JPGEtwa eine halbe Fingerbreite weiter vorn als mit der Stella, das kann man bei einem Gesamtgewicht von 336 Gramm getrost vergessen meine ich. Und optisch passt das auch sehr gut. Schlank und schön, so mag ich es.

Das Werfen

Auf der Stella hatte ich GTP-E Typ 4, im Vergleich zur 010er Kairiki ist die relativ dick. Beim werfen habe ich das sofort gemerkt. Der Schnurbogen durch leichten Seitenwind war deutlich kleiner, die Wurfweiten gut 15-20% größer beim Stitch mit 6,5 Gramm.
Einen 16 Gramm Effzett kann ich aus dem Handgelenk rausfeuern und auch die 4" Noike Wobble Shads mit 6-8 Gramm Chebu fliegen ohne Ende.
Die Wurfeigenschaften der Lesath empfinde ich als unübertroffen bisher, das gilt für die Weite aber auch für die Präzision. Noch ein bissl Übung und ich kann auf 50 Meter ein DIN A4 Blatt mittig treffen. Naja, so fühle ich es zumindest, für mich setzt die Lesath da eine neue Bestmarke..

Bodenradar
Mit dem Wobbleshad und Chebu davor habe ich heute ordentlich gejiggt. Dank der dünnen Schnur war der Widerstand durch und der Bogen im Wasser recht gering, dementsprechend besser als gestern war die Erkennung von Grundkontakten. Das macht sie gut, die Lesath, obwohl sie keine reine Jigge ist, eher (gefühlt) die hochpräzise Freiwasserflitsche.

Bisserkennung
Oha! Das ich das in diesem Jahr noch erleben durfte!
Gegen Abend, etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang, versammeln sich Barsche und Hechte nahe dem Ufer und gehen an den Kanten auf Jagd. Die Kanten habe ich mit Stitch und Wobble Shad schön abgeangelt. 2" Barsche haben sich auf den 4" Wobble Shad gestürzt, echt ambitioniert die kleinen Halbstarken. Natürlich hätte ich auf 2" Wobble Shads wechseln können, ich wollte die kleinen aber nicht verangeln.
Das Gezuppel und Genuckel kommt ziemlich klar, hell und "crispy" im Handteil an. Auch Bisse in der Absinkphase kommen richtig schön durch und selbst als ich einem Barsch den halb verschluckten Wobble Shad aus dem Maul gezogen habe fühlte es sich an wie beim entkorken einer Flasche Wein, ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll.

Nach dem zweiten Tag
Was bleibt mir zu berichten, was gibt es zu schreiben, zu sagen?
Eine schöne, schlanke, leichte und präzise Beauty, leistungsstark und leistungswillig, Schnelligkeit und Kraft vereint zu einer harmonischen Einheit, ich bin ziemlich begeistert von ihr und es gibt nichts was ich vermisse und bin daher rundrum glücklich und zufrieden.
Mit dünner Schnur kommt sie um einiges besser als mit dickerer in Fahrt, die knapp 50 Gramm Gewichtsunterschied der Rollen machen sich quasi nicht bemerkbar, das untere Limit würde ich bei 5 Gramm ansiedeln, das obere bei etwa 23, je nach Art des Köders.
Der Wohlfühlbereich beginnt bei 6,5 Gramm und endet jenseits der 20, wie oben geschrieben auch abhängig von der Art des Köders und der Schnur.

Zum Abschluss
Am Ende des Angeltages konnten wir im Licht der untergehenden Sonne noch einen kleinen Hecht und unzählige kleine Barsche direkt vor unseren Füßen beobachten, ein Knäul aus Fisch welches versucht einen dreimal so großen Wobble Shad zu verspeisen.

Ich liebe dieses Schauspiel, freue mich jedes Mal darüber und nehme diese Bilder gern mit nach Hause, bis zum nächsten Angeltag an unserem Vereinssee.

Danke fürs Lesen und für Euer Interesse,
viele Grüße

André
 
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Angelspass

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Hallo zusammen,

nochmals vielen Dank!

Das Futteral
Die Vorderseite vom Futteral musste ich noch nachreichen, so schaut sie aus.
lesath-futteral-vorn.jpg

Mittagspause
Die Mittagszeit und den damit verbundenen Leerlauf im Büro möchte ich heute nutzen einige Fragen, welche per whatsapp und Email gekommen sind, zu beantworten.
Natürlich habe ich auch ein wenig Materialpflege gemacht und nebenbei die Lesath mit einer ABU Revo MGX Spin 30 bestückt, so werde ich sie das nächste Mal ans Wasser ausführen.

lesath-revo-mgx-spin-30.JPGDie Revo MGX Spin 30 ist hier mit Falcon Silk 18T mit rund 11 Kg Tragkraft bespult, normalerweise mein Hornfisch-Setup. Aber die Kombi wird sicherlich so auch für schnell geführte Oberflächenköder, zum Beispiel Stickbaits und Spökets, zum Einsatz kommen. Ein Balance-Foto reiche ich dann gerne nach.

Haargummis
Irgendwie scheint das zu etwas Verwirrung geführt haben, zumindest kam die Frage: "André, was machst Du mit Haargummis?"
Das ist sehr einfach zu beantworten, schaut selbst:
lesath-haargummi-oben.JPG
Drei Mal um das obere Ende vom Unterteil gewickelt und den Spitzenring durchgeschoben, fertig.

lesath-haargummi-unten.JPG
Zwei Mal um das Endstück vom Unterteil gewickelt, einmal übers Oberteil, fertig.

Haargummis sind billig, acht Stück einen Euro oder so, da ist kein Metall dran was kratzen könnte, sie sitzen unten sehr straff und oben schön locker und lassen sich einfach anbringen, nicht so störrisch wie Neoprenbänder.
Wenn ich die Rute so abstelle kommt kein Dreck ins Oberteil, oben rum sitzt die Spitze sicher aber nicht stramm, im Auto klappert nichts. Ich kriege immer 'ne Krise wenn beim Fahren die Blankteile aufeinander rumklappern, das kann ich gar nicht haben.

Fast noch wichtiger, der Vorrat an Haargummis wird automatisch und ohne eigenes Zutun meinerseits regelmäßig wieder aufgefüllt. Wie geht das? Ich versuche es mal so zu erklären, passierte am Sonntag, morgens früh.
"André? Aaaaandré? SCHATZ!"
"Jaaa...?"
"Hast Du meine Haargummis gesehen?"
"Nein. Warum?"
"SICHER?"
"JA! Aber warum fragst Du?"
"Hatte mir neue gekauft und finde die nicht!"
"Seltsam..., das kann ich mir auch nicht erklären..."
Nun, sie liest ja nicht mit...

Vier Mal Angelspass
Ebenfalls kam die Frage nach Blankdurchmesser, wie dick, wie dünn, wie im Vergleich usw. Die Existenz und der Zweck einer Schieblehre sind mir zwar bekannt, aber es war gerade keine mit Digitalanzeige zur Hand also müssen Näherungswerte und ein Foto reichen. Mit den analogen Dingern kann ich halt nicht richtig umgehen, also alle Werte bitte unter Vorbehalt!

angelspass-mal-vier.JPG
Von links nach rechts:
- Die Evergreen Kaleido Serpenti TKSS-63MLST The "Sight Hawk"
- Die Palms Molla 73ML2F
- Die Shimano Lesath DX 270 ML
- Die SS3 in 2,70 und einem WG von 5-40 Gramm gebaut von Christian Weckesser

Ihr könnt vielleicht erkennen das der Blank der Molla (ca 11,5 mm) etwas dicker als der Blank der Lesath (ca 10,5 mm) ist, Lesath und Serpenti (ca 10 mm) sind in etwas gleich, die SS3 trägt mit rund 12,5-13 mm schon ein bissl mehr auf. Sorry, genauer messen kann ich das nicht. Den Durchmesser der Rutenspitzen habe ich nicht gemessen. Das hole ich nach, irgendwann, wenn ich die Schieblehre mit Digitalanzeige wiedergefunden habe.

Das Wissen ist immer ein Kind von Erfahrung und Erkenntnis
Den Titel dieses Beitrages habe ich jetzt auch geändert. Bitte beachtet dennoch das ich -Stand heute- erst zwei Tage mit ihr am Wasser war. Für ein ausgiebiges Review reicht das meiner Ansicht nach nicht, die Erfahrung fehlt mir zur Lesath noch.

Wie verhält sie sich im Drill? Wie bei Barsch, Hecht und Forellen? Wie werde ich den Anschlag setzen müssen? Wie fischt sie sich mit einer Stella, einer Exist, wie mit Stroft, Kairiki oder anderen Schnüren? So viele Fragen...

Die Zeit am Wasser wird mir die Antworten bringen, da bin ich sicher.
Und ich werde berichten, ganz sicher.

Viele Grüße und danke fürs Lesen.

André
 
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K

Khx

Gast
Moin, sehr cooles Review zur Lesath dx. Dankeschön für die ganze Mühe, die du Dir gemacht hast und fůr zwei Tage Test war das doch sehr ausführlich.

Tja, und Haargummis finden schon manchmal den Weg ins unergründliche Nirgendwo.:tonguewink:
 

Walstipper

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Moin André,

würdest du die MGX 20 als zu schwach für die Rute beurteilen? Also auch merkbar schwächer als vergleichbare 2500er Shimano und 2506er Daiwa?
 

Angelspass

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würdest du die MGX 20 als zu schwach für die Rute beurteilen? Also auch merkbar schwächer als vergleichbare 2500er Shimano und 2506er Daiwa?
Hallo,

kurze Antwort:
Nein, auf keinen Fall, zumindest was vergleichbare Rollen der 2500er Größe von Shimano betrifft meine ich persönlich das die ABU Revo MGX Spin 20 denen in Sachen Robustheit deutlich überlegen ist, allerdings auf Kosten der Laufkultur.
Und von der Größe her passt die 20er Revo sehr gut finde ich.
Was DAIWA Rollen betrifft kann ich noch nichts zu sagen, ich habe einfach keine. Noch nicht, laut Tracking kommt gleich um 11:38 DPD mit einer 3012er Exist. :) :) :)

Längere Antwort:
Was mich bei den Shimanos so skeptisch macht ist die Tatsache das ab Stradic aufwärts diese SLRs mit fest verbauten Kugellagern drin sind.
Wenn man wie ich gerne druckvolle Blinker, z.B. 22 Gramm oder 30 Gramm Effzett, oder >4 Meppse fischt erzeugen die Köder beim schnellen einholen einen dermaßen hohen Druck welcher primär vom SLR abgefangen wird. Über kurz oder lang bedeutet das erhöhten Verschleiß an den Lagern.
Und da die Shimanos "wartungsfrei" sind stehe ich häufig am Wasser und darf einpacken, heimfahren und SLR welchseln. Bei den ABUS ist das total einfach, man braucht halt einen Imbussschlüssel, tränkt die offenen Lager einmal kräftig mit Öl und das Thema ist für eine ganze Saison erledigt.

Fallunterscheidung, ganz wichtig!
Fischt man aber wenig druckvolle Köder wie Gummis oder Hardbaits oder <= 16 Gramm Effzett oder Kelospoons oder Tobys kommt das Problem gar nicht zum Tragen, da bevorzuge ich in jedem Fall die Shimanos weil sie einfach so schön laufen, die Stella Fi ist immer noch absolut ungeschlagen für mich was das angeht. Wie ein Rolls oder Bentley.

Es hat also gar nichts mit der Rute/Rolle Kombi zu tun sondern mit den Ködern und dem Druck den diese im Wasser machen zu tun.

Auf die Lesath DX 270 ML würde ich:
- Bei Spoons, Blinkern unter 16 Gramm, Gummis mit <=14 Gramm Kopf und schlanken Hardbaits immer Stella, Vanquish, TP oder Stradic der 2500er oder 3000er Größe fischen, 4000er sind mir zu fett und damit wäre auch das SLR-Problem nicht gelöst
- Bei >4er Spinnern, Blinker über 16 Gramm und druckvollen Cranks eine ABU Revo MGX Spin 20 oder 30 (weil die gut laufen und leicht sind)
- Bei Spökets >= 18 Gramm, schnell zu führenden Oberflächenködern, dickeren Hardbaits usw die ABU Revo MGX Spin 30 oder die 3012er Exist (kann ich noch nix zu sagen, ich warte auf DPD, dann werde ich sie am WE fischen und hier ein paar Klöpse dazu loslassen)
- Im Salzwassereinsatz z.B. auf Hornfisch oder Makrele, wenn ich quasi die gesamte Köderpallette die von der Lesath DX bedient werden kann, also rund 6 bis 22 Gramm, werde ich meine 15 Jahre alte Ryobi Zauber nutzen, unkaputtbar das Ding, läuft gut ist aber mit über 300 Gramm auch schwer.

Hilft diese Einschätzung?

Gruß

André
 
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Angelspass

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Hallo zusammen,

endlich, über eine Woche ohne sie, ich hatte schon Entzugserscheinungen, das ist nun vorbei!

Kurz am Wasser

Ich war nach einem Kundentermin am Kanal und habe genau zwei Würfe mit der Lesath DX und der ABU Revo MGX Spin 30 machen können. Auch mit der MGX Spin 30 und der Falcon Silk 18T drauf macht die Lesath eine hervorragende Figur. Die Spin 30 ist keinesfalls zu groß oder klobig an der Lesath, das passt schon ganz gut. Ich denke auch das Dank des größeren Spulendurchmessers im Vergleich zur MGX Spin 20 noch bessere Wurfweiten drin sind bei identischer Schnur. Aber das konnte ich nicht mehr testen.
Ich hatte gerade zum dritten Wurf angesetzt als das Telefon bimmelte. Der Tackledealer meines Vertrauens war dran und fragte wann ich vorbei kommen könne, die Stella sei wieder da.

Die Lesath DX und die Stella Fi 2500

Heute kam sie aus dem Service zurück, schön gewartet und mit neuen SLR. Die Königin der Spinnrollen ist wieder da. Meine Stella Fi 2500 hat den ihr zugedachten Platz auf der Lesath DX eingenommen. Schaut selbst:
lesath-dx-stella-Fi-2500.JPG
Die perfekte Balance, so finde ich es optimal!

lesath-dx-stella-fi-2500-waage.JPG
Zwei Beauty-Queens auf der Waage, 378 Gramm zusammen.

Auf die Stella habe ich 150 Meter 015er Kairiki spulen lassen, bissl Mono als Unterfütterung.

Die Optik, wie füreinander gemacht!
Ich finde es komplett unwichtig wenn man es rein funktional betrachtet. Doch ich mag einfach schöne Dinge und habe einen Hang zu "schöner ästhetischer Technik", da stehe ich einfach drauf. Und wenn Dinge auch optisch zusammen passen erfreut das einfach mein Auge.
Meine persönliche Meinung nur, die sicherlich niemand teilen muss, egal.

Eine Stella auf einer Lesath ist so ein Zusammenschluss aus zwei Dingen die irgendwie wie füreinander gemacht zu sein scheinen. Zwar sind das Design der Stella Fi und das der CX Serie der Lesath komplett aufeinander abgestimmt, aber zur DX passt sie ebenfalls. Ich zumindest konnte mich eine ganze Zeit erstmal gar nicht sattgucken.

Spinnerei und Unsinn? Mag sein, nachdem ich mich wieder gefangen habe bin ich nochmal für zwei Würfe kurz ans Wasser, danach musste ich ins Büro zurück.

So gut wie die Lesath DX und die Stella Fi optisch harmonieren, so gut harmonieren sie auch am Wasser. Nichts, rein gar nichts mir bekanntes auf dem Stationärrollenmarkt kommt an diese Laufkultur der Stella Fi's ran. Und auf der schlanken Lesath fühlt die sich nochmal einen Tick -schöner/smoother/ruhiger/sanfter/komfortabler/wasweißichnochalles- besser an als auf der SS3.

Mal sehen ob Shimano 2018 eine neue Stella rausbringt, so wurde es mir zugetragen. Bisher war im Bereich der Spinnruten die SS3 mit der Stella Fi die Referenzkombi, nun ist es die Lesath DX mit der der Stella Fi.

Um es vorweg zu nehmen, auf die SS3 kommt die recht große Exist 3012H, für mich die Kronprinzessin unter den Spinnrollen. Danach kommt sofort die Vanquish, danach erstmal lange nichts. Warum? Das kommt sicher irgendwann mal in einem anderen Beitrag, in einem direkten Vergleich.

Oberklasse? Nein, Luxusklasse!
Leider teuer, keine Frage, aber schön. Und geil. Einfach perfekt.

Danke fürs Lesen und viele Grüße

André
 
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Walstipper

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Hilft diese Einschätzung?

Gruß

André
Besten Dank für die detaillierte Antwort!

Dass die 20er MGX tatsächlich gefühlt besser Kraft auf die druckvollen Köder bringt als ne 2500er Shimano, damit hätte ich nicht gerechnet. Vorallem weil die auch hochübersetzt ist. Mit "Kraft auf den Köder bringen" meine ich auch schnelles Anstarten beim Faulenzen, was ja auch einem Widerstand gleich kommt. Sehe ich daher ähnlich. Hängt dann aber auch von der Rotormasse ab, weil hier beschleunigt wird anstatt gleichbleibend durch gekurbelt.

Ich fisch ne Daiwa Theory 17 2506H, welche imho vergleichbar kräftig wie die alte Technium MgS 2500 daher kommt, müsste ich aber nochmal testen. Die Daiwa ist mit 3kg Drag angegeben, die Stella Fi 2500 mit dem dreifachen!
Wenn die 176g leichte MGX 20 sich bezüglich der Power mit denen messen kann, hätte ich die Rolle früher auf dem Schirm gehabt.
 

Angelspass

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Guten Morgen!

Dass die 20er MGX tatsächlich gefühlt besser Kraft auf die druckvollen Köder bringt als ne 2500er Shimano, damit hätte ich nicht gerechnet. Vorallem weil die auch hochübersetzt ist.
Gerade weil sie höher übersetzt ist, meine ich. Das konnte ich gestern kurz am Kanal testen mit der Revo MGX Spin 30 auf der Lesath. Und oben habe ich ja schon etwas über Gummis an der Lesath geschrieben, "in kleinen und großen Sprüngen über den Boden hoppeln lassen" oder so.

Das mache ich an der Lesath mehr über die Rolle als über die Rute, einfach weil der Blank so schön steif bleibt dabei. Im Ergebnis heißt das die Rute zeigt Richtung Köder, nahezu die gesamte Animation erfolgt über die Rolle. Das geht meiner Ansicht nach nur wenn:
1. Der Blank in dieser Situation steif und formstabil bleibt, das macht er bei der Lesath
2. Die Rolle schnell genug ist und
3. stabil genug und
4. die Rotorteile formstabil und verwindungsfrei

Optimal finde ich es wenn 1. - 4. komplett gegeben sind, das ergibt das direkteste und unmittelbarste Ködergefühl.

Fällt 1. weg muss ich über die Rute animieren, keine Frage, das kann die Lesath auch und sowieso, weil 1. hier gegeben ist, der Blank ist perfekt und brilliert in dieser Disziplin!

2.-4. kann die 30er MGX sogar noch besser, da sie sehr stabil gebaut ist, trotz der Leichtbausweise und des angenehm geringen Gewichtes. Bei den Shimanos mit Ci4 Rotorteilen gibt die Seite an der das SLR befestigt ist (da ist so eine Art Bügelhalter, Teil Nummer 16435 bei der Stella Fi 2500), das gibt bei Druck nach, es federt Richtung Spule, das schluckt etwas vom feeling.
Bei der Stradic FK z.B. ist das aus ALU und deutlich formstabiler, bei den Revos ist das auch steifer als bei den Stellas.

Um das alles wieder ein bissl zu relativieren, wir bewegen uns hier im absolutem Grenzbereich, irgendwo zwischen 99% und 100% von Perfektion! Da geht es nur noch um extremes Feintuning.
Mit der perfektesten und formstabilsten Rolle und den "Überblanks" der Lesath oder SS3 kann man nicht die Nachteile von zu dicker oder dehnbarer Schnur ausgleichen, nur als Beispiel.

Gruß

André
 

Marc@BA

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Guten Morgen!


Gerade weil sie höher übersetzt ist, meine ich. Das konnte ich gestern kurz am Kanal testen mit der Revo MGX Spin 30 auf der Lesath. Und oben habe ich ja schon etwas über Gummis an der Lesath geschrieben, "in kleinen und großen Sprüngen über den Boden hoppeln lassen" oder so.

Das mache ich an der Lesath mehr über die Rolle als über die Rute, einfach weil der Blank so schön steif bleibt dabei. Im Ergebnis heißt das die Rute zeigt Richtung Köder, nahezu die gesamte Animation erfolgt über die Rolle. Das geht meiner Ansicht nach nur wenn:
1. Der Blank in dieser Situation steif und formstabil bleibt, das macht er bei der Lesath
2. Die Rolle schnell genug ist und
3. stabil genug und
4. die Rotorteile formstabil und verwindungsfrei

Optimal finde ich es wenn 1. - 4. komplett gegeben sind, das ergibt das direkteste und unmittelbarste Ködergefühl.

Fällt 1. weg muss ich über die Rute animieren, keine Frage, das kann die Lesath auch und sowieso, weil 1. hier gegeben ist, der Blank ist perfekt und brilliert in dieser Disziplin!

2.-4. kann die 30er MGX sogar noch besser, da sie sehr stabil gebaut ist, trotz der Leichtbausweise und des angenehm geringen Gewichtes. Bei den Shimanos mit Ci4 Rotorteilen gibt die Seite an der das SLR befestigt ist (da ist so eine Art Bügelhalter, Teil Nummer 16435 bei der Stella Fi 2500), das gibt bei Druck nach, es federt Richtung Spule, das schluckt etwas vom feeling.
Bei der Stradic FK z.B. ist das aus ALU und deutlich formstabiler, bei den Revos ist das auch steifer als bei den Stellas.

Um das alles wieder ein bissl zu relativieren, wir bewegen uns hier im absolutem Grenzbereich, irgendwo zwischen 99% und 100% von Perfektion! Da geht es nur noch um extremes Feintuning.
Mit der perfektesten und formstabilsten Rolle und den "Überblanks" der Lesath oder SS3 kann man nicht die Nachteile von zu dicker oder dehnbarer Schnur ausgleichen, nur als Beispiel.

Gruß

André
Faulenzen kann man prinzipiell immer - egal was die Rute für eine Aktion hat. Hauptentscheidend ist ja, wie richtig erkannt und gesagt, der Schnureinzug bei Kurbelumdrehung der Rolle. Ruten ohne sensible Tip, bei denen die Spitze bei der Köderführung nicht sonderlich einknickt, wird ja von vielen gerne zum Jiggen hergenommen (Animation über Rute und Rolle), eben gerade weil das Anstarten des Köders nicht über eine weiche Spitze gepuffert wird.
 

Walstipper

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Guten Morgen!


Gerade weil sie höher übersetzt ist, meine ich. Das konnte ich gestern kurz am Kanal testen mit der Revo MGX Spin 30 auf der Lesath. Und oben habe ich ja schon etwas über Gummis an der Lesath geschrieben, "in kleinen und großen Sprüngen über den Boden hoppeln lassen" oder so.
Nochmal: Mir ging es hier um die leichtere 20er MGX. Die 30er MGX liegt vom Gewicht her über den leichten 2506er Daiwas.
Mit Kraft auf den Köder bringen ist gemeint, ob ich stark oder schwach kurbeln muss, um den Köder zu bewegen. Es ist physikalisch erstmal unmöglich mit dem gleichen Rollenkonstrukt bei einer höheren Übersetzung leichter Kraft auf den Köder zu bekommen als bei einer niedrigen Übersetzung, ganz normales Hebelgesetz. Entweder muss ich stark ins Rad treten und mache dafür viel Weg, oder ich kann leicht ins Rad treten und mache dafür wenig Weg.

Faulenzen kann man prinzipiell immer - egal was die Rute für eine Aktion hat. Hauptentscheidend ist ja, wie richtig erkannt und gesagt, der Schnureinzug bei Kurbelumdrehung der Rolle. Ruten ohne sensible Tip, bei denen die Spitze bei der Köderführung nicht sonderlich einknickt, wird ja von vielen gerne zum Jiggen hergenommen (Animation über Rute und Rolle), eben gerade weil das Anstarten des Köders nicht über eine weiche Spitze gepuffert wird.
Den Hookset hast du aber immernoch auf einen Einzelhaken zu bekommen, und der macht sich immer besser bei schnellen Tapern. Beim Jiggen ist es ne Präferenz: Soll sich eher die Spitze einbiegen und dann Brett zur Führung kommen (fast-taper), oder soll die Spitze fester sein und die Rute bereits bei der Köderführung leicht nach hinten arbeiten (regular bis slow taper). Da gibts ja bei langen Ruten verschiedene Geschmäcker.
Was den Hookset angeht, machens 98% der Welt so, dass ein Fast-Taper Einzelhaken besser setzt, während sich Fische bei Drillingen eher selbst einhängen, und dann besser abgepuffert werden sollen (regular bis slow-taper). Und das zurecht, merkst du bei kurzen Ruten deutlich. Ich kann mich an einen Angeltag erinnern, wo mir ein Regular-Taper bei guter Bissfrequenz den ganzen Tag zerschossen hat, weil ich kaum was gehakt bekam. Das war dann der Punkt, die nie wieder für Jigs und Rigs zu benutzen.
Ich denke aber auch, dass sich Angler aufs Taper und den Hookset einstellen kann, ob das dann optimal ist, is ne andere Frage.

Ich kann weder der Köderführung, noch dem Hookset bei durchgehenden Aktionen etwas abgewinnen (Jigs --> Einzelhaken). Die "haken", oder besser gesagt "einhängen" mit Drillingen dafür einfach besser und puffern dann auch gut. Macht für mich bei Jigs und Rigs keinen Sinn.
 

Angelspass

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Nochmal: Mir ging es hier um die leichtere 20er MGX.
Ja, schon klar...

Die 30er MGX liegt vom Gewicht her über den leichten 2506er Daiwas.
Echt? Revo MGX Spin 30 193 Gramm, Luvias 250* ab 200 Gramm, 16er Certate in 250* ab 240 Gramm, Theory bei 190 soweit ich weiß.

Es ist physikalisch erstmal unmöglich mit dem gleichen Rollenkonstrukt bei einer höheren Übersetzung leichter Kraft auf den Köder zu bekommen als bei einer niedrigen Übersetzung, ganz normales Hebelgesetz
Genau, Hebelgesetz. Und die Kurbel der Spin 30 ist sogar noch etwas länger die der 20. Aus diesem Grunde komme ich auf der Lesath DX -und um die geht es hier- mit der 30er besser zurecht.

Den direkten Vergleich habe ich nur bei meinen 2000er Vanquish auf der Serpenti, einmal 2000S und einmal 2000HGS. Da merkt man in der Kurbelhand keinerlei Unterschied, wirklich NULL.

Eine hoch übersetzte Stella Fi 2500 HGSFI werde ich sicherlich auch mal an der Lesath testen, aus meiner bisherigen Erfahrung mit der HGSFI an der SS3 gibt es aber auch hier keinerlei signifikante Unterschiede.

Fragen zur Lesath? Immer gern! Einfach hier posten bitte. Für hoch oder niedrig übersetzte Rollen gibt es ein eigenes Thema glaube ich.

Gruß

André
 
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Walstipper

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Ja, schon klar...


Echt? Revo MGX Spin 30 193 Gramm, Luvias 250* ab 200 Gramm, 16er Certate in 250* ab 240 Gramm.


Genau, Hebelgesetz. Und die Kurbel der Spin 30 ist sogar noch etwas länger die der 20. Aus diesem Grunde komme ich auf der Lesath DX -und um die geht es hier- mit der 30er besser zurecht.
Ein längeres, aber dann schweres Handle würde etwas bringen. Gemeint war aber der Hebel des Maingears. Hat dies einen größeren Durchmesser (dreht schneller außen) --> weniger Kraft, dafür schnellere Umdrehung. Kleines Gear, dreht langsamer außen, macht mehr Kraft, langsamere Umdrehung. Genau wie beim Fahrrad :)
Bei der MGX kanns natürlich an einer ganz anderen Konstruktion liegen, dass die das leichter schafft als ne vergleichbare Shimano oder Daiwa.

Die leichteren Daiwas sind zumindest die Theory 17 und die Exist (2012er).
 

Angelspass

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Hallo,

nachdem ich die Lesath gestern erfolgreich einweihen konnte schreibe ich heute mal wieder etwas über sie.

Traumkombi

Mit der Stella 2500Fi und 015er Kairiki gepaart ist die Lesath DX 270 ml eine echte Traumkombi, da passt alles perfekt zusammen, Tackle-Harmonie pur.

Wurfperformance
Ich finde es erstaunlich, verwunderlich und bin positiv überrascht wie weit das mögliche Gewicht nach unten abweicht. 5 Gramm Lenne Spoons und 3" Wobble Shads mit 3 bzw 4 Gramm Chebu davor lassen sich noch immer prima werfen, auch wenn die Aufladung nicht mehr so grandios ist wie bei Ködern ab 6/7 Gramm.
Mir ist egal was auf dem Blank oder in den technischen Daten steht, die Lesath kann nach unten 2 Gramm weniger als angegeben.

Bodenerkennung
In den ruhigen Bereichen, d.h. dort wo wenig Strömung war, reichte ein 4 Gramm Cheburaschka mit einem 3" Noike Wobble Shad vollkommen aus um auch bei rund 4 Meter Wassertiefe die Spitze der Lesath auf Spannung zu ziehen. Nur ganz eben, nur ein kleines bisschen zwar, aber das reichte aus. Sobald der Köder auf dem Grund auftrifft geht ein kleines "Pock" durch die Rute und signalisiert den Grundkontakt, einfach durch die Entspannung des Blanks..
Die Deutlichkeit dieses "Pocks" nimmt mit zunehmendem Kopfgewicht quasi exponentiell zu, d.h. mit 6 Gramm Kopf kam ich in der Strömung schon gut klar, mit 8 Gramm Kopf konnte ich auch auf Distanz die Bodenbeschaffenheit und alles weitere erfühlen, mühelos.

Bisserkennung
Einfach grandios, total genial wie die Lesath das rüberbringt. Der Blank reagiert sehr sensibel auf "Spannungsschwankungen" und überträgt diese sehr direkt bis direkt ins Handteil bzw den Rollenhalter.
Damit meine ich beide Richtungen, wenn der Fisch den Köder schnappt und wegschwimmt -die Schnur spannt sich- oder wenn er auf mich zu kommt und die Schnur plötzlich erschlafft.
Bei Bodenradar und Bisserkennung geht mit der Lesath wirklich sehr viel über das reine feeling.

Drillverhalten

Ich mag es hart und straff bei der Köderführung, möchte aber im Drill genug Federweg und eine langsam ansteigende "Kraftkurve" haben.
Im Ergebnis bedeutet das solange ich am jiggen, kurbeln oder wobbeln bin will ich eine harte Rute, sobald ein Fisch anbeißt eine weiche mit adaptiver Dämpfung, diese soll mit zunehmender Kraft am anderen Ende aber härter werden.
Einen Anschlag bekomme ich mit der Lesath einfach super durch, ich habe in den meisten Fällen die Rute nur von 09:00 auf etwa 11:00 Uhr angehoben und der Haken saß.
Bei kleineren Barschen arbeitete der Blank vor allem die obere Hälfte des Spitzenteils, sofort schön mit, bei der Grundel auch, das heißt auch "Kleinfisch" macht schon Bock an ihr.
Bei den größeren Barschen biegt sich das Spitzenteil mit zunehmender Kraft bis weiter nach unten Richtung Handteil, das heißt die Dämpfung setzt sich langsam und harmonisch bis ins obere Drittel des Handteils fort.

Da kann kommen was will, die Lesath hat Kraftreserven ohne Ende, sie verhält sich unglaublich geschmeidig im Drill und verliert dabei nie ihre Direktheit, sie wird nicht "rappelig" und ein Grenzbereich ist in dieser Klasse für mich noch nichtmal in Ansätzen erkennbar.

@Shimano: Well done, 12 von 10 Punkten gibt es für die Lesath von mir! Einer extra für den schlanken Blank, einer extra für das erweiterte WG nach unten, eine wahre Alleskönnerin.

Danke fürs Lesen und einen schönen Feiertag

André
 

grobi62

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Das ist mal ein richtig guter Bericht. Sehr anschaulich und ausführlich geschrieben, da bleibt keine Frage offen.
Ich bin ja kein Fan von Shimano Ruten, aber diese werde ich mir mal genauer anschauen.
Gruß Bernd
 

Angelspass

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Das ist mal ein richtig guter Bericht. Sehr anschaulich und ausführlich geschrieben, da bleibt keine Frage offen.
Das geht mir ja runter wie Butter! Vielen Dank Bernd!

Meine Frau meinte heute ich solle mal aufräumen. Habe ich gemacht, ich bin ja ein folgsamer Ehemann.

Morgen geht es wieder ans Wasser, also habe ich mal Ordnung in die Tackle Boxen gebracht. Sie meinte das zwar anders glaube ich, aber dafür steht das Köderprogramm welches die Lesath morgen bedienen muss.

Schaut selbt:
LK-und-Rapala.JPG
Bissl Lieblingsköder und Rapala Hardbaits, der Deep Tail Dancer gehört zu meinen absoluten Lieblingen!

LK-75mm.JPG
7,5 cm Lieblingsköder in sexy Farben. Firetiger und Wasabi brachten mit 2016 die besten Barsche im Vereinstümpel. 6, 8 und 19 Gramm Köpfe habe ich dabei, die passenden von LK, machen einen sehr guten Eindruck. Stoff für ein neues Thema vielleicht...?

Bunte-Box.JPGDie bunte Box, einmal Rapala und Doiyo für die "positive vibrations" (für die jüngeren, so heißt ein Stück von Bob Marley), darunter die "immer dabei Box" mit Noike Wobble Shads in 3" und 4", Crazy Fish Stitch und 3er Mepps Longcast, Chebus und Haken als Ersatz.

Ich bin gespannt was davon morgen läuft und werde berichten.

Gruß

André
 
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Khx

Gast
Das kann nur gut werden, viel Spaß morgen. Ich hatte heute abend in der Dämmerung zwei Hechte und ein Barsch, nichts überragend großes, aber die Drills waren schonmal wieder geil. Und ganz klassisch auf Wobbler.
 

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