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Bleifreie Jigs selber bauen

Dieses Thema im Forum "Barsch-Alarm-Werkstatt" wurde erstellt von Buschwiesel, 2. Januar 2016.

  1. Stahljigger

    Stahljigger Twitch-Titan

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    Danke für deine Richtigstellung.

    Du schreibst, dass die Gefahr bei Schiffen vom Korrosionsschutz ausgeht. D.h. aber eben nicht vom Stahl bzw. Eisen selbst.

    Bei den Stahljigs verwende ich keinen Korrosionsschutz, weil ich möchte ja genau, dass abgerissene Kugeln möglichst rasch ungiftig wieder aus dem Gewässer verschwinden.
    Ich wiederhole meine Frage aus einem anderen Posting: Weiß jemand wie das bei Zamak aussieht?

    Noch zu den etwas verwirrenden Begriffen 'Eisen' und 'Stahl'. Soweit ich verstehe, ist Eisen das chemische Element, aus dem jeder Stahl zum Großteil besteht. Alle eisenhaltigen Produkte, mit denen wir zu tun haben, sind aber aus Stahl, weil bei der Erzeugung des Rohstoffes im Hochofen Kohlenstoff zum Eisen dazukommt und das Produkt nennt man dann eben Stahl. Ev. kommen auch noch weitere Stoffe wie Chrom dazu, dann handelt es sich um Stahllegierungen. Aber Fachleute können das bestimmt viel besser erklären. Also ist auch die Bezeichnung Stahljig (und nicht Eisenjig) korrekt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2019
  2. egggerm

    egggerm Dr. Jerkl & Mr. Bait Gesperrt

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    Zamak ist eine Legierung aus Zink, Aluminium, Magnesium und Kupfer. Daraus werden Matchbox Autos gespritzt, da haben Generationen von Kindern dran rumgesabbert. Kannste dir bedenkenlos in den Smoothie pürieren.
     
  3. Stahljigger

    Stahljigger Twitch-Titan

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    Danke für die Infos.
    Ich wäre da ein bißchen vorsichtiger. Zitat aus Artikel auf br.de: "Zu viel Aluminium schadet der Gesundheit. Viele Tierversuche zeigen: Lebewesen vertragen zu viel Aluminium überhaupt nicht. In saurem Regen zum Beispiel ist Aluminium gelöst. Fische sterben daran, weil das Metall ihre Kiemen zerstört." Genaue Quelle: https://www.br.de/themen/wissen/aluminium-gefaehrlich-gesundheit-100.html

    Meine Frage bezog sich auch darauf, in welchem Zeitraum abgerissene Zamak-Köpfe ungiftig aus dem Gewässer verschwinden. Ob das ähnlich ist wie bei Stahlköpfen, die verrosten oder ob sie dort sehr lange herumliegen, weil sie nur sehr langsam korrodieren. Vielleicht weiß hier jemand was.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2019
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  4. Stahljigger

    Stahljigger Twitch-Titan

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    Ich habe jetzt bei einem Anbieter von Zamak-Jigs nachgefragt. Seine Antwort: Er kann leider nicht sagen, ob und wann sich Zamak-Jigs im Wasser auflösen.

    Es ist wie befürchtet: Es wird ein Material als gute Alternative zum giftigen Blei verkauft, von dem nicht einmal der Anbieter weiß, was nach dem Abriss in den Gewässern damit passiert.

    Habe vor kurzem zudem einen ‚Spiegel‘-Artikel gelesen, dass auch Kupfer, das in Zamak enthalten ist, bei bestimmten Wasserzusammensetzungen problematisch ist. Siehe http://www.spiegel.de/gesundheit/er...wie-gefaehrlich-sind-bleirohre-a-1001044.html.

    Es ist immer das gleiche: Ich kann als Laie die Dinge nicht wirklich beurteilen.

    Da bleibe ich lieber bei meinen Stahljigs, da weiß ich auch als Laie woran ich bin. Denn es befinden sich schon über viele Jahrzehnte unzählige Tonnen von Stahl in den Gewässern, ohne dass man deswegen von Gesundheitsbedenken durch Stahl gehört hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. März 2019
  5. Sir Saturday

    Sir Saturday Master-Caster

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    Roheisen ist laut Wikipedia (siehe zweiter Absatz der Einleitung) i. d. R. verunreinigt, durch geringe Prozentanteile von Silicium, Mangan, Schwefel, Phosphor.

    Wieviel ist davon später noch in den verarbeiteten Stahlkugeln enthalten?

    Bitte versteht die Frage nicht falsch: Ich bin total für die Verwendung bestimmter Bleiersatzstoffe wie Eisen / Stahl, Zinn, Zamak, ... . Für unsere Gewässer und uns beim Hantieren ist das sicherlich besser als Blei – schon weil Blei als solches giftig ist. Mir geht es hiermit lediglich darum zu verdeutlichen, wie vorsichtig wir eigentlich mit dem Prädikat "unbedenklich" umgehen sollten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. März 2019
  6. wollebre

    wollebre Echo-Orakel

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    Habe Gießversuche mit Reste von eingeschmolzene Zinkanoden von Schiffe gemacht.
    Funktioniert ausgezeichnet, nur die Temperatur muß etwas höher eingestellt werden als für Blei und die Gießform muss gut heiß gegossen werden bis die Teile lunkerfrei entnommen werden können!
    Habe so fürs Angeln in DK alle Wurfgewichte daraus gegossen. Wegen des geringeren Spezifischen Gewichtes (Blei 11,34g/cc, Zink7,13g/cc) bringen die aus der 150g Kokille gegossen Gewichte entsprechend geringeres Gewicht auf die Waage. Das ist für mich aber nicht so entscheidend da ich nicht weit werfen muss, oder gieße mit der 170g Kokille.
    Da Zink als Opferanode für Schiffe nicht verboten ist, soll auch niemand etwas dagegen haben daraus Wurfgewichte zu gießen.
     
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  7. Sir Saturday

    Sir Saturday Master-Caster

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    @wollebre | Danke für deinen Input! Tolle Sache ;) Gegen Zink ist meines Wissens nach nichts einzuwenden. Ich habe es für meine persönlichen Gießpläne lediglich aufgrund des im Vergleich zu Zinn doppelt so hohen Schmelzpunkts ausgeschlossen.

    Sag mal, welche Materialien werden denn in DK eigentlich anstelle von Blei kommerziell als Wurfgewichte vertrieben. Sicherlich einerseits Wolfram/Tungsten, aber dort gibt es bestimmt auch noch mindestens eine günstigere Alternative (natürlich mit geringerer Dichte), oder nicht?
     
  8. Stahljigger

    Stahljigger Twitch-Titan

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    Hallo,
    ich gebe dir grundsätzlich Recht, aber beim Stahl mache ich mir da einfach keine Sorgen. Stahl ist ungiftig und befindet sich in unzähligen Tonnen in Form von Schiffen, Bauwerken etc. in den Flüssen, ohne das es diesbezüglich Bedenken gäbe. Da brauche ich mir über das eine Kilo (sind 100Stk. 10g-Köpfe), das ich vielleicht pro Jahr in die Gewässer einbringe, keine großen Gedanken zu machen.

    Zu>Wieviel ist davon später noch in den verarbeiteten Stahlkugeln enthalten?
    Wahrscheinlich nichts, denn im von dir zitierten Wikipedia-Beitrag steht unter Herstellung, Recycling, Ökologie:
    "Der Vorgang, bei dem der Gehalt an Kohlenstoff und anderen Elementen im Roheisen gesenkt wird, wird als Frischen bezeichnet, was nichts anderes bedeutet, als dass die unerwünschten Begleitelemente Silicium, Mangan, Schwefel und Phosphor durch Zugabe von Sauerstoff verbrannt werden."

    Ich verwende 1kg ungiftigen Stahl um 1kg giftiges Blei zu vermeiden. Und sollten da noch ein paar Mikrogramm eines nicht so guten Stoffes im Stahl sein, so sollte man meiner Meinung nach einfach die Verhältnismäßigkeit nicht aus dem Auge verlieren. Es wird durch die Verwendung von Stahl statt Blei um viele Potenzen weniger Gift in die Natur befördert - wenn überhaupt.

    Um es noch einmal zu veranschaulichen: Wenn angenommen 0,1% giftige Stoffe im Stahl wären (also 1g pro Kilo), was sicher viel zu hoch gegriffen ist, dann müsste ich, um die selbe Menge Gift, die ich bei Verwendung von Blei in einem einzigen Jahr in die Natur einbringe, mit Stahlgewichten 1000 Jahre fischen!

    Wenn ich das so betrachte: Worüber diskutieren wir hier eigentlich?! Sollten wir es bei Stahl nicht einfach bei der sehr gut abgesicherten Erkenntnis belassen: Stahl ist ungiftig.

    Grüße
    Erich
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2019
  9. Sir Saturday

    Sir Saturday Master-Caster

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    Umwandlungsprozesse sind komplex und schwer durchschaubar. Selbst bei der Transformation eines ungiftigen Stoffes in einen anderen ungiftigen Stoff, können toxische Zwischenprodukte entstehen. Darin liegt der Unterschied zu Schiffen und Bauwerken im Wasser, denn diese sind so geschaffen worden, dass sie möglichst nicht zerfallen sollen. Man versucht Transformationsprozesse zu verhindern / aufzuhalten.

    Durch Frischen kann z. B. der Kohlenstoffgehalt von ca. 4,7% im Roheisen lediglich auf Werte von unter 2% gesenkt werden. Quelle:https://www.stahl-online.de/wp-content/uploads/2014/03/Stahl_FAQ_V1.pdf

    Mit Verhältnismäßigkeit sollten wir vielleicht nicht argumentieren, wenn wir ein Umdenken beim Blei erreichen wollen. An die Wahrung jener appelieren nämlich auch die, die die Verwendung von Blei nicht für problematisch halten, weil keine bereits entstandenen konkreten Schäden in den Gewässern ursächlich auf Blei zurückzuführen seien. Andere Schwermetallbelastungen durch Industrien seien weitaus gravierender.

    Der Mengenvergleich hinkt leider. Wenn es nur eine Giftigkeit gäbe, bzw. nur die beiden Kategorien "giftig" und "nicht giftig", könnte man auf die Art vergleichen, dass x mal so viel Stoff gleichbedeutend mit x mal so viel Giftigkeit ist. Toxizität ist jedoch leider nicht binär, sondern kann theoretisch unendlich viele Ausprägungen haben und praktisch zumindest extrem viele. Manches Gift ist in der Menge von einem Mikrogramm eben giftiger als ein anderes Gift in viel größerer Menge. Gelöst wirken Gifte ganz unterschiedlich und schließlich gehen verschiedene Organismen verschiedenartig damit um.

    Unabhängig von diesen Absätzen kommen wir aufs gleiche Ergebnis und das zählt: Stahl eignet sich aus ökologischer Sicht sehr gut zum Spinnfischen. Meiner Meinung nach, weil uns (nach aktuellem Stand der Wissenschaft) keine Toxizität des Materials bekannt ist und nichts darauf hinweist, dass etwaig schädliche Verunreinigungen (bei geringen prozentualen Anteilen in der Stoffverbindung) die Giftigkeit von Blei auch nur annähernd erreichen.

    Dennoch wäre ich mit endgültigen Allaussagen vorsichtig. Was wurde nicht schon alles für ungefährlich deklariert und hat sich am Ende anders herausgestellt ...
     
  10. Stahljigger

    Stahljigger Twitch-Titan

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    Hallo,

    ja, und auch aufgrund von ca. 3000 Jahren Alltagserfahrung in der Menschheitsgeschichte. Ich denke, das sollte als Beurteilungskriterium für mich als Angler und Laien einstweilen reichen.

    Viel mehr würde mich interessieren wie das bei Zamak, Zink oder Zinn ist. Was passiert da mit einem abgerissenen Kopf im Wasser? Bei Zamak habe ich einen Anbieter schon gefragt. Seine ehrliche, aber auch ernüchternde Antwort: Er weiß nicht, ob und wann sich ein Zamak-Jigkopf im Wasser auflöst.

    Beim Blei stört mich neben der Giftigkeit ja auch, dass wir die Gewässer im Laufe der Jahrzehnte damit zupflastern, weil es sich nicht auflöst (und deswegen im Wasser ja nicht giftig sein soll). Wenn das bei anderen Ersatzstoffen wieder so ist, dann komme ich bzgl. dieses Aspektes ja nur vom Regen in die Traufe.

    Wer weiß diesbezüglich was über Zamak, Zink und Zinn?

    Grüße
    Erich
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2019
  11. Sir Saturday

    Sir Saturday Master-Caster

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    Wie gesagt, ich hatte bezüglich etlicher Stoffe bereits recherchiert und einige Informationen telefonisch eingeholt. Daraus habe ich dann meine Schlüsse gezogen und mir auch etwas aufgeschrieben. Ich suche die Sachen heraus und poste sie dann hier.

    Spätestens seit nach der Kupferzeit ist jenes Münzmetall nicht (mehr) schädlich für uns Menschen. Die Wirkung auf Wasserorganismen weicht davon jedoch ab, wie du weißt. Diesbezüglich können wir also relativ wenig aus der Menschheitsgeschichte ableiten. Als Plastik noch nicht lange in alltäglicher Verwendung war, hatte es bereits begonnen in Gewässern zu schaden, aber dieser Fakt wurde leider erst viel später bekannt.

    Daher sollten wir ganz genau darauf achten, welche Stoffe wir gemeinschaftlich einbringen und als Bleiersatz propagieren. Schließlich wollen wir ja gerade nicht vom Regen in die Traufe, worin wir uns wieder einig sind.

    Wenn Bleigehalt in Gewässern anhand von Wasserproben messbar ist, muss es unweigerlich in gelöster Form darin vorhanden sein. Die Frage ist, ob und wie sehr die Angelgemeinschaft dafür (mit)verantwortlich ist und ob andere Herkünfte denkbar sind. Manche Gewässer haben aus bisher unerfindlichen Gründen sehr hohe Schwermetallgehalte.

    Dass sich ein Stoff auflöst, sagt nichts über seine Schädlichkeit aus, weswegen man jegliche Transformations- und Endprodukte differenziert betrachten sollte.

    Insofern klingt ein vermeintlich unlöslicher Stoff erstmal sympathisch, zieht u. U. jedoch einen Rattenschwanz nach sich.

    Nachgewiesen ist, dass Blei schäden in den Organismen verursacht, die es in sich aufnehmen. Aber wissen wir, wie sich Blei nach 1.000 oder 10.000 Jahren am Grund verhält? Wenn überhaupt, dann anhand von Prognosen, oder nicht?

    Du merkst, wir sehen hier einige Punkte ähnlich.
     
  12. Stahljigger

    Stahljigger Twitch-Titan

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    Hallo,
    super! Ich fände diese Infos sehr interessant.

    Ich hatte geplant, zum Vergleich der verschiedenen Bleialternativen ein eigenes Forum-Thema zu eröffnen. Aber ich sehe schon, da bist du der bessere Autor dafür.

    Ich würde nämlich überhaupt vorschlagen, den Stoffvergleich nicht hier zu präsentieren, weil das Thema lautet hier ja 'Bleifreie Jigs selber bauen'. Das Material spielt dabei natürlich auch eine wichtige Rolle aber es geht um's selber bauen. Die Stoffe werden aber natürlich nicht nur von Selberbauern verwendet, sondern auch von Angelgeräte-Herstellern. War nur so eine Überlegung...Ist aber natürlich hier auch ok.

    Grüße
    Erich
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2019
  13. Sir Saturday

    Sir Saturday Master-Caster

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    Stimmt. Ich gelange schnell mal vom Thema eines Threads ab. Sorry.

    Aktuell bin ich seit längerem nicht Zuhause. Dort befindet sich aber meine "Archiv"-Festplatte. Sobald ich an die Daten herankomme, melde ich mich mit einem neuen Thread wieder und verweise dann natürlich auch hier darauf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2019