Jetzt hab ich kurz mal Zeit hier was niederzuschreiben.
Setup Strolling: EG Del Gesu & Daiwa Exist 2500. 4kg Stroft GTP S und 0,20-0,22 FC. Haken eigentlich nur den Ryugi Vespa/Mono in 1,8g und 2,7g. Je nach Spot und Bait. Baits eigentlich jeden erdenklichen Pintail den man „zum strollen“ bringen kann.
Setup generell: Ich fische da unten bis auf die Midstrolling Rute alles mit der BC. Da hab ich an den leichten ML Combos 8lbs Fluo, an allen M Ruten (brauch ich meistens) 10lbs und an den M+/MH 12 lbs.
Fluo durchgängig hat vieeeele Vorteile für meine Angelei dort!
Thema Spots und Herangehensweise:
Fahren und mit dem Scope ableuchten, nix finden und weiterfahren ist ein rießen Fehler. Ich werfe überall und sammle mir meine Fische zusammen. Der See hat viele Strukturen und in fast allen Versteckmöglichkeiten stehen ein paar Barsche drin. Mal nur 1-3 Fische, teilweise auch an die 50 Stück.
Es gibt ne Menge „tote Winkel“ mit diesen Systemen.
Ich nutz das Scope mehr zur Orientierung. Meine Fische fange ich mit vielen Würfen und der Erfahrung „was zu machen ist“ wenn ich Interessenten am Bait habe.
Auch gibts noch ne Menge anderer Baits mit denen dort unten gefangen wird, allerdings hatten wir darauf keine Action um die Zeit, daher hats davon auch nix ins Video geschafft!
Und nun zur vielleicht interessantesten Frage.
Wieviel rechne ich selbst dem Scope zu?
Als ich mein System gekauft habe, hat mein Garmin Händler zu mir gesagt: „Ruf mich bloß nicht an und beschwer dich, dass du jetzt den Fischen beim -nicht beissen- zusehen kannst. Mach was, dasse beissen!“
und das hab ich mir zu Herzen genommen und denk noch immer regelmäßig dran.
Ich hab über viele Urlaube dort unten „meinen Weg“ gefunden… und der ist vielschichtig und wird immer wieder auf‘s neue umgeworfen.
Ich hab nicht grundlos 15 Combos und 50 Kilo Tackle dabei.
Meinen besten Tag dort unten hatte ich ohne Livescope. Das war geiles Flachwasser angeln mit sämtlichen Movingbaits. Wir haben zu zweit um die 30 Fische 50up und nochmal ähnlich viele 45-49er an einem Nachmittag gefangen. Das war wirklich von einem anderen Stern!
Im flachen Wasser richtig Strecke machen, viel casten und die Fische „zusammensammeln“ funktioniert dort unten auch wunderbar. Zwei meiner Kumpels die auch schon 5-6 mal unten waren, fischen aus Überzeugung ohne Scope. Die fangen auch ihre Fische. Keine Probleme!
Das Scope gibt Grundlage um reagieren zu können. Wirklich „was tun“ machen nur ganz wenige. Da heißt es dann eher „die haben nicht gebissen oder wollen nicht beissen!“ Ist einfacher für die meisten als seine Herangehensweise zu überdenken.
Auch das Beispiel der 10 Finnen. Ich kenn die Hälfte der Jungs und auch den Guide. Das kann man einfach besser angeln. Das ist die harte Wahrheit.
Die Baits wenig raffiniert, die Montagen sehr grob, die Bleie viel zu schwer, die Schnüre viel zu dick und noch viele andere Dinge die man einfach besser machen kann.
Wer zum fünften mal an den glasklaren See fährt und noch immer mit 0,42er FC in 60-80cm länge und giftgrüner PE auf große Barsche fischen will, denkt in andere Richtungen als ich. Ich hab aber nicht viel auf‘s Glück oder den Hunger der Barsche geschoben, sondern probiert die Fische zu fangen die aus den Strukturen kamen.
Befischungsdruck ist auch so‘n Thema. 10 Mann die alle keine Ahnung von dem See haben, keine Einheimischen die auf die Barsche angeln und wirklich ne brutale Wasserfläche und vieeeele Spots um den ganzen See herum. Da ist jedes Gewässer in Holland intensiver und vor allem „besser“ befischt was den Durchschnittsangler betrifft.
Ich habe jeden Urlaub paar Fische hinter meinen Baits her, die reagieren als hätten sie noch nie einen Kunstköder gesehen. Wer allerdings zum x-ten mal eine Craw am CRig vorbeischleift, darf inzwischen den Fischen beim durchsinken der Montage schon beim flüchten zusehen.
Kajak ruhig halten, leise arbeiten und ganz sauberes unaufgeregtes Angeln. Das fängt dort viele Fische. Das ist aber nicht nur in Spanien so!
Ich entscheide mich teilweise bewusst gegen das Scope. Im Flachwasser brauch ich das nicht. Da steh ich teilweise stundenlang auf‘m Kajak und treibe mit dem Wind über entsprechende Bereiche und werfe ohne Elektronik. Dazu brauchts aber aktive Fische im Flachen. Das war im Februar so gut wie nicht gegeben, daher mussten tiefere Spots beangelt werden. Die würde ich ohne Scope aber nicht beangeln wollen, da brauch ich die Infos um vernünftig vorgehen zu können.
Zweischneidiges Schwert. Im flachen 1-3,5m brauch ich kein Scope, wenns tiefer wird, wird‘s essenziell für meine Angelei mit den weighted Twitchbaits oder auch den Midstrolling Baits. Letzteres würde ich ohne Scope aber auch niemals angeln wollen.
