Für NRW kann ich diese Aussage so nicht bestätigen. Im ersten Corona Jahr gab es in NRW einen Anstieg der Verkaufszahlen um grob 5000 Stück. Bereits im nächsten Jahr waren wir wieder fast auf 2019er Ausgangsniveau und sind auch ungefähr dort geblieben.
Bei der Entnahme ist es auch nicht so als wäre zu einer bestimmten Zeit besonders viel Barsch gemeldet worden. Das Groß der Entnahme ist schon seit langer Zeit Zander. Die Rücklaufquoten der Fanglisten sind jedoch ausbaufähig und es wäre schön wenn mehr Leute ihre Scheine zurück schicken würden (geht auch per Mail) oder ihre Hejfish Fanglisten ausfüllen würden.
Ich Frage mich schon seit Jahren wie eine Bestandsaufnahme erfolgen soll ohne Fangliste und vor allem ohne richtige Kontrollen. Die einzigen die mal Kontrollieren sind die Vereine die ihre Einfahrten zu den Nebengewässern kontrollieren.
Du schreibst von Massenfängen vor ein paar Jahren...Ich für meinen Teil kann 10 bis max 20 (teilweise richtig gute) Barsche an guten Tagen noch vor 4 Jahren und teilweise noch vor 3 Jahren beim Befischen von 2 bis 4 Spots bestätigen.
Bei mir ist es länger her, hab es aber auch nicht gezielt versucht. Mich wundert es nur, dass der Barsch nie ein wirklicher Zielfisch geworden ist. Da es ja auch viele 30+ Barsche geben müsste, bei den Grundeln und Krebsen im Rhein.
Zehn Barsche zwischen 15 und 25cm mitnehmen, spielt für den Bestand keine Rolle. Wir wissen von Prof. Arlinghaus, dass die größeren Fische zurückgesetzt werden sollten, weil sie weitaus mehr und genetisch angepasste Brut hervorbringen.
Wenn es nur diese 10 wären. In Summe sind es mehrere Tausend die so den Rhein für immer verlassen. Ggf. Ohne sich jemals reproduziert zu haben. Und wenn du dir den DAF Podcast mit ihm anhörst, wirst du Richtung Ende relativ schnell merken, dass durch die schlechten Reproduktionszahlen der Bestand schneller leidet, als gedacht.
Interessanterweise habe ich letztens mit einem Angler gesprochen der einen 50er Barsch aus einem Baggersee mitgenommen hat. Laut seiner Untersuchung der Gehörsteine (oder was man da genau untersucht), war der Fisch gerade mal 6 Jahre alt.
Ob das Stimmt kann ich schlecht sagen, aber ich bin mir sicher dass die 30 Jahre, die laut einigen Quellen ein Barsch braucht nicht stimmen kann. Im allgemeinen bin ich mir sicher, dass vor allem Barsch und Zander durch die Nahrungsgrundlage im Rhein höhere Abwachsraten haben als wir vermuten.
Vlt wird die Wissenschaft in dem Zusammenhang ja mal ein paar neue Erkenntnisse vorbringen