Spinnerbait meets A-Tec Crazee Eging M

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5 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Es ist Wochenende. Beim Blick auf die Uhrzeit denke ich mir mehrfach: „Junge, was machst du hier eigentlich?“ Naja, so ist das eben mit den Hobbies, und wer im Bett liegen bleibt fängt keine Fische. Also raus aus den Federn, ab in die Klamotten und raus aufs Rad. Nix mit Frühstück, in 10 Minuten von 0 auf 100. Naja nicht ganz. Noch recht verquollen um die Augen geht’s mit dem Rad durch das verschlafene Zentrum der ostdeutschen Metropole, kaum Leute auf den Straßen, ist eben früh und Samstag.

Ich hatte mich mit einem Kumpel an einem kleinen Gewässer in der Innenstadt verabredet. Es dauerte kaum fünf Minuten, bis ich feststellte dass ich wohl die falschen Klamotten rausgesucht hatte, dünne Jacke und T-Shirt passen nun nicht so ganz zu einem Septembermorgen mit Herbstwetter. War eben noch ziemlich im Sommermodus und den Kälteeinbruch hatte ich noch nicht wirklich auf dem Schirm. Naja, Augen zu und durch.

 

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Am Wasser angekommen wurde ich auch schon mit einem kräftigen „Mooooorgen“ begrüßt. Da war wohl jemand schon einige Minuten eher als ich am Wasser. „Und geht was?“ Natürlich nicht. Im Schlepptau hatte ich zwei Ruten. Einmal meine Tailwalk Del Sol ML für leichte Rigs und Jigs und zum anderen eine A-Tec Crazee Eging M, die ich freundlicherweise von Nippon Tackle als Testexemplar bekam. Diese wollte ich nun noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Nun möchte ich euch aber nicht noch einmal einen dicken Testbericht unter die Nase halten, sondern die Sache etwas praxisnaher angehen. Dabei nicht mit der Frage im Kopf: „Was kann die Rute?“, sondern „Was fängt Fisch?“. Es kommt also dran was fängt und nicht was Spaß macht. So war‘s dann auch.

(Wer einen sehr schönen ausführlichen Testbericht zur A-Tec Crazee Eging sucht wird hier fündig: https://www.barsch-alarm.de/showthread.php?28565-A-tec-crazee!-Eging-s822m)

 

Da ich schon ein paar Mal recht erfolgreich mit der Rute an unserem heimischen Baggersee unterwegs war, wusste ich, was sich wohl am besten an dem Stock macht. (Meine entsprechende Einschätzung findet ihr noch einmal separat im entsprechenden Thread und am Ende des Berichts.) Also einen 4“ Easy Shiner am 10g Kopf in den Snap und Feuer frei. Weit fliegt der Köder und schlägt kurz vor dem gegenüber liegenden Ufer aufs Wasser. Zwei Kurbelumdrehungen später ein zäher Wiederstand. Mist, Kraut. Daran hab ich gar nicht gedacht. Ich war eine ganze Weile nicht mehr hier am Wasser und in den letzten Monaten wuchs das Kraut wohl noch einmal ein ganzes Stück und war nun dicht unter der Oberfläche. Hmmmmm. Und was mach ich nun mit meiner tollen Barschjigge, wenn ich keine Jigs fischen kann? Ein paar fragende Blicke in meine Köderbox später zog ich einen kleinen Spinnerbait aus der Tasche. Auch hier wieder ein 4er Shiner als Trailer. Nicht wirklich das, wofür die Rute ausgelegt ist. Aber was soll‘s. Bei dem trüben Wetter sollten die Fische auf ein wenig Druck gut reagieren.

 

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Werfen ließ sich das ganze recht gut, die Führung war durch den straffen Blank und das Geflecht aber mehr als direkt, dazu kam dass der Köder noch recht viel Druck macht. Auf Grund des miesen Wetters sollte ein Köder, der etwas Druck macht, aber ein paar Fische bringen. Das Wetter blieb konstant mies, und die Fische waren auch nicht recht in Laune. Wir gingen einige Meter und während mein Kumpel bereits 2 Bisse auf einen gezupften Köfi verzeichnete, ging bei mir weiterhin nichts. Also wechselte ich munter hin und her, zwischendrin hing auch mal ein 13cm 4 Play im Snap, der sich an der Rute dennoch überraschend gut fischen ließ. „Überraschend gut“ im Hinblick auf die Größe des Köders. Ein paar Würfe später brachte dieser mir auch einen satten Biss, ein kleiner Hecht hatte den Köder gepackt, stieg aber kurz vor meinen Füßen wieder aus. Die Fische kamen anscheinend langsam etwas in Fahrt. Auf den Köder ging dann aber erst mal nix mehr. Also wieder auf den Spinnerbait gewechselt. Nach etwa einer halben Stunde Nieselregen dann endlich der Biss, im Übrigen mein erster Biss auf Spinnerbait überhaupt. Die Rute krumm, Kopfschläge. Hecht. Lange dauerte es nicht bis ich den Fünfziger in den Händen hielt und er mir dann leider beim Haken lösen ins Wasser fiel. Deshalb gibt’s auch mal kein Foto. Auch nicht schlimm. Mein Kumpel hatte mittlerweile mit seinem Köfi eine ziemliche Flaute zu verzeichnen, blieb aber dabei.

 

Nächster Spot. Ich warf zwischen zwei Krautfahnen, ließ den Köder absinken und begann zu kurbeln. Ein trockenens Tock fuhr durch den Blank, den Anhieb hatte ich komplett verpennt und somit hing der Fisch nur kurz. Nächster Wurf, wieder ein Biss. Diesmal konnte ich den Fisch zumindest kurz vor meine Füße dirigieren, bis er wieder ausstieg. War jedoch wieder kein besonders Großer. Am nächsten Spot genau das Gleiche. Ein Spot, drei Bisse. Die Fische schienen wie verrückt auf das fransige Drahtgestell zu sein. Meinem Kollegen war die Sache mittlerweile nicht mehr so ganz geheuer und nach ein wenig ungläubigem Kopfschütteln entschied er sich auch für seinen einzigen Spinnerbait in seiner Box. Ich mach‘s kurz: Insgesamt fingen wir in etwa 3 Stunden 3 Hechte und hatten 16 Drillaussteiger. Wir hatten schlichtweg verpennt die Anhiebe zu setzen, so verdutzt waren wir. Unter den Aussteigern waren leider auch 3 recht gute Fische bis 70, der Rest alles etwas kleiner. Allerdings fährt man ja auch nicht mit Barschruten im Gepäck auf Großhechtjagd. Immerhin konnte ich die Rute nun auch einmal in einem „richtigen“ Drill testen, und ich muss sagen die Sache macht sie recht gut. Das kräftige Rückgrad war dabei ganz hilfreich. Dennoch unglaublich wie gut es lief, da hatten wir wohl eine kleine Sternstunde erlebt.

 

Meine Begleitung hatte leider nicht allzu lange Zeit und somit war ich ab um 9 auf mich alleine gestellt. Da wir das ganze Gewässer einmal abgefischt hatten, entschied ich mich dafür, es wo anders zu probieren.
Also ab aufs Rad und an den zahlreichen Wasserwegen der Stadt entlang, vorbei an unzähligen Straßenbahnhaltestellen bis hin zum See.

 

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Unterwegs bemerkte ich den kräftigen Herbstwind, der mir in starken Böen immer wieder kräftig ins Gesicht wehte. Dass ganze war nicht wirklich förderlich für meine kleine Radtour und somit dauerte es auch etwas länger als gewöhnlich, bis ich am Wasser war. Dort angekommen, musste ich erst mal kurz verschnaufen und gönnte mir ein paar Wiener und Brötchen aus dem Discounter. Am Wasser selbst war es dann jedoch nicht mehr ganz so gemütlich. Die große freie Wasserfläche war doch etwas anderes als die windgeschützten Stadtgewässer. Dazu kam noch das extrem klare Wasser, das die Sache nicht gerade leichter machte. Oft bewährte es sich hier langsam und leicht zu fischen, das war in dieser Situation aber kaum möglich. Der Wind behinderte jede langsame Köderführung und an das Werfen von leichten Ködern war gar nicht zu denken.

 

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Also umdenken. Ich sah im Uferbereich einige kleine Barsche stehen, die sich zwischen den Weißfischen tummelten. Sie warteten wohl auf einige Kleintiere, die durch den auflandigen Wind angespült wurden. Zunächst versuchte ich es mit einem kleinem Creaturebait am Drop Shot Rig. Ordentliche Murmel unten dran und dann volles Zeug in Richtung der Wellen. Das Ganze fischte ich an meiner leichteren Rute. Außer ein paar zaghaften Anfassern ging allerdings nichts. Also wechselte ich auf die A-Tec Crazee Eging, um auch etwas größere Köder fischen zu können, die vielleicht etwas weniger windanfällig sind. Zunächst kam noch einmal der Spinnerbait ans Band, der hatte ja an diesem Tag bisher ordentlich Fisch gebracht. Ich zog voll durch, der Köder flog und flog, aber eben nicht wirklich weit. Dem Gegenwind sei Dank. Das Ganze musste ich also noch einmal überdenken und so kramte ich aus meinem Rucksack einen kleinen Hart Reef Penzill hervor. Ein toller Penzilbait übrigens, der sich extrem weit werfen lässt. Genau deshalb hing er nun auch im Snap. Ausholen und ab dafür. Die Schnur sauste nur so durch die Ringe und der Köder schlug ,scheinbar unbeeindruckt von den kräftigen Böen, weit entfernt in das türkisfarbene Blau. Solche Wurfweiten hatte ich bisher mit keiner meiner Kombos erreichen können. Der Köder ließ sich an dem straffen Stöckchen auch überraschend gut führen. Geplant war nun, mit dem Hardbait die Fische zu suchen, und eventuelle Nachläufer mit dem DropShot-Rig abzugreifen. An sich ein guter Plan. Also flog immer wieder mein Köder in Richtung des Horizontes, sank kurz ab um dann mit stetigen Zupfern unter der Oberfläche eingeholt zu werden. Irgendwann hatte ich auch erste Nachläufer, ein Trupp Barsche verfolgte den Köder, fasste aber nicht zu. Also Rute zur Seite gelegt und die Tailwalk ran geholt, Wurf und Fisch. Denkste. Kaum hatte ich die Rute in der Hand und wollte den Köder aus dem Ringsteg hängen sah ich auch schon den gewaltigen Schnursalat der sich um meinen Blank und die Hauptschnur gelegt hatte. Ganz toll, Wind sei Dank. Also erst mal entwirren. Eh ich fertig war, waren die Barsche natürlich längst weg. Das Ganze wiederholte sich noch weitere zwei Mal. Fisch gesehen und anschließend erst mal dick Knoten lösen. Da hatte ich dann die Faxen dicke. Ich schwang mich aufs Rad und suchte eine etwas windgeschütztere Bucht auf.

 

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Dort blieb ich zunächst beim Pencillbait und dem Dropshot-Rig. Doch auch hier blieb ich lange ohne Erfolg, so dass ich mir mal eine kleine Pause gönnte und meine Taktik überdachte. Von nun an wollte ich es mal mit Jigs probieren, um das Optimum der Crazee Eging wirklich einmal ausreizen zu können. So kam an dieser Rute ein 3,8“ Fat Swing Impact am 10g Kopf zum Einsatz, meine Del Sol bestückte ich mit einem kleineren Gummi. Im etwas windstilleren Bereich zu fischen, war nun auch schon um einiges angenehmer. Zunächst wollte ich noch einmal mit der schwereren Rute jiggen. Das Ganze gestaltete sich jedoch etwas schwierig. Denn auch hier war der Grund meistens voll mit Kraut, so dass ich den Köder mit langen Zugbewegungen im Mittelwasser führte. Da ich bereits einige Stunden unterwegs war und sich schon lange Zeit nichts mehr tat, beschloss ich, mich einmal einige Minuten hinzusetzen. Ein wenig demotiviert warf ich noch einmal den Gummi Richtung Horizont und begann ihn wie gewohnt zu führen. Auf voller Wurfdistanz dann eine Attacke, der Anhieb kam jedoch nicht durch. Hatte nun auch wirklich nicht damit gerechnet. Die Motivation war nun aber endlich wieder da, und so rappelte ich mich erneut auf und warf erneut in die gleiche Richtung. Zack, wieder ein Biss und der Anhieb sitzt. Nach kurzem Drill erschien ein kleiner Hecht an der Oberfläche. Nichts was die Rute wirklich gefordert hätte, gefreut hab ich mich in dem Moment trotzdem, der Fisch war schließlich hart erarbeitet.

Danach hoffte ich noch einmal auf den ein oder anderen Barsch. Also nahm ich meine leichte Rute zur Hand und fischte den kleineren Jig. Das funktionierte ganz gut, und so konnte ich nach einigen Fehlbissen und kaputten Gummis doch noch ein paar Barsche landen.

 

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Da das Wetter aber bald umschlug und es begann ziemlich ungemütlich zu werden (hatte ja schließlich nix Wetterfestes an), beschloss ich mich auf den Heimweg zu machen. Irgendwann muss es ja auch mal reichen.

 

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Eigentlich stand dieser Angeltag unter dem Gedanken, die Crazee Eging mal ordentlich zu testen und einen schönen Bericht dazu zu schreiben. Wie so oft kam es aber ganz anders und so konnte ich an diesem Tag nur selten den idealen Bereich der Rute ausreizen. Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden, lieber einen kleinen Erlebnisbericht im Zusammenhang mit dem Rutentest zu schreiben, nicht zuletzt auch weil es mit dem Bericht von Andi500 auch schon sehr reichhaltige Informationen zu finden gibt, die ich nur ungern wiederholen möchte. Dennoch möchte ich euch ein kurzes persönliches Statement zur A-Tec Crazee Eging M nicht vorenthalten:

 

Wer auf der Suche nach einer feinen Rig- und Jigrute für die Barsch- und leichte Zanderangelei ist, der wird meiner Meinung nach hier durchaus gut bedient. Zudem bietet die Rutenserie durch ihren attraktiven Preis einen soliden Einstieg in den JDM-Bereich. Wer also gerne mal einen der japanischen Stecken fischen möchte, ohne das Portemonnaie komplett umkrempeln zu müssen, findet hier eine tolle Rutenserie mit einem sehr guten Preis-/ Leistungsverhältnis. Durch den straffen Blank und ihre Länge ist die Eging-Serie prädestiniert für Jigs und Rigs zwischen 8 und 25g Gesamtgewicht. Das Optimum würde ich wohl im Bereich zwischen 10 und 20g ansiedeln. Für mich war die Rute auch mit Pencillbaits auf große Entfernung gut zu fischen, schlanke Minnows fand ich auch noch als recht angenehm. Hier sollte man auf Grund des straffen Blanks allerdings Mono oder FC als Hauptschnur vorziehen. Eine wirkliche Hardbaitrute ist sie allerdings nicht, dafür gibt es definitiv geeignetere Ruten. An der Verarbeitung gibt es auch nicht viel zu meckern, natürlich ist nicht alles perfekt, aber das sollte man für einen Preis von rund 130€ auch nicht erwarten. Dennoch wirken die verarbeiteten Materialen durchweg hochwertig, der Griffaufbau überzeugt und allgemein hinterlässt die Rute einen sehr wertigen Eindruck. Spannend wird’s allerdings wenn man mal auf die Gewichtsangabe der Rute schaut. 112g auf 2,49m Länge sind mal echt eine Ansage. Habe ich so in diesem Verhältnis bisher bei keiner Rute gesehen. Kopflastigkeit war hierbei für mich nicht wirklich ein Thema da ich sowieso mit 3 Fingern vor dem Rollenfuß greife. Bei dem Wurfgewicht und dem Gewicht der Kombo ist dies meiner Meinung nach auch eher nebensächlich. Insgesamt erhält man mit der A-Tec Crazee Eging M eine vollwertige Rute mit einem tollen Preis-/ Leistungsverhältnis, die einem wohl langfristig ein treuer Begleiter auf der ein oder anderen Barsch- oder Zandertour sein wird. Aber seht selbst:

 

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Allzeit stramme Strippe,

 

Willi

Kategorien: Tackle-Tipps

Kommentare

  1. mk209
    mk209 11 September, 2015, 18:22

    Wirklich schöner Bericht und echt erstaunlich welche Strecke du mit dem Rad zurück legst.
    Schade das dass Bild mit der Kirchturmuhr so unscharf ist, sonst hätte man sogar noch etwas Kulturelles mit in den Bericht einbeziehen können. (IV=IIII)
    Vielleicht sieht man sich ja mal am Wasser

    MFG
    Micha

  2. Waterfall
    Waterfall Autor 11 September, 2015, 18:33

    Vielen Dank! Freut mich dass es gefällt. Das Bild hat leider ganz schön unter der Formatierung gelitten, im Original ist die Auflösung um einiges besser.

  3. zero5ive
    zero5ive 14 September, 2015, 08:15

    Toller Bericht – deckt sich mit meinen Erfahrungen zu den Crazee! Bass Ruten. Gute, solide Ruten für wenig Geld!

  4. NorbertF
    NorbertF 14 September, 2015, 13:39

    Danke für den Bericht. Scheint interessant zu sein die Rute. Persönlich würde ich wohl monofile Schnur fischen, da sie recht hart zu sein scheint (eingerissene Barschmäuler und Drillaussteiger)

  5. Cityfisher
    Cityfisher 14 September, 2015, 14:07

    Toller Bericht Kollege 😉
    Die Rute habe ich schon etwas länger auf dem Schirm, dein Bericht lässt die Entscheidung etwas leichter fallen.
    Danke :*

  6. Stockfisch
    Stockfisch 7 Mai, 2017, 01:54

    Guter Bericht , danke für deine Mühe !
    Würde mir die Rute gerne zulegen … Allerdings hab ich den Zeigefinger beim Joggen gerne auf dem blank . Dafür ist der foregrip etwas zu lang oder :/?

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