Tipps & Tricks Rutschpartie zum Räuber


Auf der Suche nach Raubfischen sind ins Wasser gestürzte Bäume, Engstellen, Steganlagen, Einläufe etc. immer gute Anhaltspunkte. Aber oft sind diese offensichtlichen Hotspots weit voneinander entfernt. Und auch dazwischen treiben sich eine Menge Räuber herum. Um sie an den Haken zu bekommen, angle ich am liebsten vom Boot aus.

Das Schleppfischen ist eine der effektivsten Methoden, um Raubfische zu stellen. Aber es ist nicht überall erlaubt. Und Leihmotorboote sind oft auch nicht ganz billig. Doch gerade kleinere und mittlere Gewässer kann man auch ohne Motorboot sehr gut abscannen, indem man die Kraft des Windes oder der Strömung nutzt und so zu den Räubern rutscht. Ein Ruderboot kann man sich oft für wenige Euros mieten. Schlauch- oder Bellyboate sind verhältnismäßig günstig in der Anschaffung. Dazu ein Eimer bzw. eine mit Beton gefüllte Büchse als Schleppanker und ggf. noch eine H-Boje. Das war’s.

Das Prinzip Driftfischen

Driftfischen heißt, sich über heiße Stellen treiben zu lassen, um sie vertikal (also unter der Rutenspitze) abzufischen bzw. an den Hotspots vorbei zu driften, um sie anzuwerfen. Beim Vertikalangeln ist zu beachten, dass der Köder schwer genug ist, so dass er immer wieder auf den Boden kommt und nicht kurz unter der Oberfläche hinterher geschleppt wird. Je tiefer ein Gewässer, desto schwerer müssen die Köder sein. Und weil die Räuber nicht nur am Grund stehen, sucht man die ganze Wassersäule nach Fischen ab.

Beim Abwerfen der Spots wirft man am besten dem Boot voraus. So kann man mit leichteren Ködern (z.B. Gummifischen oder Blinkern) fischen. Denn wenn man hinter dem Boot, also entgegen der Driftrichtung angelt, zieht das treibende Gefährt den Köder mit. So kommt er langsamer hinunter und muss mindestens eine Nummer schwerer gewählt werden, was den Fischen das Einsaugen nicht gerade erleichtert.

Wenn man mit der Drift angelt, muss man allerdings darauf achten, dass man die Schnur auf Spannung hält. Denn man bewegt sich ja auf den Köder zu. Nur durch ständige Aufrechterhaltung der Schnurspannung hat man eine Chance, die Bisse zu erkennen.

Über den See „eimern“

Im Prinzip ist Driftangeln an stehenden Gewässern sehr einfach. Man stellt sein Boot so in den Wind, dass man an fischverdächtigen Stellen vorbeigetrieben wird und wirft diese ab. Doch selten kommt der Wind genau so, wie man das gerne hätte. Deshalb muss man ein wenig tricksen. Erstens was die Richtung angeht, zweitens was die Geschwindigkeit betrifft. Wohin die Reise geht, bestimmt weitestgehend die Windrichtung. Doch durch geschicktes Stellen des Bootes kann man die Dauer einer vernünftigen Drift beeinflussen. Und auch über die Position der „Drift-Bremse“ in Eimerform kann man mitbestimmen, wo es lang geht. Wenn nämlich der Wind zu stark bläst, hat man nicht genügend Zeit, die anvisierten Stellen abzuklopfen. Um den Drive zu regulieren, bedient man sich einer Driftbremse. Für kleinere Gefährte bzw. bei wenig Wind genügt schon ein einfacher Eimer (je größer, desto stärker die Bremswirkung), um die Fahrt so abzubremsen, dass man  den Köder kontrolliert führen kann. Noch besser sind professionelle Driftverzögerer wie der Driftstop von Profi-Blinker, der an einem 3 bis 5 m langen Seil ins Wasser gelegt und befestigt am Boot befestigt wird.

Die Stelle, an der man das Seil anbindet, bestimmt die Lage des Bootes. Und die Lage des Bootes ist wiederum teilweise ausschlaggebend dafür, in welche Richtung die Reise geht bzw. wie schnell es vorwärts geht. Das Boot fungiert im Wind wie ein Segel. Wenn man es mit der Breitseite in den Wind stellt, kommt man schneller vorwärts als wenn das Heck im Wind steht. Bei starken Winden wird der Driftstop also auf jeden Fall am Bug befestigt. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass das Boot weniger schaukelt. Mit ein paar Ruderschlägen lässt sich der Kurs so korrigieren, dass man lange den gewünschten Kurs hält.   

Den Fluss abklappern

In fließenden Gewässern hat der Wind meistens weniger Einfluss auf das Boot als die Strömung. Deshalb hilft ein Eimer hier gar nichts. Im Gegenteil: Wenn ihn die Strömung erfasst, beschleunigt er die Drift sogar noch. Deshalb kommen beim Flussdriften Klapperbüchsen zum Einsatz – Dosen, die mit Beton ausgegossen werden und in die man eine Öse zur Befestigung des Ankerseils eingießt. Diese Super-Light-Anker halten das Boot einigermaßen am Platz, sind aber auch sehr schnell gelöst, wenn man weiter will. Dazu muss man einfach nur kurz die Leine anheben und schon geht’s ein paar Meter weiter.

Wenn die Strömung richtig stark drückt, bewegt sie das Boot ohne unser Zutun stromab. Dann ist eine lange Leine wichtig, so dass man die Fische nicht vergrämt, die unter bzw. in der Nähe des Bootes stehen. Weil ich aber sowieso mit der Strömung – also vor das Boot – werfe, fallen das Schleifgeräusch und die Schleifspur kaum ins Gewicht. Diesbezüglich gibt es übrigens zwei gegensätzliche Theorien: Die eine besagt, dass der schleifende Anker die Fische verscheucht, die andere dass gerade Zander und Barsche vom aufgewirbelten Boden und den Scharrgeräuschen angelockt werden.

Tote Zonen erkennen, Hotspots markieren

Die Fischsuche vom driftenden Boot geht wirklich zügig. Ein Echolot kann das Ganze aber noch weiter beschleunigen. Denn wenn man sich während der windgetriebenen Fahrt über den Teich bzw. stömungsgesteuerten Rutschpartie über den Fluss die Bodenstrukturen und die Bodenbeschaffenheit (Greyline) auf dem Echolot anschaut, wird man mit einiger Übung schnell gute (mit viel Struktur und hartem Boden) von schlechten Zonen zu unterscheiden wissen. Wer die schlechten ausspart, kommt schneller ans Ziel.

Wenn man Fische gefunden hat, sollte man in beiden Gewässertypen auf jeden Fall einen Stopp einlegen. Denn wo ein Fisch steht, treibt sich meistens ein ganzes Schwärmchen herum (speziell Barsche und Zander jagen selten allein). Da heißt es nach einem Biss dann sofort anhalten und den Anker setzen. Weil man ja vor dem Ankern zunächst den ersten Fisch bergen und die Rute ablegen muss, und das einige Zeit in Anspruch nimmt, sollte man sich den Platz, an dem man den Biss bekommen hat, sehr gut merken. Wenn man sich eine H-Boje bereit legt, die man in solchen Fällen sofort auswirft, ist man auf der sicheren Seite. Der Einstand ist markiert.

Köderpalette

Um fürs Driftfischen optimal gerüstet zu sein, braucht man eigentlich nicht viele verschiedene Ködertypen. Am variabelsten fischt man mit dem Gummifisch. Mit den Ködern am Jigkopf kann man den Boden gut abtasten.

Deswegen eigenen sie sich meines Erachtens auch am besten für tiefe Gewässerbereiche. Aber auch ein durchs Mittelwasser oder über ein Krautbett gezogener Gufi bringt Fisch.

Für ausgesprochene Flachwasserbereiche sind natürlich auch Spinner eine gute Wahl. Vorteil: Man führt diesen Köder immer an straffer Sehne und hält so ständigen Kontakt zum Köder. Wer es auf Hechte abgesehen hat, sollte auch immer ein paar Jerks in der Tasche haben.

Und zwar nicht nur für die flachen Zonen. Hechte kommen auch mal ein paar Meter hoch, wenn sie eine einfache Beute wahrnehmen. Aber auch Naturköderfans können sich beim Driftfischen austoben. Ein toter Köfi, der an der Pose hinter dem Boot hergezogen wird, wird genauso seine Abnehmer finden wie ein totes Fischchen, das man an einer einfachen Durchlaufmontage über den Boden schleift. Ein Bottom Bouncer vermindert hier die Hängergefahr.

Extratipp I: Eine Driftbremse kann man sich auch einfach selber basteln. Einfach ein Stück Segeltuch (Kantenlänge 1,5 mal 1,5 m) nehmen, an allen Ecken ein 1,5 m langes Seil befestigen. Jeweils eine Schlaufe binden, die Schlaufen in einem Karabiner vereinen und dann eine Hauptschnur dran. In die Mitte des Quadrats kommt ein Loch von 20X20 cm. Alternativ tut’s auch eine IKEA-Tragetasche mit einem 10 cm Abflussloch in der Mitte, an deren Henkeln man jeweils ein 1,5 m langes Stück Seil anbringt. Die Enden verbindet man wieder mit einem Karabiner und befestigt sie an einem Hauptseil.

Extratipp II: Damit man die Bisse mitbekommt, ist es wichtig, dass man die Schnur gut sieht. So kann man den Schnurbogen gut erkennen, der entsteht, wenn man auf den Köder zudriftet, und diesen durch Nachkurbeln immer wieder minimieren.

Außerdem nimmt man durch das Beobachten einer gelbgrünen oder pinkfarbenen Schnur auch Zupfer wahr, die nicht bis ins Handgelenk vordringen. Auch eine sensible und harte Rute fördert die Bisserkennung.

Z
Auch zu empehlen sind die großen Einkaufstüten von Ikea, grade bei starken Wind. Wenn man keinen Bock hat geld für ne H-boje auszugeben, empfielt sich eine durchsichtige leere Shampooflasche.. n bischen farbe rein und schütteln einfach schnur rum und n blei ranhängen..funktioniert genau so gut :D
S
Hey! Ein toller Bericht! Das werde ich auf jeden Fall demnächst mal ausprobieren.. :)
Petri zu den tollen Fischen!

Gruß Jari
M
Jap, leider ist das Schleppfischen in den meisten Gewässer hier untersagt ... ebenso das Driftfischen, was ja im Grunde genommen dasselbe ist, in leicht abgewandter Form.

Ich hoffe, dass ändert sich irgendwann einmal ...

Noch was zu den MarkerBojen ... kann mir mal irgendein Mensch sagen, warum die diese Markerbojen mit einem Gewicht verkaufen, dass nicht genügt um die Boje abzuwickeln & man IMMER noch mehr Gewicht selbst anklinken muss ?????
Ein Unding ist das ... *LOL*
T
...und ich dachte, dass wäre nur bei meiner/hummer´s (wír teilen uns eine :mrgreen:) boje so.

jetzt hängt da ein 300 gr naturköderblei dran :)
W
lol .... nice
S
Habe auch den Driftstopp von Profiblinker, den Johannes auf dem oberen Foto zu öffnen versucht.
Ich schreibe bewußt "versucht"; meine Versuche enden oft damit, daß ich schon über die "Wunschstrecke" hinweg gedriftet bin, wenn sich das Teil voll entfaltet hat.
Besonders bei stärkerem Wind muß man sehr viel Vorlauf einplanen. Geht es nur mir so, oder habt ihr ähnliche Erfahrungen gesammelt?
Sikloia
PS Wenn er erst mal unter Spannung ist, tut er seine Dienste einwandfrei, der Driftstopp.
P
Tolle Fische!!! Aber wo kann man die fangen??? Ich habe leider keine Ahnung wo!!! Vielleicht habt ihr ein paar Tipps.
Barsche,Hechte,Zander zu angeln(natürlich mit Kunstköder!!!) macht soooo...viel Spaß.
Peter
P