Pelagisch dropshotten – mit dem DS-Rig im Freiwasser

Beitrag enthält Werbung Pelagisch dropshotten – mit dem DS-Rig im Freiwasser

Keine Ahnung, ob dieser Artikel hier irgendjemand ärgern wird. Ich hoffe nicht. Könnte aber sein. Allerdings liefen dazu ja inzwischen auch schon Videos in der Fisch&Fang und so ist dieser BA-Artikel ein zu vernachlässigender Tropfen auf dem heißen Stein. So richtig gern wollen sich die Möhne-Cracks nicht in die Karten schauen lassen. Verständlicherweise. Weil das pelagische Dropshotten an der Möhne-Talsperre eine tolle Alternativ-Strategie ist, wenn die Barsche nicht rauben und auch die Hechte nicht so richtig wollen. Und weil man auch Barsche und Hechte sehr gut pelagisch Dropshotten kann. Gezeigt hat es mir der der Uli (Beyer) während eines BA-Treffens. Zielfisch: Maräne.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Uli Beyer Renke

Die Demo-Maräne. Danke an Uli nochmal!

Ich hatte da selber einen oder zwei Bisse, konnte sie aber nicht verwerten. Umso mehr habe ich mich auf das nächste BA-Treffen an der Möhne gefreut, bei dem ich mit dem Krüppelschuster-Max fast ausschließlich auf die sauerländische Riesen-Renke gedropshottet habe.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Wobble Shad

Pelagisch dropshotten macht Laune: Max landet eine Maräne an.

Wenn man erfolgreich pelagisch dropshotten will, braucht man ein einigermaßen großes Echolot, das seitlich an der Bordwand angebracht wird, damit beide Angler ihr Blei, den Köder und die Fische sehen können. Wir hatten einigermaßen große Probleme, die Geberstange an der Bordwand anzubringen, es aber irgendwie geschafft.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Echolot-Setup

Ein HDS 7 reicht eigentlich aus.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Uli Beyer

Es geht aber auch größer. Und dann vielleicht sogar noch etwas besser…

Und dann ist es eigentlich ganz einfach: Man sucht sich einen Einzelfisch, eine Barschtraube oder einen Renkenschwarm, lässt das Blei runter, hält das Boot auf der Stelle (da hilft ein I-Pilot) und lässt den Köder auf Fischniveau runter, um ihn da stehen zu lassen (Hecht) bzw. etwas herumzuzuppeln (Barsch) oder  zieht den Köder langsam nach oben (Maräne, Barsch). Auf dem Echolot kann man oft den Köder (oder das Blei) und die (ihn verfolgenden) Fische beobachten. Besonders die Maränen gehen manchmal mehrere Meter mit. Wenn sie beißen, gibt’s einen zarten Ruck, den man mit einem Anschlag beantworten muss. Oft genug drehen sie aber auch wieder ab. Dann wird das Blei wieder heruntergelassen, um zu schauen, ob die selbe Renke nochmal mitspielt. Wenn nicht, sucht man sich den nächsten Fisch.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Echolot

Hier ein Fisch, der dem Köder nach unten folgt.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Echolot

Hier kommt der Fisch ein bisschen mit.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Echolot

Interesse vorhanden? Man weiß oft nicht so 100 Prozent, hinter welchem Köder die Maräne her ist. Hier hatten beide Angler mal kurz Interesse erzeugt.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Echolot

Immer wieder spannend. Und auch schade, wenn die Renke abdreht.

Das Ganze hat ein bisschen was von einem Computerspiel – mit dem Unterschied, dass nach dem erfolgreichen Kontakt, ein kampfstarker Fisch an der Rute zerrt.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Drill

Pelagisch dropschotten macht richtig Spaß! Unser erster Fisch war gleich eine Riesenrenke. Die Königin aller Renken sozusagen.

Pelagisch Dropshotten auf Maräne - Hecht

Dass der auf einen 3er Easy Shiner geht – verrückt.

Dropshotten auf Maräne

Da hat der Wobble Shad zugeschlagen. Und zwar…

Dropshotten auf Maräne Wobble Shad

… beim Max.

Dropshotten auf Maräne - Barschschwarm

Hoppla! Was ist denn das?

Dropshotten auf Maräne - Barsch

Ein Kleinbarschschwarm!

Dropshotten auf Maräne mit Gummifisch

Da. Wieder eine Noike-Renke.

Dropshotten auf Maräne - Easy Shiner

Und jetzt eine Renke auf dem Easy Shiner.

Dropshotten auf Maräne - Beifang

Der letzte Fisch war nochmal ein Hecht.

 

Wie ich zu dieser Jahreszeit drauf komme? Ich hab heute früh beim Aufwachen an die anstehenden BA-Treffen gedacht: Bayern. Leipzig. In den Seen gibt’s auch Maränen. Die kann man vielleicht auch dropshotten. Eigentlich sollte man sich aber auch mal wieder an der Möhne treffen. Allerdings: Mein Termin-Kalender ist schon ganz schön voll. Sollte sich im Juli ein Loch auftun, kündige ich das rechtzeitig an. Ich habe die möhne-Meetings in allerbester Erinnerung. Auch wenn es nicht immer richtig krass gebissen hat. Eines steht aber fest: Wir müssen viel mehr pelagisch Dropshotten. Ob auf maräne, Hechte oder Barsch. Diese Methode fetzt!

Kategorien: Hecht, Salmoniden

Kommentare

  1. eggerm
    eggerm 29 Januar, 2019, 10:19

    Ein bisschen Computer spielen am Wasser… Wobei ich ja eigentlich gar nicht Computer spiele…

    Ich finde auf Sicht angeln allgemein extrem spannend, bin echt gespannt drauf. Macht echt schon Laune auf das Bayern Treffen! Da darf uns dann jemand zeigen, wie man ein Echo richtig bedient 🙂

    MfG Matthias

  2. LenSch
    LenSch 29 Januar, 2019, 11:51

    Hannes, ist doch eh verbrannte Erde bzw. Wasser 😀

  3. Johannes Dietel
    Johannes Dietel Autor 29 Januar, 2019, 12:32

    @Lensch: Dich hab ich z.B. gemeint. Oder Phil. Ich habs aber immerhin fast 2 Jahre zurückgehalten und im Winter gebracht.

  4. kernelpanic
    kernelpanic 29 Januar, 2019, 12:57

    Schöner Beitrag. Das funktioniert auch prima an einem feinen Haken mit Made auf Rotaugen und Brassen falls es keine Märanen im Gewässer gibt.

    Und natürlich noch besser auf Barsch mit einem Wurm. Aber das ist dann schon fast unsportlich. Da fische ich dann lieber Kunstköder 😉

  5. LenSch
    LenSch 29 Januar, 2019, 13:14

    ach alles gut! Wie du schon geschrieben hast, gibt es dazu ja bereits einige Videos und Berichte was es nicht leichter macht am See.
    Aber liest sich immer leichter und sieht auch leichter aus als es tatsächlich ist. Da beißen sich auch mal die Locals die Zähne am Gewässer aus 😉

  6. FrankBuchholz
    FrankBuchholz 29 Januar, 2019, 15:28

    Mag mir nochmal jemand erklären wozu es eine räumliche Trennung von Blei und Köder braucht? Geht es darum verhältnismäßig kleine Köder mit verhältnismäßig viel Blei besonders präzise anzubieten? Ich habe früher viel mit recht kleinen Ködern unterm Kajak auf Dorsch und Barsch gefischt aber bei weitem nicht mit der Präzision, deshalb hinke ich da ein wenig hinterher.

  7. Johannes Dietel
    Johannes Dietel Autor 29 Januar, 2019, 16:28

    @FrankBuchholz: Also für Maräne muss das schon genau so sein. Kleiner Köder. Kleiner Haken. Weniger Widerstand beim Zupacken. Glaube nicht, dass das an einem schweren Mini-Jig genauso gut geht. Aber dazu mache ich es zu selten. Bei Barsch, Zander & Hecht geht es sicher auch mit Gummi am Jig gut. Da soll auf jeden Fall mal einer einen gefangen haben. Vertikal. Hab ich gehört…

  8. bruwator
    bruwator 29 Januar, 2019, 20:44

    Schöner Bericht! Ich fische hauptsächlich Renken mit Hegene und Nymphen, da braucht es nur 3-8gr. Bleie an einer feinen Rute, aber auch auf dem Echo gut sichtbar und 5 Anbisstellen, die im Abstand nach Jahreszeit variiert werden. Haben mehr Schweberenken als die dicken Bodenrenken, die nehmen keine Gummis- ausser im April/ Mai, wenn sie einen weissen Gummi für eine Maifliegennymphe halten. Für die braucht es auch feines Gerät, da sich der Biß kaum merklich nur wie ein gehaktes Blatt anfühlt. Für die Möhne wäre eine Dropshothegene sicher eine Idee…

  9. bruwator
    bruwator 29 Januar, 2019, 21:30

    …noch ein Tipp: am besten beisst es kurz nachdem der Anker runtergelassen wurde, da der Boden aufgewirbelt wurde und Mückenlarven etc. in der Schlammwolke sind. Da viele durch den Ipilot nicht mehr zum Ankern „genötigt werden“ fehlt der Effekt. Wenn bei mir längere Zeit nicht viel los ist lasse ich einen kleinen Anker verkehrt herum angebunden auf Grund und hebe mehrmals zügig hoch und lasse ihn dann auf den Boden ab, so wird der Grund „umgepflügt“. Meistens startet es dann wieder kurz darauf mit den Bissen.

  10. FrankBuchholz
    FrankBuchholz 30 Januar, 2019, 07:50

    @Johannes Dietel danke, das kann ich nachvollziehen. Ihr folgt also dem Hegenen Prinzip, nur mit herzhafteren Ködern. Ich hab den Uli mal über ein elend langes DS-Vorfach für Hecht sinnieren hören um das Blei aus dessen Sichtfeld zu bekommen und fand das sehr viel umständlicher als es einfach in den Köder zu integrieren. Magst du noch ein paar Details verraten? Wie weit muss das Blei vom Köder weg damit es auf Maräne klappt? Knotest du klassisch-direkt ein oder mit kurzem Seitenarm?

  11. Johannes Dietel
    Johannes Dietel Autor 30 Januar, 2019, 08:02

    @FrankBuchholz: Ich kann mich nicht wirklich erinnern. War auf jeden Fall kein Mega-Abstand zwischen Blei und Haken. Und der Haken saß direkt auf dem Vorfach. Allerdings weiß ich nicht, ob das kein Vergehen gegen die Regeln am See war. Da darf man wohl nur mit Stahl auf Raubfisch angeln. Bzw. mit Kunstködern. Müsste man sich mal erkunden und dann ggf. auf Nymphen umsteigen und mal schauen, ob die zumindest die Maränen nehmen.

Nur registrierte Benutzer können ein Kommentar verfassen.