Ködertest am Blackbass-Tümpel

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Freunde, Ende Juli fahre ich wieder für 8 Tage nach Südfrankreich auf die Suche nach dem Heiligen Gral der Angler, dem Black Bass. Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere User an meinen Bericht von meiner Hochzeitsreise, nun, es geht dieses Jahr wieder an genau den gleichen Ort und Stelle.

Im Vorfeld wollte ich allerdings noch ein paar Köder testen, die unbedingt mit müssen. Ich habe das Glück, eine gute Autostunde von mir entfernt einen kleinen Weiher von 120 X 80 Metern zu haben, in dem einige Black Bass rumschwimmen. Ich war letztes Jahr gute 7-8 Mal da und es ist mir nicht ein einziges Mal gelungen, einen Black Bass zu fangen. Obwohl ich den einen oder anderen Fisch sehen konnte – beißen wollte keiner. Ihr könnt euch sicher vorstellen, der Black Bass ist hier in der Gegend ein rarer Geselle und da ist schnell das bestgehütete Gewässer bekannt und dementsprechend stark befischt. Besonders bei so kleinen Gewässern geht es recht schnell, dass die Fische sämtliche Köder mit Farbcode und SAP-Nummer kennen.

Dieses Jahr sollte ich etwas mehr Glück haben: Als ich am See angekomme, sehe ich direkt einen Fisch, der ganz nah am Ufer steht. (Er steht so nah, dass ich ihn fast übersehen habe.) Ich habe gerade einen Keitech Crazy Flapper am Offset Haken montiert und diesen nur ganz leicht mit etwas Lötzinn am Haken beschwert. Es sind gerade mal 3 Windungen von 2mm starkem Lötzinn. Also wirklich nicht viel Gewicht, gerade genug um die Ausrichtung des Köders im Wasser dahingehend zu beeinflussen dass der Köder kopfvoran absinkt.

Ohne besonders großen Optimismus werfe also den gesichteten Fisch an – bisher wurden meine Köder immer nur müde belächelt und die meisten Fische haben sich nicht mal in die Richtung des Köders gedreht.

Der Bass hier ist aber anders als die anderen. Der Köder trifft ungefähr einen Meter vorm Fisch auf das Wasser. Und da sehe ich es schon, direkt beim Auftreffen hat der Fisch angefangen wild mit den Flossen zu wedeln. Aus meinem letzten Urlaub weiß ich noch, dass das als Zeichen dafür zu werten ist, dass der Fisch ganz klares Interesse am Köder hat. Ich werde nervös. Werde ich den Fisch dazu zu bringen die letzte Scheu fallen zu lassen? Der Köder sinkt langsam zu Boden, es ist vielleicht 50 cm tief. Der Fisch sieht sich das Ganze mit wildem Gewedele der Flossen an, bewegt sich aber nicht Richtung Köder. Ich werde noch nervöser und beschließe, den Köder ruckartig anzuziehen, wie ein Krebs der panikartig die Flucht ergreift. Kaum steht der Krebs wieder, schießt der Fisch mit Vollgas auf den Köder zu und haut sich das Ding weg.

Das geht so schnell… Der Fisch machte bereits den ersten Sprung, bevor ich wieder voll dabei bin. Was heißt hier voll dabei, ich mutiere eher zum Neandertaler der nur noch seinen Instinkten folgt. DU FISCH, ICH DICH FANGEN…. Mein Herzrasen lässt gar keine komplizierteren Gedankengänge zu. Ich meine, hey, ich bin diese Fischart gar nicht gewohnt und der Biss und Drill ist mit das Geilste, was man haben kann und ich war schon so oft an dem Gewässer und jetzt hängt tatsächlich einer von den Gesellen an MEINEM Haken. Wahnsinn.

Irgendwie schaffe ich es dann auch, den Fisch mit dem „Bassgriff“ zu landen. Ok ich muss mit einem Bein ins Wasser (ähm in den Schlamm) aber so einen Black Bass ohne Bassgriff landen? NEEEEE das zählt nur halb.

Im Anschluss an die Landun folgen dann noch schnell zwei Selfies (ich glaub es ist das dritte oder vierte Selfie in meinem Leben) und anschließend habe ich gebetet, dass sie gut geworden sind.

gilles-bass

Noch schnell zwei Fotos von vorne und zurück damit.

flapper-bass

Boah, was haben meine Beine da gezittert. Ich war so aufgeregt. Einfach nur der Hammer. Nachdem ich den Fisch zurückgesetzt hatte, blieb ich noch kurz sitzen, aber irgendwie hatte ich so ein Kribbeln am ganzen Körper. Komisch. Aber klar, beim Fotomachen hab ich mich doch glatt in ein Nest mit Feuerameisen gesetzt. Leute ich sag euch, die waren NOT amused, dass ich meinen dicken Hintern in deren Wohnung gepflanzt habe und haben mich das auch spüren lassen. Aber irgendwie war mir das dann auch ganz egal und das Grinsen im Gesicht wurde nicht weniger.

Ich hatte in den nächsten 20 Minuten zwischen den Wurzeln im Wasser noch zwei knallharte Bisse auf den Crazy Flapper. Ihr hätten mein Gesicht sehen sollen bei den Bissen, dachte ich wäre im falschen Film. Die Bisse haben sich dann allerdings als Mitt-70er-Hechte rausgestellt. Auch nicht schlimm. Alles in allem war ich, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, absolut zufrieden mit meinem Ködertest. Und die Flapper sind auch in mehreren Farben in meine Box gewandert. Es sind ja nur noch 2 Wochen….

Ich werde berichten!

Gilles

 

Kategorien: Bass

Kommentare

  1. Fischer Hans
    Fischer Hans 12 Juli, 2015, 18:36

    Hammer! Klasse Fisch, da bin ich ja echt ein bissl neidisch 😉

    Gilles, deine Berichte in letzter Zeit sind spitze…weitermachen und ich wünsche schonmal viel Spaß und Erfolg im Urlaub.

  2. Barschloch84
    Barschloch84 13 Juli, 2015, 10:33

    Wow geiler Fisch und ein super geschriebener Bericht!!!!

    Top weiter so bitte!

  3. cybershot
    cybershot 13 Juli, 2015, 16:08

    Es sind die hart erarbeiteten Fische, die in Erinnerung bleiben. Ich habe auch ein paar solcher Erinnerungen und die sind viel mehr wert als z.b. der geguidete Meter vom Bodden.
    Herzlichen Glückwunsch und weiterhin so viel Freude
    Captura y suelta
    Uwe

  4. BaZu01
    BaZu01 14 Juli, 2015, 20:24

    Schöner Bericht und toller Fisch! Wir fahren morgen nach Italien, mal sehen ob wir da den ersten Schwarzbarsch überlisten können.

  5. ludwiaushalle
    ludwiaushalle 17 Juli, 2015, 13:52

    Hi,
    einen sehr schönen bericht hast du geschrieben!
    Ich habe zwar noch nie auf Schwarzbarsch geangelt und auch keinerlei praktische Erfahrung aber ich habe immer wieder gelesen das an viel beangelten Gewässern BFS-Techniken punkten können. Das wäre vieleich ein Versuch wert.

    Gruß Ludwig

  6. NorbertF
    NorbertF 21 Juli, 2015, 13:44

    Geile Geschichte Gilles, Petri!

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