Holy „Hoe“-lland

Holy „Hoe“-lland

Im Leben eines jeden Raubfischanglers ist es irgendwann soweit: Die obligatorische Holland-Reise steht vor der Tür. Zugegeben, eigentlich schlägt mein Herz eher für unberührte und verwilderte Gewässer, an denen man in den Bear Grylls-Modus switchen muss, um an seine Fische zu gelangen. Je unzugänglicher und menschenleerer, desto besser. Allerdings ziehen besagte Ziele auch eine aufwendigere Planung, höhere Kosten und eine nicht zu unterschätzende Blank-Gefahr nach sich. Nicht, dass mich das in irgendeiner Weise davon abhalten würde meinen Träumen nachzujagen (S/O Asien, Mittelamerika, Afrika und Co. brauchen sich nicht in Sicherheit wiegen), aber wenn sich kurzerhand die Möglichkeit bietet „Easy-Fishing“ quasi „ums Eck“ zu betreiben, schlägt das gummikind schneller zu als ein ausgehungerter Mai-Hecht.

Den „Köder für meinen Anbiss“ servierte mir Simon aka aspiusfan, der den meisten von euch durch seine zahlreichen Beiträge und Startseitenartikel bekannt sein dürfte. Durch ihn bin ich erst auf Barschalarm gelandet, durch ihn und Niko aka pikehead habe ich – meine Hausgewässer betreffend – einiges an Input bekommen und zwei mehr als fähige, talentierte und vertrauenswürdige Angelbuddies dazugewonnen, deren Herzen ebenfalls aus High-Modul Carbon Fasern bestehen (Grüße an die boys <3). Nach zahlreichen Neckar-Sessions mit Pikehead war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis unsere fischgeilen Ärsche gemeinsam irgendeine Landesgrenze passieren. Für Simon als bekennenden Amsterdamfan sind die mehrmals jährlichen Abstecher Richtung Nordwesten mittlerweile Standard. Streetfishing im Land der Windmühlen, hat es dem Vize Barsch-King besonders angetan. Etwa ein halbes Dutzend erfolgreich absolvierter Trips hat er bereits auf dem Konto, einige davon fanden in literarischer Form ihren Weg auf die Startseite. Wem es bei solchen Fangergebnissen und Barschgrößen nicht in den Fingern kribbelt, der sollte sich dringend in die Hände von Dr. Robert Arlinghaus begeben, um eine anglerische Dysfunktion auszuschließen… Leider zähl(t)e ich mich zu eben jenen Härtefällen, die beim Gedanken an Beton, Wind, (teils) offene Wasserflächen und „untermaßige“ Zettis nicht instant in die Hyperventilation verfallen. Klar, es gibt Fisch und zwar reichlich. Aber: 1. Beläuft sich der Großteil der Fänge auf kleine Zander 2. missfiel mir irgendwie der Gedanke, an einem Gewässer zu fischen, das mit Naturbelassenheit genauso viel am Hut hat wie die Erstplatzierung in der Blinker-Hitparade mit anglerischem Können (#nohate<3). Den eigentlichen Reiz, den wahren Vibe des Streetfischens, sollte ich erst im Verlauf unserer Reise begreifen. Eigentlich hatte ich mir meinen ersten Trip in die Niederlande immer anders ausgemalt: Mindestens 7 Tage, Hollands Diep, Boot, ein Rutenwald aus (für jede noch so kleine Nischensituation) passenden Kombos und prallgefüllte Tackleboxen mit Allem was das Herz von Barsch, Zander und Hecht begehrt. Wie immer: Fernab jeglicher Realität…

Da aus den (ebenfalls recht utopischen) Reiseplänen für die winterlichen Semesterferien nichts wurde und aspiusfan mir versicherte, mit wenig Geld und wenig Tackle, vergleichsweise viel erreichen zu können, sagte ich kurzerhand zu und stellte mich gedanklich auf eine unbeschwerte und dankbare Angelei ein. Immer mehr gefiel mir die Vorstellung, mit Rucksack, Rute und Bike die Straßen Amsterdams abzuklappern, Sonne zu tanken (ich Narr…) und „hier und da“ paar saubere „Tocks“ abzustauben. Aussagen wie „Du fängst eigentlich echt überall“ oder „Es ist teilweise scheissegal, welche Baits du nimmst, die gehen auf alles“ heizten die anfangs gemäßigte Vorfreude gehörig an. Abgesehen davon, sind Februar und März bekanntlich die „toten“ Monate hierzulande und was könnte wohl besser über die Beissflaute hinwegtrösten, als freiwillig Opfer von Adrenalinschub-Salven zu werden?

Soweit die Theorie… Ein paar Tacklebestellungen im preislich überschaubaren Bereich (Gummis, Jigs, Dropshotbleie, Cheburashka-Köpfe, Snaps), der vergebliche Versuch den Vispass online zu bezahlen und Trashtalk in der Whatsappgruppe (Soll das Belly mit?/Vorschläge für Fishingchallenge – Numbers oder Bigfishpoint?; Verlierer gibt Runde Kibbeling aus): Die Zeit des qualvollen Wartens, verging (zu meiner Überraschung) wie im Flug und der 28.2. stand vor der Tür.

FUCK WARTE WAS? Der 28.??? „Ich dachte wir fahren am Ersten!?“ So lautete meine Nachricht Montagmorgen… als ich mit feinstem Schädelweh und flauem Magen halbtot die Kruste von den Augen kratzte und mir sehnlichst wünschte, mich auf meinem Handydisplay verlesen zu haben.

Verkatertes Angeln hatte ich über die Jahre zwar perfektioniert, verkatertes Packen dagegen barg durchaus Gefahren. Was die ganze Geschichte aber wirklich dramatisch machte, war die Tatsache, dass ich mich im (vom Abfahrtsort) 290 km entfernten Augsburg im Haus meiner Mutter befand und zwar in einem Zustand, der mich schon bei der korrekten Platzierung des Urinstrahls an meine motorischen Grenzen brachte. Zu allem Übel stand mein Auto (das ich schon in wenigen Stunden über die Autobahn jagen musste) in der Innenstadt, rund 10 km von Mamas Butze entfernt. Der Hangover war das verdiente Ergebnis meines nachträglich gefeierten Geburtstages, dessen schlaflose Zelebrierung sich von Freitag- bis Sonntagabend durch das Wochenende zog, womit besagtem „Kater“ eher der Begriff „wütendes Löwenmännchen“ gerecht wurde.

Und was lernen wir draus? Genau, Mütter: schaut zu, dass eure Söhne nicht zu so ungünstigen Zeiten geboren werden!

Sofern meine auf Sparflamme betriebenen, synaptischen Aktivitäten es zuließen, fantasierte ich während der Fahrt alle erdenklichen, anglerischen Szenarien zusammen (die bis zum Halbkreis gebogene Penzill stets in der Hauptrolle) und versuchte mental die Item-Liste, auf typische Leichtsinnsfehler hin, lückenlos abzuarbeiten (Tackleboxen, Kamera, Ladekabel, Ausweis, Zahnbürste, Handtuch etc. etc. etc…). Letzteres erwies sich als unnützer Energieverbrauch, denn bis zu meiner Ankunft in Mannheim hatte ich sowieso alles wieder vergessen. (Der Löwe brüllte zu laut.) Als ich dann um 11 Uhr Abends, zwecks Inhaltsstrukturierung, eine Tacklebox gefühlte 30 Minuten lang anstarrte und sie anschließend trotzdem aussah, als hätte sich ein Askari-Laster mit 200 Sachen 5 mal auf der Autobahn überschlagen, fand ich mich mit dem Gedanken ab, vor Abfahrt kein Auge mehr zuzudrücken. Alles was auch nur ansatzweise hätte zum Einsatz kommen können, fand seinen Weg in die Taschenfächer. Hauptsache drin! Wie und in welcher Reihenfolge, war erstmal sekundär…

Die Bestellungen ausgenommen, hatte ich mich noch nie so halbherzig auf einen Trip vorbereitet. Normalerweise werden Forenlinks durchforstet, Scrolling-Marathons mit Maps gestartet und Videos gesuchtelt, irgendwie hatte ich präparationstechnisch die Beine hochgelegt und mich zurückgelehnt, vermutlich einfach weil ich das Gefühl hatte bzw. wusste, dass aspiusfan, seine bessere Hälfte Annaahoi und Pikehead ausreichend local-knowledge besaßen und bereits feste Vorstellungen bezüglich der Taktiken und Spot-Reihenfolgen hatten. Besagte Jungs und Mädels gehen immer mit Köpfchen ran, ihnen dazwischen zu funken bzw. an einem von mir noch nicht bereisten Ort das taktische Ruder in die Hand zu nehmen, hätte einfach keinen Sinn gemacht. „Trust & Cast“ war die Devise (was bei den bisherigen Fängen der Crew, nicht allzu schwerfiel).

Um halb 4 Uhr morgens, blendeten mich die Scheinwerfer von Annas Kombi und ließen den mittlerweile etwas ruhiger gewordenen „Löwen“ für einen kurzen Moment aufbrüllen, wobei die Kombination aus Stress und stetig wachsender Vorfreude ,als zuverlässiges Narkosemittel gegen die „Bisswunden“ der fiesen Raubkatze fungierte. Carryall (prall gefüllt mit Klamotten & Tackle), Snowboardoutfit (Wetterbericht versprach Böses), Rucksack, Ruten und eine Plastiktüte (Energydrinks & munchies) wurden tetrisartig in den Kofferraum gestopft, bevor es endlich in Richtung gelobtes Land gehen sollte.

Das optimale Streetfishing-Setup hatte ich nicht am Start, wie immer musste die Penzill an vorderster Front die Stellung halten, Rückendeckung in Puncto Pike gabs von meiner – ebenfalls seit Ewigkeiten gefischter – Savage Gear MPP Predator (>50g) + Sargus. Geheimfavorit war aber die – schon seit Jahren  überfällige und ENDLICH realisierte – Baitcasterkombo (Daiwa Powermesh MH 10-35g +  (aufgrund meiner dürftigen Wurfskills) noch mit recht grober Braid (0.18er) bespulte Shimano Curado 201 I HG. Für knapp 220 Euro Gesamtpreis, gibt’s da nix zu beanstanden, die Rute soll in erster Linie zum Twitchen und leichten Jerken herhalten, lässt sich aber auch gerne mal bisschen mehr Wurfgewicht aufdrücken und ist ebenso fürs gelegentliche Jiggen und Vertikalen bestens geeignet. Ein relativ straffes Stöckchen, jedoch mit ausreichend Flex, um sich a) beim Werfen aufzuladen und b) Fluchten sicher abzupuffern. Irgendwo zwischen fast und moderate würde ich sagen, genug Backbone ist für den Fall der Fälle ebenfalls vorhanden. Zur Rolle muss ich wahrscheinlich nicht viel erzählen. Den meisten BClern  unter euch wird sie ein Begriff sein. Im unteren Preissegment das „Vorzeigekind“ von Shimano. Läuft smooth, tut was sie soll und hat (laut Usern) ne ordentliche Lebensdauer. Passt.

Obwohl die – eigentlich zum leichten Hechtfischen und Bassen im Cover gedachte –  Kombo für den anstehenden Urlaub nicht essentiell war, wollte ich keine Möglichkeit auslassen an meinen erbärmlichen Casting-“Künsten“ zu feilen. Und wenn die Fische sowieso laufen und man sich dumm und dämlich fängt, lassen sich Perücken und geringere Wurfweiten halbwegs verschmerzen (naives, kleines gummikind…).

Die Fahrt verging (meines Empfindens nach) wie im Flug: Autolichter, der chemisch-süße Energygeschmack auf der Zunge, Angelstories, eine wenig spektakuläre, von Regen geprägte Morgendämmerung, ein paar Minuten Amsterdamer Rushhour und…Windmühlen, fassen die ca.5 stündige Reise bestens zusammen.

Im Hostel (Amsterdam Clinknoord) angekommen, wurde Überschüssiges in den luggage room verfrachtet, Skiklamotten drübergestülpt und Rucksäcke für den bevorstehenden Tag gepackt. Letzteres erwies sich in meinem Fall als ziemlich undankbare Aufgabe, da ich erst einmal Ordnung in das eigenverschuldete Tackle-Chaos bringen musste. Als ich das kurzerhand für nötig Erachtete in halbwegs überschaubarer Konstellation zusammengewürfelt hatte, wog der Rucksack genauso viel wie der Fisch, den ich mir von diesem Trip erhoffte. Neuer Backpack-PB auf alle Fälle…

„Kannst du meine Cam noch einpacken“ fragte pikehead und legte sie neben mir aufs Regal. „Jo“ sprach das gummikind und verließ 3 Sekunden später den Raum, ohne sie mitzunehmen…

Verschwitzt, vermummt und übermüdet, machten wir uns auf den Weg zum Tackleshop um den Vispas für pikehead und mich zu organisieren. Die Prozedur verlief (zum Glück) reibungslos und nach der obligatorischen „Bummelrunde“ und ein paar „Hä was kommt in diese Zeile rein?“- Wortwechseln, war die letzte Sprosse auf der Leiter zum persönlichen Season-Opening erklommen.

Ich muss zugeben, dass meine Aufnahmebereitschaft an jenem Tag sehr dürftig ausfiel und der Ablauf eher an einen surrealen Traum erinnerte, indem ich mehr die Rolle des stillen Beobachters, als die des Protagonisten einnahm. Die Auskunft vom Tackledealer über die momentane Beissflaute der Kammschupper, sowie der Vorschlag, es stattdessen auf die aktiveren Hechte zu probieren, gingen spurlos an mir vorbei. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Simon und Niko das Thema bereits beim Verlassen des Ladens zur Sprache brachten und auch mehrmals im Verlauf des Tages wiederholten. Als wir dann am Abend beschlossen, die erste Hälfte des darauffolgenden Tages Meister Esox zu widmen, hätte ich schwören können, dass mir die Info das erste Mal zu Ohren kam.

Aber alles der Reihe nach… Jetzt wurde es endlich Zeit, die Ruten zu schwingen!

Wer im „Clinknoord“ unterkommen will und einen kosten- bzw. Strafzettelfreien Parkplatz sucht, muss die Entfernung von einem knappen Kilometer in Kauf nehmen und sollte sich zweimal überlegen, ob er Bock hat, etwas im Auto zu vergessen. Ich für meinen Teil, hatte keinen Bock und weil ich wusste, dass ich nicht in der Lage war, auch nur EINMAL zu überlegen, bekam der Rucksack noch ein „paar“ Gramm drauf. Die „Adler“ hatten im „Nest“ eingecheckt, das „Pferd war im Stall“, die Rute in der Hand. Der weitere Plan bestand darin, sich zügig Richtung Fähre entlang zu angeln, das Ufer zu wechseln und anschließend Fahrräder zu besorgen, die uns das Spothopping in den kommenden Tagen erleichtern sollten.

Der kalte Wind pfiff aus allen Rohren (natürlich von schräg/vorne) und bremste die 4 incher (am 7g Kopf) auf Stippfischer-Distanz. Eindeutiger Grundkontakt und saubere Führung, beschränkten sich auf die paar Meter vor den Füßen, was dem Angelspaß innerhalb weniger Minuten einen gehörigen Dämpfer versetzte. Niesel-Salven und kühle Böen im Orkanstil, ließen uns relativ schnell und einvernehmlich einen Stellenwechsel in (erhoffte) geschütztere Bereiche vornehmen, von denen es jedoch – wie sich herausstellte – so gut wie keine auf  direktem Weg Richtung Hostel (pikehead war die Abstinenz seiner Fotokamera aufgefallen, sodass wir zurück mussten) und Fähre gab… Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt direkt am Nordufer des IJ (die große, offene Wasserstraße, die sich durch ganz Amsti zieht), wo Anlegeplätze, Slipanlagen und monotone Betonmauern die Uferlinie prägen. Pfosten, Brücken, Vorsprünge und Einläufe, bieten dabei gute Anhaltspunkte, die es sich (bei humaner Wetterlage) auf jeden Fall zu befischen lohnt, in unserem Fall aber zeigte sich a) Petrus ziemlich streitsüchtig, b) saß uns der eventuelle Verlust von pikeheads Cam durch langfingrige Hostelbesucher im Nacken und c) galt es ein Häkchen hinter den Bike-Erwerb zu setzen.

Trotz alledem, klappten die Rollenbügel im Minutentakt um, zu verführerisch wirkten die Strukturen… Auf der Brücke über einer Kanalmündung ins IJ hagelte es für Simon, Anna und mich auch schon die ersten Fehlbisse. Brückenpfeiler anwerfen, absinken lassen, 1-2 Umdrehungen… „TICK..TICK…TICK“ (Kleiner Bruder vom „Tock“) → Anschlag → „Fuck ey…“. Dieses Spiel wiederholte sich einige Male, bis wir die Schnauze voll hatten und weiter zogen. Vom Gefühl her, glichen die dosierten Anfasser Schnurschwimmern im Köfischwarm, aufgeraute Stellen im Schwanzbereich des Shiners aber, ließen vorsichtige Barsche vermuten. Kleinere Baits bzw.  passivere Präsentation (DS, C-Rig etc.), hätten die Partie evtl. zu unseren Gunsten entschieden, der Zeitdruck und die Tatsache, dass es „sowieso überall beißt“ hielten uns aber davon ab, dem Geheimnis der undankbaren „Zupfzicken“ weiter auf den Grund zu gehen.

Niko war schon lange außer Sichtweite, während wir noch gemütlich, mit der Schnur unter dem Zeigefinger, über die graue Promenade inmitten der tristen Industrielandschaft schlenderten. Im Prinzip fand ich mich in genau jener Szenerie wieder, die für mich stets einen „Minuspunkt“ beim Gedanken an das Angeln in Holland darstellte: Wind, Regen und Beton… Aber irgendwie war es nicht ansatzweise so scheisse, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Prinzip, am Ufer absurd fischleer wirkender Gewässer entlangzulaufen und „auszuwerfen, wo man gerade Bock hat“, fing an, mir zu gefallen. So kamen wir z.B. nach ein paar hundert Metern an einem schmalen, windgeschützen und mit Booten übersäten Seitenarm vorbei. Es war quasi eine ca. 150 m und lange „Sackgasse“, deren Ende direkt vor unseren Füßen lag. Das Wasser sah aus, als wäre es dort selbst als Ratte ratsam, sich zweimal zu überlegen, ob man einen Schluck daraus nehmen will… Nichtsdestotrotz wurde Annas erster Parallelwurf entlang der Boote mit einem „Tock“, sowie „L-förmig“ angeordnetem Gummi belohnt. Die Tiefe betrug hier gerade mal 70 cm – Amsterdam halt…

Bei solch einer Bissausbeute (15 Minuten / 4 Leute/ ca. 8 Bites) war es also nur eine Frage der Zeit, bis wir mit stolzem Siegergrinsen unsere ersten Fische Richtung Kamera strecken würden… (Genieß die Aussicht von deinem Luftschluss, kleines gummikind, solange es noch steht.)

Am Eye Museum angelangt, befanden wir uns endlich an einem Spot, der meinen Mitstreitern in der Vergangenheit bereits gute Fänge beschert hatte. Ein markanter „Knick“ im Ufer, das sich als großzügig auslaufende Steinpackung unter Wasser fortsetzt, bietet hier beste Voraussetzungen für Barsch und Zander. Sinnvoll einsetzen, lässt sich eine dementsprechend breite Palette an Baits. Von Gummis am leichten Jig oder Chebu-Head, über Cranks und Minnows bis hin zu Blechködern hat – je nach Beisslaune, Zielfisch, Tageszeit und Wassertrübung – alles seine Berechtigung. Simon z.B. ließ einen chartreusefarbenen Crankbait über die Steine dopsen, während ich zwischen Minnows und kleinen Swimbaits am Cheburashka Kopf wechselte. Wenn ich mich recht erinnre, fielen auch an dieser Stelle ein paar Mal die Worte „Fuck, Biss gehabt…“, verwerten jedoch, ließ sich keiner davon…

Als wir Niko wieder eingeholt hatten, endlich die Erlösung: „Entschneidert!“ Laut ihm ein knapp 30er Barsch, auf den zuvor im Tackleshop erworbenen Pigletshad (10 cm/ Baby Blue) am 5g Chebu. Den Weg auf die Speicherkarte fand der Premiere-Punk leider nicht, aber egal, die genannte Größe ist ja – für Amsterdamer Verhältnisse – schließlich auch nur das untere Ende der Fahnenstange.

Ein paar weitere, hinerhältige Anfasser (bei den anderen) waren aber das einzige, was sich dem Stück vor der Fähre entlocken ließ und so stachen wir voller Hoffnung auf „eine bessere Zukunft“ in See…

„Das Ij-Meer“

 

„Die Crew“

Wir Kinder vom Bahnhof Amsti

 5 Minuten später, befanden sich die Jigs wieder auf Tauchstation. Seile, Spundwände, Pfeiler – Obstacles gab es genug…  Mit ihnen auch den ein oder anderen Hänger und natürlich – wie konnte es anders sein – Fehlbisse. Manche vielen extrem zaghaft aus, sodass ich ab einer gewissen Tiefe, an der Sensibilitätsgrenze meiner Penzill kratzte. Der realitätsferne Geisteszustand erledigte den Rest… Doch auch die anderen Crewmitglieder, bissen sich die Zähne an den Zähnen der Räuber aus, irgendwie wollten diese einfach nicht so recht zupacken.

Und weil ich gerne dazu tendiere, inhaltslose Details auf Gozillagröße auszuschmücken, gibt’s Haue auf die Finger und ich fasse mich kurz: Wir fingen in den kommenden Stunden keinen einzigen Fisch.

Eine Kleinigkeit wäre allerdings paar Zeilen wert: Der bis dato rekordverdächtigste Fehlbissmarathon, den ich je miterleben durfte: Auf Höhe Bahnhof (Nähe Fähre) feuerten wir fleißig unsere Baits (3-4 incher/ 5-10 g Heads) in die „raue See“. Auf ca. 30-40 m Entfernung war es bereits um die 10 Meter tief, wobei die etwas feiner abgestimmten Kombos der anderen 3 (für Details aspiusfans Startseitenberichte checken) ein wenig leichtere Weights (5-7g) als in meinem Fall (7-12g) erlaubten.

Prinzipiell bin ich kein allzu großer Verfechter von „Nanogramm-Neurosen“ und der Meinung, dass ab einer gewissen Tiefe leicht überschüssiges Gewicht durch die Rutenhaltung sehr gut ausgeglichen werden kann, allerdings muss ich zugeben, dass auch mich an undankbaren Tagen (und dieser schien definitiv einer zu sein) die Zweifel plagen. Mein Tief hatte gerade sein Hoch und so setzte ich 2 Anhiebe ins Leere… Aber kein Grund zur Sorge, bei pikehead waren es über 10. Exakt. 10 Bisse innerhalb von 10 Minuten. Alle auf der selben Entfernung, alle auf den selben Bait (Nories Spoontail Shad/Hi Vis Chartreuse). Auch der Wechsel von Chebu auf Jighead änderte nichts (btw: Spitzen waren immer scharf)… Das EINZIGE was sich änderte, waren die Positionen des angelutschten Gummis am Haken. Einerseits brachten die Bisse Hoffnung, andererseits verspürte ich langsam aber sicher einen Hauch von Respekt gegenüber der sagenumwobenen Hafenstadt. (Aus dem Fenster seines Luftschlosses blickend, sah das gummikind allmählich dunkle Wolken in der Ferne aufziehen).

Metapher bei Seite – dunkle Wolken hingen auch über Amsterdam. Inzwischen hatten wir die Drahtesel gesattelt (17 Euro für 3 Tage) und eine Handvoll weiterer Spots am Südufer des IJ unter die Lupe genommen – vergebens. Bisse gab es keine mehr. (Nachmittagstief. Ja auch in Holland bleibt man davon nicht verschont.) Kraft & Konzentration gingen (in meinem Fall) gegen 0. Mein labiler Geist pendelte im Minutentakt zwischen „Fischfangen“ und „Bittetötemich“, ein zusammenhangloser Gedankenstrang jagte den nächsten, Euphorie und Paranoia lieferten sich einen Bare-Knuckle-Fight. Nichts ergab mehr Sinn und dennoch fühlte ich mich, wie ein zum alleinigen Zwecke des Angelns gebauter Roboter, der nicht auf Standby gehen konnte, ehe er seine vorgesehene Aufgabe erfüllt hat. Insane Insomnia… Ein paar Stunden Schlaf, die mit Hilfe eines weniger verkorksten Zeitmanagements durchaus möglich gewesen wären, hätten euch das Gejammer erspart, aber schließlich brauche ich ja eine nachvollziehbare Ausrede für mein anglerisches Versagen… Das mich in den kommenden Stunden (und Tagen) noch einige Male auf den Boden der Tatsachen bringen sollte. So auch wenig später, an einem flach auslaufenden Strand, der aspiusfan und Gefolge in der Vergangenheit schon einige Marschmoppel ans Band gezaubert haben soll:

Spinner und Stickbaits, waren im Hinblick auf die extrem geringe Wassertiefe von Vorteil und hatten – laut meiner Mitstreiter – gegenüber anderen Baits die Nase vorn. Hier wurden die „Bisswunden“ des Anfangs erwähnten Löwen zum ersten Mal spürbar: Ich hatte meine Blechköderbox vergessen… Autsch. Eine üppige Spinnersammlung hatten auch die anderen nicht zu bieten, jeder hatte sich 1,2 Stück in die Box geworfen. Anna und Simon blieben beim traditionellen „alten Eisen“, während Niko die etwas zeitgenössischere Schiene fuhr, indem er sich ein kleines Spinnerbait-Konstrukt samt Trailer zusammengefriemelt hatte. Als ich noch damit beschäftigt war, einen auf unerklärliche Art entstandenen Knoten aus meiner Spule zu fingern, hagelte es für die anderen bereits erste Bisse: „Fisch!“, hallte es diesmal aus den weiblichen Reihen. „Neeeeein, weg…“ folgte einige Sekunden später. Die Rücklaufsperre von Annas Rolle hatte schon im Vorfeld drohendes Unheil angekündigt, indem sie, völlig willkürlich, unter Spannung ausgesetzt hatte, jedoch gleich darauf wieder funktionierte. Jetzt, nachdem einige Zeit vergangen war, hatte sie im entscheidenden Moment (der Fisch stand kurz vor der Landung) versagt und das arme Mädchen schön auf die Fresse fliegen lassen. Eine Erklärung für das Phänomen hatten wir nicht. Gutes Karma geht anders…

Ich clippte einen alten, vergilbten Flachläufer in den Snap, dessen Ableben (Geröllhaufen) sich halbwegs gut hätte verschmerzen lassen und feuerte den Gammelwobbler vorbei an den Felsbrocken. Zwischen gefühlten 100 Steinkontakten gab es 1-2 Stupser, die man evtl. als Anfasser hätte deuten können, doch ehe ich an meinen Bisserkennungsfähigkeiten zu Ende gezweifelt hatte, war auch schon die nächste Rute krumm – diesmal bei Simon.

 

„veni, vedi, fischi – Der versprochene Dickbarsch. Mit 42 cm „guter Durchschnitt“ (ps: sorry für die Trolls, aber der sensible Spot wurde aspiusfan von super netten Locals empfohlen, die ihn darum geben hatten, ihn nicht publik zu machen <3)“

 

„Boom“

 5 Minuten später knallte es bei Niko – 43 cm. Rotierende Blättchen schienen den Geschmack der Räuber voll und ganz zu treffen. Ich hatte nur einen rotierenden Kopf + Rucksack voller Baits zu bieten, die allesamt nicht fähig waren, den recht limitierenden Anforderungen des Spots gerecht zu werden. Selbst kleine Gummis am 3,5 g Chebu und Offset, ließen sich vielleicht 2-3 Würfe hängerfrei fischen, bis sie sich endgültig in den Felsspalten verabschiedeten. Nach 2 Abrissen innerhalb weniger Minuten und keinem weiteren Fischkontakt mehr für die gesamte Mannschaft, hatten wir laut Simon die Kapazität der Stelle ausgeschöpft und räumten das Feld. Durch das extrem flache und klare Wasser, riechen die Streifenträger den Braten ziemlich schnell und machen meistens nach 2-3 „Ausrutschern“ die Schotten dicht, wobei ihre Abstinenz durchaus mehrere Tage anhalten kann. Gutes Gefühl, soeben seine „Sure-shot-Chance“ auf den ersten holländischen Großbarsch verpulvert zu haben… Natürlich freute ich mich trotzdem, dass die local knowledge der anderen gefruchtet und uns ein paar schöne, erste Fische ans Band gebracht hatte!  (Sind das etwa Sonnenstrahlen, die durch die Wolkendecke über dem Luftschloss schimmern?)

…Nein sind es nicht.  Den Rest des Tages betreffend gibt es Nichts, aber auch wirklich NICHTS, das sich beschönigen ließe. Wind, Pisse und Beissflaute. Passend dazu, kassierte Pikehead noch einen „Fickfinger“ in Form von… ach seht selbst:

„Regenschirm/Wischmob-Kreuzung. Die Chancen auf solche Fänge, sind am Grund der Grachten überall gegeben…“

Nachdem wir gegen 18:30 Uhr einen unserer letzten Spots (windgeschützte Brücke mit Beton&Holzkonstruktionen) anpeilten, war ein wenig Aktivität zu verzeichnen. Eine Handvoll hinterhältig spitzer Bisse für die Mannschaft brachten wieder Leben in die Bude, wobei ich zwei vergleichsweise saftige Tocks versemmelte… Immerhin, Simon konnte endlich eines der Glasaugen dingfest machen und ließ unsere Ehre somit nicht komplett im Morast versinken.

„4 Leute – Ein Tag Angeln – Ein Zander. Noch Fragen?“

Durchnässt und gedemütigt, schipperten wir mit der Fähre Richtung Hostel. Das, was zu diesem Zeitpunkt von Gefühlen und Gedanken noch in mir übrig war (8 Stunden Schlaf in 4 Tagen), hatte einen sehr durchmischten Charakter: Knallharte Bedingungen, kaum Fisch, einige Bisse, einige Abrisse… zwei schöne Barsche, zwei von uns Schneider. Klar, in Deutschland wäre man zu dieser Jahreszeit für zwei 40+ Perchs baden gegangen, aber auf holländischem Boden, war – in Relation zum Normal-Niveau – durchaus Besorgnis angebracht.

Was einen solchen Tag perfekt Abrundet? Die Tatsache, dass pikehead ein paar Stunden zuvor, seiner 120 Euro Pol-Brille hilflos beim Absaufen zuschauen musste, die eigentlich nur von seinem Kopf gerutscht ist, weil ich ihn per „Guckmal“-Ruf an meinem 5 fach um ein Ankerseil gewickelten Bait teilhaben lassen wollte. Ein würdiger Tod!

Das Gefühl sich auf die Matratze zu legen, in Worte zu fassen, würde einen weiteren, eigenen Artikel nach sich ziehen, deswegen belassen wir es bei: Orgasmus. Der Plan für den nächsten Tag lautete: Polderpikes! Der Tackledealer hatte uns ein von aberhunderten Gräben und Seen durchzogenes Flachwassergebiet ganz in der Nähe Amsterdams empfohlen, das wir bei Google Maps im Schnelldurchlauf unter die Lupe nahmen, um uns auf einen Abschnitt zu einigen, der im Laufe des Vormittags zu bewältigen war. Anna nahm sich vor, alleine in die „Straßen-Schlacht“ zu ziehen und ein paar ruhigere Ecken an den windgeschützteren Grachten zu befischen. Eine Box Hechthappen hatte ich dabei, allerdings fehlten sowohl die ganz großen Jungs, an denen sich willige Mamas zu dieser Jahreszeit besonders gerne vergreifen, als auch ein entsprechender Stecken.

 

Der Pike-Park

Nach 7 Stunden Tiefschlaf läutete der Handywecker die „zweite Schicht“ ein. Leichte Abgeschlagenheit und ein ekelhaftes Ziehen im Hals, waren deutliche Warnsignale meines Körpers der in Folge des schonungslosen Programms der Vortage nach Ruhe ächzte, sich damit aber noch leider bis zum Ende der Reise gedulden musste…Ibu, Kaffe, Hostelfraß → Attacke!

Ekliger (und somit hechtiger) hätte das Wetter nicht sein können: Regen, Wind und Wellen. Wir parkten die Karre am Ende eines Vorortes, der mehr an eine Kulisse aus „The Truman Show“ als an Reallife erinnerte: Rote Backsteine, beängstigend saubere Straßen und Gärten, die selbst Engländern oder Japanern Minderwertigkeitskomplexe bezüglich ihrer Akkuratesse einjagen würden, ließen niemals vermuten, dass sich nur einige Meter weiter, ein Hechtgewässer erster Güte befand.

Alle drei fischten mittelschwere Kombos und waren mit Gummis (leichte Jigs & Shallow Rigs), Hardbaits und Spinnerbaits ausgestattet. Zum Antesten boten sich gängige Größen zwischen 12 und 20 cm an, da es in erster Linie galt, Fischkontakt herzustellen und ein ungefähres Bild von der Bestandsdichte zu erhalten. Voller Euphorie, knoddelte ich das Fluovorfach (1mm Durchmesser) an die Hauptschnur meiner Baitcaster, deren ersten, serösen Einsatz ich schon lange herbeigesehnt hatte. Am Wasser angekommen, wich besagte Euphorie aber einem Gefühl der Verzweiflung, denn mehr als 20 m ließen sich aus der Kombi „Windstärke 5/ Wurfskill 0“ nicht raus holen. Nach knapp 20 Minuten Birdnest-Massaker und „Präzisionswürfen“, die an meine ersten Versuche mit der Spinnrute erinnerten, beendete ich das „Premiere-Projekt“ und stampfte ungeduldig zurück Richtung Parkplatz, um meine MPP Predator Spin zu holen, während die anderen zwei, fleißig ihre Baits in die Sturmfluten feuerten.

Als ich nach knapp 20 Minuten zurückkehrte, die Info: 3 Pikes! Der Erfolgsspot: Eine kleine Bucht, in welche der Wind Vollgas reindrückte. Sowohl Hardbaits, als auch Gummis hatten gefunzt. 2 Würfe später blieb der nächste „Schleimerpel“ bei aspiusfan hängen. Gab es langsam aber sicher Grund zur Hoffnung?

„10 Sekunden Sonne, waren Grund genug für ein Foto…“

„…bevor es in gewohnter Manier weiterging“

 Jap, in der Tat: Auch die darauffolgenden Schilflücken brachten Fischkontakt, auch wenn keiner der Bisse verwertet werden konnte.

Die Durchschnittstiefe in Wurfdistanz betrug zwischen 50 und 120cm+. Das torfige, dunkelbraune, klare Wasser war durch den Wind etwas angetrübt, wies aber für Hechte noch ausreichende Sichtverhältnisse auf. Ob sich der Großteil der Fische in dem von uns beangelten Radius befand, blieb fraglich, wobei Ende Februar/Anfang März eigentlich bereits „Flachwasserpflicht“ herrscht, da sich die meisten – und vor allem auch größeren – Exemplare  allmählich in ihren Laichgebieten einfinden, wo später dann Liebesspiel und Eiablage stattfinden.

Ohne mich groß zu verkopfen, setzte ich mein Vertrauen in jene Gummis, die hierzulande in den letzten Jahren für eine gesunde Bissfrequenz gesorgt hatten und auch bei langsamer Einholgeschwindigkeit funktionierten: Kopyto, Shaker, Cannibal Shad, Sea Shad, Fox Pro Shad etc. Schwebende Twitchbaits und kleine Jerks schienen mir von den Präsentationsmöglichkeiten (lange Pausen, Optik, Rasseln, starkes Flanken) im Hinblick auf Wassertemperatur und Gewässertiefer geeigneter, ließen sich aber auf Grund der extremen Windverhältnisse kaum auf Kontakt halten, was weder der Führung, noch der Bissausbeute entgegen kam. Ein langsam eingeleierter Gummi, sorgte für durchgehendes Köderfeeling und 100% Bisserkennung.

Nachdem Pikehead seinen geliebten DUO Realis Jerkbait Pike Limited versenkt und wir noch eine Handvoll Fehlattacken kassiert hatten, stieg ein schöner 70er bei Niko aus, der – ebenfalls im Eck einer an der Prallseite des Windes gelegenen Bucht  – beim Anblick eines Soft 4Plays (20 cm) schwach geworden war.

Im Prinzip hielten die meisten, optisch hechtverdächtigen Spots auch Fisch, nur hängen bleiben wollten keine davon. (Und das, wo ich doch gerade Zeilen zuvor so überzeugt von meiner Gummifischtheorie berichtet habe.)

Das Gewässersystem hatte was von einem Angel-Resort: Geteerte Wege, gemähter Rasen und Wasser zu allen Seiten. Wie ein Kind im Freizeitpark rennt man hier von Attraktion zu Attraktion und hofft auf den ultimativen Kick. Dabei produzierten schilfbewachsene Gewässerabschnitte mittlerer Breite (10-30 m) und angrenzender, großer Wasserfläche die meisten Bisse – wenn dann auch Wind ins Eck drückt: Perfekt!

Stück für Stück, erschlossen wir uns den „Pike-Park“ und machten an markanten Strukturen wie etwa ausgedehnten Schilfgürteln, Totholz und Brücken etwas länger Halt. Eine Kombination aus allen 3 Beschaffenheiten, entpuppte sich erwartungsgemäß als „Seniorenheim“, dessen Bewohnerin eine Schwäche für dicke Softjerks hegte: Niko ließ den 4 teiligen Gummischlappen von der Brücke aus aufs Wasser klatschen und pullte ihn mit sanften Schlägen und kurzen Pausen durch

den waldumsäumten Graben. Die Hechtoma (gut 1m+) schien schlecht gefrühstückt zu haben und striff mit offenem Maul die Flanke des Baits, um kurz darauf einen zweiten Versuch zu starten, der etwas zielsicherer ausfiel und Niko mit jenem Anblick belohnte, der bei jedem Raubfischangler für feuchte Höschen sorgt: Man sieht den riesigen Schädel aus dem „Nichts“ auftauchen, die Kiemen klappen auf, blitzen in silbrigem Grün, der Köder verschwindet im Handballgroßen Schlund… Und wird mittels Anhieb wieder dort raus befördert – classic.

Eine Situation, wie sie manche von euch – inklusive mir – bestimmt schon einige Male erlebt haben. Weniger gewöhnlich war dagegen die Tatsache, dass ein solch „erfahrener“ Fisch trotz „enttarnter Falle“ ein drittes Mal nachfasst… Da spürt man eben die 500 km Unterschied…

Leider ging auch diese Attacke nicht zu Nikos Gunsten aus. Pikehead vs. Pikehead…Pikehead wins…

Ein wenig wurmte es mich schon, dass ich den Hecht innerhalb meiner holländischen Bucket-List von Anfang an, am Ende eingereiht und somit entsprechendes Gerät samt 20cm+ Schlappen daheim gelassen hatte. Bei wenigen Tagen Angelzeit, war es nicht wirklich klar gewesen, ob wir es überhaupt schaffen würden, eine Pike-Session einzulegen, schließlich hatte keiner mit den Diva-Launen der Kammschupper gerechnet. Und bei ohnehin wenig Platz im Auto galt es, eine Entscheidung zwischen mittlerer und schwerer Spinnrute zu treffen…

Ein paar hundert Fußmeter, Gräben und Fehlbisse weiter, stießen wir zum ersten Mal auf einen glasklaren (und damit meine ich wirklich GLASKLAREN) Abschnitt, der sich – wie eine Art Zipfel –  als Verengung am südlichen Ende des großen Hauptsees staute und etwas höher als das sich darunter befindliche, von uns bis dahin befischte Gewässersystem befand. Nur ein kleiner Mönch und 3 Meter Landmasse, trennten den Hauptwasserkörper von den deutlich trüberen Gräben, dennoch wirkte der Fußweg wie eine Landesgrenze zwischen Holland und… Schweden.

Ein Blick ins Wasser (und somit auch auf den schlammigen Grund) des Sees, war nicht gerade vertrauenserweckend: Kümmerliche Pflanzenfäden, Schneckenhäuschen und vereinzelte Kiesfleckchen, waren alles, was man zu sehen bekam. Kein Köderfisch, kein Wasservogel, ja, nicht mal ein Ring an der Oberfläche. Erfolgversprechend dagegen, wirkte die Tiefe (2m+ im Sichtbereich), sowie die vorhandene Anbindung an eine riesige Wasserfläche (die mit ziemlich hoher Sicherheit ganzjährig attraktive Standorte aufweist). Was die Sichtverhältnisse des Wassers betrifft, lässt sich bei nicht vorhandener Gewässerkenntnis kaum sagen, welche Trübung die Hechte nun bevorzugen, Interpretationsspielraum wäre in beide Richtungen berechtigt…

Ein paar obligatorische Testwürfe blieben wie erwartet ohne Fischkontakt und ließen uns zügig weiterziehen, wobei die darauf folgenden Gräben teilweise so schmal und flach waren, dass man am dortigen Fischvorkommen entsprechende Zweifel hegte. Trotzdem konnten wir auch hier unsere Finger nicht still halten, denn wo in Deutschland hat man denn sonst bitteschön die Chance, in regelrechten „Pisspfützen“ sein Glück zu probieren?

Und tatsächlich! In einer Maximaltiefe von gerade mal 50 cm, rumsten bei Simon und Niko ein paar Pike-Pincher auf die Baits. Leider war auch davon (vorerst) keiner vehement genug um kleben zu bleiben. Langsam aber sicher, stieg die Fehlbissrate in rekordverdächtige Sphären. Was zur Hölle war denn nur los?

Nach einem 5-minütigen Fussmarsch, erreichten wir wieder den „Clearwater-Part“. Diesmal mit weitaus interessanteren Strukturen: Ein kleiner Hafen mit langen Holzstegen, Pfosten und Booten –  genug Unterstand also für vorsichtige und lichtscheue Fische. Die Tiefe betrug hier 2-4 m, Holzrampe und Promenade ragten weit über das Ufer hinaus, sodass sich größere, geschützte Bereiche unterhalb dieser Bauten gebildet hatten. Einzelne Krautfahnen ließen einen sommerlichen Unterwasserdschungel und somit geeignete Frühjahrslaichplätze vermuten. Es dauerte nicht lange, bis unsere Erwartungen bestätigt wurden, als sich plötzlich ein Kroko jenseits der 1.15m Marke (offenbar durch unser Trampeln auf dem Steg verschreckt) aus dem Schatten schob und seelenruhig Richtung Boote gleiten ließ. Natürlich ging jeder unserer euphoriebedingten Anschmeiss-Versuche ins Leere bzw. veranlasste die Mutti dazu, noch einen Zahn zuzulegen. Außer dieser Begegnung, war von Fisch keine Spur und so gaben wir uns nach ca. 20 Minuten Weitwerfen (der Hafen liegt in einer Art Bucht mit Verbindung zum Hauptsee) geschlagen und beschlossen, langsam aber sicher den Rückweg anzutreten.

Im angenehmen Tempo, fischten wir uns die Hälfte der Strecke über ein paar andere Gräben Richtung Auto, wobei Simon und Niko noch einige Bisse bekamen, von denen endlich mal wieder ein paar in Kiemengriffen resultierten. An dieser Stelle (wie in all meinen bisherigen Berichten…) dickes Sorry für viiiel zu wenig Bildmaterial, aber Wetter & Beissverhalten machten anderweitige Ablenkungen“ unmöglich, zumal ich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich immer noch Schneider war. Heiliges Holland…

Nachdem wir gegen Mittag, an der bis dato vielversprechendsten Bucht (4 Fische am Morgen) erneut unser Glück probierten und erfolglos blieben, war es an der Zeit das Feld zu räumen. Das Ergebnis: Ca. 6 Hechte (40-60 cm), mindestens doppelt so viel versemmelte Bisse und ein Schneiderlein. Irgendwie wollte ich in den Niederlanden einfach nicht so richtig Fuß fassen. *gummikind zuckt, als die ersten Blitze in die Türme seines Luftschlosses einschlagen.*

 

Back to the streets

 Im Hostel angekommen die bittere Klatsche: Blank für Anna. Den kompletten Vormittag hatte sie sich durch die Grachten geangelt, ohne auch nur einen Fisch zu Gesicht zu bekommen. Selbst ein alt bekanntes Amsterdamer Urgestein (irgendein Typ, den sie schon auf den vorherigen Trips kennengelernt und beim Abräumen beobachtet hatten) war an seiner Lieblingsstelle nach einer zähen Dropshotsession leer ausgegangen. Was zur Hölle war denn los? Sollte das hier ein urbanes Äquivalent zu meinem Bass-Fail im März 2016 werden? Bestünde tatsächlich die Gefahr, 3 Tage am Stück zu blanken? Nochmal: in HOLLAND?! Keine Ahnung wie ich damit umgehen sollte, aber die sich anbahnenden Schweißperlen auf meiner Stirn ließen sich nicht leugnen.

Somit war zwar immerhin klar, dass es weniger an uns als an der momentanen Fresslaune der Fische lag, aber dennoch MUSSTE es eine Möglichkeit geben, das Ruder – wenigstens um ein paar Grad – herumzureißen. Auffällig war, dass fast alle der nicht verwerteten Attacken in relativ tiefem Wasser kamen und konzentriert ausfielen, was definitiv nach einer langsamen Präsentation a la DS & C-rig verlangte. Das Wetter hatte sich nicht merklich verändert, lediglich der starke Regen blieb aus, was allerdings dem voraussichtlichen Durchhaltevermögen (welches wir definitiv an den Tag legen mussten) etwas entgegen kam…

Während Simon und Anna beschlossen, noch eine Runde im Hostel zu verweilen, zogen Niko und ich erneut in die „Straßenschlacht“. Obwohl der „Hechtkopf“ bereits Beute gemacht hatte, war er noch lange nicht satt. Junge komm klar – was sollte ICH sagen?!

Naja, genauso viel wie uns in den nächsten Stunden an den Haken ging: Nämlich GAR NICHTS!

Nach einem kräftezehrenden Mülltüten-Drill am Big-Barsch Spot vom Vortag, und original ZERO Fischkontakten auf dem Rest der Strecke, trafen wir uns mit Simon & Anna, um den weiteren Verlauf zu planen. „NSDM Werft“ – DER Zanderspot in Amsterdam, war unsere letzte Hoffnung und sollte sich dort kein Räuber erbarmen, stünde es sehr, sehr, seeehr düster um ein Happyend für unseren Trip…

Der Wind ballerte nach wie vor aus allen Rohren und die Tatsache, dass der NSDM Pier weit und ungeschützt ins IJ-Meer hinausragt, machte die Umstände nicht gerade angenehmer. Immerhin schienen die Witterungsverhältnisse ekelhaft genug zu sein, um ansässige Angler in ihren vier Wänden zu halten und uns freies Schussfeld zu ermöglichen. Vielleicht sind die Locals aber auch einfach schlau genug und gehen bei derartig miserablem Beissverhalten gar nicht erst raus. Wir jedenfalls, hatten keine Wahl, Urlaub is Urlaub – „fish or fail!“ bzw. „fish & fail…“

Stählerne Stege, Betonwände, riesige Dampfer (stehen dort das ganze Jahr über), sowie eine anständige Wassersäule von 4-12 m (Je weiter vom Ufer weg, desto tiefer) bilden – zusammen mit dem teils steinigem Grund – ein wahres Zanderparadies. Bei guten Bedingungen sind durchaus Pro-Kopf-Fänge im zweistelligen Bereich möglich und das, innerhalb weniger Stunden. Zudem hatte die Stelle bei meinen Mitstreitern im Herbst und Winter sehr gut funktioniert – Fische stehen dort eigentlich das ganze Jahr über.

Im Hinblick auf die Beschaffenheit des Spots, die Passivität der Glasaugen sowie die vorherrschenden Windverhältnisse, bot sich eine grundnahe Präsentation am DS-Rig an, zumal man aus einigen Metern Höhe angelt und einen sehr steilen Winkel zum Köder besitzt, was die langfristige Führung am Jigkopf zu einer relativ anstrengenden Angelegenheit macht. Niko und Simon steuerten zielsicher die Lücke zwischen Beton und Dampfer an, was die Vermutung nahelegte, dass sie dort die meisten Fische in der Vergangenheit gefangen haben.

Ich entschied mich demnach für die andere Seite und schickte die Bleikugel samt Pintail (4 inch Shad Impact/Electric Chicken) auf Tauchstation.

Eine Weile passierte nichts. Im Schneckentempo dopste das Rig über die Steine, wobei ausreichend Pausen eingelegt wurden, um auch den Ansprüchen der faulsten Fische gerecht zu werden. Waren 2-3 m „abgeschliffen“, ließ ich den Gummi – ohne dabei das Blei anzuheben – durch sanfte Schläge in die schlaffe Schnur auf der Stelle schwänzeln und Richtung Grund absacken. Zwischendurch straffte ich die Leine, hielt das Ganze ein paar Sekunden auf Spannung und zuppelte erneut. Anschließend „pflügte“ ich mit der Montage weiter über den Grund. Gelegentlich hob ich das gesamte Rig auf ca. einen Meter über Grund langsam an, ließ es einen Moment „stehen“ und senkte es in ebenso moderater Geschwindigkeit wieder ab. Letzteres war laut den anderen beiden, die gängigste, von den Holländern praktizierte Methode um die Räuber ans Band zu locken und den üblichen DS-Techniken voraus.

Ab und zu schaute ich mich nach dem Rest um und musste schmunzeln, einfach weil das Bild die Absurdität der Situation, in welcher wir uns befanden bestens einfing: Kälte, Wind & Regen. Während normale Menschen unter der Decke vor Netflix kuscheln und an ihrem Himbeer-Vanille Tee schlürfen, stehen wir 4 Idioten  mit triefenden Nasen auf einer ins Meer ragenden Betonplatte, starren wie ausgehungerte Reiher ins braune, versiffte Wasser irgendeines fremden Großstadthafens, spielen auf 10 m Tiefe mit einem rosagrün gefärbten Stück Gummi herum und hoffen dabei auf einen kaum wahrnehmbaren Ruck im Handgelenk, welcher – in unseren Augen – die Entschädigung für alle genannten Strapazen darstellt. Anschließend kurbeln wir den (hierzulande als untermaßig geltenden) Fisch  – unter Angst er könne sich vom Haken befreien – an Land, um ihn 30 Sekunden später wieder ins Wasser zu werfen. Mach dir keinen Kopf Mama, es ist nicht deine Schuld…

„Konzentriert“ ist gar kein Ausdruck. Ich WAR der Bait… * Zupf * Zupf * Stillhalt * Schleif * Stillhalt * Zupf… > tick< ! . „War das etwa gerade…??“ Ich schlug an und tatsächlich: Die Penzill war krumm!

„JAPPP!!!“ hallte es über den Pier. Kompromisslos kurbelte ich den kleinen Sauger aus der Tiefe und hievte ihn anschließend 3 Meter hoch durch die Luft, direkt in meine Hände. YES!!!

„Blankblocker!“

Der Bann war gebrochen. Vor mir, baumelte mein erster holländischer Zander (wenn man ihn denn bei einer Größe von knapp 30 cm als solchen bezeichnen konnte). Die 10 cm langen Brutfische, die sich letzten Sommer im Altrhein auf 1er Spinner gestürzt hatten, ausgenommen, war das hier definitiv mein PW – Personal Worst. Ironischerweise kann ich mich aber kaum an eine Situation erinnern, in der mich ein Zetti jemals so glücklich gestimmt hatte. Wie auch bei meinem ersten Basstrip, ging es hier um Anpassung der eigenen Ansprüche im Bezug auf die gegebenen Umstände. Kein Mensch fährt nach Holland, mit dem Ziel einen 300 g schweren Fisch zu fangen. Kein Mensch verspürt großartig Euphorie beim Fang eines solchen Fisches, wenn um ihn herum die Ruten krumm gehen und sich der Rest dumm und dämlich fängt. Nach zwei Tagen Blank und über einem Dutzend versemmelter Bisse aber, sieht die Sache schon anders aus. Nicht zu vergessen, dass meine Mitstreiter allesamt sehr fähige und in punkto Zander, erfahrenere Angler sind, die bereits mehrere Amsterdam Trips mit weitaus gnädigerem Fangergebnis absolviert hatten.

Genug Schulterklopfen, der erste Zetti des Tages war im Kasten, jetzt galt es am Ball zu bleiben.

Und siehe da, schon wenig später „tockte“ es erneut in der Schnur, diesmal auf Fat Swing Impact am leichten Jigkopf:

„Hope is rising“

„Spoiler: Der größte Zander des Trips“

Kurz vor meinem zweiten Fisch, hatte es auch bei Niko ordentlich gerumst und wir wurden Zeuge eines Drills, der anfangs alles außer einem Zander vermuten ließ. Unerwartet harte Gegenwehr und eine zum Halbkreis gekrümmten Rute, zwangen pikehead die Worte „ALTER WAS IST DAS?!“ laut auszusprechen und uns den bisher trockenen (Regen zählt nicht) Spundwandkescher einzuweihen. 63 cm maß der Hafendrache und war laut Simon, der bis dato größte von ihnen gefangene Zander an diesem Spot. Für deutsche Verhältnisse höchstens oberes Mittelmaß, war das ein für Amsterdam deutlich über dem Durschnitt liegender Fisch. Hohe Zanderpopulationen bringen bekanntermaßen – anders als bei Hechten – eine Vielzahl kleiner Exemplare mit sich, sodass man sich – um an die Eltern zu gelangen –  erstmal durch die Kinderstube angeln muss. Hammergeil! Sollte sich das Blatt doch noch wenden?

Nicht wirklich. Denn nachdem Simon noch einen Junior auf Easy Shiner verhaftete und wir eine Handvoll Anhiebe ins Leere gesetzt hatten, schlossen sich die „Gardinen vor dem Beissfenster“.

Die Dämmerung brach herein, Wind und Regen nahmen zu. Wir schlenderten zurück zur Fähre und vertrieben uns die Wartezeit mit ein paar Würfen Richtung Schiffsrumpf im flacheren Uferbereich des Hafens. Bereits nach 2 Grundkontakten, bekam ich einen saftigen „Tock“, verhaute aber – wie konnte es anders sein – den Anhieb. Der zur L-form verrutschte Gummi sprach für sich und so feuerte Simon seinen Köder nach: Selbes Spielchen…

Ich konnte mich nicht erinnern, jemals so viele Fehlbisse im Verhältnis zur Anzahl der gefangenen Fische gehabt und miterlebt zu haben. An meinen Hausgewässern verzichte ich in 95 % der Fälle auf Stinger, insbesondere wenn ich Shads unter 12 cm in steinige Arealen fische. Solange der Haken im vorderen Drittel sitzt und die Mischung weich ausfällt, hält sich die Fehlbissrate auf einem kaum erwähnenswerten Level, hier hatte sich die geschätzte Prozentzahl von 85 aber einfach mal gnadenlos umgedreht. Einen kleinen Teil trugen natürlich die weitaus geringeren Fischgrößen bei- Andererseits haben die anderen bei ihren letzten Trips genauso gefischt und anständig gefangen. Somit konnte man es tatsächlich nur der fehlenden Aggressivität und dem damit in Zusammenhang stehenden, vorsichtigen Ansaug-Verhalten zuschreiben, das ich in solchem Ausmaße hierzulande noch nie erlebt hatte.

Zurück am Bahnhof mobilisierten wir die letzten Kräfte und ackerten uns die üblichen Spundwände und Schiffsanleger entlang. NSDM sei Dank, verspürte ich wieder etwas Feuer im Herzen, was bei Dunkelheit, Wind und Dauerregen bitter nötig war, um nicht vorzeitig die weiße Fahne zu schwenken. Doch mit jedem weiteren Wurf, schrumpfte die Flamme.

Als schließlich auch jener Spot, an welchem Niko am Vortag die Fehlbisssalven kassiert hatte, bei vier Leuten keinen Zupfer brachte und der Regen sich verdreifachte, begann der Mindfuck von vorne. Anna tat das einzig Vernünftige und verabschiedete sich (Mädchen frieren immer zuerst) in Richtung Hostel. Mein Kopf sagte „Geh mit“, mein Herz leider „bleib“. Ab diesem Punkt, verschwammen die Grenzen zwischen Kampfgeist und Dummheit, die Leidenschaft wurde zum Zwang. Getrieben von Fischgier (ungeachtet der Tatsache dass ich krank, von Kopf bis Fuß durchnässt und verfroren war) schipperten wir zur nächsten Fähre, die uns erneut an die NSDM bringen sollte.

Dort angekommen, positionierten wir uns wie Schachfiguren auf dem Schlachtfeld und schickten wortlos unsere Köder in die dunklen Tiefen des IJ Meers. Alle zusammen – und doch jeder für sich. Es wurde nicht geredet, sondern gefischt. So als wäre es unsere letzte Nacht vor der Apocalypse.

Ich spürte mein Blei jeden einzelnen Kieselstein rauf und runter rutschen, bereit den Rachen des Drachen zu durchstoßen, wann immer er angreift. An diesem Punkt habe ich sie endgültig gefühlt und begriffen: Die Magie des Streetfishens. Ein gottverlassener Hafen bei Nacht. Wind, Regen, Orange flimmernde Laternen. Jeder zweite Thriller könnte hier beginnen. Unter dir: Beton und eine schwarze Brühe, in deren Tiefen das verborgen liegt, was man begehrt. Man will den Schlag spüren, man will die Ungewissheit in den ersten Sekunden des Kampfes, um welches Kaliber es sich am unteren Ende handelt, alles andere spielt keine Rolle….

Die Szenerie ist düster und bedrohlich. Ich könnte sich keine ekelhaftere Umgebung vorstellen und doch bin ich vollkommen im Moment gefangen.

Um dem Pathos-Part jetzt einen Dämpfer zu versetzten: Die Magie des Streetfishens, hätte ich definitiv auch bei 20 Grad in kurzer Hose unter wolkenlosem Sternenhimmel und der 5fachen Anzahl an Zettis gespürt. Aber genau darum geht es beim Streetfishing, besser gesagt beim Angeln: Um den Fokus und die Bereitschaft. Um die Hingabe. Nimm es wie es kommt.

Und ich nahm es: Das Fahrrad. Simon & Niko ebenfalls. Es reichte. Zeit für die heiße Dusche, Bier und Bett!

Auf halbem Weg fiel uns auf, dass kein Kescher mehr an Nikos Schulter baumelte (jeder ist mal abwechselnd Net-Sitter). Kollegial genug, um zusammen zurück zuradeln waren Simon und ich nicht mehr. Ein deutliches Zeichen dafür, dass alle ihre Kapazität erreicht hatten. Nach 10 Minuten Warten, ging‘s in Reih und Glied weiter, bis wir nach über 20 Minuten endlich die Bude erreicht hatten. Paar halbe an der Bar und 3 Chipstüten später, waren wir alle dem Sandmann zum Opfer gefallen, ich kann mich nicht erinnern jemals schneller eingepennt zu sein, als während dieser 3 Tage Amsterdam.

 

Duckhunt 2.0

Genauso kurz wie die Einschlafzeit war, empfand ich die Dauer des Schlafs. Augen zu, Augen auf – „Guten“ Morgen! Widerlich. Ebenso widerlich wie die fortgeschrittenen Halsschmerzen und das Gefühl, 2 Flaschen Komodowaran-Speichel auf Ex gesoffen zu haben. Es dauerte keine 10 Sekunden, bis die Worte „Ich bin für heute raus“ durch den Raum flogen. Leider dauerte es aber auch keine weiteren 10 Sekunden, einen – durch das wenige Augenblicke später stattfindende, nebenher aufgeschnappte Taktik-Gefasel von pikehead und aspiusfan – dezenten Umdenkprozess in mir auszulösen. „Nein“ sagte ich mir, wickelte die Decke um den Kopf, drehte mich Richtung Wand und schlief wieder ein.

30 Minuten später, kullerte die erste Ibuprufen meinen Rachen runter und ich stand wankend vor dem Frühstücksbuffet. Schwer zu deutende Blicke seitens Simon und Anna, sowie ein kurzer, aufbauender Schulterklaps von pikehead, den ich als Mischung aus Mitleid und Respekt auffasste, brachten mich wieder ins Rollen. Meine Verfassung war schlecht. Aber würde sie wirklich besser werden, wenn die anderen mit Sabber im Mundwinkel mittags die Zimmertür aufreißen und Dinge wie „Alter waren die willig.“,  „Alle haben abgemetert.“  „Zweistellig abgepiked.“ durch den Raum brüllen? Das wage ich zu bezweifeln. Also ran an den Speck.

„Selbe Rute, selbe Route, Ricky landet keine Schnute…“, fasst die erste Stunde ganz gut zusammen.

Bisse gab es einige. Und ich setzte jeden einzelnen davon in den Sand. Cannibal Shad, Pro Shad, Kopyto…, ja sogar auf nen scheiss Zalt blieben die Mistviecher ums Verrecken nicht hängen. Bei Simon und Niko lief es ähnlich: Attacke → Anhieb ins Leere…

Ich hatte schon lang aufgehört, nach einem Grund zu suchen. Dafür war in meinem eingeschränkt funktionierenden Kopf kein Platz. „Ich angle so lange, bis einer hängen bleiben MUSS.“

Simon schaffte es irgendwann tatsächlich, einen zuvor von Niko verhauenen Strike ENDLICH zu verwerten. 50 cm auf den 15er Real Eel. Immerhin!

Als ich einige Gräben weiter gerade dabei war, mich bei pikhead über die Anzahl meiner (mittlerweile 8 oder 9!!!) Fehlbisse auszuheulen, gab‘s Nummer 10 mit Gratis-Topwaterplatscher oben drauf. Dem Schädel nach zu urteilen wohl irgendwas um die Mitte 70. Hätte ich einen gnädigen Rutensponsor, wäre das wohl der Moment gewesen, an dem ich kurzerhand meine Speerwurffähigkeiten getestet hätte: „FUCKING HOE-LAND!“

„Hechte lauern hier wie Crackdealer an jeder Ecke“

Wenig später von Niko, der auch ganz gerne mal als Erster am Spot ist, die Info : „Harten Biss gehabt…“ Und zwar im oberen, klaren Teil. (Der „Zipfel“ ihr erinnert euch.) Köder: Erneut Soft 4Play in 20cm.

Als wir wieder bei den Minigräben ankommen, erbarmt sich ein ebensolcher Mini-Pike zum Landgang bei Niko oder Simon? (Weiß ich, ehrlich gesagt, nicht mehr.)

Ab an den Klarwasserhafen. Simon und Anna legten ein Päuschen ein, Niko und ich widmeten uns dem Hafenbecken. Ein paar Würfe Richtung open Water, ein paar Richtung Boote –> Nada. Angesichts der gestrigen Begegnung mit der Metermutti und Nikos Fehlbiss am „Zipfel“, waren wir uns darüber einig, die Stege etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Wind war fast vollständig abgeklungen, die Sonne ließ sich kurzzeitig blicken und irgendwie lag was in der Luft, das sich am ehesten mit „Ruhe vor dem Sturm“ beschreiben ließe.

Stege, Boote und keine Menschenseele. Irgendwie gefiel mir diese Kombination.

Nachdem wir die überhängende Holzverkleidung der Bootsrampe akribisch abgesucht und uns möglichst leise über die ebenfalls überstehende Holzpromenade geschlichen hatten, sicherte Niko sich den ersten Steg und lief direkt an dessen Spitze, die etwa 60 Meter (ja, das waren in der Tat sehr lange Stege) vom Ufer entfernt lag. Ich entschied mich für Nummer 2 und suchte erstmal per Pendelwurf die schattigen Uferbereiche ab, um das Szenario vom Vortag bestmöglich vorzubeugen. Ok, keine Mama in Sicht – ab auf den Jetty. Zwischen dem zweiten und dritten Steg, befand sich eine ca. 10 m² große Schwimmplattform, deren Kanten förmlich darum baten, abgeklappert zu werden. Die Tatsache, dass sie in einem Abstand von ca. 1,5 m parallel zu meinem Steg verlief, erlaubte mir – auf Sicht – eine sehr präzise Köderführung unterhalb der Rutenspitze.

Die Tiefe betrug hier ca. 3 m, der Grund bestand – genau wie im Rest des Sees – hauptsächlich aus Schlamm, Kies und vereinzelten Muschelschalen. „Von Shads her“ barg meine Tacklebox nichts, was in meinen Augen realistisch genug gewesen wäre, um bei solchen Sichtverhältnissen einen Großhecht austricksen zu können. Zudem erschien es mir sinnvoll, ein attraktives Verhältnis zwischen aggressiveren Bewegungen und längeren Pausen zu schaffen. Der Kontrast Reiz/Statik funktioniert gerade bei trägen Fischen (insbesondere Hechten) sehr gut und bringt so manchen, anfänglichen Kostverweigerer um den Verstand. Twitchbaits bzw. Jerkbaits besitzen bekanntlich diese Eigenschaften, wobei die integrierten Rasseln in bestimmten Situationen (und diese schien mir eine davon) ebenfalls wahre Wunder vollbringen können. Genug philosophiert, ich tauschte den Cannibal Shad gegen einen Deep Diving Arnaud (12cm, Suspender, Farbe: Hl Hasu) und schickte diesen auf Tauchstation.

Nach ein paar Schritten, befand er sich auf optimaler Tiefe (ca. 1.80 m) und wobbelte gemütlich vor sich hin. 1-2 kräftigeTwitches und 3 Sekunden Pause… Ich sneakte langsam weiter… *Wobble, Wobble*…Pause…*twitch*… Und plötzlich schlängelt er sich raus: Ein fetter Pike! Augen auf den „Störenfried“ gerichtet.

Das Herz schlägt mir bis zum Hals, die Knie werden weich. „Cool bleiben“… Ich versetzte dem „Arni“ einen sanften Jerk, gerade so, dass er einseitig flankt und die Rassel minimal zu hören ist.

Der Fisch schiebt sich hinterher. Boah ey… ich warte ein paar Sekunden und jerke nochmal – Diesmal mit bisschen mehr Bums. Und wieder: Der Hecht kommt nach… Meine Nerven liegen blank, denn aus Erfahrung weiß ich, dass solche Duelle oft zugunsten des Fisches ausgehen wenn die ersten 2-3 Provokationsversuche nicht ziehen…

Ich entschließe mich für einen leichten Richtungswechsel und dirigiere den Bait mit moderater Geschwindigkeit etwas mehr Richtung Oberfläche (Fluchtverhalten und so…) wobei ich die Bewegung etwas länger ausfallen lasse als die bisherigen. Das hat ihm gefallen. Wie eine Schlange, beschleunigt er Richtung Köder um kurz davor erneut abzubremsen! Das gibt’s doch nicht…

Ein echter Beutefisch hätte spätestens jetzt den Ernst der Lage erkannt und versucht, sich aus dem Staub zu machen, also gehe ich volles Risko, verkürze die Pause, ändere ein zweites Mal die Richtung und lasse den Bait mit 2 kräftigeren Rucks weiter Richtung Oberfläche schnellen. Der Pike schiebt nach… Eine knappe Sekunde Pause… Twitch…BAAAAM!

Die Kiemen blitzen auf, Arni verschwindet quer in der Luke. Ich schlage an und… HÄNGT! „FIIIIIISCCH, NIKO, FIIIIIIIISCH!!!“

Pikehead, der den Ernst der Lage realisiert hat, schlittert wie ein Eiskunstläufer über die nassen Holzlatten. Für eine Handlandung ist der Steg zu hoch, also muss ich die Zeit damit überbrücken den Fisch davon abzuhalten Sprünge und Kopfschläge zu vollführen, die mich ziemlich sicher mit dessen Verlust bestraft hätten, denn allzu sauber haben die Drillinge nicht gefasst. Ein paar ekelhafte, wütende Headshakes oberhalb des Wassers später, ist er in reichweite: „FAHR MIT DER HAND IN DIE KIEME, SCHNELL!“ brülle ich zu Niko, der wie ein Seehund mit dem Bauch auf dem Steg liegt und sein Bestes gibt.

„JAAA MAN“ bricht es aus mir raus, als pikehead (samt pike) wieder sicheren Boden unter den Füßen hat. Die Entschädigung für ALLES…

„Pures Gold“

Die Messung ergab 82 cm – weit unter der geschätzten Größe von 85-90. Das Format des Fisches trog: Fett wie ein Meter! Stiernacken und gut gefüllter Bauch, kaschierten die fehlenden Zentimeter ganz gut. Dazu noch eine wunderschöne, goldene Färbung. Traum! Keine Granate, aber im Hinblick auf die Verfolgungsjagd –quasi zwischen meinen Füßen – sowie die bisherige Fehlbissquote, definitiv ein wertvoller Fisch, den ich niemals vergessen werde!

Nachdem die junge Mutti versorgt und realeased war, juckte es auch bei Niko in den Fingern.

Er clippte den zweiten Arnaud DD (Farbe Wagasaki) in den Snap und beschloss, sich das Bootshaus am äußeren Rand des Hafenbeckens vorzunehmen. Ich blieb mit Anna noch ein Weilchen sitzen und gerade als ich mein Siegeskippchen ausdrückte, joggte uns Niko entgegen.

Selbes Spiel: Nachdem er den Wobbler nahe der Hauswand platzierte hatte, schob sich das nächste Kroko aus seinem Versteck. Diesmal deutlicher 1m+… Leider hatte er die Falle nach dem zweiten Twitch enttarnt und sich wieder in den Schatten verzogen. Ob die etwas aufdringlichere Farbe oder einfach nur die Erfahrung des Fisches schuld daran waren, lässt sich schwer sagen, zupacken wollte er jedenfalls nicht.

Weitere 30 Minuten Angelzeit (Simon versuchte ebenfalls sein Glück) brachten keinen weiteren Fischkontakt und so beschlossen wir, den Rückweg anzutreten, um uns den Rest des Tages erneut den Kammschuppern zu widmen.

„Boyz n the Hood“

„Streetselfie“

Bis auf ein paar zaghafte Anfasser, war in der Stadt aber nichts mehr zu holen. Weder die Werft noch die restlichen Spots, brachten uns den erhofften Erfolg, sodass wir gegen 18 Uhr die Bikes zurückbrachten und uns dazu entschlossen, ein wenig Schlaf nachzuholen um halbwegs fit für den letzten Stop unserer Reise zu sein: Die Waal!

Die von Simon ausgesuchte Strecke liegt ca. eine Stunde entfernt von Amsterdam und quasi auf dem Weg Richtung Grenze und dürfte dem einen oder anderen von euch aus einigen Videos (Profiliga etc.) bekannt sein. Im Prinzip unterscheidet sich der holländische Rhein nicht wesentlich vom deutschen, außer dass er etwas breiter ist, mehr Buhnen beherbergt und einen höheren Fischreichtum aufweist.

Gerne würde ich euch jetzt von einem Grande Finale berichten, aber leider tat sich bis auf ein paar saftige Abrisse nichts mehr. Wobei, das stimmt so nicht ganz: Beim Befischen einer strömungsreichen Hafeneinfahrt, fing Nikos Bremse plötzlich an zu kreischen: „FISCH!“ Gespannt verfolgten wir den Drill, der sich über einige Minuten streckte und fieberten voller Vorfreude einem kapitalen Zander entgegen. Das vermeintliche Glasauge, entpuppte sich jedoch als quergehakter Schleimbatzen, ein letzter, zynischer Gruß der Waal an die fischgeilen Deutschländer und der „perfekte“ Abschluss für einen Trip, der zugegebenermaßen mehr Lektion als Urlaub gewesen war. Holy Hoe (-land), Du undankbare Bitch. Beim nächsten Mal bist du fällig <3

„Haut endlich ab!“

Much love und (wie immer) tight lines,

Euer gummikind

 

 

 

 

 

 

 

 

Kategorien: Fangberichte

Kommentare

  1. Johannes Dietel
    Johannes Dietel 4 Juli, 2017, 14:03

    Noch zwei Berichte und Du kannst Deinen ersten Angelroman rausbringen 🙂 Danke Dir. Hab zwar 4 h gebraucht zum Korrekturlesen. Aber das hat sich gelohnt. Freut mich, dass es zum Schluss noch sowas wie ein Happyend gab! Bitte weiter schreiben. Das kannst Du!

  2. AFE
    AFE 4 Juli, 2017, 15:02

    😀

  3. BassPunk
    BassPunk 4 Juli, 2017, 15:32

    Wow, was für ein Bericht!!!
    EXTREM LANG UND EXTREM GEIL!!!!!
    Danke fürs mitnehmen
    Gruß René

  4. darkbearded
    darkbearded 4 Juli, 2017, 15:59

    Sehr schön zu lesen. Wer so gut schreibt, kann auch auf ein paar Bilder verzichten.

  5. beastiwolf
    beastiwolf 4 Juli, 2017, 16:01

    Super!

  6. Mikeyxxx
    Mikeyxxx 4 Juli, 2017, 16:30

    Schöner Bericht, hat Spaß gemacht!

  7. StefanK.
    StefanK. 4 Juli, 2017, 16:42

    Alle Daumen hoch, Sau gut und von mitten drin zu lesen !!!!!

  8. sven_1976
    sven_1976 4 Juli, 2017, 19:30

    Respekt! Was für ein langer Bericht. Wollte ich erst in der Mittagspause lesen. Da hat die Zeit aber nicht ausgereicht…..
    Ich finde er ist auch so schön geschrieben. Man konnte richtig mitleiden mit euch!
    Weiter so.

  9. hoe
    hoe 4 Juli, 2017, 21:13

    Super machst du dir die Mühe, ich musste beim lesen zweimal pausieren 😉

  10. Martinus
    Martinus 4 Juli, 2017, 22:16

    Toller Bericht!

  11. Kpt. Brassmann
    Kpt. Brassmann 4 Juli, 2017, 23:40

    1A geschrieben!

  12. Blackmax
    Blackmax 5 Juli, 2017, 09:47

    Zitat: „Und weil ich gerne dazu tendiere, inhaltslose Details auf Gozillagröße auszuschmücken, gibt’s Haue auf die Finger und ich fasse mich kurz…“

    Diese Tendenz macht Spaß beim lesen, danke für den Artikel!

  13. Bubertoblanco
    Bubertoblanco 5 Juli, 2017, 09:54

    Klasse Bericht wunderbar geschrieben!

  14. PM500X
    PM500X 5 Juli, 2017, 09:57

    Wow, was für ein Bericht. Super unterhaltsam geschrieben und nach unserem NL-Fail letzten Monat kann ich um so mehr mitfühlen…Freue mich auf weitere Berichte! 🙂

  15. aspiusfan
    aspiusfan 5 Juli, 2017, 10:17

    Ricky-Boy, auch an dieser offiziellen Stelle von meiner Seite: Mega Props! Ich konnte mich im Backflash kugeln vor Lachen und Weinen vor Mitgefühl. So viel Spaß, wie wir hatten, kann man für Geld gar nicht kaufen. Die Crew macht den Trip aus! Und wer nur Big Mamas und Happy Endings will, soll ins Kino gehen, denn Angeln ist mehr als nur Fangerfolg! Außerdem wissen wir, und der Barschalarm spätestens im zweiten Teil, dass wir (und vor allem die Stachler) auch anders können 😉 Freu mich schon auf die kommenden Monate und vor allem auf die neue Fishing-Base, äh ich meine natürlich deine Butze! besito, Simon

  16. Kajonaut
    Kajonaut 5 Juli, 2017, 10:53

    Rick Rick Rick, da postest du wieder das Eis bei 40°C.
    Ein toll geschriebener Bericht der super zu lesen ist. Wahnsinn!
    Krass wie du zum mitfühlen anregt.
    Vielen Dank dafür und beste Grüße,
    Kai 🙂

  17. luho1986
    luho1986 5 Juli, 2017, 15:42

    Richtig geil geschrieben. Vielen Dank dafür 🙂

  18. mercator_oris
    mercator_oris 6 Juli, 2017, 14:25

    Richtig geiler Bericht.

    Als ich den gestern gesehen habe, dachte ich mir: Igitt, zu viel Text am Morgen!
    Heute dann überwunden und was soll man sagen: Ich bereue nix.

    Gerne mehr davon!

  19. JohannesF
    JohannesF 7 Juli, 2017, 13:40

    Absoluter Hammer, der Bericht. Das hat mir gerade echt das Wochenende gerettet! Dankeschön 🙂

  20. Steffen_Legacy
    Steffen_Legacy 7 Juli, 2017, 14:54

    Echt unterhaltsam! Schreib Angelbücher… ich les die!

  21. Neptun22
    Neptun22 7 Juli, 2017, 15:15

    Der Bericht ist einfach nur Klasse. Danke dafür…..und ich fahre nur noch zum Segeln nach Holland 😉

  22. H2OFlo
    H2OFlo 9 Juli, 2017, 17:44

    Klasse Bericht! Ich hab ihn trotz der Länge verschlungen!

  23. Barschloch84
    Barschloch84 12 Juli, 2017, 12:02

    Klasse geschrieben, ein schmaus für die Augen!

  24. gummikind
    gummikind 12 Juli, 2017, 16:47

    vielen vielen Dank! 🙂

  25. carpdr
    carpdr 2 August, 2017, 14:16

    Super Bericht. Vielen Dank dafür

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