03.12.2016 / 10:41 | Aktuelle Mondphase: zunehmender Mond

Ghostbusters: Gespensterjagd am Edersee – Teil I

Ich hab schon ein Leben: Gerade war ich noch mit Dustin in Holland zum BATV-Drehen und habe da große Barsche, eine ordentliche Anzahl Zander und ein paar Hechte gefangen, da finde ich mich schon auf dem Edersee wieder. Zu verdanken habe ich das dem Olli aka EderseeBassHunter (von den legendären Edersee-Junkies), der hier schon seit 2007 mit großen Barschen von sich reden macht. Über PN hatten wir schon länger Kontakt und weil der Zeitpunkt meiner Rückfahrt aus NL exakt mit dem Datum kollidiert, an dem der Olli letztes Jahr ganz böse zugeschlagen hat, und der Edersee auf halber Strecke zwischen Rotterdam und Berlin liegt, haben wir uns zu einer Angelsession verabredet.

rapala-oli


Einschub:
Leute, ich kann euch nur empfehlen, das Forum zur Kontaktaufnahme mit anderen Anglern zu nutzen. Es ist wirklich genial, was man da für nette Menschen und gute Angler trifft. Wir haben gerade richtig Spaß. Nicht nur am Angeln, sondern auch an der Unterhaltung an Bord. Olli ist auch Fußball-Fan;  Olli kennt jede Barschfibel, die ich auch gelesen habe; Olli befischt viele Gewässer, die ich auch befische und wenn man mal von den wesentlichen Dingen im Leben abschweift, gibt’s auch Interessantes zu erfahren. Von seiner Freundin, die bei der Bahn arbeitet, weiß Oli z.B., dass sich jeden Tag 8 Menschen vor Züge werfen. Schlimm. Aber das soll nicht unser Thema sein. Also back to business!

Der Wasserstand ist 18 m unter Vollstau.
Der Wasserstand ist 18 m unter Vollstau.

Wir haben ja schon mehrere BA-Treffen am Edersee veranstaltet. „Abedern“ hat sich zum Synonym für „Abblanken“ entwickelt bei den Teilis der Treffen. Und das Nichtfangen ist hier tatsächlich leichter als einem lieb ist. Auch wenn man mit einem Spezialisten wie Olli unterwegs ist, klappert es nicht durchgehend.

Das hat drei Gründe: Die Barsche vagabundieren hier extrem, solange das Wasser warm ist. In einem Moment ist ein ganzer Schwarm auf dem Lot. Im nächsten ist er schon wieder weg. Das Nahrungsangebot ist derart überragend, dass ein 30er Edersee-Barsch gerade mal 3 Jahre auf dem Buckel hat (und einen Buckel haben die 30er hier). Die 50er Schallmauer erreichen die Edersee-Brummer manchmal schon nach 6 bis 7 Jahren. Cool auf der einen Seite. Auf der anderen Seite sind die Fische eigentlich permanent gesättigt, so dass man die kleinen Zeitfester erwischen muss, in denen sie mal kurz ausrasten. Und dann ist da noch die enorme Wasserfläche.

Es ist ein Kommen und Gehen auf dem Lot...
Es ist ein Kommen und Gehen auf dem Lot…

Also: Der Ederseebarsch huscht. Er schlägt blitzschnell zu. Und er ist dann auch sofort wieder verschwunden. Gespensterjagd. Der EderseeBarschHunter braucht die Ausbildung um Ghostbuster, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

Olli hatte mich gut eingestellt. „Wir werden fangen.“ „Die Dicken kommen und schlagen ganz schnell zu.“ „Die haben tierische Kraft.“ „Unter 35er Fluorocarbon brauchst Du gar nicht anfangen, wenn wir mit 2 Ködern fischen.“

Ich hatte am ersten Tag 30er FC drauf, habe mit geschlossener Bremse gefischt (bei 12er Hauptschnur und einer 18-Gramm-Rute). Und bekomme aus dem Nichts eine fette Dublette drauf. Ich ziehe die Teile hoch. Unten hängt ein Ü45er, oben ein guter 40er. Olli will keschern. Es geht kurz drunter und drüber. Welchen Fisch zuerst? Ich ziehe den ersten ran. Olli will den Zweiten haben (korrekterweise). Die Barsche ziehen über den Kescher. Der eine zerrt nach da. Der andere nach dort. Und ich wo ganz anders hin. Drei entgegengesetzte Kräfte. Ein Knall. Vorfach gerissen. Beide Fische weg. Dem Anflug von Adrenalin folgt direkt die Katerstimmung. „Keine Sorge. Die Köder werden die los, wenn da kein Zug drauf ist.“ Immerhin…

Ein paar Enddreißiger haben wir am ersten Tag noch gefangen und in einem Anflug von dämlicher Arroganz nicht fotografiert, weil wir ja am nächsten Tag (also gestern) alles besser machen würden. Heißt: Stärkere Schnur. Die kurzen Angriffswellen besser ausnutzen. Und noch intensiver angeln. Und dann? Keine Überfälle auf die Kleinbarschschwärme. Eine Doublette aus dem Nichts. Ein blinder Ü40er. Viel Wind.

oli-doublette hannes-doublette gespenster-barsch gespenster-barschauge

Einen gestrandeten Angler haben wir gerettet…

angler-rettug

… und heute machen wir alles noch besser. Diesmal sind wir zu dritt. Fortsetzung folgt…

 

 

 

 

8 Kommentare zu Ghostbusters: Gespensterjagd am Edersee – Teil I

  1. Petri – dann habe ich euch gestern gesehen, Bringhausen vorne an der Spitze. Habe vom Ufer ne Weile geworfen.

  2. @Edersee: Ja. Das waren wir. Haben dich auch gesehen. Gute Schüsse mit der BC bei dem Wind. Heute versuchen wirs woanders, denke ich. Mal sehen…

  3. Ach ja, Zero: Ja. Das macht Spaß. Stell Dir mal diese Doubletten vor. Da schaust Du nicht schlecht, wenn da zwei solche Eumel zerren…

  4. Sehr schöner Bericht, macht wirklich Spaß beim Lesen.
    Von solchen Fischen kann ich hier nur träumen – gibt einfach nicht diese guten Gewässer hier in der näheren Umgebung.
    Und was mir an den Berichten von Johannes immer auch sehr gut gefällt: Ein Profiangler ist auch nicht immer perfekt und trifft auf Anhieb die richtigen Entscheidungen.
    Hier kann man das lesen, bei vielen anderen Pro´s nicht (immer).
    Danke auch dafür, sowas motiviert.

  5. Sehr cooler Bericht.
    Ich hab schon von sehr vielen gehört, die mit rießen Erwartungen an den Edersee sind und dann zwei Tage lang keinen einzigen Fisch gefangen haben.
    Mich würde es auch mal jucken. Mal schauen, vielleicht starten die badischen Schwaben mal eine Tour ?

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