ForellenSaisonStart mit Hindernissen

Ich gucke auf die Uhr. Halb eins mitten in der Nacht. Ich kann einfach nicht einschlafen. Nochmal setzte ich mich in meine Tackelecke, sortiere die Wobbler und Spinner in meiner kleinen Box. Morgen, bzw. heute endet die Forellenschonzeit. Deshalb geht es mal wieder an den kleinen Bach im Moseltal, den ich schon so oft befischt habe. Irgendwann übermannt mich dann doch der Schlaf. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 8 Uhr. Sofort bin ich wach, packe mein Tackle, ziehe mich in Rekordzeit an und wecke meinen Vater.

Rein ins Auto, noch mal die Vollständigkeit der Ausrüstung kontrolliert und los geht’s. Nach 30 Minuten Fahrt stehe ich am Bach. Durch die Schneeschmelze und den starken Regen der letzten Tage führt der Bach extremes Hochwasser – keine guten Bedingungen. Dann schon das nächste Problem. Der linke Watstiefel hat ein Leck an der Ferse. Aber für ein paar schöne Forellen nehme ich nen nassen Fuß gerne in Kauf.

Schnell montiere ich meine Rute. Heute begleitet mich eine UUL-Rute von DAM mit gerade mal 5 Gramm Wurfgewicht. Als Rolle findet eine Shimano Technium Verwendung. Schnell habe ich einen kleinen Wirbel an die 0.14er Flurorcarbon-Hauptschnur geknüpft. Am ersten Gumpen wähle ich einen 61erSquirrel als Köder. Die Strömung ist durch das Hochwasser extrem stark. Ich versuche, den Bait so langsam wie möglich durch den Gumpen zu twitchen. Aber ich bleibe ohne Erfolg. Die starke Strömung wirft den Köder sofort aus der Bahn. Und gegen die Strömung gefischt, übt der Squirrel einfach zuviel Druck auf meine leichte Rute aus.

Aber am nächsten Gumpen klappt es schon besser. Dort hat sich vor einer Wurzel eine leichte Rückströmung gebildet. Ein gezielter Wurf vor die Wurzel, erster Twitch, zweiter Twitch, Einschlag! Sofort schwimmt der Fisch in die Strömung. Nimmt sogar Schnur von der vielleicht doch zu leicht eingestellten Bremse. Aber dann hat die Forelle ihr Pulver verschossen. Ich kann sie langsam gegen die Strömung heranführen. Mit der nassen Hand lande ich meine erste Forelle der Saison 09. Da darf ein Erinnerungsfoto nicht fehlen.

Da ich heute ohne Begleitung am Bach bin, habe ich meine Kamera auf ein Stativ geschraubt. So kann ich innerhalb weniger Sekunden einigermaßen annehmbare Selbstporträs knipsen. Nach dem kurzen Fotoshooting darf die erste Forelle des Jahres wieder in ihren Gumpen zurück. Ich bin zufrieden, einen potentiellen Schneidertag vermieden zu haben und fische motiviert weiter. Aber wie schon vermutet gestaltet sich die Bafo-Jagd bei Hochwasser äußerst schwierig. Das Wasser ist stark getrübt. Machen Gumpen, die bei Normalpegel immer Fisch bringen, sind aufgrund der starken Strömung nicht zu befischen. Nur hinter den Rauschen lässt es sich vernünftig angeln. Die Sonne kommt raus. Und am nächsten Gumpen kann ich auf den Squirrel die nächste Forelle fangen. 25 cm wird sie haben.

Dies ist an diesem Bach schon über der Durchschnittsgröße, die wohl bei 20cm liegt. Allerdings konnte ich bei vergangenen Besuchen am Bach schon Kontakt mit Fischen bis an die 50cm-Marke aufnehmen. Meine größte gelandete Forelle an dem Bach war 44cm lang. Das Gewässer hat also durchaus Potential.

Weiter geht’s. Am nächsten Gumpen glaube ich erst gar nicht an den Erfolg. Zu stark ist die Strömung. Aber schon beim ersten Wurf kann ich den nächsten Fisch verzeichnen. Wieder eine schöne Bachforelle mit knappen 30cm.

Schon ein paar Würfe später, am selben Gumpen, der nächste Einschlag. Der Fisch stellt sich in die Strömung, kann aber nicht lange Gegenwehr leisten. Und schon kann ich die nächste Forelle per Hand landen.

Wieder ein herrlich gezeichneter, vollgefressener Fisch.

Die nächsten paar Gumpen kann ich nur noch kleinere Forellen fangen. Die Größte wird knapp über 20cm sein. Aber auch dieser Fisch beeindruckt wieder durch seine Schönheit. Beim Bachangeln ist mir die Größe der Fische (fast) egal. Denn auch die kleinen Exemplare sind an leichtem Gerät in starker Strömung schon echte Kämpfer.

Mittlerweile habe ich fast den gesamten Bachabschnitt abgefischt. Ich komme zum letzten Gumpen.

Noch 20 Minuten bleiben, bis ich abgeholt werde. Ich will es mal mit einem kleinen Spinner probieren. Schon beim ersten Wurf kommt der Biss. Und die kleinste Forelle des Tages wird noch im Wasser vom Haken befreit.

Ich wechsel wieder zum Squirrel. Vielleicht kann er mir noch eine schöne Forelle bringen. Lange tut sich aber gar nichts. Als ich dann aber den kleinen Wobbler langsam durch eine Rückströmung twitche, kommt der Einschlag. Der Fisch springt sofort aus dem Wasser und versucht anschließend, unter eine Wurzel zu schwimmen. Ich halte dagegen und kann die Forelle kurze Zeit später sicher landen. Mit 33cm ist sie die Größe des Tages. Die Drillinge des Wobblers hängen recht tief, und da ich mir heute Abend sowieso eine Forelle zubereiten wollte, entnehme ich dieses Exemplar.

Meine Zeit am Bach geht zu Ende. Es war wieder einmal sehr schön. Ich habe ein Dutzend Forellen gefangen. Zwar war heute nicht das ganz große Exemplar dabei, aber ich komme wieder! Und für die Bedingungen ein wirklich akzeptables Ergebnis.

Petri und Greetz

Peter

26 Kommentare

  1. Schöne Fische,guter Bericht!Weiterhin so ein Petri!Und Grüße an alle, die,aie ich, bis zum 1.Mai warten müssen!

  2. hab das grad erst gesehen. ich bin nicht so oft auf anderen angelseiten unterwegs. das nächste mal wird sich der autor halt entscheiden müssen 😀

  3. Wie ich das so sehe, bist du ja noch vom jüngeren Baujahr. Die Leidenschaft steckt in deinen Worten, echt schön, ich freue mich.

  4. ..das interessante ist ja, in einem bach zu fischen, in dem man sich die dicken richtig erarbeiten muss..dann ist die freude um so größer, wenn man mal eine kapitale erwischt.
    in der zwischenzeit kann man sich ja am nachwuchs erfreuen

    toller bericht-gefällt mir gut. 😀

  5. einfach schöner bericht, da bekommt man lust auf´s angeln.
    wäre bestimmt auch schön gewesen mit der fliege unterwegs zu sein! 😀

  6. Bin erst 17, und schon voll im Angelwahn. Wenn es die Schule zulässt bin ich im Sommer 7 mal pro Woche am Wasser. 😆
    Sofot ein Bach haben, tja, so ne Pacht ist schon recht teuer….
    greetz

  7. Also mit der FLiege würde sich das extrem schwierig gestalten. Der Bach ist extrem voll mit Vegetation, ich glaube nicht dass man dort anständig mit der Fliegenrute fischen kann.
    greetz

  8. Ja, ja der 61er Squirrel, den habe ich letztes Jahr auch erstmals im Bach eingesetzt. Vor allem einen der ne Erlritze imitiert war ein "Bringer".

  9. Korrekt sache, da an dem bach hab ich auch schon so einiges gefangen, war da mal vor ein paar jahre ist echt ne kalsse stelle.
    grüße 🙂

  10. Wenn du wirklich an dem Bach gefischt hast, solltest du dass hier nicht so öffentlich posten, denn wenn du nicht gerade zu einem der Pächter gehörst, oder von einem der Pächter eine ausdrückliche Genehmigung erhalten hast, ist das gar nicht gut.
    greetz

  11. na gut, "multiples posting" 😀 hin oder her ….
    … deinen Bericht finde ich sehr gut.

    Das man aus dem Bach keine Lachse zaubern kann, ist eben so.
    Die Bachforellen sind dafür aber sehr schön fotografiert und das auch noch mit
    dem Selbstauslöser (Hut ab, ich quäle mich auch damit rum).
    Du hast ein wenig über deine Köder geschrieben und dein Gerät beschrieben,
    das fand ich zusätzlich interessant. Also ne Runde Sache, weiter so!
    Gruß, Plipp

  12. Toller Bericht und nette Fotos. Allerdings frag ich mich wieso du auf keinem Foto lächelst?? Bei solch schönen Fischen und in der Menge würde ich strahlen.
    Meine Frollensaison ist am 1. März gestartet und ich habe nur am 1. eine einzige Regenbogen gefangen. Seither war ich drei weitere Male am Wasser, ohne Erfolg. Allerdings ists kein Bach sondern ein Fluss bei dem die Strömung mich zur Verzweiflung bringt. Naja trotzdem steh ich morgen wieder dort und hoffe auf Fisch.

    Lg, sims

Kommentar hinterlassen