Fantasista Oren‘Ji MGS – unsere erste Abu mit Micro Guide System

Fantasista Oren‘Ji MGS – unsere erste Abu mit Micro Guide System

Zugegebenermaßen beschäftige ich mich mit Innovationen auf dem Ruten- und Rollen-Sektor manchmal ein bisschen später als die Tackle-Fetischisten-Elite. Meistens erst dann, wenn Pure Fishing diese neuen Konzepte bei uns auf den Markt bringt. Und so lief das auch mit dem Micro Guide-System. Mit den superkleinen Ringen habe ich mich zum ersten Mal so richtig konfrontiert, als ich mir im Herbst letzten Jahres zusammen mit meinen Kollegen das neue Abu-Rutenprogranmm für 2012 angeschaut habe. Da ist uns die neue Oren‘Ji MGS dann aber immerhin besonders schnell ins Auge gefallen. Jochen und ich waren sofort hin und weg vom klassischen Look. Keine Schlangenleder-Optik. Kein Skeletor-Griff mehr. Stattdessen kommt die Rute mattschwarz daher und die Rolle wird in einen durchgehend mit Duplon überzogenen Halter geschraubt. Außerdem kam sie uns ein bisschen leichter vor als die „alte“ Oren‘Ji. Das herausragende und sie von den anderen Abu-Premium-Ruten deutlich abhebende Merkmal waren aber diese kleinen Ringchen, um die auch gleich eine Diskussion entbrannte. Die ersten Meinungen lagen zwischen „Geht ja gar nicht!“, „Wird schon Sinn machen.“, „Sieht ja schon mal geil aus!“ und „Will ich unbedingt mal testen!“

Testen? Gute Idee! Also haben wir uns das 2,50 m lange Modell geschnappt, eine Rolle mit 15er Nanofil drangeschraubt und uns zum Probewerfen aufgereiht. Wir waren echt skeptisch. Gerade an einer etwas längeren Rute kommen einem die kleinen Ringe ziemlich ungewöhnlich vor.

Also noch einen Flatt Shad rangehängt, voll durchgeladen und den Lippless Crankbait fliegen lassen… OK. OK. OK. Alle Zweifel beseitigt! Denn schon nach dem ersten Wurf war klar: Diese Beringung bringt Wurfweite. Definitiv. Gerade auch in Kombination mit der Nanofil. Derart weit ist ein Flatt Shad bislang wahrscheinlich noch nicht so oft geflogen (mal davon abgesehen, dass das auch ein echter Weitwurfköder ist).

Wie kommt das? Und was genau sind jetzt nun die Vorteile der kleinen Ringe?

Schnurführung/Wurfweite: Die kleinen Ringe halten die Schnur eng am Blank. So kann die Schnur beim Wurf nicht zwischen den Ringen flattern. So werden Reibungsverluste minimiert. Ergebnis sind dann weitere und präzisere Würfe.

Gewichtsvorteil: Die kleinen Ringe wiegen natürlich viel weniger als entsprechend größere Modelle (Gewichtsersparnis bis zu 80 Prozent!). Nicht, dass sich die paar eingesparten Gramm unheimlich dramatisch auf das Rutengewicht auswirken würden. Sehr wohl aber auf die Balance. Und die wirkt sich wiederum auf den Angelkomfort aus. Besonders bei längeren Modellen, bei denen eine übertriebene Kopflastigkeit auf lange Sicht zu Ermüdungserscheinungen führt.

Blank-Performance: Bei den Micro Guides handelt es sich um winzig kleine Einstegringe. Zum Anbringen auf dem Blank sind vergleichsweise wenige Wicklungen nötig. Die Aktion des Blanks bleibt als unbeeinflusst, während große Befestigungsschienen, die mit entsprechend vielen Wicklungen auf den Blank gebunden werden müssen, den Blank aussteifen.

Bisserkennung: Dadurch, dass die Ringe praktisch direkt am Blank anliegen, gibt’s keine Übertragungsverluste bei der Bisserkennung. Die Ringe transferieren den Biss direkt an den Blank weiter, von da geht’s dann mit voller Power ins Handgelenk.

Bissverwertung: Dadurch dass die Energie des Anhiebs direkter auf die Ringe wirkt, sollen sich die Anhiebe noch schneller auf die Schnur übertragen. Mehr Anhiebpower und direktere Wirkung sorgen theoretisch für mehr gehakte Fische. (Naja. Das ist für mich der kleinste Vorteil und könnte auch ein Argument der aus der Marketing-Ecke der Ring- bzw. Rutenentwickler sein.)

Transport: Während man beim Transport von Ruten mit herkömmlicher Beringung immer aufpassen muss, dass sich die Ringe der Ruten im Futteral bzw. im Transportrohr nicht ineinander verkanten bzw. verbiegen, kann das mit Micro Guides gar nicht passieren.

Eine detaillierte Erklärung liefert euch auch mein Kollege aus dem PureFishing-Team Japan ab:

http://www.youtube.com/watch?v=O1HdCKeFKVQ

Alles klar? 🙂

Inzwischen habe ich die Oren‘Ji MGS Versatile Finesse (WG bis 25 Gramm) ausführlich getestet und bin extrem zufrieden mit ihr.

Jochen fischt die auch. Und kann sich ein Leben ohne das feine Stöckchen kaum mehr vorstellen.

Nicht nur wegen der sensationellen Wurfweiten und der überragenden Präzision, sondern vor allem wegen der Feinfühligkeit. Diese Rute benötigt definitiv keinen Skeletor-Griff, um auch noch so zarte Anfasser in unser Handgelenk zu übertragen. Wenn ihr die mal im Angelladen seht, solltet ihr sie mal in die Hand nehmen. Ich bin mir sicher, die gefällt euch auch. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass wir uns an den Anblick solch kleiner Ringe schon bald gewöhnt haben. Auch wenn sie für konservative Angler wie mich noch ein bisschen ungewöhnlich rüberkommen.

Über den relativ großen Leitring wird die Schnur an den Blank herangeführt. Der zweite Ring ist schon deutlich kleiner und hat extrem kurze Stege. Dann geht’s “micro” weiter (bei meiner Versatile Finesse 6x auf 62 Zentimetern).

Auch die Cast-Versionen sind mit dem Micro Guide-System ausgestattet.

Das hier ist der Leitring der Cast-Modelle:

Für alle, die sich speziell für die neue Oren‘Ji interessieren noch kurz die Lauflängen und Wurfgewichte:

Längen und Wurfgewichte Oren’Ji Spin:

1,80 m und 2 – 10 Gramm
1,98 m und 5 – 25 Gramm
2,13 m und 15 – 40 Gramm
2,50 m und 15 – 50 Gramm

Längen und Wurfgewichte Oren’Ji Cast:

1,83 m und 10 – 40 Gramm einteilig
1,83 m und 10 – 40 Gramm zweiteilig
1,98 m und 15 – 45 Gramm einteilig
1,98 m und 15 – 45 Gramm zweiteilig
2,10 m und 15 – 60 Gramm einteilig
2,10 m und 15 – 60 Gramm zweiteilig

Kategorien: Tackle-Tipps

Kommentare

  1. Perch2711
    Perch2711 20 Januar, 2013, 16:38

    Kann die Rute absolut empfehlen. Hab mit ihr einen 1,18m Freiwasserhecht bezwingen können, ohne das sie auch nur einen Mucks von sich gegeben hat.
    mfg Olaf

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