Einige Beobachtungen über den Barsch

Einige Beobachtungen über den Barsch

Einer der interessantesten Fische unserer heimischen Gewässer ist der Barsch (Perca fluviatilis). Der Begriff „heimisch“ trifft im weitesten Sinne zu und umfasst dabei ganz Deutschland. Mann kann also dem Barsch mit Erfolg in allen größeren und kleineren Gewässern unserer Heimat nachstellen. Er wird schließlich nicht umsonst „Brotfisch des Anglers“ genannt. Ich will versuchen, nachstehend einige Beobachtungen und Erfahrungen über den Barsch und seinen Fang auch anderen Sportfreunden zu vermitteln.


Als erstes muß man feststellen, daß sich der Barsch in jedem Gewässer anders verhält. Selbst in benachbarten Gewässern erzielt man mitunter mit gleichem Köder völlig unterschidliche Fangergebnisse. Im Allgemeinen steht jedoch fest,daß der Barsch zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter willig an den ihm zusagenden Köder geht. Der Köder ist jedoch nach der Jahreszeit anders zu wählen.

Im Winter, bei der Eisangelei, erzielt man ohne Zweifel die besten Ergebnisse mit dem Tunker, einem kleinen Stückchen blitzenden Blechs, an das ein Haken mittlerer Größe angelötet wurde. Allerdings wird man nicht an jeder beliebigen Stelle des Sees Glück damit haben, sondern nur an ganz bestimmten Stellen, die meist von Jahr zu Jahr wechseln. Will mann bei der Eisangelei auf Barsch Erfolge erzielen, muß man mit der Vorarbeit bereits im Herbst beginnen. Das heißt, man muß beizeiten die Augen aufmachen und gut beobachten.


Wo an ruhigen Oktoberabenden die kleinen Weißfischchen scharenweise vor der Rohrkante aus dem Wasser springen (das ist nur an wenigen Stellen eines Sees der Fall!), dort sind auch die Barsche in großen Mengen zu finden. Die kleinen Fischchen wechseln ab Oktober/November ihren Standort nicht mehr oder ganz unwesentlich. Daher sind die Stellen für die Eisangelei auf Barsch die besten. In Hechtgewässern ist auch Esox nicht weit davon zu finden. Mir ist es schon gelungen einen annehmbaren Hecht mit dem Tunker zu landen.


Aber zurück zum Barsch: Der lebende Kleinfisch wird im Winter nicht so gern genommen wie der Tunker. Wahrscheinlich liegt das an der Winterstarre der kleinen Weißfische, während der Tunker größere Beweglichkeit vortäuscht.


In der Zeit bis Mai/Juni wird man dagegen die schlauesten Barsche mit einem leckerem Rotwurm oder auch kleinem Tauwurm immer wieder zum Beißen verleiten können. Allerdings lohnt es sich nicht, dem Barsch im offenen Gewässer nachzustellen. Jedoch wird man in unmittelbarer Ufernähe oft sehr gut Erfolge haben.


Noch ein Hinweis: Wenn man in dieser Zeit länger als eine halbe Stunde umsonst auf einen Anbiß gewartet hat, sollte man ruhigen Gewissens seine Angelstelle wechseln.


Ab Juni/Juli beginnt dann die Hauptfangzeit für den Barsch. Und zwar tritt nun der Köderfisch mehr und mehr in den Vordergrund. Das Jagdgebiet verlagert sich dabei immer mehr vom Ufer an die Schar. Am besten sind Köderfische geeignet, die im Jahre zuvor geschlüpft sind. Sie werden an einem Goldhaken Nr.6 bis 8 gehängt, daß der kurze Schenkel möglichst im Leib verschwindet. In dieser Zeit spielt auch die Tageszeit eine große Rolle.


Juli: 7-10 und 18-20 Uhr – August: 8-10 und 17-19 Uhr – September: 9-10.30 und 12-12.30 bzw. 17-18 Uhr – Oktober: 9.30-10 und 12-13 bzw. 16.30-17,30 Uhr – November: 12-14 Uhr


Natürlich fängt man auch außerhalb der angegebenen Hauptbeißzeiten mitunter so manch schönen Barsch. In manchen Gewässern sind die Beißzeiten aber so scharf abgegrenzt, das zu der bestimmten Zeit das Beißen schlagartig aufhört. Mit fortschreitender Jahreszeit wird die Jagd auf Barsch um die Mittagszeit immer lohnender. Von Mitte Oktober ab kann man eigentlich nur noch Erfolge erwarten, wenn mann sich sonnige Tage mit wenig Wolken und leichten Wind zum Angeln auswählt. In dieser Zeit findet man den Barsch schohn nicht mehr über das ganze Gewässer verteilt, sondern nur in unmittelbahrer Nähe der bereits erwähnten Weißfischschwärme.


Eine Rundfahrt mit dem Boot in den frühen Morgenstunden um den See, dicht am Gehege entlang, zeigt uns schnell die Stellen, wo sich die Schwärme aufhalten. Sie springen an ruhigen, sonnigen Tagen etwa 1-2 Stunden nach Sonnenaufgang oft so zahlreich aus dem Wasser, daß dieses zu kochen scheint.


Diesem Bericht liegen nicht nur meine Erfahrungen zu Grunde. Mir wurde von einigen älteren Petijüngern Aufzeichnungen und Erfahrungen zur Verfügung gstellt. Diese wurden ausgewertet (Fangzeiten) und in Abstimmung mit denn Kollegen abgebildet. Und wie gesagt: Von Gewässer zu Gewässer unterscheiden sich die Gewohnheiten mehr oder weniger…

Kategorien: Barsch

Kommentare

  1. dietel
    dietel 25 Mai, 2004, 07:08

    erst mal danke für den artikel, angleraken. vieles von dem, was du schreibst, kann ich bestätigen. die beißzeiten stimmen z.b. in der tendenz. wobei du ja schon schreibst, dass sich das von gewässer zu gewässer unterscheidet.

    maches stimmt meiner meinung nach aber auch nicht. zum beispiel habe ich im oktober und november schon ausgezeichnet bei trübem wetter gefangen. zum anderen gibt es kaum launischere fische als den barsch. der geht nicht zwangsläufig „bei jedem wetter willig an den ihm zusagenden köder“. und schließlich ist der tunker mit eingegossenem drilling bei uns genauso verboten wie der lebende köderfisch. im winter fange ich die fische nicht nur an den rohrkanten, sondern auch in tiefen löchern und am fuße von barschbergen. aber du hast natürlich recht: die barsche sind da, wo die kleinfische sind. steganlagen, schilf, kraut, im wasser liegende bäume etc. sind wegweiser zum barsch.

    grüße alle deine mitarbeiter von uns! und nochmal vielen dank für deinen einsatz!

  2. angleraken
    angleraken 25 Mai, 2004, 10:51

    oh je .. ich meinte zocker ,die nennen wir auch tunker weil mann sie immer rein tunkt und wieder hochzieht

  3. angleraken
    angleraken 25 Mai, 2004, 11:08

    @hannes ich wuste nicht das es verboten ist einen haken anzulöten ,wenn das der fall ist dann streicht das mal lieber .mann da gibt es immer wieder was ,was mann nicht weis. petri heil angler aken

  4. Thomsen
    Thomsen 25 Mai, 2004, 11:10

    Hi angleraken,

    das macht den Artikel nicht schlecht…danke für die Mühe, die Du Dir gegeben hast, das alles zusammenzutragen.

    Einen Verbesserungsvorschlag hätte ich: nimm für die Köderfisch-Angelei besser keine Goldhaken. Für den Fall, dass sich ein Hecht am Köderfisch vergreift und tief schluckt. Hechtmägen können ansonsten jeden Haken verdauen, nur eben keine Goldhaken…

  5. shady
    shady 25 Mai, 2004, 18:39

    bin hier seit kurzem durch die empfehlung meines Freundes gelandet, hab mir allaes durchgeschaut und muss schon sagen
    !!RESPEKT!!
    richtig geile HP

  6. dietel
    dietel 25 Mai, 2004, 21:39

    man kann ja nicht alles wissen. aber ich glaube mich erinnern zu können, dass starre drillinge verboten sind.

  7. derMolch
    derMolch 27 Mai, 2004, 13:43

    Das mit den Beißzeiten ist mir auch schon aufgefallen. Am Wannsee konnte man förmlich seine Uhr nach den Bissen stellen!

    Erstaunlich ist auch der Faktor Schnur-Scheue… Ist mir völlig schleierhaft, wieso an manchen Gewässern das Schnurkaliber eine so immense Rolle spielt und an manchen wiederum garnicht. Ab 18er Sehne aufwärts geht an manchen Gewässern fast nichts mehr, bei anderen wiederum stört die Barsche nochnichtmal ein 45 Stahl als Vorfach. Mit der Trübung oder dem Hunger hats erwiesenermaßen nichts zu tun….Seltsam

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