Barsch Barsch mit Mini-Jigs: 3-Stufen-Plan fürs Micro-Game!


Ich bin Barschangler geworden, weil ich mich zu den eher ungeduldigen Menschen zähle, bei denen immer mal was passieren muss, wenn sie einer Beschäftigung nachgehen. Ich mag Barschangeln unter anderem deshalb, weil ich nicht stundenlang werfen muss, um mal einen Kontakt zu bekommen. Deshalb konzentriere ich mich auch nur selten auf die großen Einzelgängerbarsche, sondern nehme alles ins Visier, was Streifen trägt. Ich habe keine Angst vor großen Gummis. Noch lieber angle ich aber Barsch mit Mini-Jigs oder anderen Minibaits und freue mich an den vielen Kontakten, am feinen Gerät und darüber, dass man auch mit Kleinzeug große Barsche fangen kann.

mit mini-jig auf barsch
Auch ein kleiner Pintail jiggt sich am Mini-Jig gut auf Barsch.

3-Stufen-Plan fürs Micro-Game

Für die Angewoche habe ich einen perfekten Plan für den Einstieg ins Thema Barsch mit Mini-Jigs ausgearbeitet, den ich euch hier nicht vorenthalten will. Die Krux ist nämlich immer die selbe und betrifft dementsprechend nicht nur die Angelwoche-Leser:

Kleine Köder wiegen nicht besonders viel. Dadurch kann man nicht so weit werfen und nicht besonders schnell angeln.

Doch es gibt Optionen.

Rute krumm – da hat wohl kein ganz schlchter Barsch die kleine Larve attackiert. (Das ist übrigens die neue Search&Jig L – 2.24 m lang mit einem WG von 10 Gramm.)

Stufe 1: Konkrete Spots im Nahbereich

Brücken, Bootsanleger, Steganlagen und andere Hotspots, die ihr mit relativ kurzen Würfen abangeln könnt, werden mit leichten Jigs und gerne auch mit Ultralight-Tackle beangelt. Unter „leicht“ verstehe ich Jig-Gewichte bis 3 Gramm. Im Flachwasser darf der Jig nicht viel schwerer als 1 g sein, damit man noch eine kleine Absinkphase hat. Ich angle hier sehr gern mit Würmern und Shads. Würmer haben den Vorteil, dass sie sich sehr schön bewegen – die Locke wirbelt auch bei ganz niedrigen Geschwindigkeiten verführerisch durchs Wasser. Ihr könnt sie ganz langsam durchkurbeln oder immer wieder zum Grund durchsacken lassen.

mit mini-jig auf barsch
Strammer Wurmbarsch. Da hat ein 1 Gramm schweres Köpfchen genügt.

Shads haben den Vorteil, dass der Schwanzteller den Sinkflug etwas abbremsen. Man spricht vom Fallschirm-Effekt.

mit mini-jig auf barsch
Kleine Murmel, 6 cm Swimmer – mittlerer Barsch.

Das macht sie zum perfekten Köder für extrem flaches Wasser. Auch hier fangen beide Varianten der Führung: Durchkurbeln oder Jiggen/Faulenzen. Am liebsten verwende ich hier eine feine Solid-Tip-Rute. Diese befördert auch leichteste Köder rund 20 m raus und hat eine sehr sensible Bissanzeige. Durch die weiche Vollkarbon-Spitze können die Barsche den Köder widerstandslos ansaugen. Da gibt’s also sehr wenig Fehlbisse und wenn der Barsch dann hängt, geht das feine Stöckchen voll in die Parabolik. Mehr Drillspaß geht einfach nicht.

Stufe 2: Mitteldistanz mit konkreten Spots

Muschel- und Kiesbänke, Seerosenfelder, die erste Scharkante oder Schilfzonen im äußeren Wurfbereich kann man super mit der Chebu abangeln. Hier können wir das Gewicht fei wählen. Natürlich muss auch hier die Absinkphase zur Gewässertiefe passen. Ich gebe den Barschen gerne 2 bis 3 Sekunden Zeit, sich den Köder anzuschauen, bevor er nach dem Anheben wieder auf dem Boden landet. Deshalb kommen in Wassertiefen von 2 bis 4 m maximal 7,5 Gramm zum Einsatz. Bei 5 bis 8 m gehe ich dann auf 10 Gramm rauf. (Diese Werte stehen für stilles Wasser. Wenn man gegen eine Strömung arbeiten muss, muss man schwerer angeln, um auf die selbe Absinkphase zu kommen.) Meine beiden Lieblingsköder für diese Disziplin sind Larven-Imitate und kleine Krebse. Natürlich funktionieren hier auch kleine Shads. Larven sammeln aber eben extrem zuverlässig ein. So einen kleinen High Protein-Snack lässt kaum ein Barsch aus.

mit mini-jig auf barsch
Das ist der Larvenbarsch, der weiter oben die Search&Jig krumm gemacht hat.

Da gehen die ganz Kleinen ran. Aber auch die Kapitalen. Mit Krebsen kann man ein bisschen selektieren und die besseren Barsche aus einem Trupp herausfiltern. Vor allem aber gibt’s auf Krebse knackige Bisse. Im Vergleich zu einer Larve hat ein Krebs allerdings mehr Volumen, also mehr Luftwiderstand. Wenn es also auf jeden Meter Wurfweite ankommt, ist die Larve vorne. Die feine Solid-Tip aus Stufe 1 kommt hier an ihre Grenzen. Besser sind Ruten mit einer Wurfgewichtsobergrenze von 10 bis maximal 15 Gramm – mit Solid-Tip oder auch ohne. Wir müssen ja Anhiebe auf Distanz bzw. in oftmals relativ tiefem Wasser durchbekommen. Dafür brauchen wir mehr Wurfgewicht und auch etwas mehr Rutenlänge.

Stufe 3: Barschsuche auf Maximal-Distanz

Oft weiß man ja gar nicht so genau, wo jetzt die Muschelfelder sind, wo sich eine Kante befindet und vor allem: Wo die Barsche schon wieder rumturnen. Jetzt müssen Such-Montagen her, sogenannte Barsch-Sonden. Da habe ich zwei Lieblingssysteme. Das erste besteht aus einer 7,5 bis 15 Gramm schweren Rushka mit einem kleinen Shad (6 cm) oder einer Larve (8 cm). Das fliegt unheimlich gut und eignet sich hervorragend, um den Grund nach Barschen abzukratzen. Dazu nehme ich den Köder kaum hoch, sondern schleife ihn auf der Suche nach Muschel- und Kiesbänken mehr oder weniger kontinuierlich über den Grund. Hier bin ich völlig frei vom Gewicht der Murmel, denn die Barsche müssen den Köder gar nicht inhalieren. Sie haken sich selbst, wenn sie den über den Boden wandernden Köder attackieren. Die Bisse sind vorsichtige Zuppler. Und plötzlich hängt dann irgendwann mal mehr Gewicht dran. Wenn jetzt die Rutenspitze wippt, handelt es sich um einen Barsch, den wir einfach rangekurbelt haben. Such-Variante 2 ist ein Jig-Spinner. Mit 5 oder 7 Gramm leichten Versionen kann ich sowohl die oberen und mittleren Wasserschichten an tieferen Gewässern absuchen als auch flache Bereiche auf weite Distanz abscannen.

mit mini-jig auf barsch
Jig-Spinner sind die Suchmaschinen unter den Mini-Jigs.

Ich führe den Jig-Spinner dann wie einen Gummifisch im Zickzack-Modus durch die Wassersäule oder eben über den Grund. Für das schwere Zerren ist eine lange Solid-Tip natürlich Top. Für leichte Jig-Spinner würde das auch funktionieren. Aber mehr Power zum Anzupfen hat man mit einer etwas längeren normalen Spinnrute.

Tackle-Check für Micro-Jigger

Die Tackle-Tipps zu den jeweiligen Stufen sind Ideal-Vorstellungen eines Tackle-Nerds. Am Ende würde man z.B. alles auch mit einer 10 Gramm-Rute bewältigen können – bis auf das schwere Murmelkratzen aus Stufe 3. Wer mit 15 g da unten am Grund schubbern will, braucht einfach eine Rute, die das hinbekommt. Wenn ich eine lange Solid-Tip mit einem WG von 4 bis 28 Gramm angle, nehme ich eine 2000er Rolle. Für die kürzeren und leichteren Ruten, kommt nur eine 1000er in Frage. Bespult sind die 1000er mit einer ca. 0,10 mm dicken Schnur. Ich nehme die beschichtete Momoi Cast PE, die beim Wurf dank der Silikonbeschichtung widerstandslos durch die Ringe schießt und auch sehr leise ist. Auf der 2000er gehe ich eine Schnurstärke nach oben. Das macht sich immer gut, weil man da unten auch mal einen Hänger kassiert und mit der stärkeren Schnur größere Chancen hat, diese auch zu lösen.

Kompakte gepackt!

Das Schöne ist, dass man alle drei Stufen mit einer wirklich kleinen Köder-Box bewältigen kann. Ein paar Gummis, ein paar Mini-Jigs, ein paar Chebus und ein bis 5 Jig-Spinner und los geht’s.

mit mini-jig auf barsch
Eine kleine Auswahl an Mini-Jigs.

Ein bisschen Fluorocarbon und ein wenig Stahl, dazu noch eine Zange – das wars dann auch schon an Ballast für den Micro-Jigger. Wobei: Einen Kescher würde ich auf jeden Fall auch empfehlen. Nicht selten, dass mal einen Hecht einsteigt. Oder eben der große Barsch, der dem kleinen Köder genauso wenig widerstehen kann wie seine kleinen Artgenossen.

Stellt euch auf jeden Fall auf eine schöne Bissfrequenz ein. Denn Micro-Jiggen ist das Gegenteil von langweilig!

Ich habe dazu auch ein Video für euch parat. Ich denke, Bewegtbilder sagen manchmal noch mehr aus als das geschriebene Wort: