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kiwifahrer

Echo-Orakel
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Über diese Naivität wirst Du jetzt vermutlich und völlig zu Recht etwas schmunzeln. Fliegenschnüre sind ja auch ein ziemliches (und teures) rabbit hole. Gibt es nicht auch mehr als eine Methode zum Vermessen von Fliegenrute und entsprechende Diskussionen unter Fliegenfischern ?
Das hat mit Naivität nichts zu tun, du bist über das gleiche Problem gestolpert wie ich hier in der neuen Welt. Bei den Fliegenfischern vermisst nur der eine oder andere Rutenbauer die Ruten. Die großen Hersteller labeln die Schnurklassen seit einigen Jahren aber immerhin halbwegs vernünftig. Und die Aktionen der Allroundruten die den größten Marktanteil ausmachen ähneln sich seit Jahren immer mehr finde ich. Bei stark abweichenden, spezialisierten Modellen wird dann meiner Meinung nach versucht das Einsatzgebiet und den Unterschied klar zu beschreiben. Bei Tests von Fachmagazinen oder für Foren werfen die Tester auch verschiedene Schnurformen in verschiedenen Klassen und beschreiben mit was die Rute besonders harmoniert. Das ist dann wirklich sehr hilfreich. Ist hier im Forum ja auch so, dass immer wieder Leute die Wurfgewichte von Ruten angeben die sich nach langer Angelpraxis als optimal erwiesen haben, das finde ich super.
Früher war es riskant billige Fliegenschnüre zu kaufen, die waren meist Schrott und dann dafür doch wieder zu teuer. Heute ist das meiner Erfahrung nach besser geworden. Zum einen gibt es wirklich sehr gute noName-Schnüre, zum anderen sind viele Marken-Schnüre im Verhältnis günstiger geworden. Aber es gibt wirklich viele Formen am Markt, das ist fast uferlos...
 

tölkie

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@kiwifahrer

Mich hat und interessiert diese Materie, seit ich mit dem Rutenbau angefangen habe. Persönlich kenne ich mich mit der Fliegenfischerei nicht aus, aber da gibt es im RBF einige LeUte, die das sehr wissenschaftlich betrachten und ehrlich gesagt, ich verstehe davon nicht die Hälfte was sie schreiben.

Das Problem war und ist, dass es keine Normung gibt und bei den Produktbeschreibungen auch eher die Marketingleute dran sitzen, die gerne die gängigen Schlagworte benutzen. Da werden sogar wissentlich oder unwissentlich Beschreibungen kreiert, die nicht wahr sind. Aber es tönt gut, wenn man was von XFast schreibt oder Toray Carbon, dann ein gutes Preisschild dran macht und fertig. Schaut man sich die ganzen Teamangler an, da kann ein Teil nicht zwischen einer parabolischen und fast Aktion unterscheiden. Aber sie entwickeln unsere Produkte.

Nun, ich habe nicht den Anspruch alles oder vieles zu wissen, eher einen ganz kleinen Part. Ich finde es aber spannend was man heute aus unterschiedlichen Materialien, Taper, Aufbau einer Rute machen kann und dabei verwundere ich mich dann immer wieder was die Hersteller so hypen. Manchmal denkt man, hat da denn gar keiner nach gedacht, das hätte man doch anders und sogar besser machen können ohne gleich teurer zu werden.

Nun genug dazu geschrieben. Ich persönlich fische drei Ruten auf Hecht, eine 7f BC, die ca 60/65gr ab kann. Feine Spitze, so dass ich leichtere Spinnerbaits damit fischen kann, der Blank ist recht schnell, was mir erlaubt kleine Jerks zu fischen, weil er sehr schnell in der Spitze zurück stellt, ich kann Hartbaits damit twitchen oder auch Gummis bis 18cm einleiern. Allrounder würde ich sagen, wenn ich wollte, könnte ich damit auch noch Jiggen, nur mag ich das nicht mit der BC.

Dann habe ich eine 8f Jigge, echt stocksteif, super schnell in der Rückstellung, feine Spitze mit einem richtig starken Rückgrat. Wobei die Rute bei einem größeren Fisch aber auch hinten mit arbeitet und nicht zu macht. Gummis von 15-20cm sind perfekt. Das Taper und die Aktion unterstützen diese Art der Fischerei, wenn man auch aggressiv jiggt. Die Rute benutze ich aber auch zum einleiern von größeren Gummis, ich habe ja nicht immer alle Ruten dabei, selbst Jerks lassen sich damit gut über die Rolle animieren. Zalt und Zam gehen auch super zu fischen.

Dann besitze ich noch ne 150gr BC, der Blank ist auch schnell, aber bedingt durch den schlanken Taper nicht so steif, alles was 50-150gr Köder betrifft, kann man damit sehr gut leiern. Die Aktion ist eher durchgängi, federt selbst am Boot gute Fische perfekt ab. Zum Jiggen würde ich sie nicht einsetzen.

Alle drei Ruten haben eine unterschiedliche Materialkombination und sind anders getapert, wobei 1 und 2 ähnlich vom Taper sind, aber 1 progressiver in der Aktion ist und hinten mehr mitarbeitet, weil hier ein weniger steifes Carbon verbaut wurde.

Nun kommen Vorlieben hinzu, manche mögen zum Hechtfischen nicht ganz so knackige Ruten, eher was Softeres.

Na ja und was andere als schnell und steif bezeichnen bei ihren Rutenbeschreibungen sind für mich teils langsame Blanks.

Fertig …. viel Spass beim Stöbern.
Liebe Grüsse Bernd
 

Spin+Fly

Bigfish-Magnet
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So wie "Line Laboratory.com" für Schnüre
Besten Dank für den Link. Ist mir ganz in Vergessenheit geraten und sollte hier im Forum am besten mal angetackert werden.

Der längst verstorbene Rutenbauer Ludwig Reim hat tatsächlich die Rückstellgeschwindigkeit von Ruten vermessen und die (15°-) Methode auch genau beschrieben.
Dachte immer die 15° Methode kommt vom Theo Matschefsky :emoji_thinking:
.
 

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