Wo liegt der technische Unterschied zwischen einer Wobbler-Rute und einer Gummifisch-Rute? Was kann die eine, was die andere nicht kann und warum?
Vielen Dank an alle die mir geholfen haben. Ich habe folgendes dazu gelernt: Die meisten Wobbler kann man z.B. auch twitchen anstatt nur einzuleiern, und Gummifische z.B. jiggen. Will man diese Führungs-Varianten nutzen, kommen verschiedene Ruten-Aktionen in Frage.
Was ich schade finde: Die wenigsten Hersteller veröffentlichen Diagramme mit den jeweiligen Ruten-Aktionen unter statischer Belastung. Wenn man Glück hat wird die Aktion verbal einigermaßen präzise beschrieben. Wenn man Pech hat heißt es nur: "Die Rute ist optimal um mit Köderart X auf Fischart Y zu fischen." Das wird der Tatsache dass es durchaus unterschiedliche Geschmäcker gibt nicht wirklich gerecht.
Um nach allem meinen Senf zuzugeben (zumal Twitchbaits meine ganz große Passion sind)… Die einfachste Faustregel sind die Haken: Drilling oder Jig Hook?
Drillinge gibt es fast nur bei Moving Baits, und bei Drillingen will ich normalerweise eine langsamere Rute, weil...
- Drillinge halbwegs selbst-hakend sind (harter Anschlag nicht so wichtig);
- Drillinge einfacher aus dem Mund gerissen werden und man im Drill deshalb mehr Abfederung möchte;
- Köder mit Drillingen mit einer langsameren Rute besser animiert werden können:
- Beim Einleiern möchte ich, daß der Köder natürlich startet und stoppt, statt zu schnell anzuspringen;
- Beim Twitchen möchte ich gut durch die Schnur schlagen können und den Köder herumpeitschen, ohne daß die Rute zu hart ist.
Jighaken gibt es sowohl bei Moving Baits als auch beim Bottom Contact. Generell will ich aber eine schnellere Rute, weil...
- Ich den Haken gezielt setzen muß;
- Der Haken dann generell besser sitzt aus ein Drilling (im Drill ist die Federung nicht so wichtig);
- Ich oft direkteren Köderkontakt haben möchte:
- Bei Bottom Contact will ich den Grund fühlen;
- Beim Jiggen will ich den Biss spüren und (auf teilweise große Distanz) schnell reagieren können.
Soweit, so gut - außer, daß jedermann seine eigene Vorlieben und Meinungen hat, und daß es da halt viele Grauzonen gibt. Wenn ich z.B. einen Moving Bait mit Jighaken einleiere (Gummifisch, Chatterbait, Swimjig etc.), was will ich dann? Wollen Crankbaits und Twitchbaits die gleiche langsamere Rute? (Nein, siehe unten

) Will ich bei einem schweren Hecht-Jerkbait mit fetten Drillingen, oder einem großen Glidebait mit ähnlichen Drillingen eine zu langsame Rute, die durch die Köderdimensionen zu sehr wabbelt? (Nein.)
Am Anfang würde ich mir darüber aber nicht so die Gedanken machen. Da macht es IMO Sinn, eine langsamere Crankrute und eine schnellere Jigrute zu haben und diese dann - je nach Köder - zu benutzen. Dann ist es vielleicht nie optimal, aber niemals komplett falsch.
Nach vielen Jahren teile ich mein persönliches Repertoire jetzt in mehr als zwei Kategorien auf - aber das ist dann wieder Vorliebe (und ich angel auf Bass, nicht so sehr auf Barsch/Zander/Hecht):
- XFast Bottom Contact Ruten für Skirted Jigs etc. Damit habe ich letzten Sommer auch im Volkerak auf Zander gefaulenzt und gejiggt, weil man halt über weite Distanz Kontakt haben muss und den Köder schnell ansteuern will. Graphite.
- Fast Ruten für Moving Baits mit Jighaken. Graphite oder Composite.
- Med-fast Ruten für Crankbaits mit Drillingen. Graphite oder Composite.
- (Wenn man eine gute Rute hat, kann die oft beides.)
- Fast -> Med-fast Ruten für Twitchbaits - wer diese Köder mit extremer Liebe fischt will eine Spezialrute mit schneller Spitze (um den Twitchbait gut zu peitschen) die dann aber in eine Med-fast Aktion übergeht (und den Schlag gut abzufedern). Graphite
- Die Expride A 6'10" M ist dafür legendär, und die G Loomis GLX 822 JBR macht es ihr nach.
- Moderate Ruten fürs Deep Cranking. Glass.