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Wieviel Blei für welchen Gummifisch

Dieses Thema im Forum "Köder" wurde erstellt von CaptainAhab, 10. Juli 2011.

  1. CaptainAhab

    CaptainAhab Twitch-Titan

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    Servus Männer,
    sagt mal, gibt es so was wie einen Richtwert oder Faustformel bzgl. wieviel Blei bzw. welchen Jighaken mit wieviel Blei man an welche Größe des Gummiköders macht!?

    Ich hab in der Praxis oft das Problem, dass die Köder oft sau schnell also unnatürlich senkrecht auf den Grund rauschen beim Twistern oder aber wenn ich zu wenig Blei an das Gummi mache spüre ich nicht mehr ob er nun schon Grundkontakt hatte oder noch nicht!?!

    Ich wär dankbar für Tipps aus der Praxis

    Danke schonmal und Petri

    Richie
     
  2. raubfischpolizei

    raubfischpolizei Finesse-Fux Gesperrt

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    Moin,
    da gibt es keine Faustformel.

    Allgemein hängt es von folgenden Faktoren ab:
    - Ködergröße
    - Tiefe, in welcher Du fischen möchtest
    - Größe des Köders (Verdrängung, Auftrieb)
    - Wind, Strömung


    Beispiel:

    Ich möchte bei 6m Tiefe, wenig Strömung die untere Hälfte der Wassersäule abfischen
    - 15er Kopyto 21g Jig; 23er Kopyto 30g Jig (wegen größerem Auftrieb des Köders)

    Bei gleicher Tiefe und starker Strömung sind schonmal locker 10-15g mehr nötig.

    Anderes Beispiel:
    Beim Barschangeln im Flachen mit 3" Ködern kann ein 3g Jig perfekt sein. Kommt dabei kräftig Wind auf, ist damit durch den Zug des Schnurbogens keine kontrollierte Köderführung mehr möglich.
     
  3. Matthi

    Matthi Gummipapst

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    Und manchmal ist auch grade die Absinkphase entscheidend - da kann ein steil zum Grund schießender Köder dann den Beißreflex auslösen, oder eben der, der gaaaanz langsam herabtrudelt...
     
  4. Henry

    Henry Keschergehilfe

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    Wie von der Raubfischpolizei schon sehr schön dargestellt wirken immer mehrere Faktoren zusammen um das Ziel ( also ein bestimmtes Verhalten des Köders mit möglichst gutem Kontakt) zu erreichen:

    Die Sache mit dem fühlbaren Grundkontakt hängt mmn. ab von der richtigen Kombi von

    -Rute (entsprechend feinfühlig, nicht schwabbelig. Optimal wenn man einen oder mehr Finger direkt auf den Blank legen kann, dann fühlt man genauer, )

    -Schnur+ Vorfach (Geflochtene ist einfach am direktesten und immer so dünn wie möglich wegen Wasserwiderstand, evtl. Strömung Windanfälligkeit) und

    -richtiger Bebleiung des Köders.

    Bei der Bebleiung des Köders wirken wieder die gleichen Faktoren wie bei der Schnur:
    Breiter Köder mit Schaufelschwanz und Luftkammer(Swimbait)= höherer Wasserwiderstand (Auftrieb)/Strömungswiderstand als z.b. bei einem massiven, dünnen No-Action Köder.
    Dementsprechend wird das Blei gewählt.

    -Kleiner Köder plus viel Blei: Köder saust senkrecht zum Grund.
    Überbleit= guter fühlbarer Grundkontakt, gut für einen grundnahen "hibbeligen" Führungsstil.

    -Weniger Blei: Grundkontakt spüren wird schwieriger (außer bei ziemlich hohem Gesamtgewicht Köder+ Blei gemessen an der Kraft der Rute, bringt aber einbußen in der kontrollierten Köderanimation). Dafür weniger steile Absinkphase, schönes Gleitenlassen mit kleinen Stops und sehr feinfühlige Köderanimation möglich. Gut zum Wassersäule absuchen und für variablen Führungsstil.

    -So wenig Blei, dass bei gegebenen Verhältnissen (Strömung, Wind) die Schnur noch halbwegs straff bleibt: Meist kein echter Grundkontakt, eher was fürs Mittelwasser/Oberflächenfischen. Eher ruhiges Köderspiel. Wenn man den Haken leicht schräg einführt ist mit kleinen Zupfern schönes "Taumeln" möglich.

    Positionierung des Hakens: der Hakenschaft im Köder macht ihn bis zur Austrittsstelle so gut wie unbeweglich. Auch damit kann man gut variieren:

    Ein schlanker No-Action Shad (z.B. Fin-S Fish) mit kurzem Haken entwickelt eine sehr schöne schlangenähnliche Bewegung bei Zupfern. Mit langen Haken werden es eher kurze Vibrationen.
    Bei Schaufelschwanzködern ist es ähnlich, hier kann man mit kurzen Haken die Vibrationen etwas verlangsamen, mit längeren schneller machen.


    Ich hab mich an nem ruhigen See erstmal langsam rangetastet mit wie wenig Blei ich den Grundkontakt noch spüre und für mich eine recht lockere Rutenhaltung mit mit 3 Fingern am Blank für gut befunden. Um ein Gefühl für die Absinkgeschwindigkeit bei gestreckter Schnur nach einem weiten Wurf zu bekommen seh ich zu, dass die Schnur sofort nach eintauchen des Köders gestreckt ist und bewege die Rutenspitze langsam in Richtung Köder, folge ihm langsam auf dem Weg zum Grund.

    Die Beobachtung der Schnur läuft parallel. Legt sie sich aufs Wasser ist der Köder unten. Zieht sie zur Seite oder legt sich aufs Wasser bevor sie sollte: Gib ihm eine mit! :wink:

    Wenn man eine grobe Vorstellung davon hat wie es sich anfühlen sollte mit gutem Grundkontakt und Köderführung und verschiedene Köder/Blei-Kombinationen durchgespielt hat, kann man das bei Strömung oder Wind schon recht gut anpassen und hat eigentlich immer ne ganz gute Ahnung davon was der Köder gerade macht.

    Hoffe es hilft dabei einee genauere Vorstellung zu entwickeln was am anderen Ende der Schnur los ist, viel Spaß beim ausprobieren. :wink:
     
  5. CaptainAhab

    CaptainAhab Twitch-Titan

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    wow,
    klasse Antworten, dank Euch schonmal sackrisch!!
    Also Resume:
    ich werd mich wohl durch learning by doing rantasten müssen!!

    Das werd ich am besten auch mal in verschiedenen Kombinationen ausprobieren.

    Danke und Petri Euch

    richie
     
  6. raubfischpolizei

    raubfischpolizei Finesse-Fux Gesperrt

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    Moin,

    sehr schöne Erklärung, die Henry da hingelegt hat!

    Ich fische sowohl regelmäßig "überbleit" als auch "unterbleit".
    Überbleit kommt bei aktiven Zandern oft sehr gut. Diese reagieren dann nämlich oft sehr positiv auf "Klopfen".

    Zum Fischen im Mittelwasser wähle ich das Gewicht gerne so, dass kein Grundkontakt mehr möglich ist. Gerade in den Hitzephasen lässt sich damit punkten.
    Habe auch eine ganze Weile gebraucht, um mich mit dieser Technik anzufreunden, da ich mich lange ohne Grundberührungen einfach nicht wohlgefühlt habe und nicht das Vertrauen hatte, die "richtige Tiefe" zu erwischen. Gerade beim Fischen über tiefen Wasser. Mittlerweile fische ich sehr viel im Mittelwasser und weiß, dass ich früher die Fische (vor allem Hechte) häufig unterfischt habe.

    Bei dieser Angelei kommt es oft zu einem großen Schnurbogen durch Wind und Strömung. Genau da sehe ich die Daseinsberechtigung von 2,7m+ Spinnruten. Ansonsten fische ich auch lieber kürzere Ruten, doch bei dieser Spielart bekommt man damit einfach keinen Anhieb durch. Mit einem entsprechenden Kontergewicht versehen lässt sich auch eine lange Rute sehr angenehm und ermüdungsfrei fischen.
     
  7. Schaker

    Schaker Twitch-Titan

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    Wenn man zum Beispiel am Rhein angelt wo starke Strömung ist muss man mit mehr Blei fischen wie in einem Stillen Gewässer
     

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