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Was Sie schon immer über Wathosen wissen sollten!

Dieses Thema im Forum "Zubehör" wurde erstellt von dietmar, 11. Mai 2015.

  1. dietmar

    dietmar Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Beim Meerforellen- und Wolfsbarschangeln am Strand, bei der Jagd auf Lachs und Forellen am großen Fluß und beim Spinnfischen in flachen Seen sind Wathosen eine recht praktische Sache und können den Fang erleichtern oder gar erst möglich machen. Im Handel findet man Produkte bekannter Hersteller, eigentlich sind viele nur Vertriebe, wie z.B. Bare, Hodgeman, Loomis, Loop, O’Neill, Orvis, Patagonia, Scierra, Tierra, Vision,…… Die meisten Anbieter kommen aus dem Bereich Fliegenfischen. Daneben findet man noch viele Produkte anderer Angelgerätefirmen wie z.B. Balzer, Behr, Cormoran, DAM, Jenzi, Kinetik, Shimano, Snowbee…. Die Preisspanne reicht von Wegwerfartikel (Discounter) bis wahnsinnig teuer. Die teuerste Wathose + Watschuhe kann 900 € kosten. Wer hätte sich je vorstellen können, 1800 Deutsche Mark für eine Watkombi zu bezahlen? Unter 100 € gibt es eigentlich nichts Brauchbares. Leider schützen einen weder ein bekannter Name noch der höchste Preis vor einer bösen Überraschung. Eigentlich hat schon jede der bekannten Firmen einmal oder mehrmals für Ärger unter Anglern gesorgt. Mal waren Versiegelungen nicht wasserfest, die angebliche Revolution in Sachen Robustheit erwies sich als reines und nicht haltbares Werbeversprechen, mal löste sich das angeblich doch so teure und hochwertige Membranenmaterial innerhalb kürzester Zeit auf, verwendete Kleber sorgten für eine Versprödung des Materials, so das nach kurzer Zeit der Traum zerbröselte oder es wurde in der Produktion einfach schlampig gearbeitet und Nähte wurden innerhalb kürzester Zeit undicht. Eigentlich gab es schon alles, was man sich vorstellen kann und selbst Dinge, die keiner für möglich halten würde. Eine echte Empfehlung für die eine oder andere Marke kann man daher nicht wirklich aussprechen. Die Wahrscheinlichkeit, eine gute Wathose bei einem der bekannten Vertriebe aus dem Bereich Fliegenfischen zu bekommen, ist dort am höchsten. Auch kann man eigentlich kein Wathosenmodel empfehlen. Denn wenn man eine Wathose vielleicht zwei Jahre lang in Gebrauch hatte und nun ein Urteil fällen könnte, dann gibt es dieses Model oft nicht mehr. Man kann also bei der Auswahl und dem Kauf nur auf ein paar wichtige Kleinigkeiten achten und muss ansonsten auf sein Glück und eventuell auf die Kulanz des Vertriebes/Herstellers hoffen.

    Eine Wathose ist ein Verschleißteil. Das ist einfach so. Der allgemeine Gebrauch, mechanische Belastungen, Reibung, Sonne und der Zahn der Zeit (Alterung auch bei richtiger Lagerung) machen jeder Wathose zu schaffen. Nach zehn Jahren auch bei bester Lagerung und ohne Gebrauch ist eine Wathose in der Regel hinüber. Bei atmungsaktiven Wathosen kann es auch schneller gehen. Je nach Anschaffungspreis und Einsatz muss man akzeptieren, daß einen ein Angelgang in einer Wathose etwa zwischen 1 € und 10 € kostet. Wohnt man an einem Lachs- bzw. großen Forellenfluß oder an der Ostseeküste und kommt im Jahr auf 50 Angelgänge oder mehr, dann ist wahrscheinlich auch die teuerste Wathose nach ca. zwei Jahren hinüber. Nichts hält ewig.

    Es gibt Wathosen aus verschiedenen Materialien. Die günstigsten Hosen sind aus einer gewebeverstärkten PVC-Folie geschweißt mit angesetzten einfachen Stiefeln aus PVC (Elka, Ocean, Viking,….). Die beste Hose in diesem Bereich kommt wahrscheinlich von Viking (The Danish Rubber Company). Eine solche Wathose eignet sich für den jährlichen Gang in den Gartenteich, zum Slippen des Bootes oder um mal für eine oder zwei Wochen im Urlaub zu angeln und in die Materie rein zu schnuppern. Vielmehr sollte man von ihr eigentlich nicht erwarten. Eigentlich ähnlich aber in der Optik anders, sind Hosen aus einem etwas gröberen Nylon oder Polyestergewebe. Die einfachsten Hosen bestehen aus einem wasserdichten Gewebe. Die etwas besseren sind auf der Innenseite mit einer zusätzlichen PVC-Schicht versehen. Äußerlich wirken sie robuster, sie sind aber nicht wirklich haltbarer. Denn oft kommt es durch Knicke oder Überdehnungen des Materials zu Beschädigungen oder Ablösungen der abdichtenden Schicht, was dann meistens auch mit einem Wassereinbruch einher geht.

    Es gibt auch heute noch Wathosen aus Naturkautschuk z.B. aus französischer Fertigung. Die möchte eigentlich niemand mehr freiwillig tragen. Sie sind teuer, schwer, steif und unkomfortabel. Sie haben aber einen Vorteil. Sie sind mechanisch recht widerstandsfähig. Bei Arbeitseinsätzen oder bei langen Gängen auf dornigen Pfaden können sie durchaus noch Sinn machen.

    Wathosen aus Neopren gibt es jetzt schon seit mehr als ca. 30 Jahren. In der Regel ist ein 3-5 mm starkes Neoprenmaterial beidseitig mit einem Nylon-Gewebe kaschiert. Früher gab es auch mal Wathosen, die nur auf der Innenseite beschichtet oder beflockt waren. Die habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Je fester und widerstandfähiger das Material ist, desto dehnungsärmer ist es. Neopren bietet den besten Kälteschutz. Es sorgt im Sommer bei langen Gängen aber auch für ein schnell aufkommendes Saunagefühl. Neoprenhosen sind in der Fertigung aufwendiger als andere Hosen. Gutes Neoprenmaterial ist teurer als ein einfaches atmungsaktives Material. Bei einer guten Hose werden die Einzelteile erst auf Stoß verklebt, dann vernäht und die Nähte zusätzlich abgedichtet. In der Regel wird auf der Innenseite ein Gewebeband aufgebügelt, bei besseren Hosen auch auf der Außenseite. Dieses Band stabilisiert die Nähte. Neuerdings bietet Scierra auch eine Abdichtung auf der Außenseite namens „Liquid Seal“ an. Ob diese Technik nur anders ist oder auch mehr taugt, muss sich erst noch zeigen. Die Frage dürfte sein, wie langzeitstabil bzw. wie lange bleibt diese Nahtversiegelung mit einem flüssigen Dichtmittel elastisch.

    Es gibt Wathosen mit Füßlingen, mit Füßlingen auf die eine Art Sohle aufgeklebt ist oder mit angesetzten Stiefeln. Füßlinge erfordern ein zusätzliches Paar Watschuhe. Füßlinge mit einer aufgeklebten Sohle ähnlich einem Tauch- bzw. Surfschuh bieten den schlechtesten Laufkomfort. Sie sind eigentlich nur auf Sandstränden angenehm. Bei Kies, größeren oder scharfkantigen Steinen können sie auch schnell zur Tortur werden. Angesetzte Stiefel bringen eigentlich nur dann etwas, wenn sie hochwertig und fest sind. Leider ist ein hochwertiger Stiefel oft teurer als der ganze Rest der Hose, sprich er ist selten zu finden. Ein hochwertiger Stiefel besteht aus PU oder Naturkautschuk. Er hat eine feste stabile Sohle. Er ist so stabil, das der Wasserdruck ihn nicht eindrückt, er also seine Form behält. Wer gerne freie Zehen hat, sprich gerne seine Zehen bewegt, kommt an so einem Stiefel kaum vorbei. Er sollte auch eine zusätzliche Wärmeisolierung besitzen. Früher in der guten alten Zeit, sprich bis vor ein paar Jahren, gab es Neoprenwathosen in 5-6 mm Stärke mit einer zusätzlichen Thinsulate Isolierung und dicken mit Filz und Thinsulate isolierten Stiefeln. Diese Hosen wurden eigentlich für die winterliche Steelhead-Fischerei in Nordamerika eingesetzt. Wer mal so eine Hose besessen hat, dem braucht niemand mehr etwas von Faserpelz und Zwiebelschalensystem zu erzählen. Für die winterliche Fischerei gab es nichts besseres. Diese Wathosen sind leider aus den Katalogen verschwunden, denn sie waren in der Herstellung die aufwendigsten Produkte. Mit einer einfach zu fertigenden atmungsaktiven Wathose lässt sich halt mehr Geld verdienen. Stiefel haben aber auch einen Nachteil. Beim Waten auf groben Geröll (Rügen, südschwedische Ostseeküste, skandinavische Lachsflüsse,….) bieten sie dem Fuß nur wenig Halt. Im besten Fall schmerzen abends die Gelenke, mit etwas Pech ist ein Knöchel verrenkt oder ein Band gerissen.

    Heutzutage gelten atmungsaktive Wathosen als modern und „State Oft The Art“. Dabei besitzen sie neben ein paar Vorteilen auch gravierende Nachteile. Nach PVC-Wathosen sind sie am günstigsten zu produzieren und versprechen den höchsten Gewinn für den Vertrieb. Die Einzelteile werden vernäht, neuerdings wohl auch geschweißt. Anschließend werden die Nähte mit einem Abdeckband auf der Innenseite versiegelt.

    Woraus besteht dieses atmungsaktive Material? Auf den Trägerstoff aus Polyester wird das Membranenmaterial aufgetragen/laminiert. Diese Membrane/Schicht besteht aus Polyurethan (PU) oder Polytetrafluorethylen (PTFE). Dann kommt noch eine dünne Schicht Nylongewebe als innere Schutzschicht dazu. So kommt man auf drei Schichten, die nicht mal 1 mm stark sind. Wenn mancher „Hersteller“ von drei Lagen spricht, dann meint er nicht drei Lagen Stoff, sondern meint eigentlich ein dreischichtiges Material. Dieses atmungsaktive Material ist empfindlich wie nur irgendwas. Es mag keine scharfen Knicke, also nach Möglichkeit niemals falten oder einfach zusammen pressen und in einen Kompressionsack stopfen (auch wenn viele Hosen so verkauft werden). Es mag keine starken Dehnungen. Es ist empfindlich gegen UV-Strahlung (Sonnenlicht). Dorniges Gestrüpp sollte man meiden wie der Teufel das Weihwasser. Wenn ich mit einer atmungsaktiven Wathose an Land unterwegs bin, dies ist wesentlich angenehmer als mit jeder anderen Wathose, dann sollte der Blick immer zuerst auf den Weg gerichtet sein. Eine quer über den Weg hängende Ranke eines Brombeerstrauches oder einer Hagebutte können die Dichtigkeit der Hose schnell dahin schwinden lassen. In Spanien gibt es z.B. besonders dornige Sträucher. Wenn man also die Wahl hat zwischen einem zwar längeren und dafür breiteren Weg und einem kürzeren jedoch schmalen und verwachsenen Weg, dann sollte man immer den breiten Weg wählen. Man sollte im Dunkeln nie blind durch irgendwelches Gestrüpp laufen. Ein Kopflampe gehört also im Dunkeln zur Ausrüstung. Es gab schon Versprechungen einer Revolution in Sachen Haltbarkeit und Robustheit. Leider hielt dieses Versprechen nicht lang am Wasser. Es gab früher mal Wathosen, die tatsächlich aus zwei oder sogar drei Lagen Stoff gefertigt wurden. Eine solche Hose kenne ich zur Zeit nicht mehr. Meine aktuelle Wathose (sie wandert demnächst in die Mülltonne, 380 € nach ca. 30-40 Angelgängen) besaß zumindest im vorderen Bereich bis zum Knie eine doppelte Lage und bot so etwas mehr Schutz gegen Dornen im unteren Bereich beim Gehen.

    Kommen wir nun zu den „Kleinigkeiten“, auf die man beim Kauf achten sollte. Eine Wathose sollte wie eine gute Schweißkonstruktion konstruiert sein. Es sollten nie mehr als zwei Nähte an einer Stelle aufeinander treffen. Treffen sich drei oder sogar vier Nähte an einer Stelle der Wathose, dann sollte man lieber ein anderes Model wählen.

    Eine Wathose besitzt in der Regel zwei besondere Schwachstellen. Dies ist zum Einen die Verbindung zwischen Füßling/Stiefel und Hosenbein. Diese Verbindung wird mechanisch stark belastet. Je nach Ausführung treffen zwei unterschiedliche Materialien aufeinander und sollen dauerhaft und dicht miteinander verbunden bleiben. Bei vielen Wathosen, die einen Stiefel besitzen, ist diese Verbindung nur geklebt. Viel besser ist es, wenn Stiefel und Hosenbein auch miteinander vernäht sind. Dies kann man leider in der Regel von außen nicht sehen und muss sich auf die Herstellerangaben verlassen. Die Klebenaht sollte breit und stabil ausfallen. An dieser Stelle lauert noch eine weitere mögliche Falle. Wenn sie eine atmungsaktive Wathose mit Füßlingen/Stiefeln wählen, kehren Sie diese auf links. Um einen Neoprenfüßling/Stiefel mit dem Hosenbein zu verbinden, ist ein Kleber nötig. Finden sich eventuell Spuren oder Schlieren dieses Klebers auf der Innenseite des Hosenbeins auf dem atmungsaktiven Material? Dann sollten sie eine andere Hose nehmen. Diese Stelle ist dann nicht mehr glatt, im Gegenteil, der Kleberrest erhöht die Reibung zwischen ihrem Hosenbein und der Innenseite der Wathose. Mit der Zeit rubbeln sie an dieser Stelle erst das Gewebe und dann die Membrane weg. Das kann bereits nach 10-20 Angelgängen passieren. Links und rechts des Abdeckbandes dürfen keine Kleberreste sichtbar sein! Alles muss sauber sein.

    Der zweite neuralgische Punkt ist der Schritt. Hier werden die Nähte bzw. das Material bei jedem Schritt gedehnt. Eine Wathose muss richtig passen, andernfalls sollte man die Finger von ihr lassen bzw. muss eine deutlich geringere Lebensdauer in Kauf nehmen. Dies bedeutet oft den Besuch von mehreren Angelläden oder einen Bestellmarathon durch verschiedene Online-Shops. Die Beine dürfen nicht zu lang und nicht zu kurz sein. Ziehen Sie die Wathose an, mit eventueller Unterwäsche, und steigen Sie dann mit einem Bein auf einen Stuhl. Jetzt sehen sie was am Schritt passiert. Die Dehnung im Schritt sollte nur gering ausfallen. Wenn ein Bein zu lang ist, dann hat man im Schritt keine Probleme. Allerdings wirft das Hosenbein dann Falten und die Beine reiben aneinander. Das ist der Haltbarkeit leider ebenfalls abträglich. Besitzen Sie starke Oberschenkel die aneinander reiben, verringert dies ebenfalls erheblich die Lebensdauer ihrer Wathose.

    Sie wählen eine Wathose mit Füßlingen, da sie gerne stabile Watschuhe benutzen wollen. Die einfachste und billigste Version sind Füßlinge aus dem gleichen Material wie die Wathose. Leider ist dies auch die schlechteste Wahl. Atmungsaktives Material ist mechanisch nicht gerade hoch belastbar. Sie stehen und reiben aber den ganzen Tag lang mit ihrem Körpergewicht auf dem Material herum. Vielleicht gelangen sogar Sand oder ein paar kleine Steinchen in den Schuh und erhöhen noch die Belastung. Ich würde von solch einer Hose abraten. Bleibt also ein Füßling aus Neopren übrig. Jetzt geht es darum, zwei unterschiedliche Materialien dauerhaft und dicht miteinander zu verbinden. Die Verbindung sollte genäht und geklebt sein. Die Klebeverbindung sollte breit, sauber und stabil ausfallen. Die Nähte sollten innen und außen zusätzlich abgedeckt sein. Die Füßlinge sollten unbedingt höher ausfallen als die Watschuhe. Warum? Der Schaft der Watschuhe drückt und reibt am Bein. Gutes Neoprenmaterial verträgt mehr Reibung als atmungsaktives Material. Ein zu kurzer Füßling ist also eher schlecht.

    Wenn man eine Wathose mit Füßlingen hat, muss man Maßnahmen treffen, um das Eindringen von Steinen oder Sand in die Watschuhe zu verhindern. Das Zauberwort heißt Gravel Guards. Es gibt Wathosen, da sind diese ein fester Bestandteil der Hose und am Bein vernäht. Dies hat einen großen Vorteil. Von oben ist die Verbindung dicht. Es muss kein Druck auf das Bein ausgeübt werden, um die Verbindung zu schließen. Bei losen einzelnen Gravel Guards, in der Regel aus Neopren, müssen diese oben auf das Bein drücken um abzuschließen. Ist der Druck zu stark, wird die Durchblutung im Bein behindert. Der Druck führt auch zu mehr Reibung und Verschleiß auf der Innenseite besonders bei atmungsaktiven Wathosen. Oft wird dieser Bereich dann undicht weil das Material regelrecht weggerubbelt wird. Eine atmungsaktive Wathose sollte also integrierte Gravel Guards besitzen.

    Wenn sie eine Wathose mit Stiefeln kaufen, nehmen Sie einen etwa 2-Euro-Stück-großen runden Kieselstein zu Hilfe. Legen Sie den Stein auf den Boden und stellen sich auf den Kiesel. Na, kann man das aushalten? Leider besitzen viele Stiefel zu weiche Sohlen. Der Stiefel sollte auch so stabil sein, daß er vom Wasserdruck nicht zusammen gedrückt wird. Wer gerne freie Zehen hat und diese mal ab und zu bewegen will, der sollte auf einen stabilen Stiefel achten. Leider bieten Stiefel beim Laufen auf großen Steinen wenig Halt. Beim Anziehen der Wathose benötigen sie den geringsten Aufwand. Viele Angler entscheiden sich jedoch gegen Wathosen mit angesetzten Stiefeln, weil sie nicht wissen, wie sie die Stiefel im Urlaub innen bis zum nächsten Tag wieder trocken kriegen sollen. Sie können den Stiefel ja nicht auf links kehren wie bei einem Füßling. Das Zauberwort heißt Stiefeltrockner. In vielen norwegischen Häusern hängen sie im Flur an der Wand, Reiter kennen sie, der eine oder andere Skifahrer kennt sie, nur unter Anglern sind sie nahezu unbekannt. Es handelt sich um ein Gebläse, das über flexible lange Schläuche erwärmte Luft bis zur Sohle bläst. Meistens besitzt solch ein Gerät vier Schläuche, es können also zwei Wathosen/Paar Watstiefel gleichzeitig getrocknet werden. Eine Zeitschaltuhr begrenzt die Einschaltdauer. In der Regel sind nach einer halben Stunde die Stiefel innen trocken. Ich selbst benutze den Adax Skotørkner, Made in Norway. Stiefeltrockner bekommt man hier bei uns am besten im Reitsportzubehör. Eigentlich sind sie für die Wandmontage gedacht. Man kann sie aber so „umbauen“, daß man sie mit einer Schnur z.B. an einem Stuhl befestigen kann. In der Skiabteilung bekommt man auch Heizelemente für Skistiefel. Die taugen aber nichts. Es fehlt die Luftzirkulation. Der schnellste und beste Weg einen Stiefel für den nächsten Tag innen wieder trocken zu kriegen, ist warme Luft bis an den Grund des Stiefels einzublasen. Achtung, normale Fön sind weniger geeignet und oft zu heiß. Der Trockner sollte möglichst lange Schläuche besitzen.

    http://www.ebay.de/sch/i.html?_odkw...eltrockner.TRS0&_nkw=Stiefeltrockner&_sacat=0

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    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2015
  2. dietmar

    dietmar Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Die meisten Wathosen besitzen Brusttaschen innen oder außen. Leider sind die meisten äußerlichen Brusttaschen kaum wirklich brauchbar. Entweder verschwinden sie unter der Watjacke (das würde ein anderes Thema füllen) oder sie sind nicht wasserdicht, weder von oben noch von unten. Wenn sie an der unteren Naht Löcher besitzen, dann läuft das Wasser wenigstens schnell wieder ab. Eine wirklich wasserdichte Brusttasche habe ich noch nicht gesehen. Die vielfach als wasserdicht bezeichneten Reißverschlüsse an solchen Taschen, sind auch nicht wirklich wasserdicht, sondern nur wasserabweisend. Auf diese Information stößt man, wenn man die Seiten der Reißverschlusshersteller besucht. Ein wirklich wasserdichter Reißverschluss ist nämlich recht teuer und benötigt etwas Kraft zum Schließen und Öffnen.

    Lange Zeit gab es die tollsten Gerüchte um den Watgürtel. Die einen verteufelten ihn, weil sie glaubten, bei einem Bad würde die eingeschlossene Luft dafür sorgen, daß man mit den Beinen nach oben wie ein Korken auf dem Wasser schwimmt und den Kopf nicht aus dem Wasser bekommt. Die anderen befürchteten, ohne Watgürtel würde bei einem Bad die Wathose sofort voll laufen und man müsse ertrinken. Beides ist falsch. Wenn ich mit einer Wathose im Wasser stehe, dann drückt der Wasserdruck die Hose an den Körper und die Luft raus. Neoprenmaterial besitzt etwas Auftrieb, der ist jedoch gering. Gehe ich mit einer Wathose baden, drückt der Wasserdruck die Hose an den Körper und es läuft erst mal nicht so schnell Wasser in die Hose, wie manch einer befürchtet. Wer eine gut anliegende dichte Watjacke trägt, kann mit einer Wathose sogar eine tiefe Rinne durchwaten, die tiefer ist als die Hose hoch ist, ohne mit Wasser voll zu laufen. Ein Watgürtel ist also weder gefährlich noch ein Muss. Er ist aber zum Beispiel praktisch um einen Kescher oder die Tasche für eine Zange zu befestigen.

    Irgendwie muss die Wathose ja oben bleiben. Es gibt einfache schmale Träger aus elastischen Gurten. Diese leiern irgendwann mal aus oder die Schnallen arretieren nicht sicher und alles verrutsch nach einer gewissen Zeit. Je breiter die Gurte sind, desto besser halten die Schnallen und desto besser ist der Tragekomfort. Bei Neoprenwathosen sind die Träger oft in der Hose integriert und aus dem Neoprenmaterial geschnitten. Es gibt Hosen, die bis unter die Arme reichen oder auch welche die darüber hinaus reichen. Für die Arme gibt es dann Einschnitte. Dieser Schnitt wärmt im Winter etwas mehr. Im Sommer sorgt er eher für Überhitzung auf dem Rücken. Die Trägerverstellung geschieht meist über Klettverschlüsse. Große Kunststoffschlösser erleichtern die Handhabung.

    Es gibt auch sogenannte Shorty’s. Das sind Wathosen ähnlich geschnitten wie eine normale Hose. Sie bieten sich für den Sommer an oder wenn Watstiefel immer wieder mal einen Tick zu kurz sind.

    Sie haben eine Wathose mit Füßlingen gekauft. Nun steht noch der Kauf von Watschuhen an. Es gibt Watschuhe aus gewebeverstärktem PVC-Material, aus Gewebe (z.B. Cordura), aus PVC- oder PU-Formteilen und aus Leder. Sie unterscheiden sich im Preis, Gewicht und der Haltbarkeit. Einfache Schuhe aus einem PVC-Material besitzen oft auch nur eine relativ einfache weiche Sohle. Die Schuhe neigen dann beim Laufen zum Einknicken im vorderen Bereich des Spanns, dort wo die Zehen anfangen. Es bildet sich eine Knickstelle, die dann meistens auch etwas später bricht. Ein starkes Gewebe aus Polyester oder Nylon ist eigentlich recht strapazierbar. Die Schwachstelle liegt hier in der Verarbeitung. Werden die Einzelteile und Löcher für Ösen heiß geschnitten, also die Ränder beim Schneiden auch gleichzeitig verschweißt, ist meist alles im grünen Bereich. Meistens werden die Teile aber nur gestanzt. Mit der Zeit und unter Belastung franst das Material aus und Nähte können auf gehen. Schuhe aus Kunststoffformteilen (PU, PVC) sind da schon deutlich strapazierfähiger. Lederschuhe gelten eigentlich als das Beste. Das gilt aber auch wieder nur dann, wenn die Verarbeitung und die anderen Komponenten erstklassig sind. Watschuhe sollten „rostfrei“ sein, denken sie. Leider ist das seltener der Fall, als man glauben mag. Da sind z.B. die Beschläge wie Haken, D-Ringe, ihre Befestigungslaschen und Nieten. Plastik rostet nicht, ist aber nicht so haltbar. Klettverschlüsse ziehen Dreck und Algen magisch an. Wenn sie goldfarbene Metallbeschläge an ihren Watschuhen finden, können Sie fast sicher sein, daß diese nicht rostfrei sind. Es ist lediglich galvanisch beschichtetes Blech. Im heimischen Fluss hält diese Beschichtung eine Zeit lang. Nach einer Woche Meerforellenangeln in der brackigen Ostsee sind die Beschläge oft schon verrostet. Sieht nicht nur unschön aus, sondern sorgt auch dafür, daß Schnürsenkel nicht lange halten. Ich habe immer Ersatzschnürsenkel dabei. Allerdings nehme ich keine Schnürsenkel für Wanderschuhe. Die sind recht teuer und nicht unbedingt sehr stabil oder haltbar. Ich verwende einfach eine ca. 2-3 starke umflochtene Kevlarschnur aus dem Segelsportbereich. Günstige Watschuhe besitzen oft ein Blech zur Versteifung der dünnen Sohle. Dieses Blech ist in der Regel selten aus Edelstahl und rostet im Innern der Sohle still vor sich hin. Als Sohlenmaterial kommt alles Mögliche und verschiedene Materialmixe zum Einsatz. Da gibt es PU-Sohlen. Recht griffig, jedoch nicht gerade resistent gegen Abrieb. Ist wie bei Rennslicks, je weicher die Mischung, desto besser der Grip, desto größer der Abrieb. Die nächste Steigerung sind dann Gummisohlen. Sie sind meistens fester und widerstandfähiger gegen Abrieb. Ein wohlklingender Name für Gummisohlen ist „Vibram“. Vibram produziert über 80 verschiedene Gummimischungen/Sohlen. Solche Sohlen eignen sich gut für Sand und schlammige Wege. Auf glatten Steinen bieten sie nicht so viel Halt. Dann gibt es Sohlen aus Filz. Filzsohlen gelten als probates Mittel bei glatten Steinen, sind aber mörderisch wenn es um schlammige Wege oder glatte nasse Holzbohlen geht. Beides gibt es auch als Mix. Filzsohlen sind in vielen skandinavischen Flüssen mittlerer Weile verboten wegen der Gefahr der Verbreitung von Parasiten (Gyrodactilus). Es gibt auch Gummisohlen mit grober Edelstahldrahtwolle im Gummi. Die sind für atmungsaktive Wathosen echt tödlich. Oft schauen spitze Drähte auch zur Seite aus den Sohlen heraus. Streift man dann mal mit dem Schuh das Hosenbein z.B. beim Übersteigen eines Steins oder Baumes im Wasser, kommt immer wieder vor, dann hat man ein Loch im Hosenbein. Es gibt Gummi- bzw. Filzsohlen auch mit Spikes. Diese sind aus Hartmetall oder besitzen Späne aus Wolframkarbid. Es gibt auch Spikes, die man nachträglich in feste stabile Sohlen eindrehen kann. Sie bieten recht guten Halt auf glatten Steinen.Die meisten Angler, die einmal gute Spikes hatten, bleiben auch dabei. Allerdings gelten sie auch als recht „laut“ unter Wasser. Mit Spikes sollte man nicht auf einem Laminat- oder Parkettboden laufen. Der eine oder andere Fliesenboden übersteht es auch nicht unbeschadet. Der letzte wichtige Punkt ist die Zunge des Watschuhes. Die Zunge darf nicht nur vorne am Schuh angenäht sein. Links und rechts muss sie ebenfalls vernäht sein, natürlich mit einer großzügigen Falte. Haben Sie einen Schuh der vorne im Einstieg links und rechts der Zunge offen ist, dann ist das auch der Eingang für Sand und Steine in den Schuh, selbst bei noch so tollen Gravel Guards.

    Wathosen gehen leider auch kaputt. Man kann selbst einiges tun, um die eine oder andere Leckage im Voraus zu verhindern. Die Wathose muss richtig passen. Hatte ich schon weiter oben erwähnt. Ihre Socken haben alle Löcher am großen Zeh? Dann sollten sie sich öfter die Zehennägel schneiden, besonders vor dem Angelgang bzw. Angelurlaub. Ziehen sie beim Anziehen der Hose nie am Bein, um den Fuß in den Stiefel oder den Füßling zu bekommen. Fassen Sie den Stiefel oder den Füßling immer direkt an.

    Trotz aller Vorsicht kommt es zum Leck. Merken Sie sich die feuchte Stelle. Wenn sie Glück im Unglück haben, können Sie die Stelle mit bloßem Auge erkennen. Bei einer atmungsaktiven Wathose können Sie die Innenseite mit einem mit Brennspiritus (aus der Haushaltsreinigerabteilung) getränkten feuchten Lappen betupfen. Bei einem Loch färbt sich die Außenseite dunkel. Eine Wathose aufhängen und mit Wasser zu befüllen, ist nicht so gut. Da kommen etliche Liter und viel Gewicht zusammen. Die Nähte oder die Gurte können reißen. Besser sind ein Schlauch und ein Abbinden der Wathose. Dann die Wathose leicht unter Überdruck setzen. Die verdächtigen Stellen feucht machen, eventuell etwas Spülmittel in das Wasser geben und nach Luftbläschen Ausschau halten. Ein kleines Loch kann man mit einem Reparaturkleber verschließen. Die Stelle muss sauber und trocken sein. Zum Reinigen kann man wieder Brennspiritus verwenden. Der Kleber wird dann richtig in die Stelle eingearbeitet, mit einem Spatel oder dem Finger. Klassische Kleber sind z.B. Aquasure, Stormsure oder Aquaseal. Sie bilden einen transparenten flexiblen Klebefilm. Die Oberfläche bleibt etwas „sticky“. Liegen zwei Klebeflächen längere Zeit aufeinander, so kann es passieren, daß man sie kaum wieder auseinander bekommt. Es handelt sich um Kleber auf PU-Basis. Diese Kleber härten nicht aus durch Verdunstung eines Lösungsmittels, sondern vielmehr durch Aufnahme von Luftfeuchtigkeit aus der Umgebungsluft. Man kann ihre Trocknung nicht mit einem Fön oder Sonnenlicht beschleunigen. Trägt man den Kleber einseitig dünn auf, dann braucht man mindestens 4-5 Stunden zur Trocknung (12 Stunden laut Anleitung). Im Urlaub ist also ein halber oder ganzer Angeltag im Eimer. Da hilft dann nur eine Ersatzwathose. Kurzzeitig waren auch mal uv-reaktive Kleber im Gespräch. Die haben sich wohl nicht wirklich bewährt. Es besteht auch die Möglichkeit einen Flicken aus atmungsaktivem Material oder Neopren auf die schadhafte Stelle zu kleben. Das muss dann in der Regel etwa 24 Stunden trocknen, da der Flicken die Trocknung behindert. Die wahrscheinlich schnellste Methode eine Wathose wieder dicht zu bekommen, ist Tear-Aid. Tear-Aid ist sozusagen ein Reparaturpflaster. Man muss vor der Anwendung die Wathose trocken und sauber bekommen. Handelt es sich um einen größeren Riss oder Schnitt, sollte man vorher zu Nadel und Faden greifen. Dann ist eine beidseitige Abdeckung mit Tear-Aid die erste Wahl. Auch bei Tear-Aid ist es vorteilhaft, wenn der Kleber etwas Zeit für die Haftung bekommt. Alle Klebeprodukte haben nur eine begrenzte Lagerfähigkeit. Im Kühlschrank kann man diese etwas strecken. Nach zwei bis drei Jahren sind die Kleber aber meistens hinüber, sprich in der Tube ausgehärtet. Wenn Sie also im Angelladen eine Packung mit einer dicken Staubschicht finden, dann lassen Sie sie dort hängen.

    Mit dem Kauf einer Wathose und eventuell ein paar Watschuhen ist es aber noch nicht getan. Es ist auch wichtig für den Komfort, das Wohlbefinden und auch für die Lebensdauer der Wathose, was man in der Wathose trägt. In der Wathose sollte man nur sogenannte Funktionswäsche tragen. Sie besteht in der Regel aus Polyester oder bei höherwertigeren Sachen aus Polypropylen. Die Fasern nehmen kein Wasser auf und transportieren Feuchtigkeit von der Haut weg. Kleidung aus Baumwolle hat in einer Wathose nichts zu suchen. Ein Paar Socken aus Faserpelz (Helly Hansen Polar Wear) sind eigentlich nie verkehrt. Eine einfache eng anliegende Trainingshose mit Gummi unter der Sohle aus Synthetik erleichtert ungemein das Einsteigen und Aussteigen aus einer Wathose, auch wenn es modisch nicht gerade schick ist. Es flutscht richtig. Gerade bei atmungsaktiven Hosen ist es wichtig, daß die Hose, die man in der Wathose an hat, keine harten Beschläge wie Reißverschlüsse, Kordelstopper oder Nieten hat. Warum? Sie machen z.B. eine Pause und setzen sich mit der Wathose auf einen großen Stein. Wenn Sie nun Pech haben, drücken Sie den Reiter des Reißverschlusses an der Gesäßtasche auf der Innenseite gegen die Hose und an den Stein. Eine viertel oder halbe Stunde später haben Sie die Beschichtung und die Membrane der Hose weggescheuert. Sie haben dann ein ca. 10 mm großes Loch in der Beschichtung und ein Leck in der Hose. Verständlich?

    Egal wie viele Schichten Funktionswäsche Sie in einer atmungsaktiven Wathose anziehen, sie werden nie die Isolation einer oben erwähnten Neoprenwathose für die Steelheadfischerei erreichen. Man kann es aber versuchen. Im Grunde kommt es auf die Dicke der Unterwäsche an, denn was isoliert, ist die Luft im Gewebe. Dabei drückt der Wasserdruck von außen das Gewebe zusammen und die Luft heraus. Funktionsunterwäsche aus dem Wander- und Skibereich reicht eventuell für den Sommer (z.B. Götzburg Thermal, Medico Active,….). Reicht das nicht, muss man dicker werden. Das endet dann bei Unterwäsche/Hosen aus Faserpelz (z.B. Helly Hansen Polar Wear, Piél, Ocean Polar,….) oder aus Polarfleece (Polartec,….). Dabei sind Faserpelze aus Polypropylen etwas angenehmer zu Tragen als aus Polyester. Es gibt alle möglichen No-Name-Hersteller für Polarfleece. Die beste Qualität mit der höchsten Haltbarkeit und geringsten Neigung zum Peeling findet man meiner Meinung nach bei Polartec©. Man muss aber wirklich suchen, bis man heute unter dem gigantischen Angebot von Fleecebekleidung mal welche aus Polartec findet. Polartec gibt es in verschiedenen Stärken. Diese Sachen findet man im Bereich Arbeitsbekleidung, Outdoor Sport, Wintersport und Motorradbekleidung. Reicht das dann immer noch nicht, muss man zwei oder drei Hosen übereinander anziehen. Diese Klamotten haben den Vorteil, daß sie schnell trocknen, selbst bei Frost (einfach ausschlagen).

    Für den Transport im Auto sollte man einfach eine Kunststoffbox im Kofferraum haben. Die fängt nach dem Angeln Dreck und Wasser auf.

    Tja, und wie lagert man seine Wathose, wenn man sie nicht braucht? Mit Füßlingen am besten hängend an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort. Hat die Wathose Stiefel, dann an den Stiefeln hängend. Eine Wathose gehört nicht in einen Kompressionssack oder gefaltet in einen Karton.

    Wenn man watend in der Ostsee wandert und auf Meerforellen fischt, macht ein wasserdichter Rucksack Sinn, denn er hängt teilweise über lange Zeit im Wasser. Wirklich wasserdichte Rucksäcke bestehen aus Tarpaulin (LKW-Planen-Material) und sind geschweißt, nicht genäht. Sollte doch etwas genäht sein, so müssen die Nähte von innen sicher versiegelt sein. Solche Rucksäcke gibt es von Vision, Vaude, Cormoran, Simms, William Joseph, Ortlieb,…… Achtung, die Kuriertaschen von Ortlieb sind nicht wasserdicht. Ihre Gurte sind verschraubt. Die Durchführungen für die Schrauben muss man erst mit einem PU-Dichtstoff (z.B. Sikka Flex) abdichten. Die oben genannten Rucksäcke sind in der Regel nicht gerade günstig. Mittler Weile findet man aber auch im Radsportbereich und Motorradzubehörhandel wasserdichte Rucksäcke aus Tarpaulin. Die sind meist etwas günstiger. Man sollte dann darauf achten, daß die Gurte eher weiter unten als oben angebracht sind. So hängt der Rucksack etwas höher aus dem Wasser.

    Das sind so in etwa die Erfahrungen aus 30 Jahren Angeln mit Wathose.

    Petri, Dietmar



    p.s.: Wathosen können aber auch ein Fluch sein. An fast jedem skandinavischen Lachsfluß trifft man auf Leute, die ihre Zweihandlachsfliegenrute nur schlecht beherrschen. Ihr werferisches Unvermögen versuchen sie dann durch waghalsige Wateinlagen wett zu machen. Sie laufen durch Rinnen und mitten durch Pools. Das Einzige was sie damit erreichen, an diesem Tag wird an dieser Stelle niemand mehr einen Lachs fangen. Ich habe auch schon Leute mit der Wathose bis zur Brust in nicht mal sechs Meter breiten dänischen Auen oder sauerländischen Bächen gesehen. Glauben diese Leute wirklich, daß sie mehr fangen, wenn sie die Fische vor sich her treiben? Diese Idioten sollte man am besten….
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Mai 2015
    schneckenbarsch gefällt das.
  3. Sixpack77

    Sixpack77 Bigfish-Magnet

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    Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt,
    Respekt Dietmar,
    Dass nenne ich mal Know How bzw How to.
    Du solltest hier den Titel Darth Wader oder Mr. Wat bekommen.

    Habe noch vieles dazugelernt.
    Danke dafür.

    Du schreibst, dass man, wenn man ne gute Wathose hat, die irgendwann nicht mehr nachkaufen kann.

    Habe mir deshalb mal eine auf Halde gelegt.
    Wo ich andere Erfahrungen gemacht habe, istbei der Haltbarkeit der Hose.
    Meine hält schon 2 Saison. Und ich gehe ca 80-120x pro Jahr waten...
    :)
    Ist auch ne atmungsaktive Hose...
     
  4. EnjuSF

    EnjuSF Twitch-Titan

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    Spiele seit langem mit den gedanken, mir eine Wathose zu kaufen.
    Und vor dem kauf habe ich gehofft, mal so einen Bericht zu finden und zu lesen.
    Jetzt weiß ich was ich nicht falsch machen kann. Danke dafür...

    @Sixpack77 vllt kannst du ja die Marker und Model deiner Wathose beschreiben...
     
  5. Drop Shoter

    Drop Shoter Finesse-Fux

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    Gaanz ganz großes Lob für den fundierten Beitrag.
    Viele Sachen dabei gewesen, über die ich mir vorher keine Gedanken gemacht habe.

    Für mich als jemand der seine Wati hauptsächlich im Winter und auf dem Belly einsetzt, wäre es natürlich schön gewesen, explizit die Themen Belly Boot und maximaler Kälteschutz anzusprechen, oder kurz zusammen zufassen.
    Was ich auch nicht ganz verstanden habe, ob die Empfehlung für Polyester Unterwäsche nur für Atmungsaktive Watis gilt?
     
  6. dietmar

    dietmar Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Hallo,

    das Thema Kälteschutz ist ein Thema, welches wahrscheinlich den gleichen Umfang einnimmt. Dabei besteht ein Problem darin, daß das persönliche Kältempfinden sehr unterschiedlich sein kann. Ich habe einen Bekannten, einen alten Bauer aus dem Sauerland, der fühlt sich bei Temperaturen zwischen 0-10 °C im T-Shirt noch immer wohl. Wenn ich im Winter einmal warme Hände habe, dann bleiben sie auch warm, egal ob nass oder trocken. Handschuhe brauche ich nicht. Man kann also perse nicht sagen, trage dies oder jenes und Du fühlst dich bis zu der Temperatur wohl. Anders herum geht es auch. Ich besitze die extremsten Winterstiefel von Baffin (Kanada), die bis -100°C geratet sind. Im Winter im Boot wird es mir mit den Stiefeln nie zu warm, es ist immer angenehm. Ein anderer könnte behaupten, er würde darin kaputt gehen. Es kommt also auch darauf an, wie ein Körper auf die vorhandenen Temperaturen reagiert. Das "Temperaturregelverhalten" jeden Körpers ist unterschiedlich. Daher muß jeder sein "Rezept zum Glücklichsein" selber heraus finden. Es gibt halt nur ein paar Tips dazu. Der Rest ist dann eigene Erfahrung. Wichtig dabei ist aber eine Erkenntnis: Eine Ruten-Rolle-Kombi für tausend Euro macht im Winter keinen Spaß wenn ich dabei wie ein Schneider friere und meine Gesundheit gefährde. Habe ich es warm und trocken, ist der wichtigste Baustein für den Spaß am Wasser vorhanden.

    Zum Thema Belly Boat Fischen im Winter hat man folgende Probleme. Man hat Flossen an den Beinen die scheuern. Da bleibt also nur ein Neporenfüßling als gute Wahl. Isolierte Stiefel sind zu steif. Also muss man sehen, daß man an ein paar gute Faserpelzsocken heran kommt. Man sitzt lange Zeit in einem Sitz in der Hose. Auch da empfiehlt sich schon die Neoprenwathose als bessere Lösung. Und schon haben wir den Salat. Wie schon geschrieben, haben alle besseren Markenhersteller ihre extremen Neoprenwathosen aus dem Programm genommen, da diese in der Produktion die teuersten waren. Es gab Neoprenwathosen für extreme Temperaturen mit zusätzlichen Isolierungen von Simms, Bare, Hodgeman, Orvis....... Das war ein mal. Also kann man heute nur noch nach der dicksten halbwegs gut verabeiteten Neoprenwathose suchen. Die allein wird im Winter beim stundenlangen Sitzen aber wahrscheinlich allein nicht reichen, um einen hohen Wärmecompfort zu gewärleisten. Also braucht man noch Thermounterwäsche. Die Isoliereigenschaften von Thermounterwäsche basieren eigentlich nicht auf dem verwendeten Material, sondern von der Luft, die im Gewebe gespeichert ist und deren Zirkulation/Bewegung verhindert wird. Die beste Lösung ist da noch immer der gute alte Faserpelz aus Polypropylen. Allerdings wird er am Popo durch das Körpergewicht platt gedrückt, sprich die Isolierwirkung wird stark reduziert. Ich weiss nicht, ob es jetzt auch schon Faserpelz aus Hohlfasern gibt. Die würden wahrscheinlich noch besser isolieren.

    Atmungsaktive Wathosen spielen ihre Vorteile nur dann aus, wenn die Unterwäsche keine Feuchtigkeit aufnimmt, sie also lediglich transportiert. Eine Funktionsunterwäsche ist also Pflicht. Eine Neprenwathose ist nicht atmungsaktiv. Trozdem macht auch hier Funktionsunterwäsche Sinn. Die Wäsche transportiert die Feuchtigkeit weg von der Haut. Einfach ausgedrückt, auch wenn die Hose (nicht die Wathose) feucht ist, hat man direkt auf der Haut ein trockenes Gefühl.

    Petri, Dietmar
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2015
  7. Fifi 68

    Fifi 68 Forellen-Zoologe

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    Respekt! Viel besser kann mans nicht erklären
    Petri
     

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