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Wartungsanleitung für Stationärrollen am Beispiel einer Revo

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Wartungsanleitung für Stationärrollen am Beispiel einer Revo

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Gilberto

Finesse-Fux
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Grüß dich Wolle,

ich musste mich Ende letzten Jahres noch über geringer werdende Bremskraft wundern und der Schuldige wart auch schnell gefunden: die Unterlegscheiben zur Wickeljustierung haben den Geist aufgegeben.
Das weiche Teflon ist durch den Bremsdruck so auseinandergegangen, dass die Spule nicht mehr gerade aufliegen konnte.
Ich hab mir dann einen massiven Untersetzer aus Teflon gedreht und die Bremsleistung war besser als mit noch intakten Scheibchen.
Deswegen unbedingt die dickste Unterlegscheibe ganz oben einsetzen.
 

wollebre

Echo-Orakel
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Mich wundert nur etwas die schwarze Lackierung die ich so noch nirgends gesehen hab.

welche schwarze Lackierung? Meinst du Bild 1? Falls ja, das ist die mit Filzschreiber angemalte Scheibe. Bild 2 nach einiger Zeit schmirgeln auf 600er Schmirgelpapier. Plan ist die Scheibe erst wenn von der Farbe nichts mehr zu sehen ist.
 

wollebre

Echo-Orakel
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Grüß dich Wolle,

ich musste mich Ende letzten Jahres noch über geringer werdende Bremskraft wundern und der Schuldige wart auch schnell gefunden: die Unterlegscheiben zur Wickeljustierung haben den Geist aufgegeben.
Das weiche Teflon ist durch den Bremsdruck so auseinandergegangen, dass die Spule nicht mehr gerade aufliegen konnte.
Ich hab mir dann einen massiven Untersetzer aus Teflon gedreht und die Bremsleistung war besser als mit noch intakten Scheibchen.
Deswegen unbedingt die dickste Unterlegscheibe ganz oben einsetzen.
Wie du erkannt hast ist Teflon dafür nicht geeignet. Nehme gerne die Passscheiben von Shimano sofern der Aussendurchmesser paßt. Falls der Innendurchmesser erweitert werden muss geht das schnell mit einer Rundfeile. Alternativ Scheiben aus 0,5mm Carbon stanzen. Die halten ein Rollenleben.
 

wollebre

Echo-Orakel
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Den Kampf hatte ich verloren, war wohl zu viel Sicherung und Zug bei Daiwa im Spiel. Replacement SLP und Schraube war kein Problem... ;)
Das Verkleben mit Loctite regt mich immer wieder auf.... Besonders bei Schrauben die in Gehäuse aus Kunststoff stecken.
Schrauben in Alugehäuse lassen sich relativ einfach mit Hitze entfernen. Dafür zwei unterschiedliche Methoden.
1. Schrauben die nicht versenkt sind wie Gehäuseschrauben: Den Schraubenkopf mit einem Mikrobrenner erhitzen bis das Loctite weich wird. Dann kann man 1-2 Umdrehung lose bekommen und das Locite ist wieder fest. Dann wiederholen bis die Schraube draussen ist. Die Flammenspitze muss zentriert auf den Schraubenkopf gehalten werden damit die Hitze schnell in die Tiefe kommt. Schäden am Gehäuse hat es im viele Jahre dadurch noch nie gegeben.

2. Tiefsitzende Schrauben wie im Kurbelknauf. Da kommt man mit dem Microbrenner nicht hin. Aber die Lösung ist ganz einfach. Einen Bit in den Lötkolben stecken und einen Schraubendreher mit gleichen griffbereit halten. Lötkolben einschalten und die Spitze des Bits in den Schraubenkopf halten. Nach ca. 10 MInuten (auch abhängig von der Stärke des Lötkolbens) wird das Loctite weich. Dann ganz schnell mit dem anderen die Schraube drehen (aufpassen ob Links- oder Rechtsgewinde). Da Alu ein sehr guter Wärmeableiter ist, wird das Loctite schnell wieder fest. Mehr als zwei Umdrehungen bekommt man selten raus. Dann die Prozedur wiederholen. Wenn die Schraube draußen ist das Gewinde mit einer Messingbürste von den Loctiteresten reinigen. Wenn sich die Schraube vom verbliebenen Loctite im Schraubengewinde schwer eindrehen läßt, das Gewinde mit einem Gewindeschneider reinigen.

An Teile aus Kunststoff verbietet sich einen Microbrenner anzuwenden. Habe dafür keine Lösung. Wenn eine Schraube nicht herausgedreht werden kann, auch nicht mit dezenter Kraft, mache ich nicht weiter..... dann muss sich der jeweilige Hersteller daran versuchen.

Vielleicht bekomme ich mal eine Schrottrolle aus Kunststoff zum Testen und werde das mit dem Lötkolben versuchen. Dann mal schaun ob der Kunststoff dabei beschädigt wird.

Der Tipp mit dem Lötkolben kommt von einem großen Rollenhersteller die das auch so im Werk machen.
 

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emceeee

BA Guru
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Das Verkleben mit Loctite regt mich immer wieder auf.... Besonders bei Schrauben die in Gehäuse aus Kunststoff stecken.
Schrauben in Alugehäuse lassen sich relativ einfach mit Hitze entfernen. Dafür zwei unterschiedliche Methoden.
1. Schrauben die nicht versenkt sind wie Gehäuseschrauben: Den Schraubenkopf mit einem Mikrobrenner erhitzen bis das Loctite weich wird. Dann kann man 1-2 Umdrehung lose bekommen und das Locite ist wieder fest. Dann wiederholen bis die Schraube draussen ist. Die Flammenspitze muss zentriert auf den Schraubenkopf gehalten werden damit die Hitze schnell in die Tiefe kommt. Schäden am Gehäuse hat es im viele Jahre dadurch noch nie gegeben.

2. Tiefsitzende Schrauben wie im Kurbelknauf. Da kommt man mit dem Microbrenner nicht hin. Aber die Lösung ist ganz einfach. Einen Bit in den Lötkolben stecken und einen Schraubendreher mit gleichen griffbereit halten. Lötkolben einschalten und die Spitze des Bits in den Schraubenkopf halten. Nach ca. 10 MInuten (auch abhängig von der Stärke des Lötkolbens) wird das Loctite weich. Dann ganz schnell mit dem anderen die Schraube drehen (aufpassen ob Links- oder Rechtsgewinde). Da Alu ein sehr guter Wärmeableiter ist, wird das Loctite schnell wieder fest. Mehr als zwei Umdrehungen bekommt man selten raus. Dann die Prozedur wiederholen. Wenn die Schraube draußen ist das Gewinde mit einer Messingbürste von den Loctiteresten reinigen. Wenn sich die Schraube vom verbliebenen Loctite im Schraubengewinde schwer eindrehen läßt, das Gewinde mit einem Gewindeschneider reinigen.

An Teile aus Kunststoff verbietet sich einen Microbrenner anzuwenden. Habe dafür keine Lösung. Wenn eine Schraube nicht herausgedreht werden kann, auch nicht mit dezenter Kraft, mache ich nicht weiter..... dann muss sich der jeweilige Hersteller daran versuchen.

Vielleicht bekomme ich mal eine Schrottrolle aus Kunststoff zum Testen und werde das mit dem Lötkolben versuchen. Dann mal schaun ob der Kunststoff dabei beschädigt wird.

Der Tipp mit dem Lötkolben kommt von einem großen Rollenhersteller die das auch so im Werk machen.
Super, danke für die Tipps!
Um die Schraube darf Daiwa sich dann bei der nächsten Wartung selber kümmern, das Handle werde ich dann mit einschicken, sollen die sich was einfallen lassen denn immerhin konnten sie so doppelt abkassieren... ;)
(und ist ja schließlich ihre Königsklasse)
 

fisch01

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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12
Hallo

Ich mache gerade eine kleine Rollenwartung.
Hier habe ich jetzt die Kugellager der Rolle ,die ich mit Bremsenreiniger schön entfettet habe.
Diese drehen sich jetzt leicht und laufen lange nach.

Wie soll ich die jetzt fetten ?
Das Lager des Schnurlaufröllchen bestimmt nur mit Öl denke ich mal .
Aber wie die anderen (2 Achskugellager der Kurbel und 1 kugellager über der Rücklauf Sperre ? Aufmachen und mit Fett behandeln oder auch nur ölen ?20190421_090040.jpg
 

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