So - den Samstagmorgen verbrachte ich bei gut -4 Grad mit einer Yamaga Blanks 88 Chain. Die Rute durfte ich von einem guten Freund testfischen und konnte mir über 2-3 Stunden ein Bild machen. Aussagen sind natürlich nur begrenzt möglich in dieser Zeit und jeder hat ja so seine Vorlieben (u.A.) beim Tackle. Ich versuch objektiv zu bleiben.
Allgemein
Yamaga Blanks versuchte eine Rute zu bauen, welche "Alles" kann. Dafür wählten sie einen
2.65m langen
regular-fast Blank (meine Einschätzung) welcher
8-40g werfen soll mit
Lines von 0.8-2 (PE). Das
Handle misst
41cm.
Combo
Ich paarte sie mit einer
Daiwa Caldia LT 4000-CXH bespult mit einer
Varivas Sea Bass Max Power PE X8 in 1.0. Das harmonierte für mich ziemlich gut und die Combo ist gut ausbalanciert.
Köder
Ich hab im Bereich der Seeforelle noch kein wahnsinniges Arsenal. Ich fischte:
- Blech von 10 -18g
- Savage Gear Wander Jerks (13.3g)
- Smith Cherry Blood LL 90s (15.7g)
- Lucky Craft SW Wander 95 (21g)
Mein Spot
Ich fische gut 50% der Zeit von Stegen. Der Spot, an dem ich aktuell das beste Bauchgefühl habe, ist auch ein Steg - da war ich auch beim Testen. Dieser Steg ragt gute 50 cm aus dem Wasser.
Die Verarbeitung
1A - da sitzt einfach alles. Von der Flucht und Montage der Ringe, der Linie des Blanks und der Aktion über den Blank hinweg. Optisch schlicht gehalten und kommt doch sehr edel daher. War wahrscheinlich auch ein wenig beleidigt, weil ich "nur" eine Caldia an ihr fischte
Meine Erfahrungen
Die Rute ist in meinen Augen extrem eigen. Man merkt, dass sie einen sehr "vielfältigen" Charakter hat. Wobei ich ihre Stärken dennoch im Bereich der Hardbaits/animierten Köder finde. Da arbeitet sie echt unglaublich schön und es macht Spass zu fischen - abgesehen von dem (zu) langen Handle. Das ging mir doch ein wenig auf den Wecker, da ich die Rod doch sehr tief zum Wasser halten musste. Wenn ich sie mehr parallel geführt hätte, dann wäre das mit dem Handle nicht so arg gewesen. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass ich einen Tag lang nur Blech mit ihr durchkurble. Sie liegt super in der Hand und das Handle lässt sich angenehm klemmen.
Die 10g warf sie immer noch auf anständige Weiten und der Blank lud sich sauber auf. Und auch die 21g fühlten sich gut an. Jedoch nahm die Wurfdistanz nicht wirklich gross zu - angeblich macht sie das auch nicht bei noch schwereren Ködern. 40g habe ich nicht geworfen und könnte ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Mit Gefühl sicher möglich aber ich will nicht 8 Stunden bei Wind im Gesicht "mit Gefühl" werfen müssen. Ich denke sie ist leicht unterrated aber fischbar bis 40g. Einen Anschlag war an diesem Tag leider nicht notwendig. Ich weiss aber nicht, ob ich diesen auf maximale Wurfdistanz ohne Bedenken durchbringen würde. Da könnte sie sogar ein wenig zu weich sein.
Wann würde ich sie empfehlen?
- Wurfweite ist nicht entscheidend oder man fischt vom Wasser aus (was man bei uns leider nicht darf)
- Markante Spots, wo man eventuell auch mal mehr in die Köderführung investiert
- Wenn der Fokus auf Hardbaits liegt. Wobei sie aber auch super zum Durchkurbeln ist.
Ist es meine Rute?
Nein. Ich brauche etwas über 2.70, das wurde mir ziemlich klar. Von der Aktion her ist sie aber sagenhaft, das wünsche ich mir auch für "meine" zukünftige Seeforellen-Rute . Ein wenig würde ich davon aber opfern, damit ich noch mehr Vertrauen in den Anschlag setzen kann.
Impressionen
