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Reisebericht Schweden 2019 - Das Kiefernwasser

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Reisebericht Schweden 2019 - Das Kiefernwasser

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Norra

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Es ist schon um 18.30, wollen wir zum Sunny Hill oder zu Norra? Ne lass uns noch kurz warten, den Spot nicht zu früh tot angeln. Wir machen uns irgendwo am Plateau fest. RÄSTJA kramt wieder in seiner Polenbox, diesmal entscheidet er sich für einen kleinen Barsch mit Schaufelschwanz. Es dauert wieder nicht lange bis sich seine Rute kräftig durchbiegt. Zweifellos ein guter Hecht! Der Fisch wird einfach nicht müde! Ich habe den Anker gezogen, lümmel auf dem Fahrersitz und beobachte den Drill. Der Fisch hat Reserven das ist der Wahnsinn.. RÄSTJA kann an der ML Rute nur festhalten und zusehen wie der Fisch Schnur nimmt. Irgendwann wird er aber doch müde, ich bin zur Stelle und hole ihn per Kiemengriff ins Boot. Schöner Brocken und Wahnsinnsfight!!! Mit 87 hat RÄSTJA sich den Big Fish Point beim Hecht klar gemacht. Das ist heute einfach sein Tag!!!

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Wir fahren nun zum Sunny Hill, die Zeit ist reif. Der Kleinfisch ist auch am Start!! Aber Pustekuchen, nichts passiert, nicht auf Popper, nicht auf WS, nicht auf Flash J.... Gut dann nicht, weiter zu Norra der ist ja gleich um die Ecke... Wir rudern den Weg um die Fische nicht mit dem Motor zu verschrecken. Sind ja nur 280m... Auch am Norra treibt sich wieder viel Kleinfisch umher, wie fast immer.

Ich klinke wieder den Trick Shad ein und suche unter den Schwärmen. Beim Antwitchen auf einmal Widerstand, Geil das ist sicher der vierte 30er heute!!!! Ich kann noch gar nicht nach dem Kescher fragen als RÄSTJAS Popper von der Wasseroberfläche verschwindet! Doppeldrill!!!!!! Ich übernehme den Kescher mein Barsch ist kleiner und liegt schon drin, und Zack da hab ich auch schon den zweiten!!! Wo zum Geier sind wir hier nur gelandet Wahnsinn!!!!! Gleich 2 30er mit einem Streich. Meiner misst genau 30, RÄSTJAS 36cm. Einfach nur der Hammer..

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RÄSTJA macht den Popper gar nicht mehr ab- und behält recht als ein kleiner Schwall seine Rute biegt, kurzer Drill dann ist der Fisch fest. Bombenfest.... Nichts zu machen, da ist irgendwas.. Wir haben den Baum im Verdacht.. Also Anker lösen und hin. Der Fisch ist noch dran. Aber wir rudern am Baum vorbei, was Bitte soll das denn sein? Als wir ankommen sehe ich es, der Fisch hängt ein einem Stück Strohband (bei uns auf dem Land auch Honegger Pegen genannt, warum keine Ahnung) das wahrscheinlich an einem der Bäume festgemacht ist. Es hilft nichts der Plunder ist bombenfest. Was machen wir nun? Mir fällt mein scharfes Buschmesser ein, RÄSTJA überlegt nicht lange, zieht das T-Shirt aus und springt ins Wasser während ich seine Angel übernehme. Kurz Luft holen, und dann ist der Fisch frei und liegt samt Strohband im Boot. Während sich RÄSTJA zurück ins Boot zieht befreie ich den armen Kollegen. Knapp 30. Der Bursche hat alles gut überstanden und darf nach einem kurzen Erinnerungsfoto wieder zurück zu den Futterfischchen. Das erlebt man auch nicht alle Tage..

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Ich nutze die Chance und schicke nun auch meinen Popper auf die Reise.. es vergehen 10min bis auch mein Popper von der Bildfläche verschwindet und ich einen Barsch im Drill habe. RÄSTJA keschert souverän. Kurz verschnaufen dann weiter, wir sind wie im Rausch. Ich tausche die Adrena wieder gegen die leichte MSX und suche mit meinem treuen Flash J den Grund ab. Ein heftiger Ruck beantwortet meine Suche! Das ist wieder ein besserer.. Als ich den 36er in den Händen halte neigt die Sonne sich langsam den Baumwipfeln. Die Bisse lassen nach und wir kommen langsam wieder zu uns.

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Als wir die Heimreise antreten sind wir immer noch sprachlos. Was bitte war das für ein geiler Angeltag? Was ist das nur für ein See? Vor 4 Tagen haben wir noch im Auto gesessen und gerätselt was uns wohl erwartet und ob da überhaupt Barsche drin sind und jetzt? Das ist jetzt schon unser erfolgreichster Schwedenurlaub, 2 40er, einer davon 47, dazu mittlerweile 18 Ü30 Barsche. Dabei sah der Start doch überhaupt nicht danach aus... Vollkommen weggeflasht genießen wir den Sonnenuntergang auf dem Weg zum Zelt.. Atemberaubend schön...

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Wir treffen noch schnell ein paar Vorkehrungen falls es doch regnen sollte.. der Himmel ist wolkenfrei und wir haben immernoch über 20°C, abends um 22.00...
Ich ziehe die Regenplane über meine Angeltasche und Klicke das Echolot aus der Halterung, zur Sicherheit lege ichs ins Auto.. Es regnet ja doch nicht. Wir genehmigen uns im Zelt noch ein paar Leberwurstbrote mit Gewürzgurken bevor wir uns die Zähne putzen und in den Schlafsack fallen. Für einen Gin sind wir heute einfach zu kaputt...
 

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Norra

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Tag 5 - Der Weltuntergang

Ich werde morgens von einem Geräusch geweckt, ich schlage die Augen auf und befinde mich im Weltuntergang.. Der Wind rüttelt unser Zelt durch, Blitz und Donner durchbrechen den Lärm des prasselnden Regens... Unglaublich wir sind bei wolkenfreiem Himmel und 20°C ins Zelt gegangen und jetzt das.. Es ist Schweinekalt im Zelt aber es hilft nichts ich muss da raus, 10m weiter steht ein Boot mit 10 hervorragenden Blitzableitern.. In Unterhose sprinte ich durch den Regen und hole die Ruten vom Boot. RÄSTJA ist auch wach und bringt unseren Campingkocher in Sicherheit der noch draußen auf dem Tisch stand. Wir kriechen wieder in die warmen Schlafsäcke und mummeln uns ein. Ich bin so kaputt das ich sofort wieder einschlafe. Mehrmals noch werde ich wach, es hört einfach nicht auf zu gießen.. Als ich das nächste Mal die Augen öffne ist es schon halb 12.. Es nieselt nur noch.. Schöne Scheiße..

RÄSTJA ist wohl auch grade wach geworden. Ich setze mir erstmal einen Kaffee auf, den Schlafsack verlassen wir beide nicht. Wie schlimm es wohl ist? Was haben wir vllt noch draußen vergessen? RÄSTJA guckt nicht sehr angetan.. "Alter meine Reisetasche.. die Hälfte meiner Klamotten sind durchnässt.." Fuck... Wir Idioten haben uns auch keine Platte gemacht.. den Zeltboden nicht eingeklettet und die Winterskin die uns vor sowas schützen soll liegt auch noch eingepackt im Zelteingang. Naja als wir ankamen hatten wir auch keinen Nerv für sowas, außerdem waren draußen 30°C... Schön blöd.. Das passiert uns nicht nochmal. Was ein Glück das ich wenigstens das Echolot in Sicherheit gebracht habe..

Wir studieren den Wetterbericht. Morgen soll erstmal nichts mehr kommen und dann soll es auch wieder wärmer werden. Wir beschließen sobald sich die Möglichkeit ergibt den Zeltboden und die Winterskin zu montieren.

RÄSTJA guckt etwas nachdenklich. "Was los Junge?" "Naja ich bin mir nicht ganz sicher, aber gestern abend nach dem du eingeschlafen bist hab ich glaube ich nen Wolf gehört." "WAS ECHT JETZT?" "ja aber etwas weiter weg." Naja nach dem Regen sind wenigstens alle Gerüche weggespült die die Burschen anlocken könnten. Im Müll liegen soweiso nur zerknüllte Bierdosen, die Bratwurst und Jagdwurstverpackungen haben wir immer gleich auf dem Rest der Glut verbrannt, um nicht unnötig die Begegnung mit Bär oder Wolf zu provozieren. War wohl ganz gut so, in Anbetracht dessen das wir wohl doch nicht so allein hier draußen sind wie wir dachten...

Wir Frühstücken ein Marmeladentoast und beginnen uns fertig zu machen. Der Regen hat aufgehört. Wir ziehen uns dick an, heute ist nichts mit nur in Badehose.. Ein Blick aufs Thermometer macht mich fassungslos,wir haben nur noch 15°C. Hammer!! Gestern hatten wir doch noch 30°C..
Die dicke Echolotbatterie die uns die Woche unser "Navi" sichern soll, steht eigentlich sicher verpackt in einer Plastebox. Nur für das Stromkabel habe ich ein Loch rein gestanzt und selbst die steht unter Wasser. Ich baue alles ab, kippe das Wasser ab und verliere dabei den kleinen Maulschlüssel der mit dabei lag. Für immer verloren im Morast. Danach schöpfen wir das Boot leer. Wahnsinn was hier heute Nacht runter gekommen ist..

Irgendwann ist das gröbste Wasser beseitigt, wir packen Gaskocher und Kartoffelsuppe ein und beginnen wieder alles aufzutacklen. Irgendwann ist auch das geschafft und wir rudern los. Wir verlassen das erste Abteil und ich kabel das Echolot neu zusammen... "Ich glaub wir müssen nochmal umdrehen...." "Wieso das?" "Das Echolot liegt ja noch im Auto..." Mist... Also wieder zurück. Was ein kräftezehrender Morgen, bis jetzt gabs nur auf die Mütze..

Das Rudern und nicht vom Fleck kommen nervt manchmal schon ein bisschen. Auf eine Art fetzt es ja auch durch den Busch zu rudern. Eine Hass-Liebe. Ich hab RÄSTJA schon mehrmals angeboten zu tauschen, er rudert uns schon die ganze Woche über den Teich aber er lehnt partout ab. "Ne lass mal, du hast schon alles geplant, eingekauft und kümmerst dich immer um die Technik, ich fühl mich sonst nutzlos.. Mach du mal den Motor und such die Stellen raus das passt so.." Hm ganz wohl fühl ich mich dabei nicht aber ok.

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Wir erreichen das Tiefe Wasser. Ich starte den Motor. Es ist schon nach 14.00. "Ich hab da gestern was auf dem Echolot gesehen, eine kleine Erhebung zwischen Norra und Plateau, lass uns das mal unter die Lupe nehmen.." Wir ankern an besagter Stelle und beginnen zu suchen. Ich hab da son Gefühl, schnappe mir erstmals die Expride MH und werfe einen 4" Flash J Shad an die Erhebung, ich reiße den Köder hoch an, als plötzlich der erhoffte Einschlag folgt. Ein guter Hecht zum Start! RÄSTJA zieht den Anker, trotz MH verkauft sich der Fisch teuer, die Chronarch klackert als er in die Bremse geht, macht echt Laune.. Irgendwann ist er ausgedrillt und ich ziehe ihn ins Boot. Wieder ein 85er. RÄSTJA freut sich über den behaltenen Hecht Big Fish Point und wir arschen rum. Ein Einstand nach Maß trotz Wetterumschwung!!

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Barsch bleibt allerdings Fehlanzeige am neuen Spot. Wir wechseln aufs Plateau. Haben aber irgendwie ein ungutes Gefühl. Wir entscheiden uns nochmal umzusetzen, diesmal zur "Rinne". Zwischen Norra und Plateau gibt es einen tieferen Kanal, eigentlich müssen sie ja hier durch wenn sie ihre Fanggründe wechseln wollen... Ich tausche die Expride gegen die MSX 69M/ BF, mit 1/2oz eher eine ML deswegen auch das BF. Ich entscheide mich für einen braunen 3" Flash J Shad der schon mehrere Barsche verhaften konnte aber noch keinen besseren. Genau genommen ist es schon der 4te seiner Art, die kleinen Barsche sind gierig und fast überall und haben schon mehrere unserer Gummis um den Schaufelschwanz erleichtert. Die Zuppler kriegt man überall, ob auf 2m oder 8m Tiefe. Krank wie viel Barsch hier drin ist. Ich lasse den überbleiten Jig über den Grund schießen, als mich ein Tock die Rute hochreißen lässt. Das ist wieder ein besserer Barsch!!! Die Combos machen echt Spaß, alles richtig gemacht die Reisekosten meines Lehrgangs sofort in Tackle zu investieren, die 51er Alde passt perfekt zur MSX. Der Drill ist knackig aber ich entscheide ihn zu meinen Gunsten. Ein 38er Moppel liegt im Kescher. Das Licht ist atemberaubend, irgendwie wirds heut gar nicht richtig hell, die Sonne blitzt nur ein paar mal durch die Wolkendecke..

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Das Wetter macht uns zu schaffen. Kein Wind, nichts, immer schlecht zum Barschangeln. Dazu dieser Temperatursturz.. Das wird ein hartes Brot heute...

Wir versuchen alles, klappern jeden Spot ab. Aber nichts mehr zu machen. Von der Zugspitze, zum Sunny Hill, zur Stelle 29, zum Plateau, im Seegras, wieder zur Rinne, Bibi Barschberg, nicht mal auf Norra ist abends was los. Ich bin trotzdem zufrieden für den Tag, ein guter Hecht und ein geiler Barsch unter den Bedingungen damit kann ich prima leben aber für RÄSTJA der erst gestern ein Ende seiner Durststrecke ausgemacht hat, ist der Tag wieder ein kleiner Tiefschlag.

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Wir angeln bis spät in den Abend aber nichts. Es ist schon 21.30 als wir die Heimreise antreten. Wir werden sicher erst um 23.00 im Schlafsack liegen und morgen gehts wieder um 3 raus. Aber wir haben ja heute ausgeschlafen... zwangsläufig... Was solls, morgen sind wir den ganzen Tag auf dem Wasser das holen wir wieder rein!!!
Wenigstens die Gnietzen und Mücken sind wir los... denen bekam das Wetter wohl auch nicht..

Kurz bevor wir ins Zelt schlüpfen und noch einmal über den See blicken setzt Schweden noch ein Highlight. Tief im Wald auf der anderen Seite des Sees hören wir ein tiefes heulen, beendet mit einem jauchzer. Jetzt hab ich sie auch gehört....
 

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Norra

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Tag 6 - Das perfekte Match?


Die Nacht war wieder kalt, mich aus dem Schlafsack zu zwingen fällt mir schwer. Es ist noch dunkel draußen. Wir machen die Zeltlampe an und suchen nach unseren dicken Klamotten. Es sind nur 12°C. Brrr.... Ein Glück haben wir gestern abend noch alles vorbereitet. Wurstbrötchen sind geschmiert, und liegen zusammen mit Tomaten und frischer Gurke im Boot. Der Kocher steht neben meiner Liege zusammen mit dem kleinen Topf voll Wasser und meinem Kaffeebecher. Wir brauchen einen Moment um klar zu kommen, es ist ja auch noch mitten in der Nacht, der Durchschnitssdeutsche würde uns nen Vogel zeigen.. Das Wasser kocht schon. Jetzt aber los, Kaffee aufbrühen und raus aus dem Zelt, Zähne putzen und ab dafür...

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Wirklich stockfinster heute morgen, aber bis wir auf dem Spot sind..
Der Plan ist klar, Barsche poppern auf Norra, die kommen da sicher im laufe des Morgens vorbei. Gar nicht so leicht so verklamt den langen Weg anzutreten, bis uns die Wölfe wieder einfallen.. Wir reden uns heiß, sind einfach nur fasziniert sowas live erlebt haben zu dürfen. Wir haben sie gestern noch lange gehört als wir schon längst im Zelt lagen. Ein einmaliges Erlebnis. Was haben wir nicht schon alles erlebt in dieser Woche und wir haben grade mal Halbzeit???? Unbegreiflich, einen Elch gesehen, Wölfe gehört, einen 47er Barsch gefangen, mehrere gute Hechte, von den Barschen ganz zu schweigen.. Jeder Tag ist ein einziges Highlight. Wie soll das nur weiter gehen?? Irgendwann muss unsere Glückssträhne ja mal zu Ende gehen, wir sind schon ganz schön verwöhnt was unsere Fänge angeht...


Die Fahrt ist im nu vorbei. Ich reiße den Motor an und wir fahren Richtung Norra, die letzten Meter rudern wir wieder, bloß nicht zu viel Theater machen. Wir ankern wieder am Baum und beginnen den Barschberg abzusuchen. Wir freuen uns auf die Sonne, wirklich schweinekalt heute. Wir probieren Popper und flach laufende Twitchbaits, aber vorerst passiert nichts.

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Die erste Stunde ist rum, es ist schon fast um 5.00 als RÄSTJA den Popper gegen einen 360GT tauscht um schneller zu suchen. 2 Würfe später bekommt er die ersten Attacken, ein Haufen mittlerer Barsche hat's auf den GT abgesehen. Aus dem Nichts aber taucht ein größerer auf und tockt mit wilden Kopfschlägen in Rästjas Rute!!! Ein schöner 32er zum Auftakt. Wirklich der Hammer dieser See.. Es vergehen keine 15min, fast jder Wurf ein Biss, als RÄSTJA schon den zweiten 30er in den Kescher führt.

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Heute legt RÄSTJA aber los… die ersten Tage hatte er Barschmäßig viel Pech, den Faden zum Fisch nicht gefunden, und die einzig besseren sind alle ausgestiegen.. Das scheint er heute alles wett machen zu wollen als er auch zum dritten Mal den Anhieb setzt um nach kurzem Drill den Dritten!!!! 30+er voll zu machen.

3:0? Mein Popper scheint zu stinken ich tausche auch auf den 360er GT und ehe RÄSTJA seinen dritten Dickbarsch vermessen hat krümt sich auch meine Rute! Der Hammer!!! Die Bisse auf geleierte Köder an Fluoro machen echt süchtig.. der Drill aber auch!! Die Dehnung ist echt eine Hilfe gegen Aussteiger. Die Bremse hab ich trotzdem etwas geöffnet während des Drills, der Barsch nimmt ein paar Mal Schnur, bevor der 35er in den Kescher gleitet. Was für Kraftpakete!!! Das war der vierte 30er in knapp einer Viertelstunde!!! Wir sind hin und weg. Wenn RÄSTJA los legt dann aber richtig..

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Die Bisse ebben schlagartig ab, die Barsche sind wieder weg.. kurz durchpusten. Man war das geil!!! Für so etwas steht man doch gerne früh auf..


Und jetzt? -noch zu früh für Frühstück wir warten lieber auf die Sonne. Der heiße Kaffee aus dem Thermobecher schmeckt heute besonders gut. Wir beschließen unseren anderen Hotspot anzufahren und ankern am Sunny Hill. RÄSTJA setzt jetzt voll auf den GT und bekommt trotz 3m Tiefe erstaunlich viele Bisse an der Oberfläche. Hätte ich nicht vermutet. Ich setze dagegen wieder auf einen 3" Flash J am Straight Jig Head. Mein Köder zuckt die altbekannte Kante runter, die Kleinbarsche hacken immer wieder drauf aber der Flash J schafft es beim fünften Wurf an ihnen vorbei zu kommen und fällt... fällt tief...Bumm!!! Geiles Ding, ich wusste doch das in zweiter Reihe einer steht!!! Heute klappt wohl einfach alles.. An der leichten MSX macht der Drill echt Laune… Als ich meinen zweiten 30er um 6:11 in die Höhe stemme, ist es schwer das alles zu glauben. Was ein Morgen..

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So langsam grinst die Sonne über die Baumwipfel, wir haben jetzt Knast und entscheiden uns auf dem Boot zu frühstücken. So wie wir in die Brötchen beißen ist es wohl besser das uns keiner sieht. In der Natur ticken die Uhren wohl anders. Aber Kühlbox sei Dank, wir sind jetzt eine Woche in Schweden und essen unsere gestern aufgtetauten Brötchen mit Jagdwurst, Luxus pur. Die Wasserflaschen in der Kühlbox sind immernoch halb gefroren. Grillfleisch haben wir auch noch eingefroren, das Essen wir morgen.

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Frisch gestärkt überlegen wir uns einen Schlachtplan. Stelle 29 solls sein. Der Wind frischt langsam auf. Ich krame in meinen Köderboxen, was habe ich denn die Woche noch nicht probiert? Ich entscheide mich für einen verbrauchhten Nitro Shad in Ayu mit eingeklebter Rassel. Der hat mir immerhin meinen bis dato größten Barsch gebracht mit 45,5. Bei uns ein Dauerbrenner. Die Rassel kommt bei dem Wind sicher gut. Eine M-Combo wäre dafür sicher am besten aber hab ich leider noch nicht. Die Adrena ist zwar eine, aber für Hardbaits ausgelegt mit dem Fluoro. An der Expride geht das sicher auch gut. Ich jigge aggressiv die Kante ab als direkt vor dem Boot ein wütender Einschlag kommt. Ich öffne die Bremse ein Stück das der Barsch an der MH nicht ausschlitzt... ein guter keine Frage!! Der Drill ist dementsprechend unspektakulär.. Ausschlitzen war auch kein thema- der Haken hängt tief im Schlund des 31ers. Unfassbar was die sich manchmal rein ziehen, der Nitro ist ja auch nicht der filigranste Köder. Gut den Barsch nehmen wir wohl besser mit, wir wollten ja eh nochmal Barsch essen die Woche..


Der Wind wird immer stärker. Aber es ist erst kurz nach 7. Los wir hauen den Driftsack rein, lassen uns aufs Plateau treiben und twitchen ein bisschen, das funzt sicher bei dem Wetter.. Ich bin eh heiß meinen neuen Shadow Rap Shad auszuprobieren, mit der milchig dunklen Farbe passt der bei dem Wetter perfekt. Ich nehme wieder die Expride, die Adrena würde ihn mit geflochtener sicher auch packen aber mit der Dehnung vom Fluoro ist es mir zu anstrengend gegen den Tiefläufer zu schlagen. Mit der Expride geht das ganz gut. Wir treiben Richtung Plateau, die Kante immer weiter rauf. Echt viel Fläche mit dem Anker hätte man da mehrmals versetzen müssen. Zuversichtlich twitche ich den Wobbler durch die Tiefe, RÄSTJA hadert ein bisschen mit sich was die Köderwahl angeht als ich plötzlich Widerstand spüre. Ein guter Barsch hat sich auf den Rapala gestürzt und ich drille ihn vorsichtig Richtung Boot, der Wind wird immernoch stärker. Bloß die Bremse auf das er nicht ausschlitzt, das dass ein besserer ist merke ich sogar an der MH… Die Kopfschläge arbeiten gegen die Drillinge, ich schwitze Blut und Wasser, drille so vorsichtig wie nur möglich. Als der Barsch zur letzten Flucht ansetzen will hat RÄSTJA aber bereits den Kescher parat und stellt ihm ihn in den Weg. Ein Glück, der Wobbler hat das Barschmaul noch im Kescher verlassen. Saugeil wenn ein Plan so aufgeht, mit 37 schon ein ordentlicher Bursche. Über den Freue ich mich heute am meisten!! Ohne RÄSTJA hätte ich den wohl nicht raus bekommen.. da hat er sich ein Leckerlie verdient, der Kleine. So eine Dose Carlsberg am Morgen, auf dem Boot, ein Haufen dicker Barsche, was gibt's besseres?

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Als die Drift vorbei ist setzen wir noch 2 mal neu an aber es kommt nichts mehr. Reicht ja eigentlich auch, wir haben an diesem Vormittag immerhin 7!!! Ü30er fangen können. Das werden wir sicher so schnell nicht vergessen. Wir beschließen also heute etwas früher zum Mittag heim zu fahren. Ich muss schließlich noch den Barsch versorgen..
 

Norra

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Vor dem Essen springen wir wieder in den See, nicht ganz so angenehm bei den Temperaturen, der See hat an der Oberfläche auch 6°C weniger als vor ein paar Tagen. Wie verweichlicht man schon ist.. Wir denken an die Menschen die schon vor hunderten Jahren draußen von und mit der Natur gelebt haben. Wir haben sämtliche Annehmlichkeiten dabei und jammern trotzdem über etwas "kühleres" Wasser im Sommer.. die waren hier auch im Winter unterwegs... Wir lachen drüber.

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Kartoffeln, Rotkohl und Barschfilet mit Zwiebeln bringen uns wieder in Schuss. RÄSTJA beschließt die Kraftreserven aufzutanken und sich nochmal für ne Stunde hinzulegen. Ich bleibe wieder wach. Zwar nicht ganz so fit wie vorgestern aber schlafen will ich dann doch nicht. Ich bereite schon ein paar Dinge vor, packe Proviant ins Boot, nehme Brötchen aus der Kühltruhe für morgen etc. Als alles was mir einfällt erledigt ist fahre ich nochmal auf den See hinaus. Diesmal aber grade rüber da liegen ein paar dicke Steine im Wasser mit Flach- und Tiefwasser. Ich jigge etwas umher aber bin dann doch ein wenig platt. Die Sonne scheint hell und ein starker Wind pfeift über den See. Nicht ganz so angenehme Bedingungen wie das letzte mal. Der ein oder andere kleine Barsch sowie ein kleiner Hecht sind die Beute als auch RÄSTJA wieder aus dem Zelt kriecht und mich ans Ufer pfeift..


Um 15.30 sind wir wieder draußen auf dem Wasser. Nach stundenlangem suchen ohne zählbare Kontakte überlegen wir was wir jetzt machen. Haben wir doch insgeheim von dem perfekten Tag mit 10 Ü30 Barschen geträumt. 3 würden uns noch fehlen. Erstmal überhaupt noch einen finden... Es geht schon dem Abend zu, und wir grübeln über einer Dose Carlsberg was wir nun anstellen.

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Obwohl der plan eigentlich offensichtlich ist. Den ganzen Tag über suchen wir alle möglichen Stellen sowie das riesige Plateau ab, gegen Morgen und Abend allerdings beackern wir unsere beiden besten Spots.. Also ab zum Sunny Hill, Norra wollen wir heute eigentlich mal Ruhen lassen, waren ja schon frühs da. Letztes Jahr hatten wir nicht so viele gute Spots und haben uns durch zu langes abhängen an einem Spot die Barsche verprellt. Wir konnten sie zwar sehen, aber mit keiner Technik mehr zum Anbiss überzeugen. Seitdem achten wir peinlichst darauf die Spots nicht tot zu fischen. Die ollen Barsche sind schlauer als man denkt...


Es ist fast 18.00 als wir leise unser Boot verankern. Ich nehme wieder den kleinen Flash j am leichten Straight Jig Head, aber irgendwie stehen die Jungs heut nicht drauf.. Ich wechsele die Farbe und auf 4" am etwas schwereren Kopf. Die Absinkphase ist viel sportlicher, das zieht, ein paar Kontakte und dann ein kräftiger Ruck!!! Wo zum Teufel sind wir hier bloß gelandet???? Ich weiß es,im verfluchten Barschparadies jeden Tag Barschalarm. Ich will gar nicht mehr zurück nach Hause.. Der Drill an der MSX hat nichts mit Angst zu tun- er ist ein Genuss.

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Als ich den 37er in sein Element entlasse fällt mir die 10 wieder ein die ich im Hinterkopf habe, fehlen noch 2....


Aber das nächste was wir fangen ist nicht Nummer 9 sondern einer der zahllosen Steine am Ufer. Also Anker ziehen, hin rudern, Hänger lösen. Die meisten Köder können wir immerhin retten. Wir stehen jetzt neben dem Felsen, eigentlich nicht verkehrt.. Wir bleiben gleich da und beackern weiter den Spot aber die Bisse bleiben jetzt aus. Ich wechsele mehrmals den Gummi während RÄSTJA immer abwechselnd mit Popper und 360er GT das Flachwasser zwischen den Steinen absucht. Irgendwie sind sie jetzt vorsichtiger als sonst.. ich wechsele auf einen kleinen Huddle am sehr leichten Jig. Wenn der da so schön langsam in Zeitlupe runter taumelt und die kleine Keule hinten immer leicht vibriert lässt sich bestimmt noch einer überzeugen.. Ich werfe direkt vor die Steine, der Huddle sinkt verführerisch langsam die Kante hinunter ins Tiefe und hüpft mehrmals bis vor meine Füße... Ok mein Fehler.. ihr Zicken, ich weiß das ihr da seit... Also doch wieder zackig.. Ich tausche den leichten Kopf gegen eine dicke Murmel und jigge den Huddle aggressiv die untere Kante entlang, da passiert es endlich. Meine Schnur zuckt zur Seite und der Anhieb sitzt. Der nächste fette Barsch wütet unterm Boot. An der MSX keine Chance und der 35er gleitet in RASTJAS sichere Kescherhand. Unglaublich das ist mein 6ter ü30er heute.. danach bin ich wirklich platt mehr geht einfach nicht. Der Spot ist jetzt wirklich tot...

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Was ein Tag! Es hätte nur einer gefehlt und wir hätten in das gesamte Fangbuch nur gute Barsche eintragen können... Naja theoretisch hätten wir ja noch etwas Zeit.. aber wohin wenn wir Norra für heute in Ruhe lassen wollen? Ach weißt du was scheiß egal, wir setzen alles auf eine Karte und versuchen heute die Kirsche auf die Sahne zu setzen und auch Nummer 10 zu fangen, ab zu Norra aber nur für ein paar Minuten, kurz antesten ein paar Würfe und wieder weg. Jo abgemacht. Ich rudere hin, wir überlegen wo wir uns fest machen der Barschberg ist immerhin über 50m lang. Wir treiben grade auf den Anfang des Barschbergs als RASTJA sagt "Halt!" "Hier bist du sicher? Nicht weiter zum Baum?" "Ja hier, los wir ankern." Gut das ne Ansage..


Ich krame noch müde nach meinem Popper als RÄSTJAS 360er GT schon Richtung Horizont fliegt... Ich halte noch kurz inne und Blicke über den See. Die Wolken ziehen über den Wald einfach herrlich. Ich beschließe kurz zu genießen und mir erstmal eine Zigarette zu drehen als RÄSTJA einen beherzten Anhieb setzt. "Fiiiischh Fiscchhhh" hallt es über den Teich. Der Fisch ist stark, etwas stärker als die anderen heute und geht dauernd in die Bremse. Ich ziehe zur Sicherheit den Anker.. als wir ihn das erste Mal sehen werden wir nervös, das ist ein 40+er!!!! RÄSTJA drillt weiter, ich lauere auf dem Deck, die Barschkelle im Anschlag.. da taucht er wieder auf, jetzt schnell, aber mit Bedacht!!..

Und Zack da ist er drin!!!!!!! Wahnsinn!!!!! Wir springen uns in die Atme!! Unser dritter 40er hier, letztes Jahr hatten wir nicht einen!!!! Was für schöne Fische.. Wir benetzen die Scale und lesen eine 42 ab.. PB für RÄSTJA!!!!

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Spätestens jetzt ist es Zeit wieder zwei der kleinen Flaschen Pflaumenschnaps hervorzuholen, 10 ü30 Barsche an einem Tag, der dritte 40er und dazu noch einen PB gebrochen... Was will man mehr, nein, wie soll dieser Tag jemlas getoppt werden??? Wir stoßen an und sind uns schon lange einig das ist der beste Schwedenurlaub überhaupt, wer weiß ob wir nochmal so einen Urlaub erleben, uns bleibt nur die Zeit zu genießen.


Wir beide sind noch vollkommen sprachlos. Ich sitze auf dem Deck und lasse die Bilder des Tages noch einmal an mir vorbei ziehen während RÄSTJA unseren Kahn langsam durch die Seerosen in Richtung Lager schiebt..
 

Norra

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Danke Leute, vielen Dank!!!
Freut mich echt das es so gut ankommt und motiviert wirklich zum weiterschreiben!!!
Muss die Meisterschule wohl mal ne Woche kürzer treten:smile:
 

waterwolf

Angellateinschüler
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Super Bericht! Aber wartet lieber bis März für die Eistour. Da ist das Eis auch schön dick und die Tage werden wieder länger :)
 

Norra

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Super Bericht! Aber wartet lieber bis März für die Eistour. Da ist das Eis auch schön dick und die Tage werden wieder länger :)
Für dieses Jahr hat es sich sowieso erledigt mit Urlaub... Nächstes Jahr greifen wir aber bestimmt wieder an, wir haben da schon so eine Idee..
Aber nicht Eisangeln :)
 

Norra

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Tag 7 - Pleiten Pech und Pannen + Courage


Wir sind immernoch geschafft von gestern, was war da nur los? Es fällt schwer nicht den ganzen Morgen umher zu laufen wie ein grinsender Idiot, na gut, Morgen ist wohl nicht ganz richtig, es ist schon fast um 11.00... Wir brauchten mal ne Erholungspause vom Boot. Die Sonne, der Wind, unser Rücken schmerzt schon vom jiggen... Ausschlafen tat mal ganz gut. Zu tun hatten wir trotzdem, RÄSTJA nutzte die Gelegenheit um seine Regennassen, versifften Klamotten zu trocknen, son Trailer ist aber auch ne grandiose Wäschespinne.. Das Wetter passte halbwegs, mit 15°C nicht besonders warm aber es sollte heute ja auch angeblich nicht regnen. Wir hatten zwar keine Lust drauf, aber sein musste es ja doch. Zelt komplett Ausräumen und dann Zeltboden einlegen und Winterskin spannen. Wie man sich in ein paar Tagen so zu möhlen kann ist mir immer noch ein Rätsel, also kam vor dem Ausräumen das Aufräumen.

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Irgendwann war aber alles geschafft, jetzt kann draußen die Welt untergehen aber unser Zelt bleibt trocken. Fühlte sich aber auch gut an, immerhin eine Sorge weniger. Jetzt bloß keine Zeit verlieren. Wir packen den Grill + Kohle und Grillfleisch ein, dazu ein paar Brötchen und dann machen wir heute auf dem See mittag. Ist ja so schon spät genug. Als wir wieder rausrudern aus unserem flachen Seeabschnitt, den wir mittlerweile Furuvattnet-Ausbau nennen, fangen wir an zu grübeln. Was soll heute noch kommen und wo setzen wir jetzt an?

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Aber da fängt es gerade wieder an unruhig zu werden im Wald. Was war das denn grade? War das nicht… na klar, der Wolf ist wieder da. Natürlich sehen wir ihn nicht, er ist bestimmt den ein oder anderen Kilometer weg und um uns ist nur tiefster Wald aber, sein Heulen hört man mehr als deutlich. Es ist nicht so wie man es aus Filmen oder dergleichen kennt, viel kürzer und beendet wird es mit einem japsen. Als wolle er jemanden rufen. Wir lauschen dem Raubtier und rudern unseren Weg weiter. Nach etwa 8min war auch wieder Ruhe. Zelten mit den Wölfen in der Nähe hat schon was von Abenteuer. Wir würden ihn nur gern mal sehen.. am besten natürlich vom Boot aus samt Fernglas und nicht mitten in der Nacht vorm Zelt...


Noch in Gedanken versunken setzen wir den Anker am ersten Spot. Wir checken mal die Rinne ab. Mitten am Tag, vllt haben wir Glück und hier zieht einer vorbei.. Sieht schon mal nicht nach Barschwetter aus heute- Ententeich, nicht ein Luftzug..


Wir beginnen unsere Gummis über den Grund hüpfen zu lassen. Beim dritten Wurf passiert es dann. Ich hole aus und lande in RÄSTJAS gerade gehobener Rutenspitze. Der Schreck reicht um nicht durchzuziehen aber den Wurf schaffe ich nicht mehr abzubrechen. Ich beiße auf die Zähne, eine Angel ist schonmal nicht gebrochen, das ist gut. RÄSTJAS Combo ist auch nichs passiert, auch gut aber ich habe das Vogelnest des Jahres auf der Alde.. schimpfend und Galle spuckend mach ich mich an die aussichtslose Aufgabe das Nest aufzulösen, aber auch nach 10min bin ich keinen Schritt weiter. Mir bleibt nur übrig alles rauszuschneiden, danach war die Spule leer- Geil.. Ein Glück hatte ich noch die Ersatzschnur für die Adrena dabei und zum Glück sind es nur 10 lbs, das geht gerade noch so auf der L-Rod. Das ist ja ein Start nach Maß heute... Rolle neu bespult, jetzt geht es weiter mit dem FG... Ich überlege noch welches Flouro ich benutze und entscheide mich Gott sei Dank für einen sehr dünnen Durchmesser. Dabei kam der nächste Schreck.. beim wühlen in der Tasche fällt mir auf das mein Angelschein noch in der Tasche war, komplett durchnässt!!! Alle Papiere nass!! Wie blöd kann man eigentlich sein den bei dem Regen letztens auf dem Boot zu lassen den braucht man in Schweden nicht einmal..


Sichtlich angefressen beginne ich aber mit dem knoten und irgendwann ist die Kombo wieder Einsatzbereit. Einmal durchatmen und weiter gehts.. Aber nicht mit dem Barsche fangen, denn die sind heute vom Erdboden verschluckt.. Egal was und wo wir probieren. Als wir plötzlich vor Norra einen ganzen Haufen Köfis entdecken schöpfen wir Hoffnung, vllt geht da ja was.. Erster Wurf- Hänger. Oh man. Egal nächste Rute, die Köfis sind grad da die Rute können wir später auch noch befreien. Freilauf rein, Spulenbremse etwas fester und gut. 3 Würfe später und ich hänge wieder, diesmal andere Seite raus.. Man was ist heute nur los? Nur Scheisse den ganzen Tag, heut klappt auch nichts... Hab den Baum wohl aus den Augen verloren und nen Tiefläufer drin geparkt. Jetzt hilft es nichts mehr wir müssen die Ruten befreien.. Zuerst zum Baum, das sieht übel aus.. . Und es sah nicht nur so aus, der Tiefläufer ist richtig schön in eine Lücke des Baumes getaucht und richtig tief rein. Ich fluche und versuche alles, ausgerechnet jetzt frischt der Wind auf. Wir rudern wieder ein paar Meter zurück und ich versuche den Hänger zu lösen, der Wind drückt uns immer wieder voll in den Baum als RÄSTJA schreit "Scheiße Alter pass auf deine Rute!!!!" bei dem ganzen Wind und hin- und hergedrehe hat sich etwas lose Schnur um die Spitze meiner L-Kombo gelegt und wir treiben entgegen gesetzt davon.. Der Hänger arbeitet was er kann um mir die Spitze abzubrechen, alles geht wahnsinnig schnell ,ich kann gerade noch meine Rute greifen und merke das ich machtlos bin. Schnur geben bringt nix das hat sich an der Spitze schön verknotet und die Rute ist voll auf Spannung, die Spitze gebogen und wir bekommen das Boot nicht gehalten als ich ein Geräusch höre und meine Rute sich entspannt... Entsetzt schaue ich auf meine Spitze, alles heil!???!? Nur abgerissen! Was ein Glück das dünne Fluoro hat zuerst nachgegeben!! Hätte ich vorhin die Nummer stärker angeknotet die ich zuerst in der Hand hatte wärs das gewesen mit der MSX. Die andere Rute hängt immernoch also fix zum Baum.. Ich schaffe es den Wobbler zu befreien. So jetzt rauche ich erstmal ne Zigarette bevor ich wieder anfange zu knoten, was ein Scheiß heute. Und dabei hatte ich ja noch Glück, heute hätt's mich fast 2 mal die Rute gekostet. Das wird nicht mein Tag.


Nach dem Schreck entschließen wir uns Mittagspause zu machen. Oder besser Abendbrot.. Wenigstens ist die Sonne ab und an mal draußen, sodass ich meine Papiere halbwegs trocken bekomme.. Die liegen jetzt auf dem ganzen Boot verteilt, die kleinen Heftchen habe ich mit kaputten Gummis versehen die dafür sorgen das mir die einzelnen Seiten nicht zusammen kleben. Oh man...

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Die Kohle ist angezündet und wir beschließen uns ein bisschen umzusehen, die braucht ja noch ein bisschen.. Heute haben wir uns für einen kleinen Sandstrand entschieden. Sieht schick aus hier, als wir durchs Wasser laufen entdecken wir eine alte Elchspur. Schon etwas verwaschen aber noch gut zu erkennen. Der Hufabdruck ist so groß wie meine ganze Hand. Schon Wahnsinn was das für Kolosse sind.

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Wir sind ganz froh als das Fleisch auf dem Grill liegt und anfängt zu duften, ein bisschen weiter vom Zelt weg zu sein. Mensch hin oder her aber ein Wolf hat sicher auch Hunger und wenn der nur halb sonen Knast hat wie wir..
 

Norra

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Wir machen weiter aber nix, die Barsche sind einfach weg. Wir versuchen alle alten und neuen Stellen die uns einfallen aber außer ein paar Kleinbarschen nichts... und selbst die beißen noch vorsichtig.. Als der Sunny Hill auch nicht s weiter ausspuckt, außer ein paar Hängern meinerseits, sind wir kurz davor aufzugeben. Es ist schon später Abend als RÄSTJA mich überredet auf dem Heimweg doch nochmal auf Norra zu halten und den Barschberg noch kurz unter die Lupe zu nehmen. Wir versuchen es mit Poppern- geben keine Hänger - und später auch nochmal den ein oder anderen Jig als ich komplett durchgefischt und ratlos auf den Fahrersitz falle. Keine Idee mehr, mir fällt kein Köder mehr ein, keine Führungstechnik und dazu noch der ganze Stress mit den vermiedenen Rutenbrüchen und Hängern ich bin einfach fertig für heute.

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Als ich RÄSTJA frage ob wir los wollen besteht er auf 15min Gnadenfrist. Ok mach doch, heute geht eh nichts mehr.. Ich drehe mir eine Zigarette und denke nach. Als ich wieder auf die Uhr schaue und die Zeit fast rum ist sagt RÄSTJA nur "gleich.. " Ich drehe mir noch eine Zigarette als RÄSTJA anfängt den See wie das Ziffernblatt einer Uhr abzupoppern und ich mich grade frage wann auch der letzte Barsch die Seriennummer seines Poppers auswendig kennt, kommt wirklich auf 11 uhr der erhoffte Einschlag!! Der Popper verschwindet mit einem kleinen Schwall von der Oberfläche, bevor ich aus meiner Trance erwache hat RÄSTJA ihn auch schon im Sack. Ein hart erkämpfter 33er, und das mit dem sprichwörtlich letzten Wurf des Tages. Ich wäre schon lange im Zelt gewesen den Tag, mit dem festen Gedanken heute geht eh nichts mehr, aber man lernt wohl nie aus... Hut ab RÄSTJA, der war wirklich hart, sehr hart erkämpft..

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Müde montiere ich auch nochmal meinen Popper und fange einen kleinen Barsch. Als ich den kleinen Kerl aber vom Haken befreien will fängt er an sich heftig zu schütteln und schon habe ich den Einzelhaken in der Hand, komplett, Haken rein und wieder raus... Ich gucke RÄSTJA an und sage "für heute ist wirklich Sense bei mir" er guckt mich erst fragend an um den Konsenz zu verstehen. Ich schüttele nur die Hand und klappere mit dem Popper. Er schlägt sich nur an den Kopf, "und jetzt?". "Naja der Haken sitzt zum Glück nicht tief, gib mir mal mein scharfes Buschmesser..." RÄSTJA guckt weg, ein kleiner Schnitt und der Popper ist frei..


Danach treten wir dann wirklich die Heimreise an.

Mit leicht blutender Hand und bedientem Blick sitze ich da wie ein Häufchen elend. Ich wusste doch mein Schneidertag kommt noch, halb so wild, aber auf 1-2 andere Erlebnisse heute hätte ich durchaus verzichten können...


Was solls, morgen ist ein neuer Tag, da gehts wieder früh raus. Ich bin gespannt. Pünktlich zum abendlichen Wolfsgeheul erreichen wir unser Zelt.


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Norra

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Tag 8 - Die Südwand


Wir entschließen uns nicht ganz so früh raus zu fahren wie die anderen Tage. Die Bisse kamen eh meist erst nachdem wir schon eine Stunde am Spot waren. Heißt statt um 3.00 klingelt der Wecker um 4.00. Es war die richtige Entscheidung, es ist bitterlich kalt draußen und wir brauchen eine gefühlte Ewigkeit um aus dem Schlafsack zu kommen. Als wir aus dem Zelt kommen und wir uns total verklamt vor Müdigkeit die Zähne putzen schaue ich kurz aufs Thermometer, 12°C.. Junge Junge...


RÄSTJA lässt sich auch heute die Ruder nicht abnehmen. Es ist noch dunkel draußen, leise schiebt sich unser Boot durchs flache Wasser. Totmüde sind wir trotzdem noch, aber die Bilder die wir da geboten bekommen sind atemberaubend, der Nebel der sich aufs Wasser legt.. herrlich.. Sieht schon ein bisschen mystisch aus, wir finden kaum den Weg durch den Kanal, der Nebel ist wirklich verdammt dicht..

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Leise schleiche ich mit dem Motor über den See. Wir starten wieder auf Norra, wie immer, das ist eine konstante das die Barsche dort irgendwann am Morgen vorbei kommen werden. Müde beginnen wir zu werfen. Der kalte Nebel steckt uns in den Knochen. Dick eingepackt harren wir aus und werfen werfen werfen aber nichts passiert..

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Es sind schon 2 Stunden vergangen als wir uns entschließen erstmal eine Leberwurststulle und Gewürzgurken zu frühstücken. Der Nebel hält sich immernoch hartnäckig. So kalt es ist, so geile Bilder bekommen wir auch geboten. Sieht fast so aus als würden wir in den Wolken angeln..

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Heute lassen wir uns aber nicht soviel Zeit wie sonst, die Morgenstunden sind noch nicht vorbei und so ziehen wir auch bald weiter zum Sunny Hill. Irgendwo müssen sie ja schließlich sein.. Aber auch dort nicht ein Zupfer. Wir fahren weiter zur Zugspitze, dem Barschberg mit den spitzen Steinen, aber auch dort ist nichts. Die Laune ist trotzdem gut und wir rudern ein bisschen weiter zu einer der zahlreichen Inseln.

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Um diese herum ist auch Flachwasser. Der Nebel ist noch immer nicht ganz verschwunden. Wir beginnen zu poppern und bekommen tatsächlich die ersten Bisse. Aber alles nur kleinere Barsche bis 25. Als wir die Spitze der Insel erreichen habe ich einen besseren dran, wir messen gespannt aber er ist "leider" nur 29... Der zählt nicht. Nach gestern ist mein selbstgemachter Druck alleine die 30 Großbarsche voll zu machen etwas gestiegen. Für die Motivation ist sowas aber gar nicht so verkehrt.


Endlich blickt die Sonne über den Wald. Wir lassen uns von den Strahlen wärmen und fangen noch ein paar halbstarke Barsche.

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Der Tag ist angebrochen und die heißen Morgenstunden sind heute ohne Dickbarsch geblieben.. Wir blicken über den See, lassen diese geilen Bilder auf uns wirken und beratschlagen was wir jetzt mit dem Rest des Vormittags anstellen sollen, wenn nicht mal die Hotspots, zur besten Zeit was gebracht haben. Während wir überlegen starte ich den Motor und beobachte ein bisschen das Echolot, immer in Erwartung von Sicheln oder Futterfisch. Wir fahren zur anderen Seite der Insel herum, hier ist sehr viel tieferes Wasser und vor der Insel ein fetter Barschberg. Den kennen wir schon, mehrmals angetestet aber bis jetzt noch nichts erwähnenswertes dabei heraus gekommen. Ich fahre die Kante entlang und auf einmal sehe ich etwas, ein riesiger Schwarm Futterfisch und darunter ein paar Sicheln. Natürlich setzen wir sofort den Anker, haben ja eh keine bessere Idee.
 
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Norra

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Der erste Wurf wird auch gleich mit einem Einschlag quittiert, RÄSTJA steht schon den Kescher im Anschlag aber Fehlalarm.. ist nur eine Fritte von Hecht. Die nächsten Würfe bleiben ohne Kontakt bis sich RÄSTJAS Rute auf einmal anfängt durchzubiegen - Hänger. Mist! Mitten im Wasser, Was soll da sein? Als wir hinfahren um den Hänger zu lösen sehe ichs schon auf dem Echolot, ein dicker Baumstamm der senkrecht nach oben zeigt. Gleich erstmal eine Marke gesetzt. RÄSTJA schafft es den Hänger zu lösen und wir rudern zurück, diesmal ankern wir genau über dem Baum damit nicht gleich wieder ein malheur passiert..

Das Wasser ist hier fast 10m tief, vor uns liegt die Kante mit den Futterfischen und auch der Barschberg ist jetzt in Wurfnähe. Wir jiggen weiter die Kante ab, ich grübele grade welcher Köder mir hier wohl am besten weiter helfen würde als RÄSTJA aufgebracht ruft "Scheiße hast du das gesehen?" Im selben Moment stockt er im Satz und lässt den gerade aus dem Wasser gehobenen Flash J wieder ein paar Meter in die Tiefe hinab, da ist seine Rute auch schon krumm!!! "Kescher!!!" Ein guter Barsch war seinem Köder bis zur Oberfläche gefolgt aber wieder abgetaucht, als RÄSTJA geistesgegenwärtig den Köder wieder runter schickte hat sich der noch lauernde Barsch sofort drauf gestürzt. Ein kurzer knackiger Drill und schon liegt der 35er bei uns im Boot. Geile Aktion wir klatschen ab. Das war der erste für heute jetzt gehts los!!

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Meine Ködersuche hat sich damit auch erledigt, der Flash J Split fliegt schon in Richtung Barschberg. Dort ist es teils sehr flach und sehhhhhhrrr hängerträchtig. Man spürt die ganzen großen Steine gegen die der Jigkopf schlägt, aber hilft ja nichts da muss man durch um die lange Absinkphase der fast senkrechten Kante mitzunehmen. Der Jig fällt und fällt.. endlich ist er unten, jig-jig....warten....jig...BUMM! Das gibts doch nicht!! Der Barsch stellt sich unten rein, was für packende Drills die hier abliefern! Behutsam und vorsichtig drille ich ihn nach oben, bis in RÄSTJAS ausgestreckte Kescherhand. Noch ein 35er!! Man wir haben den Barschberg doch schon mehrmals angetestet, aber anscheinend immer von der falschen Seite. Was das für einen Unterschied ausmachen kann?!? Dabei sah das auf der anderen Seite eigentlich besser aus. Egal weiter werfen wir dürfen das Beißfenster nicht verpassen. Die nächsten Würfe sind alle gleich, rauf auf den Barschberg- durch die Steine- runter vom Barschberg- 1 oder 2 Aufsetzer und TOCK!

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Macht wirklich wahnsinnig Spaß aber die Barsche werden kleiner. 2 mal werden wir kurz misstrauisch aber die beiden 29er verfehlen leider wieder unser 30er Fenster. .. Die Bisse lassen wieder nach, entweder die Barsche sind weg oder sie haben was spitz gekriegt. Ich wechsele meinen Köder Kontrastartig von No- zu Aktion Shad. Aggressiv jigge ich den Nitro Shad an, ich bin noch gar nicht ganz aus den Steinen raus, da bekomme ich einen fetten Einschlag. Um den Nitro zu fischen habe ich die MSX gegen die Expride MH getauscht, das merke ich jetzt im Drill, das ist wie mit Kanonen auf Spatzen schießen und es kommt was kommen musste, der große Barsch steigt kurz vor dem Kescher aus. "Fuck!!, Scheiße.."


RÄSTJA der jetzt ebenfalls einen Nitro Shad im Karabiner hat, hat gerade ausgeworfen, am unteren Ende bekommt er einen ebenfalls sehr heftigen Biss. "Scheißeeee!!!!" - Auch weg.... Verdammt, diese Runde geht wohl an die Barsche...


Wir machen kurz eine Pause um die letzten Minuten zu verdauen. Der Spot braucht unbedingt einen Namen... Wir überlegen ein bisschen dann sagt RÄSTJA "Die Insel liegt im Süden des Sees, das ist jetzt die Südwand." Einverstanden das passt genau. Als nichts mehr kommt entscheiden wir weiter zu ziehen. Ich habe auch schon eine Idee... Mir ist etwas auf dem Echolot aufgefallen. Auf dem ohnehin schon strukturreichen See gibt es in knapp 10m Tiefe eine Erhebung auf 7m. Das ist mir bis dato komplett durch die Lappen gegangen.. Wir beschließen diese mal anzutesten, die Fische scheinen ja heute tief zu stehen. Nur leider ist diese Erhebung, die wir nebenbei bemerkt sofort Südzunge getauft haben da sie genau an die Südwand angrenzt, auch knapp 70m lang. Wir suchen nochmal ein wenig mit dem Echolot, mir fällt sofort auf das sich auf dieser Erhebung auffällig viel Futterfisch, immer begleitet von ein paar Sicheln, aufhält. Wir probieren es noch kurz aber ohne Erfolg.


Ist ja auch schon spät.. wir fahren lieber rein und machen Mittag. Das Aufstehen hat sich ja wieder mal ausgezahlt. Eigentlich können wir schon zufrieden sein. Zu Hause wäre das ein Tag an den man noch ewig denkt...


Nachdem wir die letzte Packung Grillfleisch verputzt haben machen wir uns lang. Heute bin ich auch zu K.O. um auch noch die Pause durchzuangeln.


Der Schlaf hat gut getan, aber bis man danach wieder so in die Gänge kommt.. Auf dem Weg durch unser geliebtes Ruderabteil sprechen wir nochmal über unsere kommenden Tagesplanungen. Gestern Abend haben wir mal durchgerechnet, mit heute bleiben uns noch 4 Angeltage. Wir checken nochmal den Wetterbericht und machen uns ein zwei Gedanken.


Als wir wieder zurück auf dem großen Pütten sind ist es schon fast 17.00.. Aber von Kälte keine Spur mehr, die Sonne hat endlich gewonnen und das Thermometer zeigt wieder 23°C an. Herrlich. Wir beschließen mal wieder das Plateau unter die Lupe zu nehmen. Ich suche mehrere Ankerstellen raus und wir versetzen mehrmals. Alle Köder funktionieren irgendwie, aber nichts so richtig. Zu viel Kleinbarsche... RÄSTJA flucht schon den ganzen Tag über die kleinen Plagegeister die ihm schon eine ganze Packung Fish Arrow zum Friedhof gejagt haben. Trotz Gummifischkleber.. meistens abgebissene Schwänze.. Er überlegt kurz ob er wirklich nochmal einen braunen 3" Flash J Shad da runter zu diesen Barbaren lassen soll, blickt auf seine letzten Reserven, zuckt die Schultern und holt aus... keine 3 Aufsetzer später wird er in seiner Entscheidung bestärkt als ein diesmal stärkerer Ruck seine Rute hochschnellen lässt. Ein guter Barsch!! Und ich dachte schon heute abend geht gar nichts mehr.. Mit 35cm wieder ein ordentlicher. Das Plateau ist immer für einen gut!!!

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Die Zeit schreitet voran, wir suchen zwar viel aber jetzt beginnt bald die heiße Phase auf Norra, da müssen wir vor Ort sein! Wir setzen um, rudern wieder die letzten Meter zum Spot um nichts zu verschrecken. Da wir gerade fast keinen Wind haben brauchen wir nicht zu ankern. Ich werfe einen Popper ins Flachwasser und zupfe ihn mit leisen Plopps zu mir heran, er hat noch gar nicht die Hälfte des Weges hinter sich als er mit einem runden Schwall verschwindet. Die Adrena ist gespannt und der Drill beginnt, ein Glück ist der Anker draußen. Bei dem flachen Wasser und den ganzen Schnurvernichtenden Steinen habe ich schon genug andere Sorgen.. Ich drille vorsichtig trotz Fluoro, ein Aussteiger am Tag reicht aus.. Aber ich hab ja mit RÄSTJA einen guten Keschermann, der Barsch liegt schon beim ersten Auftauchen drin. Der größte für Heute mit 36cm. Wieder so ein herrlicher Angeltag. Man kann es nicht in Worte fassen aber so ziemlich jeder Tag hier wäre zu Hause ein wahres Highlight. Es ist beneidenswert das manche Leute solche Gewässer vor der Haustüre haben. Schwede müsste man sein.

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Beim zurück rudern machen wir uns wieder an die Tagesplanung der verbleibenden Zeit. Aber so langsam werde ich skeptisch.. "Sag mal fährt unsere Fähre nicht am Montag Abend schon zurück?? Und nicht erst Dienstag??" ... "Ja klar bin ich sicher. Wir können ja zur Sicherheit nochmal gucken wenn wir am Auto sind.." Wir beide verdrehen die Augen und lachen..

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Was für Idioten wir sind.. Hätten wir doch fast unsere Fähre verpasst. Die Buchungsbestätigung in den Händen war ein kleiner Schock.. "Scheisse.. du hattest recht, wir fahren wirklich am Montag.." .... das hätte schief gehen können. Naja es gibt wahrscheinlich schlimmeres als seinen Angelurlaub in Schweden zu verlängern....
 

DrGonzo

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Richtig geil zu lesen, vielen Dank dafür! Ich fiebere richtig mit.

Hast du eigentlich jeden Tag Notizen gemacht oder hast du so ein brachial gutes Gedächtnis?
 

Rästja

Keschergehilfe
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Wir haben jeden Tag die Fänge ins Fangbuch eingetragen und ab und an mal ne Notiz zu besonderen Ereignissen gemacht, aber zusammengefasst hat @Norra das ganze stichpunktartig erst auf der Fährfahrt :)
Wir haben auch brutal viele Fotos gemacht, eben aus dem Grund, dass man immer viel zu viel vergisst. So wurden das Datum und die Uhrzeit auch immer gleich festgehalten :p
 

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