Der liebe
@babu254 hat zur F3 611 schon einiges gesagt, das unterschreibe ich komplett und wiederhole es im Folgenden sicher auch.
An zwei Tagen hatte ich jeweils 1,5 Stunden Zeit, mit beiden Ruten ans Wasser zu gehen. Der Einfachheit halber bezeichne ich sie als F3 für die „normale“ Whipsnake und als F2 für die Spec L.
Eindrücke, ihr wisst das, sind immer subjektiv, abhängig von Wind, Untergrund, Schnur etc.
Ich hatte eine Rolle dabei, eine Twin Power 2500S, mit PE 0.8 und FC 0,26 mm - ich suche eine ML „für alles“ am Fluss, daher bewusst etwas robuster für Beifänge, Muschelbänke, Steinpackungen. Ich habe die Ruten abwechselnd gefischt und entsprechend die Rolle umgebaut.
Vorweg: es war keine Frequenz zu erwarten. Die Bedingungen sind aktuell schwierig, wenn, dann gibt's einen großen Einzelgänger.
Beide Ruten bedienen zu 90% das identische Köderspektrum, fischen sich aber etwas anders. Aufgrund der wenigen Zeit und weil es kein umfassender Labortest werden konnte, hab ich mich auf wenige Köder fokussiert.
Hardbaits: Tiny Blitz, Tiny Kaishin, Spinjigs 5g und 7g, 66 SP Mogul Minnow, Orbit 80 SP.
Softbaits: Tungsten-Chebus -> 3g + 3“ Wobble Shad, 5g + 3“ Flash J, 7g + 3,9“ Kemnpa, 10g + 2,5“ Smokin Dad

Dazu Free Rig bzw über einen Stopper ein „fake“ C-Rig ausprobiert.
Die F3 ist etwas spitzenbetonter. Die F2 ist das auch, aber sensibler in der Spitze und dadurch auch etwas durchgängiger (vor allem beim höheren Wurfgewicht) - aber nicht schwabbelig. Beide Ruten stellen sich schnell wieder auf, sind zurecht fast gerated. Mit der F2 könnte man sicher auch auf PE 0.6 runter, das hätte dann minimal Einfluss auf Wurfweite und Rückmeldung. Ich will die PE/FC Kombo aber genauso für meine Bedingungen.
Beide sind breitbandig. Cranks, Chatters, SpinJigs werden angenehm gepuffert, das fischst sich wirklich gut, gleichzeitig machen Bodenanwendungen Spaß. Die Rückmeldung allgemein: gut/ dem Preis angemessen/ absolut in Ordnung. Sucht euch was aus. Je länger man die Ruten fischt, umso besser wird es. Für mich gibts nix zu meckern.
Wurfweiten sind bis auf den untersten Bereich sehr ähnlich. Die Rückmeldung bei zB 7g+Kemnpa ist ebenfalls nah bei einander, vielleicht Nuancen für die etwas „leichtere“ F2.
F3 611LVS Whipsnake: geht bei 5g Chebu und 3“ los, das zeigt die Spitze gut an, Rückmeldung gibt’s bei harten Boden. Ich hatte zusätzlich noch einen 10cm Zander Pro am 7g Jig, was bei Strömung kein Problem darstellt. Es geht nach oben noch etwas. 7g+3,5“ oder 10g+2,5“ Smokin Dad an Chebus fliegen wirklich super und sind total im Wohlfühlbereich. Je nach Empfinden würden manche vermutlich bis 14g und 3“ hoch, andere bei 12g und 3“ aufhören. Gefühlt landet sie bei ~18g und ist für mich eher eine ML+.
F2 68LVS Whipsnake Spec-L: 3g Chebu und 3“ zeigt die Spitze an, Rückmeldung gibt’s bei näherer Distanz und hartem Boden. Ich glaube sogar man kann noch leichter werfen. Führen dann natürlich nicht mehr optimal, die Schnur ist zudem dann irgendwann auch zu dick. Der bereits erwähnte 4“ Zander Pro Shad am 7g Kopf - und jetzt wirds spannend - lässt sich problemlos fischen. Man merkt, wie ab da so langsam die Spitze nachgibt, die Rute arbeitet zB beim Wurf bei höheren Gewichten dann zügig über das Backbone, aber ohne dass man Angst bekommt.
5/16oz Sinker und 3“ Smokin Dad am Free Rig (~15g) hab ich noch als vernünftig fischbar wahrgenommen. Die Köderanimation läuft dann viel über die sensiblere Spitze, die da schon gut nachgibt, es kommt aber zügig das Backbone, wodurch es sich nicht unangenehm oder falsch anfühlt. Orbit 80SP als Flachläufer geht noch super. Für Twitchbaits am oberen Ende macht sich die sensible Spitze dann sehr gut sogar.
Für mich eine klassische ML, an der man die halbe Unze noch gut fischen kann.
Es gab genau einen Biss, ein schöner Barsch mit um die 43cm an der F3. Das hat die Rute ohne Probleme zügig gemeistert, der Flachwasserbereich ohne viel Strömung war da natürlich hilfreich.

Fazit: beides gute Ruten. Beide sind eher nichts, wenn man bei 20er Barschen auf viel Drillspaß aus ist. Das Backbone dürfte recht ähnlich ausfallen, es sind am Ende auch Bass-Ruten und das merkt man.
Die F2 bedient insgesamt in ein extrem breites Spektrum an Gewichten, das hatte ich bisher bei noch keiner Rute im ML Bereich. Zu dem kann man im höheren Bereich aus meiner Sicht gut schleifen, auch wenn das Backbone früh kommt. Ebenso Twitchbaits am oberen Ende. Liegt der Fokus also eher bei diesen Dingen, dann würde ich die Spec L nehmen. Die normale Whipsnake dann entsprechend bei etwas höheren Gewichten und wenns primär um zackige Bodenanwendungen geht.