Kormoran, Wolf und Veränderungen der Naturlandschaft

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rolli holzner

Barsch Simpson
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Guten Morgen,
also ich würde gerne auf dieses kulinarische "geschmorte Komoranbrust" Verzehrerlebnis verzichten.
Warum?
Ich empfehle folgendes Video insbesondere wegen dem, was bei Minute 11 bis 11:30 zu sehen ist.

Es ist Tatsache, dass beinahe jeder Kormoran als Endwirt und Verbreiter sehr stark mit unmengen Parasiten wie Nematoden ect.
befallen ist.
Es ist sehr auffällig, dass unsere Barsche in Dahme, Spree und Havel, seit den letzten Jahren, einen starken Nematodenbefall mit deutlich steigender Tendenz haben.
Vor ca. 6 Jahren ist das einigen berliner Anglern erstmals aufgefallen und seitdem haben die Kollegen angefangen, darauf etwas genauer zu achten und zu dokumentieren.
Auch das Fischereiamt wurde daraufhin sofort informiert und befragt.
Allerdings wurden dortige Anfragen, wo dieser Befall und die starke Zunahme herkommt nicht beantwortet.
Weitere präzisere Nachfragen im vergangenen Jahr über konkrete Wurmart, Verbreitungswege, Ausmaß, Lebenszyklen, Wirtsketten, Fehlwirte und mögliche Auswirkung bei Verzehr als Fehlwirt wie Mensch, Fuchs, Katze ect..wurden ebenfalls nicht beantwortet.
Die einzige Antwort war, dass Fische grundsätzlich Zwischenwirte seien und dass man beim Konsum befallener Fische auf gutes Durchgaren achten sollte.
Mehr war von dieser Stelle aus nicht zu erfahren.

barschwurm1.jpgbarschwurm2.jpgbarschwurm3.jpg
barschwurm4.jpg
So sehen unsere wenigen übrig gebliebenen Barsche in Berlin aus, wie die Zander aussehen kann man nicht mehr sagen, da es kaum noch welche gibt.
Diese Würmer sind ausgerollt bis 5cm lang und mit bloßem Auge sichtbar.
Die Wurmkapseln sind bis zu 1cm Durchmesser groß, unübersehbar und schimmern als dunkler, rötlich oder bräunlichgelber Fleck durch.
Wie sieht es dann wohl aus, wenn man etwas dichter rangeht und die winzigen nicht ausgewachsenen Würmer dazu nimmt?
Sie sitzen überwiegend unter der Haut im Bauchfleisch, manchmal auch im Rücken, wo man sie nicht ganz so leicht erkennen kann.
Hier werden sie dann auch im Magen der Kormorane bei der Verdauung freigesetzt, leben dort im Magen- Darm-Trakt weiter und verbreiten sich überall hin.

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Hypocras

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War mir auch nicht bewusst
Hier was perplexety dazu meint;


Kormorane können verschiedene Parasiten beherbergen und über ihre Ausscheidungen in Gewässer einbringen, vor allem solche mit komplexen Lebenszyklen über Wirte wie Kleinkrebse und Fische. Für Menschen ist das Infektionsrisiko indirekt und vor allem an den Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Fisch aus belasteten Gewässern gekoppelt.pmc.ncbi.nlm.nih+2

Welche Parasiten kommen vor?​

  • Darmparasiten wie Saugwürmer (Trematoden) und Bandwürmer (Cestoden) werden bei Kormoranen häufig gefunden.lavt+2
  • Acanthocephalen („Dornkopfwürmer“) der Gattung Corynosoma wurden in Großkormoranen und ihren Beutefischen (z.B. Hering) nachgewiesen.[pmc.ncbi.nlm.nih]
  • Zusätzlich können Protozoen und Mikrosporidien im Kot vorkommen, die grundsätzlich auch Umwelt und andere Wirte erreichen können.[pubmed.ncbi.nlm.nih]

Wie erfolgt die Übertragung?​

  • Viele dieser Parasiten haben einen mehrstufigen Lebenszyklus: Eier/Larven gelangen mit dem Kot ins Wasser, infizieren Kleinkrebse, dann Fische und schließlich wieder fischfressende Vögel oder Säuger.blinker+1
  • Über die Darmausscheidungen von Kormoranen können so Zooplankton (z.B. Ruderfußkrebse), Fischfauna und andere Wasservögel infiziert werden.blinker+1
  • Einige Bandwurmarten, die im Kormoran vorkommen und auf Fische übergehen, sind prinzipiell auch in der Lage, den menschlichen Darm zu besiedeln.[lavt]

Bedeutung für den Menschen​

  • Hauptweg wäre der Verzehr von rohem bzw. nicht ausreichend erhitztem Fisch aus belasteten Gewässern; durch gründliches Durchgaren werden die meisten Parasiten sicher abgetötet.[lavt]
  • Direkter Kontakt mit Kormoran-Kot gilt im Normalfall nicht als typischer Infektionsweg, normale Hygienemaßnahmen (Hände waschen, kein Kontakt von Kot mit Lebensmitteln) reichen aus.pubmed.ncbi.nlm.nih+1

Bedeutung für Fische und Gewässer​

  • In Fischbeständen können Parasitenbefall und Folgeschäden (Wachstumsstörungen, Organschäden) zunehmen, wenn sehr viele Endwirte (z.B. Kormorane, Robben) in einem Gebiet vorkommen.pmc.ncbi.nlm.nih+1
  • Fischereiverbände diskutieren deshalb Kormorane häufig auch unter dem Aspekt „Parasitenbelastung der Fischfauna“, neben dem direkten Fraßdruck.fliegenfischer-forum+1

Praktische Hinweise​

  • Speisefisch immer gut durchgaren; auf rohen Fisch aus kleinen, stark von Wasservögeln genutzten Gewässern möglichst verzichten.[lavt]
  • Bei intensiver Gewässernutzung (Angeln, Fischerei) auf auffällige Veränderungen an Fischen (Knoten, Würmer in Leibeshöhle/Muskulatur) achten und solche Fische nicht roh verzehren.pmc.ncbi.nlm.nih+1
 

Lord Helmchen

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Abend… etwas gute hat dieser Winter….
die Mistdinger sterben jetzt massenweise, weil alles zugefroren ist…. auch die Fischreiher sterben massenweise….
2-4 Wochen ohne fressen halten die Viecher nicht aus…
ich freu mich, dass erstmal das Eis noch bleibt

Ich hab diese Woche auch einer strecke von 200m (ein Seeablauf) 4 tote Fischreiher gesehen… zwei Wochen zuvor war alles mit Kormoranen…. die haben aber alles plattgemacht… deswegen ist kein Fisch mehr da…

Also Eis kann meinetwegen noch noch maximal lange drauf sein….

PS: Sebastian Hänel hat grad mit Matthias Fuhrmann (Boddenguide) einen Podcast aufgenommen… da geht es um die Thematik… super interessant ( und genau dasselbe erlebe ich grade vor meiner Haustür)
 

Hypocras

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Geht jetzt los:



U.A. Drohneneinsatz zur Brutkontrolle: In einer Machbarkeitsstudie wird erprobt, Drohnen in Baumwipfel-Kolonien zu den Nestern fliegen zu lassen, um Eier mit Öl zu benetzen; dadurch werden sie unbefruchtbar, ohne die Altvögel direkt zu töten.

 

LazyS

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U.A. Drohneneinsatz zur Brutkontrolle: In einer Machbarkeitsstudie wird erprobt, Drohnen in Baumwipfel-Kolonien zu den Nestern fliegen zu lassen, um Eier mit Öl zu benetzen; dadurch werden sie unbefruchtbar, ohne die Altvögel direkt zu töten.


Befruchtet sind die Eier schon, wenn sie im Nest liegen. Aber die Küken können sich dann nicht mehr entwickeln, gleiches Ergebnis.
 

Promachos

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Dann gehen die Vögel in Fließgewässer, und erzeugen -gerade in kleinen Gewässern- massiven ökologischen Schaden.
Hier sind wohl Sondergenehmigungungen für den Abschuss deswegen möglich:

Der im Beitrag am Schluss zu Wort kommende Martin Göller ist sogar BA-Mitglied und unheimlich engagiert in Sachen Kormoran. Wenn es nur mehr solcher Jäger wie ihn gäbe!
 

vormi

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Der im Beitrag am Schluss zu Wort kommende Martin Göller ist sogar BA-Mitglied und unheimlich engagiert in Sachen Kormoran. Wenn es nur mehr solcher Jäger wie ihn gäbe!
Martin ist ein top Mann! Mit ihm habe ich hier bei mir in der Region eine Schulung organisiert und einige Jäger schulen können
 

benwob

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Dann gehen die Vögel in Fließgewässer, und erzeugen -gerade in kleinen Gewässern- massiven ökologischen Schaden.

Jep. Bin gespannt wie die Forellensaison am Bach wird.
Habe noch nie solange regelmässig so viele Komorane bei uns am Bach gesehen wie in diesem Winter.

IMG_20260214_100116.jpg

Klar, der Besatz kommt erst noch, aber für den Altbestand war das sicher keine gute Zeit........
 

rolli holzner

Barsch Simpson
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Guten Morgen.

Seit über 20 Jahren hören wir alles Mögliche was dazu beitragen soll, dieses "Problem", was in den Augen einiger weniger gar kein Problem ist, zu lösen.
Allein schon wenn man von einem Kulturschädling spricht, kommt sofort irgendein Wachhund der Sprachpolizei daher und will verbieten
einen Schädling als das zu bezeichnen was er ist.
Ich erinnere mich noch genau daran, als es darum ging, eine zu dieser Zeit größten Brutkolonien Brandenburgs, einer Insel auf dem alten Wochowsee im Sielmannreservat einzudämmen.
Seit dem hören und lesen wir immer wieder von diesen "Methoden" zur Eindämmung wie Monitoring, damit wir überhaupt die Quantität erfassen können, um daraufhin Maßnahmen einzuleiten und dann z. B. Gipseier in die Nester zu legen, Eier mit Öl bepinseln, zur Brutzeit die Vögel mit in die Hände klatschen aufscheuchen damit die Eier auskühlen und neuerdings mit Drohnenflügen, anstatt zu klatschen, in den Kolonien rumfliegen um Unruhe zu stiften und so weiter und so fort..........

Was ist damals am alten Wochowsee passiert?
Sogenannte Tierschützer haben sich dort versammelt, illegal gecampt und genehmigte Aktionen mit Knüppeln verhindert. Wer sind eigentlich diese Leute und warum wurden daraufhin genehmigte Aktionen wieder abgeblasen?

Nächster Punkt, was hat uns dieser oben genannte "Maßnahmenkatalog", Stand heute, gebracht?
Wenn mal ein normaler Winter mit zugefrohrenen Seen kommt, konzentrieren sich riesige Mengen Kormorane in den Winterlagern der Häfen und Kanäle und fressen auf ihrem Weg in den Süden diese Plätze beinahe restlos leer, siehe Havel, Teltowkanal, Spree, nur um in der Region zu bleiben.
Dasselbe passiert in Stralsund und überall woanders auch.

Bei uns ist das die Machnower Schleuse, das Potsdamer Hafengebiet (alte/neue Fahrt), Rummelsburger See, Havel von Südhafen bis Altstadt Spandau, die Spree, der Ruhlebener Altarm und die großen Hafenbecken des Heizkraftwerks Reuter usw..

Das die Winterlager leergefressen sind erkennt man daran, dass die Masse der Durchzügler zum nächsten Winterlager fliegt um nicht zu verhungern.
In der Altstadt Spandau dauert das bei massivsten Einfall 4 bis 5 Tage und kein Angler fängt mehr was.
In Potsdam hat es etwas länger gedauert, weil dort einfach mehr Futterfisch vorhanden war.

Auf der Strecke bleiben hunderte Vögel, die sich hier an milde Winter gewöhnt und nun von ihren eigenen Artgenossen aus dem Norden die Nahrungsgrundlage entzogen bekommen haben.
Derzeit treiben überall hunderte tote Kormorane herum und niemand sammelt sie ein. Seuchenschutz?
Was passiert stattdessen?
Das Bezirksamt Tempelhof lässt 78 Kormorane retten

Aktuelles Fazit mit dem Ergebnis aus dem oben genannten "Maßnahmenkatalog" ist, die Gewässer sind unter anderem durch massiven Fraßdruck geplündert, der Zanderbestand ist im Vergleich zu Vorjahren beinahe zusammengebrochen und die verbliebenen Restbestäde zeigen mit steigender Tendenz einen Parasitenbefall
den es so vorher auch noch nicht gegeben hat.
All die genannten Maßnahmen sind also seit über 20 Jahren bekannt, wirkungslos und nichts als Aktionismus um die Gemüter in beide Richtungen zu besänftigen.
Woran könnte das liegen?
 
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der Kai

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Was passiert stattdessen?
Das Bezirksamt Tempelhof lässt 78 Kormorane retten

So viel zum Thema 'die Natur reguliert sich dann schon selbst', was ja immer wieder gerne von den Artenschützern (Naturschützer sind in meinen Augen was anderes, letztere verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz) vorgebracht wird.
 

drehteufel

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Ich fürchte, dass in den offenen Abschnitten der Bäche, wo die Vögel gut ein- und wegfliegen können, nicht mehr viel an Fischen übrig sein wird. Meine Hoffnung ist, dass die bewaldeten, zugewachsenen Abschnitte mit dem blauen Auge davonkommen.
Mal schauen...
 

datou

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Der Kormoran ist ein von sog. Naturschützern hochgeschätzter Angler-Ärgerer. "Der Feind meines Feindes ist mein Freund."
 

Hypocras

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Der Kormoran ist ein von sog. Naturschützern hochgeschätzter Angler-Ärgerer. "Der Feind meines Feindes ist mein Freund."
Anglerisch bin ich heute noch geprägt von meiner Jugendzeit im Angelverein geprägt. Dort wurde der Naturschutz groß geschrieben. Angler sind eigentlich Naturschützer, für mich gehört beides zusammen.
Der Kormoran war beinahe mal ausgerottet. Von daher waren die Schutzmaßnahmen damals Nachvollziehbar.
Heute ist er nicht mehr gefährdet.
aufgrund der aktuell geltenden Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogelschutzrichtlinie) ist er aber geschützt. Auf Landesebene können aber Abschüsse genehmigt werden.


 
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datou

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"im mitteleuropäischen Binnenland war die Art zeitweise fast ausgerottet." (Quelle: Wikipedia)

"ausgerottet" ist nicht dasselbe wie "ausgestorben".
 

Hypocras

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Auf Landesebene können aber Abschüsse genehmigt werden.
Situationsbedingt können vergrämung und Abschüsse möglich sein. Wenn der Kormoran bei euch gr. Probleme verursacht, lokal informieren was möglich wäre und evtl Ämtern/ Jäger kontaktieren. Hier ein Beispiel aus Bayern.
Besatz 15-40 cm lockt wohl die Kormorane an.



Bzw. aus BW

dass der Kormoran in strukturell wie chemisch intakten Fließgewässern inzwischen einen eigenständigen, bestandslimitierenden Faktor


darstellt, insbesondere für rheophile Arten.


Typisch sind sogenannte „Kormoran-Fraßlücken":


  • Hohe Anteile an Jungfischen
  • nahezu vollständiges Fehlen mittelgroßer und adulter Individuen (ca. 10-35 cm)
  • Zusammenbruch der reproduktionsfähigen Altersklassen

Quelle:
 
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