Kormoran, Wolf und Veränderungen der Naturlandschaft

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Joseph

Bigfish-Magnet
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Da der Thread "... Veränderungen der Naturlandschaft" und nicht "Problem" heißt möchte ich mal eine provokant Frage in den Raum werfen:

Ist nicht "der Mensch" das Problem?

Die Natur hält doch alles im Gleichgewicht oder sorgt dafür, dass gewisse Arten aussterben oder sich mächtig anpassen müssen.
Dass wir als Menschen dazu beitragen und daher auch dazu beitragen sollten, dass diese Arten dann geschützt werden, versteht sich von selbst.

Im letzten Jahrhundert galten Wölfe in Deutschland als ausgerottet.
Jetzt ist er zurück und macht Probleme.
Wirklich?
Ja, jeder Landwirt tut mir leid, der seine Nutztiere verliert.
Aber wenn man sich mit Jägern unterhält und auf die Wildschwein Population eingeht, erfährt man, dass es teilweise Rotten von 50+Tieren gibt, die sich gegen den Wolf verteidigen. Gesund für die Landwirtschaft und den Wald ist das nicht.

Dachse, die Bahndämme unterhöhlen sind zweifelsohne ein Problem.
Aber wo gehen die hin, wenn wir sie vergrämen? Oder erschießen wir die alle?
Ähnlich die Kormorane:
Logisch sind die teilweise ein großes Problem.
Aber passen sich die Fische an und wir Angler fangen weniger und meckern oder besteht tatsächlich Sorge um das aussterben in bestimmten Abschnitten?

Fragen über Fragen und ich habe keine Antwort :)
Einfach mal ein paar Gedanken
So gern wir uns das einreden oder gern hätten.....wir leben schon sehr lange nicht mehr in einer natürlichen Landschaft. Es ist eine Kulturlandschaft mit ihren Vor- und Nachteilen. Das natürliche Gleichgewicht ist Geschichte......und egal wo wir den Hebel ansetzen, es wird immer Nutznießer und Verlierer dabei geben. Wir können nur noch bestandsregulierend eingreifen.
Wir können z.B. nicht mehr genug Wölfe,Bären oder andere Raubtiere dulden (für einen gesunden Reh-, Hirsch- und/oder Schwarzwildbestand), weil die Nachteile zu gravierend für Nutztiere und die menschliche Population wären.
Das funktioniert vielleicht in Sibirien, Nordeuropa oder in Schutzgebieten wie den Yellostone oder Grand Canyon.....aber wir leben nunmal in Mitteleuropa.
 

sepp

Finesse-Fux
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So gern wir uns das einreden oder gern hätten.....wir leben schon sehr lange nicht mehr in einer natürlichen Landschaft. Es ist eine Kulturlandschaft mit ihren Vor- und Nachteilen. Das natürliche Gleichgewicht ist Geschichte......und egal wo wir den Hebel ansetzen, es wird immer Nutznießer und Verlierer dabei geben. Wir können nur noch bestandsregulierend eingreifen.
Wir können z.B. nicht mehr genug Wölfe,Bären oder andere Raubtiere dulden (für einen gesunden Reh-, Hirsch- und/oder Schwarzwildbestand), weil die Nachteile zu gravierend für Nutztiere und die menschliche Population wären.
Das funktioniert vielleicht in Sibirien, Nordeuropa oder in Schutzgebieten wie den Yellostone oder Grand Canyon.....aber wir leben nunmal in Mitteleuropa.
die paar Wölfe die in Nordeuropa rumgurken kannst im Vergleich zu Deutschland an einer Hand abzählen,

da geht der Rentierbestand eindeutig vor
 

Hypocras

Twitch-Titan
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In meiner Jugend gab es massenhaft Rotaugen. Geht es nur mir so, aber heute fängt man eher ein Giebel. Den hochdrücken Fisch mögen die Kormoran nicht so sehr, Rotaugen schon. Wie geht es dann in der nahrungskette weiter…Zander fehlt der futterfisch.
Der Kormoran hat großen Einfluss auf unser Öko System. Ich glaube nicht das alles so richtig ist. Zumal er in süddeutschen Raum nie richtig vorkam
 

Machete

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Der Kormoran hat großen Einfluss auf unser Öko System. Ich glaube nicht das alles so richtig ist. Zumal er in süddeutschen Raum nie richtig vorkam

Es ist am Ende immer dasselbe: Eine Art einseitig zu bevorteilen führt auf Dauer zu einer massiven Verschiebung des Gleichgewichts. Das hat auch überhaupt nichts mit Naturschutz, geschweige denn Artenschutz, zu tun.

Am schlimmsten sind die völlig realitätsfremden Wildnisromantiker, welche uns vom Designersofa ihrer städtischen Eigentumswohnung erklären wollen, wie toll das alles ist. Mit den massiven Problemen dürfen sich dann gefälligst die Menschen vor Ort herumschlagen. Diese Arroganz geht mir so richtig auf den Sack. Man muss sich nur mal die hirnrissigen Kommentare bei Beiträgen zu Wolf, Kormoran, Robben & Co. auf Facebook usw. durchlesen. Nicht weiter verwunderlich, dass Außerirdische einen großen Bogen um die Erde machen...
 

flax98

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Neue Studie zum Fressverhalten von Kormoranen. Hier mal kurz und knapp von der KI zusammengefasst:
## Zusammenfassung: Kormoran-Prädation auf PIT-markierten Dorsch und Flunder

**Hintergrund:** Der Konflikt zwischen wachsenden Kormoranpopulationen und Fischerei/Naturschutz ist seit Jahren umstritten, da belastbare Daten zum tatsächlichen Einfluss der Vögel auf wilde Fischbestände fehlten.

**Methode:** 2022 und 2024 wurden in einem offenen Küstengebiet der westlichen Ostsee (Genner Bugt, Dänemark) insgesamt 2783 Dorsche (11–38 cm) und 2644 Flundern (12–30 cm) gefangen und mit PIT-Tags (kleine elektronische Chips) markiert. Anschließend wurden Kormorankolonien und Schlafplätze mit Scannern nach den Tags abgesucht, die die Vögel in ihrem Kot/Gewölle ausscheiden. Über kontrollierte Fütterungsversuche wurde zusätzlich ermittelt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, einen gefressenen Tag überhaupt wiederzufinden ("chance of detection", ca. 30 %) – dieser Korrekturfaktor floss in ein statistisches Modell ein.

**Ergebnisse:**
- Im Schnitt wurden **52–88 % der Dorsche** und **14–84 % der Flundern** von Kormoranen gefressen, abhängig von der Fischgröße.
- Bei Flundern gab es eine deutliche Größenselektivität: mittelgroße Fische waren am gefährdetsten, größere Flundern (>22 cm) wurden kaum erbeutet (eine Art "Größenrefugium").
- Bei Dorsch war die Größenselektivität schwächer ausgeprägt – auch größere markierte Dorsche wurden noch stark bejagt.
- Die Ergebnisse waren zwischen den beiden Untersuchungsjahren recht ähnlich.

**Fazit:** Die Studie liefert erstmals solide quantitative Belege dafür, dass Kormorane in Brutkolonien-Nähe (bis ~20 km) während der Brutzeit einen sehr hohen Anteil junger Dorsche und Flundern erbeuten. Das deutet darauf hin, dass Kormoran-Prädation ein wichtiger Sterblichkeitsfaktor sein könnte, der zur anhaltenden Bestandsschwäche des westlichen Ostseedorschs und der Küstenflunder beiträgt – zusätzlich zu Überfischung, Lebensraumverlust und Umweltbelastung. Die Autoren betonen jedoch, dass weitere Studien mit Populationsmodellen nötig sind, um einen echten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Prädation und Bestandsgröße nachzuweisen.
 

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