Die KI-Antwort von @Patrick enthält einige diesbezügliche Punkte, welche ich genauso beobachten konnte.
Die KI schert aber alles über einen Kamm, es gibt einfach zu viele unterschiedliche Bedingungen für eine einzelne Antwort.
Immer wenn es am Gewässer Veränderungen gibt gibt es Leute, die dem skeptisch gegen über stehen, völlig normal. Als Verein und Pächter eines Gewässers wird man es nie allen Anglern recht machen können, die einen lieben Kraut, die anderen hassen es.
• Keine Selektion bei Hunger: Sie fressen zwar bestimmte Pflanzen lieber (z. B. Wasserpest oder Laichkraut), aber wenn ihre Lieblingsspeisen weg sind, machen sie vor fast nichts Halt. Am Ende werden selbst harte Röhrichte oder Seerosen angeknabbert.
Aus der Praxis, die Graser schaffen es nicht, Schilf und Röhricht zurück zu drängen, max. das Vordringen zu verlangsamen. Viele Angelstellen sind einfach zu gewachsen, trotz der Graser. Es bedarf schon einen außergewöhnlich hohen Besatz damit das ein tritt. Was man auch bedenken sollte und was die KI verschweigt, Graser fressen erst ab 20°so richtig viel, also je nach geographischer Lage nur wenige Monate. Die Menge richtig sich wie allgemein bei Fischen nach der Temperatur.
Die fatalen Folgen eines "leeren" Gewässers
Wenn die Graskarpfen alle Makrophyten (höhere Wasserpflanzen) vernichtet haben, kippt das biologische Gleichgewicht:
1. Algenblüte und grünes Wasser: Pflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe. Fallen die Pflanzen weg, fressen die Karpfen zwar das Grünzeug, scheiden die Nährstoffe aber als Kot wieder aus. Das Ergebnis: Das Wasser wird extrem nährstoffreich, und statt höherer Pflanzen explodieren die Schwebealgen. Der Teich wird trüb und grün.
2. Sauerstoffmangel: Algenblüten können nachts oder beim Absterben zu massivem Sauerstoffmangel führen, was ein Fischsterben auslösen kann.
Auch das ist absolute Panik mache und konnte hier noch nicht beobachtet werden. Sorry kann man so pauschal nicht stehen lassen.
Gegen die Trübung wurden früher Marmor und Silberkarpfen ein gesetzt, was aber auch nur bei hoher Besatzdichte funktioniert. Wassertrübung ist nicht immer nur Algen, Phytoplankton ist die Grundlage allen Lebens.
Verlust von Lebensraum: Wasserpflanzen sind die "Kinderstube" für einheimische Fische, Libellen und Amphibien. Ohne Pflanzen gibt es keinen Schutz vor Räubern und keinen Platz zum Laichen.
Starkes Pflanzenwachstum beschleunigt in flachen Gewässern/Bereichen ein verlanden, was ebenfalls einen Verlust von Lebensraum dar stellt. Bei jeder Veränderung des Lebensraumes gibt es Gewinner und Verlierer.
Wenn es ohne Pflanzen keinen Schutz vor Räubern gibt dann frage ich mich, wo her kommt diese immense Weißfisch Menge die man im Herbst auf dem Echolot sieht .Der Fisch steht so dicht, das die Wassertiefe vom Echolot geändert wird. An einem anderen Gewässer mit viel Kraut und guter Sicht konnte ich diese Futterfisch Schwärme nicht finden, die müssen ja alle im Kraut gelegen haben?
Wie haben aber auch negatives erlebt, das will ich auch nicht verschweigen. Nach Gewässer Verlust und Abfischung wurde ein Teil der Graser in ein Nachbar Gewässer um gesiedelt. Das war allerdings zu viel fürs Gewässer, denn alle 3 Seerosen wurden vernichtet.
Da Graser relativ leicht fangbar sind und zu dem noch sehr gute Speisefische, sollte es da schon eine Lösung geben.
Zeitgleich mit dem Kraut hat (zumindest gefühlt) auch die Population an Raubfisch/Barsch über die Jahre stark abgenommen. In dem Feld sah man damals alles,von großen Weißfischen bis zu Hechtmuttis...
Die Fische werden auch weiterhin vorhanden sein, die haben sich andere Einstände gesucht und sich den Bedingungen an gepasst. Ich würde sogar auf den Hecht bezogen behaupten, verkrautete Gewässer bieten einen großen Bestand an Hechten bis 50cm, dann wird es deutlich weniger bis 80cm und einzelne Fische ü1m.
In den trüben Gewässern hier findet man kaum Hechte bis 50cm, jedoch relativ viele zwischen 60cm und 80cm, einzelne wiederum ü1m. Erfahrungen die ich an verschiedenen Gewässern gemacht habe.