Graskarpfen und "Kraut"

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Matthi

Gummipapst
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Moin!
Ich hatte heute am Vereinssee ein interessantes Gespräch. Es ist ein relativ kleiner Baggersee, ich selber habe 2010 zum ersten Mal dort geangelt.
Zu dieser Zeit gab es dort noch ein sehr großes "Krautfeld", wenn ich mich recht erinnere aus Myriophyllum sp., auch im Rest des Sees war es stellenweise zu finden.
Stand heute lässt sich von der Pflanzen absolut nichts mehr finden, es bleiben Ufer mit etwas Schilf und ein Seerosenfeld.

Der Vereinskollege sagte bei dem Thema nun heute, das läge an ein paar (inzwischen) großen Graskarpfen.

Wie sind eure Erfahrungen hier, schaffen die ein Gewässer tatsächlich pflanzentechnisch quasi auf "null" zu setzen?

Zeitgleich mit dem Kraut hat (zumindest gefühlt) auch die Population an Raubfisch/Barsch über die Jahre stark abgenommen. In dem Feld sah man damals alles,von großen Weißfischen bis zu Hechtmuttis...
 

backlash63

Gummipapst
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Ich kann mir vorstellen und meine in der Vergangenheit auch davon gehört zu haben, dass Graskarpfen sehr wohl dazu in der Lage sind.
Trotzdem können noch andere Gründe für die jetzt fehlenden Unterwasserpflanzen verantwortlich sein. In unserem Vereinssee, den ich jetzt 10 Jahre kenne, gab es anfangs einige Jahre mit starkem Bewuchs vor allem durch Laichkräuterarten. Das endete dann irgendwann schlagartig und trat bis heute auch nicht mehr auf. In dem See gibt es keine Graskarpfen.
Ich habe dafür keine schlüssige Erklärung. Fest steht allerdings, dass sich bis heute ein ziemlich großer Nutriabestand aufgebaut hat, der die Ufervegetation sichtbar schädigt. Ob Nutrias auch an Unterwasserpflanzen gehen, weiß ich allerdings nicht.
Desweiteren kann ein hoher Karpfenbestand (auch das ist in unserem See der Fall) durch dauerhafte Wassertrübung das Aufkommen von Unterwasserpflanzen hemmen.
 
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Matthi

Gummipapst
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Klasse, danke schonmal für die Antworten!

Also die Wassertrübung in unserem See ist tatsächlich insgesamt eher gering, es sind auch ein paar dicke normale Karpfen drin, die schaffen es aber nicht den kompletten See dauerhaft einzutrüben.
Sowas wie Nutria konnte ich dort auch noch nicht beobachten.
 

fragla

Barsch Vader
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Nach Möglichkeit wieder rausfangen und für ein wenig "Vegetationskontrolle" lieber auf Rotfedern setzen
Ob man das so einfach sagen kann? Wenn es dem Gewässer und deren Fischbestand nicht schadet, warum raus fangen? In unseren Vereinsgewässern gibt es viele Graser, eben um die unter Wasser Vegetation ein zu dämmen. In beiden Gewässern gibt es einen sehr guten Weißfisch Bestand. Hecht und Zander reproduziert sich selber, einzig der Barsch ist nicht so doll. Wie immer gibt es da vor und Nachteile, wobei die Nachteile eher das Angeln betreffen, denn wenn man nicht vom Boot angeln darf, kann Kraut schon eine richtige Herausforderung werden, egal ob auf Fried oder Raubfisch.
Am Ende ist es aber stark vom Gewässer abhängig, denn ohne Licht keine Pflanzen.
An Gewässern in denen es keine Pflanzen gibt, sollte man anderweitig Struktur schaffen, die Umsetzung gestaltet sich hier leider schwierig.
 

nicki_sanchez

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Interessant hatte vor kurzem meinen ersten Graser gefangen und wusste nicht unter was ich den Fisch in der Vereinsstatistik eintragen muss
Hatte dann per WhatsApp nachgefragt und da gings dann ab
Ob ich den zurück gesetzt habe (ja habe ich, obwohl eigentlich Entnahmepflichtig)
Grund des Besatzes: Krauteindämmung
Mir wurde dann gesagt das die Graser das mittlerweile super gut kontrollieren
Hechtbestand fast nicht vorhanden, Barschbestand verbuttet
Karpfen (Spiegler und Schuppis) sowie Schleien bis 80 cm
Rotaugen und Rotfedern sind ebenfalls gut vorhanden
 

Patrick

Bigfish-Magnet
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Moin ;-)
aus Erfahrung kann ich sagen das der Besatz mit dieser Art in vielen Bundesländern untersagt ist. Gemini erläutert das warum eigentlich ganz gut und liefert zugleich die Begründung warum dein Gewässer in dem aktuellen Zustand ist.
Gemini:
Ja, Graskarpfen können ein Gewässer komplett von Wasserpflanzen befreien. Tatsächlich tun sie das sogar sehr häufig, wenn sie falsch eingesetzt werden.
Auch wenn das im ersten Moment nach der perfekten Lösung gegen "Verkrautung" klingt, ist es biologisch meistens eine Katastrophe für den Teich oder See.

Hier ist das Wichtigste, was du dazu wissen musst:
Warum sie das Gewässer "kahlfressen"
• Enormer Appetit: Graskarpfen (Fresskarpfen) sind reine Pflanzenfresser. Ein ausgewachsener Fisch kann pro Tag schier unglaubliche Mengen an Grünzeug fressen – bei optimalen Wassertemperaturen im Sommer fast so viel wie sein eigenes Körpergewicht.
• Keine Selektion bei Hunger: Sie fressen zwar bestimmte Pflanzen lieber (z. B. Wasserpest oder Laichkraut), aber wenn ihre Lieblingsspeisen weg sind, machen sie vor fast nichts Halt. Am Ende werden selbst harte Röhrichte oder Seerosen angeknabbert.

Die fatalen Folgen eines "leeren" Gewässers
Wenn die Graskarpfen alle Makrophyten (höhere Wasserpflanzen) vernichtet haben, kippt das biologische Gleichgewicht:
1. Algenblüte und grünes Wasser: Pflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe. Fallen die Pflanzen weg, fressen die Karpfen zwar das Grünzeug, scheiden die Nährstoffe aber als Kot wieder aus. Das Ergebnis: Das Wasser wird extrem nährstoffreich, und statt höherer Pflanzen explodieren die Schwebealgen. Der Teich wird trüb und grün.
2. Sauerstoffmangel: Algenblüten können nachts oder beim Absterben zu massivem Sauerstoffmangel führen, was ein Fischsterben auslösen kann.
3. Verlust von Lebensraum: Wasserpflanzen sind die "Kinderstube" für einheimische Fische, Libellen und Amphibien. Ohne Pflanzen gibt es keinen Schutz vor Räubern und keinen Platz zum Laichen.

Wie man es richtig macht (falls überhaupt gewollt)
In vielen Regionen (z. B. in einigen deutschen Bundesländern) ist das Aussetzen von Graskarpfen in offenen oder Naturschutzgewässern strengstens verboten oder genehmigungspflichtig, da es sich um eine invasive Art aus Asien handelt.
Falls sie in einem geschlossenen, künstlichen Teich eingesetzt werden, gilt die goldene Regel: Extrem geringe Besatzdichte.
Oft reichen schon 1–2 Fische auf großen Flächen, um den Wuchs nur zu regulieren, statt ihn zu vernichten. Die Fische wachsen schnell und fressen mit den Jahren immer mehr.

Vg
Patrick
 

gloin

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Ob man das so einfach sagen kann? Wenn es dem Gewässer und deren Fischbestand nicht schadet, warum raus fangen? In unseren Vereinsgewässern gibt es viele Graser, eben um die unter Wasser Vegetation ein zu dämmen. In beiden Gewässern gibt es einen sehr guten Weißfisch Bestand. Hecht und Zander reproduziert sich selber, einzig der Barsch ist nicht so doll. Wie immer gibt es da vor und Nachteile, wobei die Nachteile eher das Angeln betreffen, denn wenn man nicht vom Boot angeln darf, kann Kraut schon eine richtige Herausforderung werden, egal ob auf Fried oder Raubfisch.
Am Ende ist es aber stark vom Gewässer abhängig, denn ohne Licht keine Pflanzen.
An Gewässern in denen es keine Pflanzen gibt, sollte man anderweitig Struktur schaffen, die Umsetzung gestaltet sich hier leider schwierig.
Naja für mich liest es sich so, als ob der TE nicht besonders glücklich über sein nunmehr weitgehend pflanzenfreies Gewässer ist. Natürlich ist so eine "Ferndiagnose" immer schwierig, aber ich habe das mit den Grasern an einem mir bekannten Gewässer genauso erlebt und bin mir sicher, dass das der Wasserqualität und zumindest mittelfristig dem Artenreichtum nicht zuträglich ist. Die KI-Antwort von @Patrick enthält einige diesbezügliche Punkte, welche ich genauso beobachten konnte.
 

fragla

Barsch Vader
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Die KI-Antwort von @Patrick enthält einige diesbezügliche Punkte, welche ich genauso beobachten konnte.
Die KI schert aber alles über einen Kamm, es gibt einfach zu viele unterschiedliche Bedingungen für eine einzelne Antwort.
Immer wenn es am Gewässer Veränderungen gibt gibt es Leute, die dem skeptisch gegen über stehen, völlig normal. Als Verein und Pächter eines Gewässers wird man es nie allen Anglern recht machen können, die einen lieben Kraut, die anderen hassen es.
• Keine Selektion bei Hunger: Sie fressen zwar bestimmte Pflanzen lieber (z. B. Wasserpest oder Laichkraut), aber wenn ihre Lieblingsspeisen weg sind, machen sie vor fast nichts Halt. Am Ende werden selbst harte Röhrichte oder Seerosen angeknabbert.
Aus der Praxis, die Graser schaffen es nicht, Schilf und Röhricht zurück zu drängen, max. das Vordringen zu verlangsamen. Viele Angelstellen sind einfach zu gewachsen, trotz der Graser. Es bedarf schon einen außergewöhnlich hohen Besatz damit das ein tritt. Was man auch bedenken sollte und was die KI verschweigt, Graser fressen erst ab 20°so richtig viel, also je nach geographischer Lage nur wenige Monate. Die Menge richtig sich wie allgemein bei Fischen nach der Temperatur.
Die fatalen Folgen eines "leeren" Gewässers
Wenn die Graskarpfen alle Makrophyten (höhere Wasserpflanzen) vernichtet haben, kippt das biologische Gleichgewicht:
1. Algenblüte und grünes Wasser: Pflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe. Fallen die Pflanzen weg, fressen die Karpfen zwar das Grünzeug, scheiden die Nährstoffe aber als Kot wieder aus. Das Ergebnis: Das Wasser wird extrem nährstoffreich, und statt höherer Pflanzen explodieren die Schwebealgen. Der Teich wird trüb und grün.
2. Sauerstoffmangel: Algenblüten können nachts oder beim Absterben zu massivem Sauerstoffmangel führen, was ein Fischsterben auslösen kann.
Auch das ist absolute Panik mache und konnte hier noch nicht beobachtet werden. Sorry kann man so pauschal nicht stehen lassen.
Gegen die Trübung wurden früher Marmor und Silberkarpfen ein gesetzt, was aber auch nur bei hoher Besatzdichte funktioniert. Wassertrübung ist nicht immer nur Algen, Phytoplankton ist die Grundlage allen Lebens.
Verlust von Lebensraum: Wasserpflanzen sind die "Kinderstube" für einheimische Fische, Libellen und Amphibien. Ohne Pflanzen gibt es keinen Schutz vor Räubern und keinen Platz zum Laichen.
Starkes Pflanzenwachstum beschleunigt in flachen Gewässern/Bereichen ein verlanden, was ebenfalls einen Verlust von Lebensraum dar stellt. Bei jeder Veränderung des Lebensraumes gibt es Gewinner und Verlierer.
Wenn es ohne Pflanzen keinen Schutz vor Räubern gibt dann frage ich mich, wo her kommt diese immense Weißfisch Menge die man im Herbst auf dem Echolot sieht .Der Fisch steht so dicht, das die Wassertiefe vom Echolot geändert wird. An einem anderen Gewässer mit viel Kraut und guter Sicht konnte ich diese Futterfisch Schwärme nicht finden, die müssen ja alle im Kraut gelegen haben?
Wie haben aber auch negatives erlebt, das will ich auch nicht verschweigen. Nach Gewässer Verlust und Abfischung wurde ein Teil der Graser in ein Nachbar Gewässer um gesiedelt. Das war allerdings zu viel fürs Gewässer, denn alle 3 Seerosen wurden vernichtet.
Da Graser relativ leicht fangbar sind und zu dem noch sehr gute Speisefische, sollte es da schon eine Lösung geben.

Zeitgleich mit dem Kraut hat (zumindest gefühlt) auch die Population an Raubfisch/Barsch über die Jahre stark abgenommen. In dem Feld sah man damals alles,von großen Weißfischen bis zu Hechtmuttis...
Die Fische werden auch weiterhin vorhanden sein, die haben sich andere Einstände gesucht und sich den Bedingungen an gepasst. Ich würde sogar auf den Hecht bezogen behaupten, verkrautete Gewässer bieten einen großen Bestand an Hechten bis 50cm, dann wird es deutlich weniger bis 80cm und einzelne Fische ü1m.
In den trüben Gewässern hier findet man kaum Hechte bis 50cm, jedoch relativ viele zwischen 60cm und 80cm, einzelne wiederum ü1m. Erfahrungen die ich an verschiedenen Gewässern gemacht habe.
 

Patrick

Bigfish-Magnet
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Moin ;-)
selbstverständlich verallgemeinert die KI, muss sie ja da sie die konkrete Situation nicht kennt.
Unabhängig von der KI, ist es so das der Besatz in vielen Bundesländern verboten ist. Das hat unterschiedliche Gründe, ersten ist es eine invasive Art und sollte deswegen schon nicht besetzt werden. In manchen Bundesländern gehen die Gedankenspiele soweit, den für viele Angler Zielfisch Nr. 1 den Karpfen / Besatz ebenfalls zu verbieten. Ja ich weiß für Raubfischangler im ersten Moment eher uninteressant. Wieder zum Graskarpfen, auch wenn wie du aufgezeigt hast vieles so nicht zutreffen muss so ist es vielerorts jedoch möglich. Darum sollte ein Besatz, wenn erlaubt durchaus gut überlegt sein. Ich halte die beschriebene Situation von @Matthi verursacht durch Graskarpfen durchaus für möglich.
Vg
Patrick
 

fragla

Barsch Vader
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Unabhängig von der KI, ist es so das der Besatz in vielen Bundesländern verboten ist.
Das ist völlig korrekt.
Gesetze die für ein Bundesland geschaffen werden helfen nun mal nicht allen Gewässern. In Bundesländern wo die Wasserfläche eh schon nicht üppig ist, könnte das zum Problem werden.

Dein KI Beitrag liest sich jedenfalls so, das Graser Gewässerkiller sind. Das ist nicht so und kann man auch nicht so stehen lassen.

Ich halte die beschriebene Situation von @Matthi verursacht durch Graskarpfen durchaus für möglich.
Ich auch, vor allem wenn für das Gewässer zu viele Fische ein gesetzt wurden. Es ist aber zunächst keine Katastrophe und man kann einen Teil der Graser wieder entnehmen. Es ist auch schwierig hier darüber zu diskutieren, wenn wir den Hintergrund für den Besatz nicht kennen.

Oft reichen schon 1–2 Fische auf großen Flächen, um den Wuchs nur zu regulieren, statt ihn zu vernichten. Die Fische wachsen schnell und fressen mit den Jahren immer mehr.
was heißt bei dir große Flächen? Bei 35ha zbsp merkt man 50 Graser kaum. Es bildet sich kein Pflanzenteppich, man hat aber trotzdem an manchen Spots Kraut. Wenn man ein verkrautetes Gewässer hat, muss man eh erst mal über besetzen.
Noch ein Bsp ein Bekannter hat ein ehm. Forellenzuchtgewässer (Ca 30x30m) welches völlig mit Wasserpest zu ist. Die eingesetzten Graser sind weder in der Lage das Kaut ein zu dämmen noch zu vernichten. Der Grund liegt mit Sicherheit an der Wassertemperatur welche im Sommer auch deutlich unter 20° liegt. Somit liegt auch der Hunger und das Wachstum der Fische eher im unteren Bereich.
Ich denke die Beispiele zeigen das die Bedingungen vor Ort so unterschiedlich sein können, das all deine Aussagen nicht zu treffen müssen. Deine Aussagen beschreiben die Idealen Lebensbedingungen was in den meisten Bundesländern nur wenige Zeit im Jahr der Fall ist.

In manchen Bundesländern gehen die Gedankenspiele soweit, den für viele Angler Zielfisch Nr. 1 den Karpfen / Besatz ebenfalls zu verbieten.
Auch das macht durch aus Sinn wenn die Fangstatistik zeigt, das weniger Fische entnommen als eingesetzt werden. Da kann man den Fischbesatz in einem 2 Jahres Rhythmus machen.
 

Matthi

Gummipapst
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Es ist auch schwierig hier darüber zu diskutieren, wenn wir den Hintergrund für den Besatz nicht kennen.


was heißt bei dir große Flächen? Bei 35ha zbsp merkt man 50 Graser kaum.
Also den Hintergrund des Besatzes kenne ich auch nicht, kann nichtmal sicher sagen dass die Tiere vom Verein eingesetzt wurden oder vom "Vorbesitzer" ( ich meine der See wurde Mitte der 2000er gekauft...Plusminus).
Der See hat knappe 4ha und in der Mitte auf jeden Fall über 10m Tiefe, 20 Grad Wassertemperatur hat er vielleicht mal nach einem warmen Sommer Mitte August bzw in zwei flacheren kleinen Buchten.

Sollte von meiner Seite auch nicht in Richtung "Meckerthread" gehen, es ist wie es ist und herausfangen werde ich da weder Gras- noch andere Karpfen, ist nicht mein Ding :D

Ich fand es einfach erstmal spannend und interessant, was so ein paar Tiere ggf. verändern können in einem Gewässer - also an Struktur/Charakter.

Fischen im Kraut ist auf jeden Fall nicht ohne und kann nerven. Aber oft (wie gesagt gefühlt) bedeutet mehr Grünzeug am Haken auch mehr Fisch am Haken, wenn man die Lücken findet :cool:

Eure Erfahrungen und Meinungen sind auf jeden Fall super!
 

Patrick

Bigfish-Magnet
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Das ist völlig korrekt.
Gesetze die für ein Bundesland geschaffen werden helfen nun mal nicht allen Gewässern. In Bundesländern wo die Wasserfläche eh schon nicht üppig ist, könnte das zum Problem werden.

Dein KI Beitrag liest sich jedenfalls so, das Graser Gewässerkiller sind. Das ist nicht so und kann man auch nicht so stehen lassen.


Ich auch, vor allem wenn für das Gewässer zu viele Fische ein gesetzt wurden. Es ist aber zunächst keine Katastrophe und man kann einen Teil der Graser wieder entnehmen. Es ist auch schwierig hier darüber zu diskutieren, wenn wir den Hintergrund für den Besatz nicht kennen.


was heißt bei dir große Flächen? Bei 35ha zbsp merkt man 50 Graser kaum. Es bildet sich kein Pflanzenteppich, man hat aber trotzdem an manchen Spots Kraut. Wenn man ein verkrautetes Gewässer hat, muss man eh erst mal über besetzen.
Noch ein Bsp ein Bekannter hat ein ehm. Forellenzuchtgewässer (Ca 30x30m) welches völlig mit Wasserpest zu ist. Die eingesetzten Graser sind weder in der Lage das Kaut ein zu dämmen noch zu vernichten. Der Grund liegt mit Sicherheit an der Wassertemperatur welche im Sommer auch deutlich unter 20° liegt. Somit liegt auch der Hunger und das Wachstum der Fische eher im unteren Bereich.
Ich denke die Beispiele zeigen das die Bedingungen vor Ort so unterschiedlich sein können, das all deine Aussagen nicht zu treffen müssen. Deine Aussagen beschreiben die Idealen Lebensbedingungen was in den meisten Bundesländern nur wenige Zeit im Jahr der Fall ist.


Auch das macht durch aus Sinn wenn die Fangstatistik zeigt, das weniger Fische entnommen als eingesetzt werden. Da kann man den Fischbesatz in einem 2 Jahres Rhythmus machen.
ich denke wir sind gar nicht soweit auseinander. Aber bitte setzte mich nicht mit der KI gleich, denn ich habe sie lediglich zitiert und dies auch so „gekennzeichnet“.
Die Überlegung den Karpfenbesatz zu verbieten, hat überhaupt nichts mit den Fangmengen oder vorherigen Besatzmengen zu tun. Die Begründung hierfür, ist das der Karpfen keine heimische Art ist also ebenfalls invasiv. Diese Überlegungen gibt es schon Jahre und gehen teilweise weit über die Karpfen hinaus.
Vg
Patrick
 
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Lorenz

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Zeitgleich mit dem Kraut hat (zumindest gefühlt) auch die Population an Raubfisch/Barsch über die Jahre stark abgenommen.
Das ist eine bekannte Entwicklung und wird von vielen Vereinsseen beschrieben. Bohrt man dann nach hört man von regelmäßigem Karpfenbesatz und auch nicht selten von Graskarpfen.

Wenn ich ein Gewässer hätte würde ich Gras-, Marmor- und Silberkarpfen nichtmal für umsonst (an)nehmen.
 

Ronnie

Barsch Vader
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Ich hatte das früher auch nicht geglaubt, aber Graser können def. ein Gewässer plattmachen, jetzt selbst zweimal gesehen/erlebt.

Im neueren Beispiel an dem ich selber auch näher dran bin handelt es sich um ein ca. 3 ha großes, (früher) klares, bis zu 8m tiefes Vereinsgewässer ohne Ablauf.
Es gab schon immer zwei große Seerosenfelder, die gut 1/4 der Wasserfläche bedeckten.
Vor ca. 4 Jahren hatte der Verein große Probleme mit viel Kraut und sehr schlechten Sauerstoffwerten im Sommer. Es wurden im Frühjahr vor 3 Jahren 50 Graser mit ca. 40 cm gesetzt. Im darauffolgenden Jahr gab es kaum mehr Seerosen, im Jahr danach gar keine mehr. Die Graser wuchsen innerhalb 3 Jahre von 40 cm auf inzwischen fast 1m hoch. Letztes Jahr war überhaupt kein Pflanzenwuchs mehr im Gewässer feststellbar, dieses Jahr scheint wieder etwas zu kommen. Ich vermute das liegt an der inzwischen vorhandenen Größe der Graser, ab einer gewissen Grösse nehmen die wohl lieber anderes Futter. Ob sich aber die Seerosen jemals wieder erholen bzw. zeigen halte ich für fraglich, die Blätter der Unterwasserknospen scheinen den Grasern geradezu vorzüglich zu munden. Der Verein versucht inzwischen, die Tiere wieder herauszufangen und in andere Vereinsgewässer umzusetzen. Das Wasser ist heute deutlich trüber als früher (filtrierende Pflanzen fehlen), man fängt ständig Graser, die ehrlich gesagt niemand will. Der normale Karpfenbestand hat deutlich an Gewicht verloren (Futterkampf). Verein bezeichnet den Besatz inzwischen als großen Fehler, vor allem in der Menge.
 
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ATRiot01

Echo-Orakel
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Hab ähnliches auch schon erleben „ dürfen“, zuerst verschwand das Laichkraut/Wasserpest und ähnliches, im Frühjahr dann die austriebe der Seerosen, und später sah man die abgefressenen unteren Blätter am Schilf rund um den See. Die Seerosen waren dann nach 2 Jahren gänzlich verschwunden. Nachdem die Graskarpfen entnommen/verstorben waren kam das Kraut langsam wieder, die neu angepflanzten Seerosen nicht, wahrscheinlich wurden die von „normalen“ Karpfen einfach weggepflügt.
Unser Fazit damals war das man da doch recht vorsichtig sein muss mit dem Besatz und vorallem der Menge.
Graskarpfen UND „normale“ Karpfen verändern in zu großer Anzahl jedes Gewässer, ein Besatzverbot halte ich allerdings für unnötig, eher eine Begrenzung nach ha Wasserfläche, noch besser individuell je nach Gewässer, dürfte aber schwer umzusetzen zu sein. Die meisten Gewässer vertragen schon ein paar der Viecher, und keiner der beiden wird unter normalen Umständen invasiv. Habe in all meinen Jahren lediglich 2 mal Karpfennachwuchs in einem Angelgewässer erlebt, beide male der gleiche Tümpel mit kaum 80cm Wassertiefe und in durchgängig warmen Sommern. Da war’s dann allerdings echt übel viel Nachwuchs. Laichen tun die zwar auch in anderen Gewässern, die biologische Uhr gibt es halt vor, aber das da auch Brut aufkommt ist die absolute Ausnahme, zum Glück…
 

fragla

Barsch Vader
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Das Wasser ist heute deutlich trüber als früher (filtrierende Pflanzen fehlen),
Kannst Du mal die Pflanzen mit Namen benennen, würde mich interessieren?

Wenn keine Pflanzen mehr am Boden sind, können die Karpfen und andere Fische viel mehr Sediment auf wühlen welches sehr zur Trübung bei trägt.
Mal abgesehen von der äußeren Optik das die schönen Seerosen nicht mehr da sind, die wichtigere Frage wäre, wie geht es dem Gewässer denn jetzt? Sind die Sauerstoff Probleme im Sommer noch vorhanden?
man fängt ständig Graser, die ehrlich gesagt niemand will.
Stellt sich die Frage nach dem warum? Der Graser hat vom Fleisch nichts mit einem Karpfen gemeinsam. Schöne große Gräten und weißes Fleisch ähnlich wie beim Zander und wohlschmecken tut es auch.

Habe in all meinen Jahren lediglich 2 mal Karpfennachwuchs in einem Angelgewässer erlebt, beide male der gleiche Tümpel mit kaum 80cm Wassertiefe und in durchgängig warmen Sommern. Da war’s dann allerdings echt übel viel Nachwuchs. Laichen tun die zwar auch in anderen Gewässern, die biologische Uhr gibt es halt vor, aber das da auch Brut aufkommt ist die absolute Ausnahme, zum Glück…
Google bitte mal nach Graser, die laichen nicht in stehenden Gewässern.
 

Allrounder90

Gummipapst
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Kannst Du mal die Pflanzen mit Namen benennen, würde mich interessieren?

Alle.

Weil sich auf Pflanzen ein Microfilm aus Kleinstlebewesen bildet der Schwebstoffe aus dem Wasser abbaut (beste Beispiel ... Filterloses Aquarium, da läuft alles über die Pflanzen und den Boden).

Zudem werden Nährstoffe über die Blätter und Wurzeln aufgenommen. Völlig normaler prozess.

Die Nährstoffe die dem Wasser durch die Pflanzen entzogen werden stehen Algen nicht zur Verfügung und allein das trägt schon zur Wasserklärung bei.
 

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