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Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein!

Dieses Thema im Forum "Berlin & Brandenburg" wurde erstellt von RobertB, 10. Juli 2006.

  1. RobertB

    RobertB Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Quelle: http://www.fischundfang.de


    Brandenburg: Auf Friedfische ohne Fischereischein

    Im Bundesland Brandenburg ist ab 1. August 2006 die Friedfischangelei ohne Bundesfischereischein erlaubt.

    Von Henning Stühring



    Dies teilte am 7. Juli der Landesanglerverband Brandenburg mit. Der Brandenburger Landtag hat mit der Verabschiedung des ersten Bürokratieabbaugesetzes beschlossen, Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein auch ohne gesonderte Prüfung zu ermöglichen. Die Änderungen treten ab 1. August in Kraft.

    In Brandenburg konnten bisher lediglich Kinder und Jugendliche von 8 bis 18 Jahren mit dem Jugendfischereischein ohne Anglerprüfung auf Friedfisch angeln. Zukünftig soll es auch Erwachsenen erlaubt sein, was Kinder und Jugendliche bereits dürfen.

    Zu beachten ist jedoch, dass auch für das Friedfischangeln eine Fischereiabgabe entrichtet werden muss. Diese gilt für mindestens ein Jahr und kann bei den jeweiligen Unteren Fischereibehörden, den Geschäftsstellen des Landesanglerverbands Brandenburg sowie weiteren noch festzulegenden Ausgabestellen erworben werden.

    Selbstverständlich ist wie bisher auch der Erwerb einer entsprechenden Angelkarte beziehungsweise Angelberechtigung erforderlich.

    Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke betont, dass damit eine praktikable und unbürokratische Regelung gefunden worden ist, die das Angeln von Friedfischen für jedermann ermöglicht. Sie wird bei vielen Erwachsenen, nicht zuletzt bei den Besuchern unseres gewässerreichen Landes, das Verständnis für das Hobby Angeln und die Leistungen der Angler für die Hege und Pflege der Gewässer vertiefen.“

    „Die neue Regelung wird zweifellos von Bürgern, die Interesse und Freude am Angeln finden, genutzt. Die früher so beliebten Veranstaltungen der Vereine wie Paarangeln oder Familienangeln sowie Volksangeltage werden sicherlich erheblich zunehmen“, ist sich der Präsident des Landesanglerverbands Brandenburg, Eberhard Weichenhan, sicher.

    Wer auf Raubfische oder in anderen Bundesländern angeln will, muss wie bisher auch künftig einen Fischereischein erwerben.

    Info: Landesanglerverband Brandenburg, Eberhard Weichenhan, Telefon 0331/9512681 oder 0331/7430110.
     
  2. maestro

    maestro Echo-Orakel

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    Tja da kann ich nur sagen, das ich froh bin in NRW zu wohnen.
     
  3. Meridian

    Meridian BA Guru Moderator im Ruhestand Gesperrt

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    Zum kotzen ist des !!!!
     
  4. RobertB

    RobertB Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Wieso zum Kotzen?
    In MekPom gibt es auch den Touristenfischereischein und da dürfen dessen Inhaber auch auf Raubfische angeln. Gilt zwar nur einmalig im Jahr für 28 Tage im Jahr aber immerhin.
     
  5. MSH

    MSH Master-Caster

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    @meridian: wieso ? Bitte um Begründung.
     
  6. CatchAndReleaseIt

    CatchAndReleaseIt Barsch Vader Gesperrt

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    ... für uferangler wohl eher schlecht wenn dann die drei einzigen möglichen uferangelstellen des lieblingsgewässers auf einmal permanent von stippwütigen greenhorns belagert werden :mrgreen:
     
  7. MSH

    MSH Master-Caster

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    Ist das 'ne Begründung ?
    Das Problem gibt's auch, wenn alle mit Karte fischen...
     
  8. Meridian

    Meridian BA Guru Moderator im Ruhestand Gesperrt

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Was sollte daran gut sein ? Das nun jeder Mensch seiner Passion frönen kann, ohne Kenntnisse dieses Paragraphen jemals nur in Gedanken in Erwähnung gezogen zu haben ?
    -> § 4 Abs. 1 S. 3 TierSchG:
    „Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.“


    Was sollte daran gut sein, wenn wie sooft auf eine schnelle Geldeinnahmequelle gehofft/spekuliert wird, anstatt den Menschen tiefgründigere Punkte des "WENN" oder "WIE" beizubringen ?

    Alleine das Bild, welches ich jetzt vor mir habe, erschüttert mich ... Schwarzangler X & Y können nun getrost ihres Weges gehen & lachen sich ins Fäustchen.

    Worauf wird gehofft, auf eine pers. Selbsterziehung durch die verbrachte Zeit am Wasser ????
    --> Sie wird bei vielen Erwachsenen, nicht zuletzt bei den Besuchern unseres gewässerreichen Landes, das Verständnis für das Hobby Angeln und die Leistungen der Angler für die Hege und Pflege der Gewässer vertiefen.“

    Auch in Mecklenburg fand ich diese Regelung mehr als katastrophal ... was spricht dagegen, die Menschen weiterhin an Kursen oder Prüfungen teilnehmen zu lassen ???
    Wo doch in Brandenburg schon eine vereinfachte Variante existiert ... im Selbststudium kann/muss man sich mit den Gesetzen, sowie allgemeinen Gepflogenheiten, Biologie etc. vertraut machen, einmalig die 25 Euro Prüfungsgebühr zahlen & bei bestandener Prüfung für 50 Euro seinen 5 Jahre gültigen Schein lösen.
    Ich denke, jeder Mensch der sich Angel & Rolle leisten kann & halbwegs gewillt ist, seinem Hobby auf legale Art & Weise nachzugehen, der hat diesen Betrag & diese Lernzeit für die Prüfung auch drüber.

    Wie kann man die eine Fischkategorie unbeholfenen/ungelernten/unwissenden/unbelesene Händen einen Freischeini geben, wobei eine andere Kategorie nur den rechtmässigen Fischereischeininhabern zugängig ist ??? Sind denn nicht alle Kreaturen in ihrem Dasein gleich berechtigt ?

    Wir sind hier in einem Raubfischforum ... ich will gar nicht wissen, wie diese Sache in manchem Friedfischforum aufgenommen wird.

    Für mich ist das Ganze ein Unding & einfach nur eine ganz linkes Ding, um möglichst schnell die Kassen zu füllen.

    Und noch was zur Hege & Pflege die von unserem Herrn WoidTke angesprochen wurde ... ich weiss, wer die Maden- & Wurmdosen, die Kippen & Bierflaschen einer gewissen Anzahl dieser NEUangler von den Ufern beseitigen muss/wird. Mit Sicherheit NICHT die "neuen Naturapostel".

    Ich will damit nicht die Allgemeinheit ansprechen, aber es ist nunmal so, dass es eine ganze Menge, eine hohe Anzahl schwarzer Schafe dabei geben WIRD ! Und nun bitte nicht mit dem Spruch kommen, dass es jene auch in unseren eigenen Reihen gibt ... denn in Bezug auf das neue Gesetz, hätte dies auch verhindert/vermieden werden können !

    GRML
    basti
     
  9. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Ich sehe das ganz genauso wie Basti, auch was die MV-Regelung angeht.

    Die Unterscheidung in Fried- und Raubfische ist im Grunde absurd, das ist lediglich das Ergebnis der Verhandlungen mit den Fischern und spiegelt nur die Vermarktungsfähigkeit der verschiedenen Arten dar.

    Wenn nicht mal eine merkliche Anzahl Angler aus diesem Forum die verschiedenen Arten auseinander halten können stellt sich zwangsläufig die Frage, wo völlig Ahnungslose ihre Grenzen bei der Fischbestimmung haben. Das führt Schonzeiten und -maße ad absurdum.

    Ich habe immer die Artikel und Bilder aus dem "Märkischen Angler" vor Augen, schon das schmerzt. Bei der neuen Regelung potenziert sich das noch. Mir graust.

    Gruß,

    Wolf
     
  10. RobertB

    RobertB Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    @Basti & Wolf
    Sehr fundierte Meinungen - Respekt!

    Ich denke auch, dass die Funktionellen mit der Regelung hier in Brandenburg vielleicht etwas übers Ziel hinausgeschossen sind. Bürokratieabbau ja, aber zu welchem Preis?
    Sicherlich wäre eine Regelung wie in MekPom mit dem Touristenfischereischein vielleicht die glücklichere Wahl gewesen als gleich komplett das Friedfischangeln zu erlauben, denn da haben sich m.E. bis jetzt noch keine Nachteile daraus ergeben.

    Ob sich Eure geäußerten Bedenken nun verwirklichen, werden wir wohl erst sehen nachdem die Regelung aktiv geworden ist.
     
  11. Meridian

    Meridian BA Guru Moderator im Ruhestand Gesperrt

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Ich hoffe es ja nicht ... aber jeder weiss ---> aus Fehlern lernt man ! Nur ist das in einer Mathearbeit vielleicht weniger schmerzvoll, als wenn es um lebende Kreaturen geht, bzw. die Müllablagerungen auf den Uferböschungen geht.

    Ich denke dabei auch nur an den Aal ... logisch, Du weisst, dass es ein Raubfisch ist, ich weiss es, wir alle wissen es ... doch welcher der Friedfischjäger, die in den roten Sonnenstrahlen bei abendlicher Windstille am Wasser sitzen & ihre Würmer baden, weiss das (bewusst) ???
    Es glaubt doch keiner im Ernst, dass gefangene Aale & sei es nur durch Zufall, dem Wasser zurückgegeben werden ??? NEVER ! Und gerade bei dieser Spezies wird es langsam brenzlig & ein noch ausgedehnterer Befischungsdruck wird sein Übriges tun !

    Also mir tränt echt das Auge, wenn ich an diese Neuerungen denke !!!
    Am Wasser sitzende Deppen, die die gefangenen Rotaugen mit einem "gekonnten" Schwung über die Schulter in die hinter ihnen liegende Hecke befördern .. denn welche Strafen haben sie denn zu befürchten ???
    Die Abnahme ihres Fischereischeines oder Ausschluß aus dem Verband ja wohl eher nicht !

    Katastrophe !

    grml
    basti :cry: :( :cry:
     
  12. Uruviel

    Uruviel Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    die deppen sitzen (zumindest hier in berlin) auch ohne regelung da

    klar wäre die touri-schein-regelung besser gewesen (ist die nicht schon in kraft in brb?)

    ich glaub aber ehrlich gesagt nicht, daß es so viel einfluß hat
     
  13. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Die Argumente von Wolf und Basti sind nicht von der Hand zu weisen, aber: irgendwann müssen die gültigen Rechtsvorschriften der EU-Mitgliedsstaaten mal aneinander angeglichen sein ...

    Soll die allgemeingültige Regelung wie in Holland oder Skandinavien aussehen? ... oder wie derzeit in Deutschland?

    Ich finde es relativ schwierig, sich bei dieser Erweiterung des Themas eine fundierte Meinung zu bilden ...


    Thomas
     
  14. crusher

    crusher Twitch-Titan

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Hey,

    d´accord zu Thomsen finde ich auch, dass wolfs und bastis Argumente ihre Berechtigung haben.
    Ein anderer Aspekt ist, dass die bisherigen Schwarzangler nun die Möglichkeit haben legal zu angeln,
    was natürlich auch bedeutet, dass sie Geld in die Kassen (nicht zuletzt der Vereine) bringen.
    Um das Problem der Artenbestimmung zu lösen wäre es clever Abbildungen der Fische auf die Karten zu drucken.

    Außerdem; auch Friedfische wollen erstmal gefangen werden und ich glaube kaum,
    dass totale Anfänger es schaffen werden riesige Strecken hinzulegen...

    Beispiel Holland wo meines Wissens nach niemand eine Fischereiprüfung abzulegen braucht um angeln zu können
    und niemand wird wohl ernstlich behaupten, dass der Fischbestand in Holland in Gefahr sei.

    So und jetzt zerreißt mich...
     
  15. derfinne

    derfinne Twitch-Titan

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    ich steh an deiner seite crusher!
    bin nämlich nicht besitzer eines fischereischeins!
    allerdings interessiert mich friedfischstippen herzlich wenig!!!tja...pech!
     
  16. Spinrute

    Spinrute Twitch-Titan

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Ich sehe das Thema aus einiger Entfernung (bin Niedersachse) recht gelassen, denn - es kommt ja nicht nur darauf an, welche "amtlichen" Papiere man zum Angeln braucht, man muss ja vor allem eine Erlaubnis für das jeweilige Gewässer erwerben.
    Bei uns ist es so, dass für keine Art der Angelei ein Fischereischein benötigt wird. De jure kann also Jeder "einfach so" losziehen und Angeln.
    De facto braucht man den Prüfungsnachweis aber eben doch, weil keine Gastkarten an "Scheinlose" ausgegeben werden und die Vereine von Mitgliedern auch den Prüfungsnachweis verlangen. (Da mag es Ausnahmen geben, ich kenne aber keine.)
    Es liegt also in der Hand der Fischereirechtsinhaber (in der Regel Angelvereine), wer zu welchen Bedingungen angeln darf (und wie viele pro Tag uns Gewässer!). Diese "Bremse" oder wie auch immer kann doch in Brandenburg auch regulieren...

    Gruß, Mike
     
  17. Fishadelic

    Fishadelic Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Meine Güte, was geht da ab?
    Kann nur von der Schweiz und von "meinem" Zürichsee sprechen. Wir müssen nachwievor keine Fischereiprüfung ablegen. In wenigen Kantonen wird dies bereits gefordert, um eine Jahreskarte lösen zu können. Das finde ich auch voll in Ordnung. Allerdings habe ich mit dem Absolvieren dieser Prüfung nichts Neues dazugelernt.

    An den grossen Seen des Kantons Zürich darf jeder mit einer Rute vom Ufer aus mit einer einfachen Angel fischen (Freiangelrecht). Erlaubt sind nur Naturköder ohne Köderfisch. Sämtliche Bestimmungen über Schonzeiten, Schutzgrösse etc... müssen von jedem eingehalten werden. Wenn sie nicht eingehalten werden, wird der Täter bestraft, wenn er denn kontrolliert wird.

    Diese offene Regelung fördert den Zugang zur Fischerei für Jugendliche und auch für Erwachsene und nichtzuletzt Touristen aus der ganzen Welt.

    Das möglichst schonende Entnehmen und Abschlagen der Fische habe ich nicht an einer Prüfung gelernt, das ist meiner Meinung nach eine Frage der Ethik. Und die wird einem von den Eltern beigebracht. Sollte zumindest.

    Aus Fehlern lernt man, das stimmt. Vor allem lernt man aber aus Versuchen.

    Wer Angst hat, dass an seinem Gewässer nun tausende Angler den letzten Friedfisch-Schwanz plündern, der soll doch mal nach Zürich fahren. Ist schön hier am See. Man darf seine Rute mitnehmen und seinem Hobby fröhnen. Dabei gestört wird man von ein paar tausend Badegästen, Hängern, Wurst- und Bierverkäufern und vielleicht einer knappen Handvoll Fischern.
     
  18. Clausen

    Clausen Dr. Jerkl & Mr. Bait Moderator im Ruhestand

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Vor was habt ihr Angst, um die "schlechten" Friedfischbestände in Brandenburg ?... albern. Um eure teuer erkauften Aale? ... auch albern. Seit doch froh das die Leute die vorher schwarz geangelt haben nun die Möglichkeit haben aus ihrer Heimlichkeit herauskommen und einen Beitrag in die Gewässerkassen leisten. Das man nur durch eine staatliche Prüfung den richtigen Umgang mit der Kreatur lernt ist in meinen Augen Blödsinn. Um zu wissen wo der Müll hingehört braucht man auch keinen Lehrgang besuchen, dass sollte jeder auch so wissen. :roll: Schaut euch doch mal im Ausland um, dort funktioniert es doch augenscheinlich auch ohne Fischereiprüfung. Oder hat sich schonmal jemand über die Skandinavier aufgeregt wie die mit ihren Fängen umgehen, hab ich noch nie gehört ... 8)

    Auch ich angel ohne jemals eine Fischereiprüfung abgelegt zu haben. Westberliner "Altangler-Regelung" machts möglich... Kann mich nicht erinnern, dass sich jemals einer meiner "geprüften" Angelfreunde über meine nicht waidgerechte Fischbehandlung aufgeregt hat. Auch die einzelnen Arten kann ich unterscheiden – ja, sogar den Aland vom Döbel, womit ja scheinbar selbst die "geprüften" Angler Probleme haben :wink:

    Gruß Claus
     
  19. leoseven

    leoseven BA Guru Moderator im Ruhestand

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    :mrgreen:
     
  20. Jan

    Jan Dr. Jerkl & Mr. Bait Moderator

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    Re: Brandenburg: Angeln auf Friedfische ohne Fischereischein

    Hey Jungs,

    ich kann die Aufregung über die Liberalisierung nicht so recht nachvollziehen.

    Drei Argumente wurden dagegen vorgebracht:

    1.
    Ungeprüfte Angler haben keine Ahnung: Sie wissen nicht, wie man Fische behandelt bzw. tötet; Friedfische von Raubfischen unterscheiden können sie schon gar nicht.

    2.
    Ungeprüfte Angler verschmutzen die Natur.

    3.
    Alle Kreaturen sind gleichwertig. Es ist daher unfair und rücksichtslos, die armen Friedfische für unterklassig zu erklären und barbarische Horden ungeprüfter Angler auf sie loszulassen.

    IMHO sind alle diese Annahmen wenig plausibel.

    Zu 1.:
    Für waidgerechtes Verhalten ist die Motivation ungleich entscheidender als etwaige Kenntnisse und Fertigkeiten, die man in einem Fischereischeinlehrgang erwerben soll. Einen Fisch waidgerecht zu behandeln bzw. zu töten ist nun wahrlich keine Wissenschaft. Entweder man befragt den gesunden Menschenverstand, oder andere Angler, oder man schaut in ein Buch, oder in das Infomaterial, das wünschenswerterweise dem „Friedfisch-Fischereischein“ beiliegt. Entscheidend ist jedenfalls, ob man den Fisch überhaupt waidgerecht behandeln will. Und diese Gewilltheit kann einem in keinem Fischereischeinlehrgang implantiert werden (was man nicht zuletzt daran sieht, daß sich unzählige Fischereischeininhaber gleichgültig gegenüber der Kreatur verhalten). Mit leichten Abstrichen gilt dieser Punkt, würde ich sagen, auch für die Fähigkeit zur Unterscheidung von Raub- und Friedfisch.

    Zu 2.:
    Hier verstehe ich die Logik noch weniger. Wieso sollten Gelegenheitsangler automatisch weniger Rücksicht auf die Natur nehmen? Ich würde das gleiche entgegnen wie oben: Die Zwangsteilnahme an einem Fischereischeinlehrgang ist schlichtweg kein probates Mittel, um Menschen zu umweltbewußtem Verhalten zu erziehen. (Glaubt wirklich jemand, daß etwa eine vergleichende Studie des Müllentsorgungsverhaltens von Anglern mit und ohne Fischerprüfung zu dem Ergebnis käme, daß erstere Gruppe sich anständiger benimmt?)

    Zu 3.:
    Naja, bei Wertfragen ist es mit der Objektivität immer so eine Sache. Aber eigentlich sind wir es als Angler doch gewohnt, Seltenheit als (zumindest ein) Kriterium für Wert (und damit für Schutzbedürftigkeit) anzuerkennen: Der kapitale Hecht / Barsch / Zander ist seltener = hochwertiger als der mittelmäßige, daher setzen wir im Zweifelsfall eher den ersteren zurück (und freuen uns natürlich auch mehr über seinen Fang); der Hecht ist seltener als der Barsch, daher benutzen wir im Zweifelsfall einen kleinen Barsch als Köderfisch für einen großen Hecht, und nicht umgekehrt; der Lachs ist (noch) ganz besonders selten = ganz besonders hochwertig = ganz besonders schutzbedürftig, daher gewähren wir ihm eine ganzjährige Schonzeit. Das könnte man ad infinitum weiterspinnen. Daß Friedfische in diesem Sinne weniger wertvoll sind als Raubfische, halte ich jedenfalls für eine gängige und wenig problematische Meinung.

    Abschließend: Natürlich kann es einem mißfallen, daß man sich in Zukunft die gleiche Anzahl von Gewässern bzw. Fischen mit mehr Anglern teilen muß. (Wobei nicht unbedingt ausgemacht ist, ob es bei der gleichen Anzahl der Fische bleiben muß; es könnte ja z.B. aufgrund höherer Einnahmen durch die Fischereiabgabe auch mehr besetzt werden.) Es überwiegen aber, wie ich finde, die Vorteile: Je mehr Menschen angeln, desto stärker wird die anglerische Lobby und desto mehr steigt die gesellschaftliche Akzeptanz des Angelns.

    In diesem Sinne begrüße ich die aktuelle Liberalisierung und sehe einer weiteren mit Freude entgegen. Fernziel: Abschaffung der Fischerprüfung als Rückkehr vom deutschen Sonderweg zu anglerischen Verhältnissen, wie sie fast überall in Europa anzutreffen sind, ohne – wie mancher hier befürchtet – katastrophale Konsequenzen zu zeitigen.

    Beste Grüße

    Jan
     

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