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Corypheana

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Hallo Angelsport-Freunde!

Ich werde mich die nächsten Monate häufiger in der Region zwischen Parchim und Schwerin aufhalten und möchte dort ausgiebig auf Hecht, Barsch und Zander angeln.

Kann mir jemand Tipps geben, zu aussichtsreichen Gewässern, Bootsverleih, Tiefenkarten etc?
Wie steht es um den Schweriner Außensee, Cambser und Barnimer See?
Welche Seen bieten den höchsten Erholungswert (Natur und Ruhe), die besten Fangaussichten, die höchste Wasserqualität (Sichttiefe) und wo sind eher Zander heimisch?

Ich bin für alle Infos und jeden Tipp dankbar!

Beste Grüße & Petri Heil
 

Corypheana

Schusshecht-Dompteur
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Hier sind soviele Angler online, aber keine Antworten und Infos zu McPomm'schen Seen? Das erstaunt mich sehr.

Hat vielleicht jemand Infos zum
- Goldberger See
- Sternberger See
- Tollensesee

oder zur
- Warnow
???

Wo liegt der Barsch-Berg im Cambser See? Im Norden oder Süden?

Ich habe auch jede Menge wertvolle Infos zum tauschen parat. :)

Beste Grüße
 

Corypheana

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So, nun war ich einige Tage zum erstmaligen angeln und recherchieren am
- Schweriner Außensee
- Cambser See
- Goldberger See.

Meine Ausbeute waren insgesamt 3 Hechte (größter 65cm), 5 Barsche zwischen 25 - 35cm und als meine Premiere drei Bleie zwischen 4 - 6 Pfund auf schwere Spinner der Größe 5. *staun*

Natur- und Erholungswert aller drei Seen stufe ich als absolute Spitzenklasse ein, wobei der Cambser See mit seinem glasklaren Wasser von Trinkwasserqualität, der unbebauten Ufer und absoluter Ruhe in tiefster Natur fast ohne Bootsverkerkehr ganz vorne liegt.
Angelmäßig gebe ich dem Schweriner See den Vorzug, weil dort die Chancen auf große Barsche und Hechte höher stehen. Der Bootverkehr hielt sich um diese Jahreszeit in annehmbaren Grenzen.
Das Bodenprofil sowie die Großhechte des Schweriner Sees haben es mir besonders angetan, sodaß ich bereits meinen nächsten kurzfristigen Trip, diesmal auf Großhecht, dorthin plane. Auch den Cambser See werde ich auf jeden Fall nochmals genauer unter meine Lupe nehmen und habe zu diesem Zwecke bereits die erforderlichen Connections geknüpft.

Am Goldberger See blieb ich Schneider, obwohl ich alle Register zog und das trübe Wasser eigentlich leichter als die beiden anderen Seen zu beangeln sein sollte.
Zwar bietet er wunderschöne Natur, doch wegen seiner Bestände, des langweiligen Bodenprofils, der geringen Tiefe (max 3,7m) und des trüben Wassers für klassische Hecht- und Barschangler eher ungeeignet.
Das trübe Wasser, der typisch sandige Grund sowie der Schilfbewuchs haben mich stark an einige amerikanische Walleye-Seen erinnert. Allerdings konnte ich hier keinen der lichtscheuen Gesellen überlisten, obwohl die Bestände angeblich sehr gut sein sollen.
Wenn der Fischer in der Vergangenheit angeblich jährlich 4 Tonnen Zander aus dem See geholt hat, frage ich mich zu recht wie lange das gut gehen soll und kann.
???

Last but least weise ich darauf hin, daß meine Leidenschaft für McPomm'sche Seen vor allem durch den Fall der Mauer und die später herausgegebene Blinker-Ausgabe "Angeln in Mecklenburg Vorpommern" geweckt und bis dato von vielen wunderschönen Erlebnissen gekrönt wurde.

PS
Vor einigen Tagen habe ich ein gescanntes Pola-Bild von einem weiteren rekordverdächtigen Orangemouth Corvina von 23 lbs. aus dem Salton Sea für Eure Fisch-Parade eingesendet. Leider wurde das Bild nicht veröffentlicht und ich bekam auch keine Info dazu.
Der Fang und das Bild zogen sogar ihre Kreise in diversen Medien des Coachella Valley und Imperial County und ist offiziell bestätigt...
Falls daran kein Interesse besteht, könnt ihr wenigstens bescheid geben, dann kann ich mir in Zukunft die kostbare Zeit sparen und statt dessen mehr angeln.
Zeit ist angeln! ;)
Danke!
 

Wolf

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Hallo,

zum einen vielen Dank für den ausführlichen Rapport, ich lese sowas immer ganz gerne, war ja auch offensichtlich 'ne unbekannte Ecke für die Barsch-Alarmer. Schade, dass nicht mehr Fisch für Dich zu fangen war.

Corypheana schrieb:
Wenn der Fischer in der Vergangenheit angeblich jährlich 4 Tonnen Zander aus dem See geholt hat, frage ich mich zu recht wie lange das gut gehen soll und kann.
???

Hier muss ich Dir widersprechen. Der See hat knapp 780 ha, da sind 4t geradezu albern. Würde man das als maximal mögliche Produktivität ansetzen, dann würde der See im Jahr ganze 5kg/ha Zander pro Jahr hervorbringen. Realistisch sind bei dem See mit seiner hohen Produktivität (geringe Tiefe -> recht hohe Temperaturen, hoher Nährstoffgehalt) 20-45 kg/ha. 4t klint also vielleicht erstmal viel, ist aber tatsächlich sehr wenig, so wenig, dass ich die Zahl kaum glauben möchte :wink:

In der Galerie sind zwei Bilder von Dir mit solchen Fischen aus dem Salton Sea, beide sind auf merkliches Interesse gestoßen (ich finde den See auch sehr interessant und tragisch, zudem frage ich mich, wie es da weitergehen wird). Also nicht gleich beleidigt sein, wenn mal ein Bild nicht oder nicht gleich auftaucht.

Gruß,

Wolf
 

Corypheana

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Nochmal zum Salton Sea u.a.

Hallo Wolf und MichaZ!

Danke für die interessanten Infos zu der Zanderdichte. Dennoch kann ich mich in Bezug auf den Goldberger See des Eindrucks nicht erwehren, daß hier ein Mythos gepflegt wird.
Ich muß gestehen, daß ich als Hecht-Angler in deutschen Gewässern bisher nicht sonderlich erfolgreich war beim Nachstellen von Zandern, worauf meine Erfolglosigkeit am Goldberger See vielleicht begründet liegt. Andere Angler waren an dem Tag allerdings ebenso erfolglos/Schneider.
Ich habe die erfolgverspechendsten Stellen an dem See 13 Stunden systematisch beangelt und es ist mir wirklich noch nie passiert, daß ich dabei nicht zumindest einige kleine Barsche oder Hechte erwische.
Der See hat auf mich einen äußerst fischarmen Eindruck gemacht.
...

Nochmal zum Salton Sea

Das Bild hatte ich tatsächlich nicht entdeckt und mich daher gewundert. Sorry!
Ja, es schaut inzwischen sehr schlecht aus um den Salton Sea. Ich hatte ja bereits erwähnt, daß er einst einer der fischreichsten Seen Nordamerikas war.
Als ich 1987 dort zum ersten Mal geangelt habe, wurde quasi jeder 2. Wurf mit entsprechenden Kunstködern mit einem Corvina belohnt. Es gab Tage an denen ich über 100 Fische fing, darunter 5 - 10 Stück in der Gewichtklasse 5 - 10 lbs, oder gar darüber.

Eine weitere Besonderheit an dem Salton Sea sind die enormen Temperaturen und sein hoher Nährstoffgehalt. So haben Wissenschaftler ermittelt, daß beispielsweise die Wachstum- und Fortpflanzung-Zyklen der Tilapia im Salton Sea bei nur 1/7 der in Afrika üblichen Zeiten liegen, womit die ehemals enorm hohen Fisch-Bestände begründet werden.
Interessant sind auch die Entstehungsgeschichte des Sees und wie die Fische dort einst hinein kamen (Anfangs wurde alles aus dem Ozean angekarrt und eingesetzt was Flossen hatte - sogar Delphine und Tuna) - siehe vorgenannte Links dazu sowie diverse Beiträge aus National Geographics/Geo und anderen Medien.
In den '50ern wurde der See dann vornehmlich im Sinne der VIP aus dem naheliegenden Palm Springs gestaltet, aber auch für einfache Touristen.

Im August 1999 war ich zufällig vor Ort, als ein Wüstensturm über den See tobte. Dabei färbte sich das Wasser von blau auf bräunlich-grün (Alarmzeichen!) und ein großes Fischsterben setzte ein - der See war an manchen Teilen über mehrere ha-große Flächen Fisch-an-Fisch mit vornehmlich toten Tilapia überzogen. Ein schrecklicher Anblick und weiteres scharfes Alarmsignal für die Zukunft.
Nach vielen weiteren hoffnungsvollen Rettungsversuchen ging es dann ab ca. 2002 leider noch schneller und stetiger bergab mit dem See, was vor allem in der kontraproduktiven "US-Ökonomie des Grauens" begründet liegt, die wir lange schon auch über Deutschland ergehen lassen und so still dulden bis zum "point of no retrurn".

Mein guter alter Freund und Gastgeber, Norman Niver, der direkt am Wasser bei den Rivera Keys lebt, hat 40 Jahre ehrenamtlichen Umweltschutz im ausschließlichen Sinne des Salton Sea betrieben und so manchen harten Kampf darum ausgefochten. Dies bescherte ihm den Nickname "Father of the Sea". Er selbst ist ein sehr bescheidener, großartiger und vorbildlicher Mensch, der einen Großteil seines Leben in eine äußerst sinnvolle Aufgabe steckte - den Schutz des Sees mitsamt allen seinen Kreaturen - während gierige Lobbyisten und Wirtschaftsvertreter dort bis zum längst absehbaren Kollaps rücksichtslos ausbeuteten, was es holen gab, ohne jeglichen Respekt vor der großartigen, lebensnotwendigen Natur.
Norman Niver sollte allen Menschen zum Vorbild gemacht werden, doch statt dessen huldigen wir gierigen und skrupellosen Geschäftemachern und ihren wiederlichen Marionetten.

In den nachfolgenden Links sind Informationen zum möglicherweise letzten, Multimillionen schweren Rettungsversuchs des Sees enthalten. Auch hier spielen im Grunde nur noch wirtschaftliche Interessen und ihre abartige Politik eine Rolle. Selbst wenn die Rettung des Sees gelingen sollte, wird es wiedermal nur ein fauler Kompromiß - der See wird dann nach amerikanischer Manier verkünstlicht und nie mehr in natürlichen Glanz vergangener Tage strahlen.
Links dazu:
http://www.saltonsea.ca.gov/SSA-SSA_Plan_Draft_6-19-06_Exec_Summary_e.pdf
http://www.fdungan.com/salton.htm


Der geniale Schachspieler Bobby Fischer sagte einst:
"Mit der Entdeckung des Landes der Indianer durch den "stupid white Men" wurde seine systematische Ausbeutung und Zerstörung eingeläutet.
Was die Indianer 100000 Jahre oder mehr kristallrein hielten, hegten und pflegten, um im Einklang mit der Natur zu leben, wurde von profitsüchtigen und größenwahnsinnigen "weißen Pionieren" im Eiltempo ausgerottet und zerstört, nachdem es den Indianern gestohlen wurde."

In diesem Sinne hätte es Deutschland und anderen Ländern eigentlich eine warnende Lehre sein müssen, welche niederen und zerstörerischen Ziele im speziellen die internationale Hochfinanz mitsamt ihren Bruderschaften und Politik-Marionetten durch ihre kontraproduktive Scheinwirtschaft - die EU, die Neoliberalisierung, die Globalisierung und die Monopolisierung aller menschlichen Grundbedürfnisse betreffenden Notwendigkeiten - verfolgt.
Leute, wacht endlich auf - es ist schon 5 nach 12!
 

Corypheana

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PS

So sah es damals aus, nur einige Meter vor Normans Haustür.

ssnwr11175.jpg



Unter diesem Link sind weitere Fotos zu betrachten:
http://www.institute.redlands.edu/salton/Images/WebAlbum/index.html
 

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