Rund um unsere Umwelt

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Lorenz

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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IGB:
"Unterwasserwiesen statt Unterwasserwüsten"
Handlungsempfehlungen für die Wiederansiedlung von Armleuchteralgen in Seen



Ein bisschen Kontext:
Unterwasservegetation produziert Sauerstoff, struktiert den Lebensraum, bietet eine zusätzliche Oberfläche für diversen "Aufwuchs" der von Fischnährtieren abgeweidet wird, bietet Schutz usw. usf.. Höhere Wasserpflanzen, also die typischen Unterwasserpflanzen wie z.B. Laichkräuter und die Wasserpest, wachsen nur bis in eine gewisse Tiefe, da ihre Zellen Luft enthalten. Typischerweise findet man sie in Tiefen bis maximal 6m (Laichkräuter) und 8m (Hornkraut, Wasserpest,...). Das ist von der Trübung abhängig. In manchen Gewässern ist bei z.B. 3m Schluss. Armleuchteralgen, Moose und andere Algen wie z.B. Vaucheria können auch deutlich tiefer wachsen, denn sie brauchen weniger Licht. Sie kommen auch mit kaltem Wasser gut klar.

Im Idealfall wachsen oben also Armleuchteralgen und höhere Pflanzen, und ab einer gewissen Tiefe schließen sich unterseeische Wiesen von Armleuchteralgen an, die den Gewässerbereich bis in über 20 m Tiefe auf vielfältige Weise aufwerten.
 

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altjulian

Echo-Orakel
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Interesannter Bericht zur Wasserqualität im Rhein.

 

bundyman

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Wie kann man sich das vorstellen, das man unbekannte Stoffe findet, die nichtmal einen Namen haben?
Wonach sucht man da, um sowas zu finden?
 

Lorenz

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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None-target screening:
"In recent years, non-target screening (NTS) by means of liquid chromatography coupled with high resolution mass spectrometry (LC-HRMS/MS) and gas chromatography coupled with mass spectrometry (GC-MS) has gained importance. This allows to detect a very broad spectrum of substances including substances that are yet not monitored within the scope of environmental protection. Some measuring stations along the Rhine had already long-standing experience in this area."
 

bundyman

Master-Caster
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Klingt irgendwie nach SciFI?
Man findet Sachen, die völlig unbekannt sind und man weiß auch nicht, was da wie und warum detektiert wird…
 

Drop Shoter

Finesse-Fux
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Der Schritt durch das Landesministerium war auf Grund der Rechtslage lange abzusehen. Momentan wird das auch ohne Konsequenz bleiben, weil die Böden hier ohnehin alle tiefgefroren sind. Der Bauernverband feiert dies übrigens als Sieg für sich und ihre Landwirte. Warum es dem Ministerium nicht möglich ist an der Stelle früher nachzubessern und zeitnah eine Lösung für die Handhabung gegen die Überdüngung zu präsentieren ist mir schleierhaft. Mag daran liegen dass der Fisch vom Kopf stinkt und der Minister ein unfähiger getriebener der Lobbyverbände ist. Die Lobby der (Küsten)Fischer braucht er nicht mehr all zu sehr fürchten. Der Ostsee geht's ohnehin bekannter Maßen so schlecht, dass deren Wort nicht mehr viel wiegt. Bezüglich der binnenfischer und Zuchtbetriebe hatte er ein paar warme Worte, bei der vor kurzem hochgekochten Kormoran Debatte räumte er das Problem ein, ein bisschen "Du du du" und da müsste man was machen. Till Backhaus hat sein Ministerium im Griff.
 

Walstipper

Bigfish-Magnet
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Klingt irgendwie nach SciFI?
Man findet Sachen, die völlig unbekannt sind und man weiß auch nicht, was da wie und warum detektiert wird…
Man kennt sehr genau die Massen vorliegender Moleküle, sowie deren Fragmentierungs-Verhalten. https://www.dshs-koeln.de/institut-fuer-biochemie/analyse-methoden/hrms-massenspektrometrie/
Zusätzlich hat man die chromatographischen Daten. Wenn da was Neues (in hoher Konzentration) auftaucht schauen die nochmal genau drüber und sind sich sicher, was Verdächtiges drin zu haben.

@Drop Shoter Könnte es sein, dass die sich an Dänemark orientiert haben? Dort hat man die Nährstoffverknappung wieder aufgehoben, weil der Weizen gewisse Eigenschaften verlor. Zur Ostsee ist noch zu sagen, selbst wenn man von heute auf morgen 50% des Nährstoffeintrags drosselte, würde es Jahrzehnte dauern bis sich die Sauerstoffsituation bessert. Ich glaube über 100 Jahr :(
 
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DurtyPerch

Bigfish-Magnet
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Klingt irgendwie nach SciFI?
Man findet Sachen, die völlig unbekannt sind und man weiß auch nicht, was da wie und warum detektiert wird…
LC-MS/MS und GC-MS sind klassische Analysemethoden für die Analyse unbekannter Stoffe und an sich nichts besonderes mehr in der Analytischen Chemie. Chromatographie erlaubt das Separieren chemischer Verbindungen anhand ihrer Struktur. Flüssigchromatographie wird dabei für größere Moleküle und Schwerflüchter genutzt, Gaschromatographie für volatile Verbindugen. Massenspektrometrie ist quasi eine Methode, mit der Moleküle gewogen werden. Durch die MS/MS-Option kann man zuerst das intakte Molekül wiegen, anschließend das Molekül fragmentieren und dann die einzelnen Fragmente wiegen. Durch die HRMS Option (High Resolution Mass Spectrometry) kann man anhand der Masse bereits auf die Elementarzusammensetzung schließen. Anhand der Fragmentierungsmuster erhält man weitere strukturelle Informationen. Dadurch kann man auch unbekannte Verbindungen mit verhältnismäßig hoher Konfidenz identifizieren. Für eine zweifelsfreie Bestimmung fehlt dann aber nach aktuellem Stand der Technik immer noch ein Referenzstandard.

Das Hauptproblem, weshalb die Stoffe wahrscheinlich nich nicht bekannt sind, ist die chemische Alterung. Die Stoffe gelangen auf die eine oder andere Art ins Wasser. Im Wasser selbst können sie dann z.B. katalysiert durch enthaltene Salze oder durch Photooxidation, also die Reaktion mit Sauerstoff unter Verwendung von Sonnenlicht als Katalysator, chemisch modifiziert werden. Die entstehenden Moleküle sind dann häufig noch nicht charakterisiert geschweigeden von jemandem synthetisiert worden, weshalb es keine Grenzwerte oder genormten Analysemethoden (inkl. Probenvorbereitung) gibt und in klassischen zielgerichteten Screenings nicht nach ihnen gesucht wird.
 

Harjus

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Ein Artikel von correktiv.org vom 03. Februar 2026.
 

flori66

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