Schwarzbarsch-Trip in die Region Rom – eine Reiseanleitung

Schwarzbarsch-Trip in die Region Rom – eine Reiseanleitung

Der April ist für den Schwarzbarschangler das, was der Oktober für den Barschangler ist. Somit entschlossen wir uns im April einen gemeinsamen Trip zu machen. Wir sind Marco, Dome und meine Person, Daniele. Dome und ich waren schon mehrfach auf Schwarzbarschtour. Zum Beispiel in der Region  Pussiano und in der Region von Rom in die es auch dieses Mal gehen sollte. Für Marco sollte es der erste Trip auf Black Bass sein.

Unsere ausgewählten Gewässer: 4 Seen. Nämlich der  Lago Albano, der Lago Nemi , der Eko Lago Aprila und der Lago Roma Est. Alles ganz unterschiedliche Gewässer aber dazu später mehr.

Warum der April?  Die Amis sprechen von The Prespawn also der Vorlaichzeit. Jetzt ziehen die großen Fische ins Flache und fressen sich vor der Laichzeit (Mai / Juni) nochmal richtig voll. Bedeutet: Im Cover angeln und dabei große Fische fangen. Mehr Spaß gibt es doch nicht, oder?

Die Vorbereitung

Wir haben mit der Planung im Oktober begonnen und hatten somit viel Zeit zum Geldausgeben und Vorfreuen. Marco, der hauptberuflich als Mediengestalter arbeitet, hat uns T-Shirts und Caps designed. („Lure Junks“ passt doch, oder?) Auch meine Dachbox wurde im Bassboatstyle designed, also optisch sahen wir schon mal professionell aus. Dome, der Kunstofftechniker, hat die Erfolgsköder der letzten Jahre in Sonderfarben für uns gegossen. Diese sollte auch noch Fisch bringen. Lizenzen und Unterkunft waren mein Job, da ich der Sprache mächtig bin und Familie vor Ort habe.

Es geht los!

Nachdem wir Mittwochabend das Auto bis zur Dachkante bepackt hatten, sammelte ich die Jungs am Donnertagmorgen ein, um gemeinsam die 1500 km runterzurocken. Nach 15 Stunden erreichten wir Lido di Ostia Roma, wo meine Oma eine Ferienwohnung besitzt. Die Lizenzen lagen schon bereit und die Betten waren gemacht. Wir beschlossen, gleich um 7 Uhr am nächsten Tag angeln zu gehen. Das erste Gewässer sollte der Lago Nemi werden.

Lago Nemi

Der Nemi ist ein See in privatem Besitz, somit braucht man eine Tageskarte, welche 10 Euro kostet. Dafür bekommt man ein optisch traumhaftes Gewässer mit guten Beständen. Im August 2016 hatten wir hier gute Fische gefangen, somit waren wir voller Hoffung. Die Bellys waren schnell im Wasser und schon flogen die ersten Köder ins Cover. Es gab viele Fische, aber leider keinen Bigbass. Auch nicht am zweiten Tag.

Kontakt NEMI
Carlo Catarci
TEL:  +39 339/2952813
FB: Carlo Catarci

Lago Albano

Der Albano auch Lago di Castel Gandolfo genannt, ist ein freies Gewässer. Dieses ist touristisch erschlossen und aus diesen Grund mein Italien-Hausgewässer. Es wird nur die normale Lizenz benötigt. Hier verbringe ich mit meiner Freundin die Sommerurlaube. Sie kann sich sonnen und leckeres Eis essen, an einem gepflegten Strand mit tollen Liegen und Schirmen. Und ich kann mit dem Belly das Schilf abfischen. Das Wasser ist glasklar und warm. Ideal, um mein Hobby Angeln und Ihr Hobby Relaxen zu verbinden. Rom ist 20 Minuten entfernt und somit steht einer Pizza am Kolosseum nach einem ausgiebigen Seetag nix im Wege.

Aber zurück zu unserm Trip. Der Albano ist gerade im April  eine gute Adresse. Die Fische, die sonst auf der großen Wasserfläche verteilt sind, ziehen nun in das Schilf und an die Stege. Obwohl der Angeldruck relativ hoch ist, kann man mit den richtigen Techniken viele (und auch große) Fische fangen. Coverfischen pur – voll ins Schilf. Je näher ans Ufer desto besser. Dann liegen lassen und nur ab und zu mal kurz anzupfen. Schnur beobachten, meist kommt der Fisch auf einen zu! Wo soll er auch hin, wenn der Köder am Ufer liegt!? Spannung aufnehmen und voll anschlagen. Dann geht der Tanz los. Der Albano hat uns an 3 Tagen wirklich viele Fische geschenkt und auch einige sehr gute Exemplare.

Lago Roma Est

Dieser See ist schon bei der Anreise ein Abenteuer. Es handelt sich um ein echtes Insider-Gewässer, welches sich auf einen Brachland hinter einem Einkaufscenter befindet. Mit dem Belly auf dem Rücken geht es ca. 700m über Stock und Stein, bis man plötzlich einen traumhaften Bassspot vor sich hat. Eigentlich ist der See ein einziges Cover: Wasserpflanzen und Bäume egal wo man hin schaut. Auch hier konnten wir viele Fische fangen. Was auffällig war: Diese Fische haben extreme Power, selbst die kleinen. Dome konnte einige Monsterbass sichten, aber die wollten an diesem Tag nicht beißen. Vielleicht ergibt sich ja noch mal die Gelegenheit, diesen See zu befischen.

EKO Lago Aprila

Hierbei handelt es sich um eine Art Paylake, den wir immer angefahren haben, wenn der Wind auf dem Albano und  dem Nemi zu stark war. Keine Angst: Es ist kein Forellenpuff für Schwarzbarsche, sondern ein sehr schöner See, welcher umzäunt ist und nur durch den Beitritt in eine geschlossene Facebookgruppe zu beangeln ist. Die Tageskarte koststet 10 Euro und das ist sie auch wert. Der Bestand ist sehr gut und man darf unter der Woche mit dem Belly drauf. Die Fische sind nicht einfach zu fangen. Sehr präzise Skippings unter Bäume und an die Grasnarbe haben uns die besten Fische des Urlaubs gebracht. Dies ist auch der einzige See, der gut vom Ufer zu beangeln ist. Das haben wir auch am letzten Tag auch getan, damit unserer Boote und die Watklamotten trocknen konnten.  Marco konnte am letzten Tag  noch seinen größten Bass landen. Mir ist dann auf den vorletzten Pitch, noch der beste Fisch des Urlaubs eingestiegen. Dieser See bleibt uns somit in positiver Erinnerung.

Kontakt EKO Lago Manzolini
Alessandro Natalizia
Tel +39 346 107 2721
FB Alessandro Natalizia
FB Gruppe https://www.facebook.com/groups/343204815874433/?ref=ts&fref=ts

Unser Bass-Tackle

Für alle, die es interessiert , möchte ich hier kurz über die Ausrüstung sprechen. Wir haben immer mit 2 bis 3 Ruten gefischt, meist eine  L/ML Spinning, um unbeschwerte Köder zu werfen bzw. zu dropshoten und ein bis zwei Caster ML/M/MH  für Texas, Bellyweight usw. Ich fische FC (0,20 bis 0,23) die anderen Braid (0,10 bis 0,14) mit FC-Vorfach (0,22 bis 0,28) – das ist wie immer eine Glaubensfrage. Köder waren Krebse und Würmer in vielen Variationen im Cover natürlich alles OFFSET. Besonders empfehlenswert für das Fischen vom Belly sind Ruten mit kurzem Griffteil. Ich habe mir extra ein Belly Setup gekauft.  Eine ML Cast und L Spin. Hierzu muss man sagen, dass diese vom Handling noch mal deutlich besser sind. Der Nachteil war: Ich musste für das Uferangeln noch ein Duo Ruten mit ins Gepäck bekommen

Unsere besten Bass-Techniken für den Prespawn

Die Erfolgstechniken sindim April immer die gleichen:

1.       Im Cover (Schilf, versunkene Bäume, Krautfelder): Kreaturen, Krebse und Würmer an bebleitem Offsethaken (0,2 bis 4,5g  – Größen 2/0 bis 4/0).
2.       Stellen mit weniger Hindernissen und freierem Grund: Texas, Shakyhead, BS Ring und Jigger Rig bestückt mit den selben Ködern.
3.       Drop Shot hat auch einige gute Fische gebracht. Die Besonderheit hier ist: Es MUSS Offset gefischt werden. Der Vorteil ist, dass der Köder dauerhaft im Sichtfeld der Räuber ist. Nachteil: Man kann nicht so Tief ins Cover werfen wie mit der ersten Technik.

Zusammenfassung

Es war ein spannender Urlaub, der mir mal wieder gezeigt hat, dass Angeln verbindet. Wir haben gut gegessen, tolle Fische gefangen und traumhafte Landschaften gesehen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf meinen Sommerurlaub und die Besuche am Lago Albano. Ich bin mir sicher, auch nächsten April wieder auf der Suche nach dem Big Cover Bass zu sein.

Tight Lines

Daniele

Kategorien: Bass

Kommentare

  1. Johannes Dietel
    Johannes Dietel 4 Mai, 2017, 09:06

    @all: Daniele hat mich über Facebook erreicht und mir den Bericht vor dem Ausflug angekündigt. Hat er doch super gemacht. Sehr toll ist auch, dass er das als Reiseanleitung geschrieben hat. Kann jeder nachmachen. Das macht nicht jeder.

    @Daniele: Vielen Dank! Kann echt sein, dass ich da mal aufschlage in diesem Jahr. Voll gut. Nach Rom wollte ich schon immer mal. Bass, Pizza, Coloseum, Meer – was will man mehr?

  2. captn-ahab
    captn-ahab 4 Mai, 2017, 09:17

    Sehr schön!
    Ich war bisher nur einige Male am Bolsena See, aber die Ecke ist traumhaft.

  3. sven_1976
    sven_1976 4 Mai, 2017, 09:29

    Sehr schöner Bericht. Da bekommt man bei lesen sofort Lust darauf es euch nach zumachen. Hätte ich vor 4 Wochen gewusst was in der Nähe von rom möglich ist hätte ich den Ausfluf nach Rom mit meiner freundin sinnvoller nutzen können.

  4. chrix
    chrix 4 Mai, 2017, 09:32

    Super Anleitung! Angefixt von spanischen Bass werd ich mir Italien wohl auch mal vornehmen müssen.

  5. PM500X
    PM500X 4 Mai, 2017, 11:00

    Klasse Bericht! Als ebenfalls Bass-Fan kann ich sagen: Die Jungs haben alles richtig gemacht 🙂

  6. donak
    donak 4 Mai, 2017, 11:36

    Wirklich ein 1 A Bericht mit tollen Bildern. Da bekommt man direkt Lust, das auch mal in Erwägung zu ziehen. Danke dafür.

  7. Benyo
    Benyo 4 Mai, 2017, 14:21

    Super! Das werd ich wohl nächstes Jahr mal planen.

    Großes Kino, Daniele 🙂

  8. eggerm
    eggerm 4 Mai, 2017, 18:50

    Super Bericht! Macht richtig Laune auf die Ecke!
    Danke!

    MfG Matthias

  9. pataman225
    pataman225 5 Mai, 2017, 10:57

    Jo echt stark Daniele, das du dein Wissen so zugänglich machst.
    Meist steckt viel harte Recherche hinter so einen Tripp.
    Weiter so und dicke Fische 😉

  10. altesRotauge
    altesRotauge 11 Mai, 2017, 10:59

    Toller Bericht, danke!

  11. Domme
    Domme 24 Dezember, 2017, 17:02

    Ja Recherche und auch Glück. Da Daniele ja dort „weg“ kommt für uns einiges leichter.
    Andere Regionen in Italien haben aber ähnlich viel zu bieten. Die Umgebung um Mailand ist für viele deutsche wahrscheinlich auch sehr interessant. Kann jedem nur empfehlen mal auf Schwarzbarsch zu angeln. Und ja viele USA Videos gucken hilft dabei, da diese Angelei wirklich anders ist !

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