Köderportrait: Wattwurm-Jig

Beitrag enthält Werbung Köderportrait: Wattwurm-Jig

Naturköderangeln in der Ostsee gilt Vielen als das Gegenteil vom Spinnfischen – passiver Ansitz, abgeschluckte Haken, der Fischgröße unangemessen schweres Gerät, unterdurchschnittliche Fischgröße und ein nicht gerade progressives Image.

Der Wattwurm-Jig stellt dieses Paradigma auf den Kopf:

  • Der Haken sitzt ausschließlich vorne im Maul, kein Fisch wird verangelt.
  • Die Imitation einer fressenden Flunder macht Plattfische futterneidisch. Raubfische wie Steinbutt und starke Dorsche hingegen fassen den Jig selbst als Fisch-Beute auf und nehmen ihn obwohl sie herkömmlich angebotene Wurmköder ignorieren.
  • Die hydrodynamische Form (Abtrieb!) und puristische Montage bewirken einen Light-Tackle-Quantensprung: Auch bei guter Drift lassen sich Wassertiefen über 12m mit 11gr Kopf am leichten Barschgeschirr effektiv befischen.

Plattfische erscheinen plötzlich als die kampfstarken, attraktiven Zielfische die sie sind und nicht nur Ausweichprogramm mangels Dorsch. Erfreulicherweise hat sich der Plattfischbestand in der deutschen Ostsee komplett erholt. Das führt dazu, dass nicht nur Angelkutterkapitäne und Sportbooteigner umsteigen, sondern auch das Streetfishing auf Butt wird zunehmend interessant.

Überall wo tiefe, strömungsreiche Uferstrukturen die Flunder mit der Spinnrute erreichbar machen, hat zumindest in Deutschland meist schon jemand ein paar Spundwände eingezogen. In der dänischen Südssee gibt es aber noch viele Sandriffe („Odde“) die mit der Wathose befischbar sind. In vielen Häfen werden preiswerte Leihboote angeboten, heiße Tipps zur Eingabe ins Handy oder Tablet (z.B. Navionics) inbegriffen. Und wenn es richtig dunkel wird, kommen starke Dorsche und Plattfische zum Fressen in die Sportboothäfen. Wo es geduldet wird, kann man mit dem leuchtenden Wattwurm-Jig Light-Tackle Sternstunden erleben, die einen über ganztägige Kuttertouren nur noch müde lächeln lassen.

Der Wattwurm-Jig ist in jeweils 2 Farben und Gewichten verfügbar. Fluo-Gelb hat sich tagsüber uneingeschränkt bewährt. Glow wird erst bei völliger Dunkelheit benutzt. 11gr ist Standard, die leichtere 7gr Variante bietet eine bessere Bissausbeute unter schwierigen Bedingungen. Der Flunder-Jig ist ein reiner Kunstköder aus Kaninchenfell, der den selben Futterneid-Effekt nutzt. Wenn die Wattwürmer mal knapp werden, kann er den Tag retten. Ihn vorher in den Würmern, Gulp-Saft oder Alkohol basierten Flavors (kein Fett!) einzulegen, schadet nicht. Bei aktiven, beißfreudigen Fischen funktioniert er direkt aus der Tüte.

 

Wattwurm-Jig-Führung:

Nachts im Hafen bleibt der Jig auch mal 1-2 Minuten lang liegen, ansonsten wird er einfach eingeleiert/gedriftet so dass er mit der Lippe über den Grund stolpert, den Haken in die Höhe hält und dabei mit dem Wurm wedelt.

Tipps zum Fischen mit dem Wattwurm-Jig:

  • Fang mit dem zuverlässigen Wattwurm(-beköderten) Jig an bis du Übung im Aufspüren von Plattfischen hast. Kunstköder laufen nicht immer.
  • Fische entweder tagsüber oder nachts und überlasse die Abenddämmerung den kleinen Dorschen.
  • Mach Strecke, erarbeite dir eigene Plätze.
  • Fische sorgfältig und markiere deine Fangplätze EXAKT! Selbst beim Watfischen an langen Sandriffen liegen die Fische tagsüber konzentriert auf immer den selben, wenigen Stellen.
  • Keine Kombination mit Bleien, Buttlöffeln, Perlen etc. – nur ein Snap!
  • Im Hafen zählt Struktur, nicht Wurfweite. Die meisten Butt werden überworfen.
  • Die Rute gehört in die Hand. Kurbel weiter bis du das Gewicht des Fisches spürst und schlag dann kräftig an. Die tote Rute produziert bestenfalls Dorsche, eher blanke Haken, aber keinen Butt.
  • Halte einen Freiwasserköder (z.B. Flatterjig, Hori-Pilker) für nachlaufende Meerforellen griffbereit, der auch in die Tiefe wirkt, denn dorthin wird sie sich sofort zurückziehen.

Ihr findet die Jigs bei mir im Shop unter Plattfisch-Jigs.

Sie sind einer meiner Bestseller und haben viele Leute erst auf mein kleines Unternehmen aufmerksam gemacht. Nach Absprache mit Johannes haben wir uns entschieden, eine Kundenmeinung in den kleinen Artikel hier einzubauen:

„Hallo Herr Buchholz !

Bevor ich es wieder vergesse, wollte ich Ihnen eine Rückmeldung zu meinen Erfahrungen mit den Plattfisch-Jigs geben:

Bei unserem Urlaub in Dänemark im letzten Herbst haben wir vom Boot aus auf Plattfische geangelt. Dabei habe ich Ihren Plattfisch-Jig ausprobiert. Anfangs war ich ehrlich gesagt skeptisch, ob dieser kleine Köder es überhaupt bis zum Grund schaffen würde (wir waren auf Langeland, z.T. starke Strömung). Aber mit einer leichten Rute und dünner geflochtener Schnur war es kein Problem, den Köder dauerhaft in ca. 8-12 Meter Tiefe zu halten. Im Gegenteil, ich bekam eine super Rückmeldung über die Rutenspitze und konnte jeden noch so kleinen Anfasser unmittelbar erkennen. Um es zusammenzufassen: ich habe noch NIE einen derart guten Plattfisch-Köder gehabt, es war teilweise wie Stippfischen 🙂 Dazu noch tolle Hak-Eigenschaften, der Haken saß immer im Maulwinkel, selbst bei einem 4-Kilo-Dorsch, der auf den kleinen Köder biss.

Also von dieser Stelle aus ein großes Lob ! Tolle Erfindung !!!

Viele Grüße!“

Ich wünsche euch viel Erfolg auf die Platten – mit und ohne meine Jigs!

Frank

Kategorien: Tackle-Tipps

Kommentare

  1. emceeee
    emceeee 24 September, 2017, 14:59

    Sehr informativ, klappt bestimmt auch im Süßwasser auf andere Ziele

  2. FrankBuchholz
    FrankBuchholz Autor 25 September, 2017, 08:15

    Ich habe mal einen Luxemburger Angler getroffen der meinte eine ähnliche Kopfform wäre in seiner Gegend auf Barsch beliebt. Dazu kann ich aber weiter nichts sagen, ich selbst betrachte es als sehr spezielle Angelegenheit. Bisher habe ich von Barschanglern dazu kein Rückmeldung erhalten. Wilde Tricks bzgl. Twitchen etc. macht der Kopf jedenfalls nicht.

  3. Bassnatic
    Bassnatic 25 September, 2017, 19:48

    Hallo! Wie hast du das Problem von Rost gelöst?
    Die vmc haken sind bei mir relativ zügig durchgerostet, nach Ostseeeinsätzen, unter anderem deshalb nutze ich die da auch nicht.
    Hast du da andere Erfahrungen oder nutzt du eine Versiegelung am Übergang von Blei zu Stahl?

  4. FrankBuchholz
    FrankBuchholz Autor 25 September, 2017, 19:59

    Ich habe einige Haken durchprobiert und hatte noch nie solche Probleme. Allerdings habe ich auch hohe Spüldisziplin. Der Übergang vom Blei ist im Pulverlack eingeschlossen, mag auch daran liegen. Ich fische praktisch nie nackte Bleiköpfe. Werde das aber im Auge behalten. Meine allerersten Versuche hatte ich mit Profi-Blinker „Tauchschaufeljigs“ gemacht, da war Rost schon eher ein Problem. Die sehen sehr ähnlich aus, evt. Verwechslung?

  5. Bassnatic
    Bassnatic 26 September, 2017, 07:32

    Ich spül die halt nie, das kann schon der Grund sein.
    Ne, das waren schon definitiv vmC.
    Kann man bei dir im Shop eigtl auch persönlich vorbei schauen oder ist das ein reiner onlinehandel? 🙂

  6. FrankBuchholz
    FrankBuchholz Autor 26 September, 2017, 15:25

    Mit Salz bekommst du Alles kaputt, ist nur eine Zeitfrage. Bitte spontan vorher durchrufen ob ich da bin, Termine oder Öffnungszeiten bekomme ich alleine nicht hin.

  7. observer
    observer 26 September, 2017, 17:14

    die dinger funzen echt super, macht richtig spaß damit!
    richtig coole bisse und 35/40+platte machen am barschtackle ne verdammt gute figur.
    eingesalzene wattis(oder sogar tauis) halten besser und bringen genauso viele fische.

    mit rost habe ich auch keine probleme…eher mit stumpfen haken-aber die lassen sich einigermaßen gut nachschärfen.

Nur registrierte Benutzer können ein Kommentar verfassen.