Barsch Die Locke läuft: Stinger-Rigs für den Kurbelwurm
Barsch lieben Würmer. Nicht nur Tau- und Rotwürmer stehen ganz weit oben auf ihrer Menükarte. Was sie sich dabei denken? Keine Ahnung. Allzuviele Würmer tummeln sich sicher nicht am Gewässergrund. Und dennoch ist die Leidenschaft groß auf Barschseite. Auch für Gummiwürmer haben sie ein großes Faible. Neben der an einen echten Wurm angelehnten Form ist es wohl die mehr oder weniger hochfrequent vibrierende Schwanzlocke, die sie in den Wahnsinn treiben kann – mindestens aber Bisse triggert. Beim Angeln mit dem Texas, Carolina- oder Dropshot-Rig springt die „Twisterlocke“ nur kurz an, wenn wir zupfen. Ziehen wir den Wurm auf einen Jig, um ihn zu faulenzen oder Jiggen, läuft er beim Anziehen und im Fall. Am Boden ist dann mal kurz Ruhe. Konstant läuft das Löckchen nur beim Durchkurbeln am Grund (Schleifen) oder im Mittelwasser. U.a. deshalb sind Leier-Würmer sehr attraktiv für unsere Freunde mit den schwarzen Streifen.

Während eines Ausflugs an den Saaler Bodden (es sollte auf Zander gehen, habe ich gelernt, dass es auch mal Sinn machen kann, vom klassischen Jig wegzugehen und die Köder mit einem Drilling am Bullet Screw Jig Head auszustatten. Vor allem deshalb, weil man auch als geübter Angler den Anhieb beim Einkurbeln von Ködern schon mal verpennt und an zwei Flunken (eine ist ja im Gummi versenkt) mehr hängen bleibt als an einer. Außerdem löst der Drilling im Drill aus, so dass das Gummi nicht so schnell verangelt ist. Und dann ist der Köder auf seiner Länge auch ein bisschen flexibler.
Angebracht wird der Drilling an einem Schraubgewicht (Bullet Screw Jig Head). Diese Gewichte haben oben und unten eine Öse, wobei die obere etwas weiter vorne angebracht ist als die untere. Das beitet uns verschiedene Montage-Optionen.

- Fertig-Montage mit Sprengringen und Wirbel: Das System bekommt ihr „ready to fish“ im Angelladen (mit 4er Haken) oder ihr fummelt es euch selbst zusammen und passt die Hakengröße an euren Köder an. Die Montage ist simpel: Einfach den Wurm aufdrehen, den Drilling oben einhaken und loskurbeln. Vorteil: Schnell montiert. Top für Kopfbeißer, weil der Haken ziemlich weit vorne am Wurm sitzt.
- Drilling am Fluorocarbon auf der Oberseite: Ziel ist es, den Haken mittig am Wurm anzubringen und auch „Kurzbeißer“ zu haken. Befindet sich der Drilling oben, hakt man weniger Kraut. Auc über Steinen gibt’s so weniger Hänger.
- Drilling am Fluorocarbon unten angebracht: Zum Durchkurbeln im Freiwasser ist diese Montage zu empfehlen, weil sie noch ein bisschen stabiler läuft als Variante 1 und 2. Schließlich wiegt auch der Drilling ein bisschen was und wirkt so als eine Art Ausbalancierungsgewicht.
Montage der FC-Versionen: In die den Stinger haltende Öse knoten wir ein kurzes Stück (10 cm) starkes Fluorocarbon (ca. 0,40er). Nun knoten wir einen Drilling ans FC, so dass dieser dann mittig in den Wurmrücken gestochen werden kann. (Ich bediene mich da eines vereinfachten Rapala-Knotens, weil ich mit ihm den Abstand sehr gut bestimmen kann.)


Das Gewicht wählen wir so, dass der Köder langsam eingekurbelt knapp über dem Grund oder über dem Kraut läuft. Im Flachwasser sind das dann 3 oder 5 Gramm. Ab 3 m geht es dann in die 7 bis 10-Gramm Region. Schwerer muss man selten ran, wenn man konstant einkurbeln will.

Um zu gewährleisten, dass man hart am Grund angelt, lässt man den Köder alle 5 bis 10 Kurbelumdrehungen durchsacken. Sobald die Schnur erschlafft ist, weiß man, dass man wieder Grundkontakt hatte. Je länger es dauert, bis die Schnur erschlafft, desto weiter weg war man vom Boden und damit oft auch vom Fisch. Natürlich kann man darauf spekulieren, dass der Barsch schon hochkommt, wenn er einen Wurm über sich vibrieren sieht.

Besser ist es aber, in der Barsch-Zone zu bleiben und ihnen den Köder da zu zeigen, wo sie stehen. Dauert es also lange, bis der Köder wieder am Grund ist, war man entweder zu schnell oder man braucht mehr Gewicht. Insofern macht es Sinn, mehrere Würmer mit unterschiedlichen Gewichten zu bestücken, die ihr dann für unterschiedliche Tiefen parat habt!
Viel Spaß beim Würmer-Kurbeln!
PS: Ich freue mich schon, wenn die Zander „aufgehen“. Das wird bestimmt auch geil, wenn die das durchgekurbelte Wurmtier wegfetzen…
