Barsch Die dicken Barsche von Perchzilla


Nach den Feiertagen, am 27.12.25, starteten wir gegen 04:00 Uhr morgens in Richtung unseres wohlverdienten Barschurlaubs in Spanien. Die dicken Barsche von Perchzilla machen den Weg frei. Denn die rund 1.700 km von zu Hause bis zum See legten wir staufrei in etwa 13,5 Stunden zurück. So konnten wir noch bei Tageslicht die Schlüssel für die Wohnung direkt am Bootsanleger abholen und einen Blick auf den See werfen! Ruben, der Betreiber des Perchzilla-Camps, begrüßte uns wie immer sehr herzlich, während gleichzeitig drei spanische Angler ihre Kajaks aus dem Wasser holten. Die Tagesbilanz fiel eher nüchtern aus: Die Barsche waren nicht besonders aktiv, es gab zwei Hechte und einen Zander.

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Nach der langen Fahrt hieß es erst einmal ausladen, ankommen und das Tackle für den kommenden Tag vorbereiten. Vor uns lagen sieben entspannte Kajaktage zu zweit an einem See, der für mich nach wie vor zu den besten Barschgewässern zählt, die ich bisher befischen durfte. Am Morgen des 28.12. rüsteten wir unsere Kajaks aus & Ja, wir fischen dort mit Live-Technologie auf die Barsche.

Ich war mittlerweile zum 15. Mal an diesem See und habe viele Aufenthalte ohne diese Technik erlebt. Nach inzwischen über 60 Angeltagen mit entsprechender Erfahrung und Nutzung der Technik möchte ich sie jedoch nicht mehr missen.

Zum Angeln selbst: Der erste Angeltag verlief wahnsinnig gut! Am ersten Spot am Morgen, beim dritten Wurf über die Struktur, zeigten sich bereits die ersten Barsche. Einer davon klinkte sich direkt ein und lieferte an der feinen L Spinning einen heißen Drill!

Um 9:45 Uhr der ersten Fisch des Morgens – 50 up! Yeeees! Schnelles Foto & wieder zurück!

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Am gleichen Spot konnte ich kurz darauf ein weiteres frisches Barsch-Rudel an einer Kante finden. Um 10:12 Uhr lag erneut ein starker Barsch im Kescher: 52 cm. Kurzes Foto und zurück ins Wasser.

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Nach dieser intensiven ersten halben Stunde wechselten wir den Spot. Der Start in den Trip hätte nicht besser sein können.

An einem Bereich rund um die Insel, an dem ich bereits im Oktober gute Fische fangen konnte, fischten wir flacher über Struktur. Auch hier dauerte es nicht lange bis zum nächsten Kontakt. Zum dritten Mal an diesem Morgen durfte ich an der leichten L-Spinning einen wunderschönen Barsch landen – erneut deutlich über 50!

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Die folgenden sechs Angeltage gehören rückblickend zu den besten Barsch-Tagen, die ich je erlebt habe. An unterschiedlichsten Spots, mit verschiedenen Techniken und Ködern, hatten wir konstant echt viel Action. Es gab Doppeldrills mit Ü50ern, schöne Zander- und Hechtbeifänge und sehr angenehme Bedingungen auf dem Kajak bei Temperaturen zwischen 3 und 12 Grad, viel Sonne und wenig Wind. Zwei absolute Giganten mit je 2,96 kg und 2,97 kg, beide knapp 54 cm lang:

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Am Ende standen 170 Barsche in sieben Angeltagen zu Buche, davon 34 Fische über 50 cm – ein eigentlich unfassbares Ergebnis. Dabei wissen wir aus eigener Erfahrung, dass es dort auch ganz anders laufen kann. Tage mit kaum oder gar keinen Fischen, starke Winde, eisige Temperaturen, Schneeregen, versenkte Handys und verlorenes Tackle gehören genauso dazu. Umso mehr fühlt sich dieser Trip wie eine Belohnung für viele herausfordernde Tage an.

Warum ich das alles teile?

Ich fühle mich in Spanien immer wohl und super willkommen! Ruben und sein Sohn Adrian leisten großartige Arbeit und geben wirklich alles – auch deshalb dieser Beitrag. Der See, die Barsche und die Herausforderung, vom Kajak aus unter wechselnden Bedingungen auf große Barsche zu angeln, sind etwas Besonderes und für jeden ambitionierte Barschangler absolut empfehlenswert! Nach stetig steigendem holländischem Angeldruck, ist der Perchzilla schon nochmal was Anderes und definitiv eines der Reiseziele, die man in Erwägung ziehen sollte wenns um dicke Barsche geht!

Viele BA-Mitglieder haben mich nach früheren Beiträgen zum Perchzilla angeschrieben und sich selbst auf dieses Abenteuer eingelassen. Vielleicht berichtet der ein oder andere ja ebenfalls von seinen Erfahrungen. :)

Wir sind jedenfalls immer noch begeistert von diesem Trip und bereiten bereits das Tackle für unsere nächste Reise im März vor! :)

Hier noch ein paar Bilder:

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Wirklich Wahnsinn. Vor Jahren habe ich ein Interview geführt mit Joseba, der bei der Etablierung des Sees mit vorne dabei war. Das passt evtl. auch noch rein:

https://www.barsch-alarm.de/news/interview-mit-mr-perchzilla-aka-josebaangler/

Ich hatte schon konkrete Pläne, musste meinen Trip dann abblasen. Und seither habe ich mich nicht mehr gekümmert um den See. Mir kam es so vor, als würde man da in einem Barschpuff angeln, zu dem nun jeder fährt, der mal nen Fuffi in die Linse halten will. Am Ende angle ich aber ja auch immer mal in Holland und diese Gedanken sind auch in mehrerlei Hinsicht dumm. Zu gern würde ich jetzt in diesem Moment mit dem dudie am Perchzilla fette Barsche scopen.

Muss schon geil sein. Womöglich fahre ich da doch auch irgendwann mal hin. Danke für den Bericht !!
Ganz toller Bericht! Wirklich schöne Fische, Petri Heil nochmal und danke fürs Mitnehmen
Fett
Sehr stark - übrigens auch die 1.700 km in knapp 14 Stunden:cool:
Angespornt durch dudie hab ich mir vorgenommen dieses Jahr auch mal dorthin zu fahren :)
Super Fische und Eindrücke. Danke dafür.

Ich persönlich hätte nach so einem Trip wohl zu viel Angst, dass ich dann „satt“ bin und die Angelei hier einem nichts mehr gibt. Schaue mir aber gern die Riesenbarsche an. Echt der Wahnsinn
krasses Ergebnis: Wieviel % am Fangergebnis würdest du dem Liveangeln zuordnen?
@Machete: Dieser Effekt stellt sich auf jeden Fall nicht zwangsläufig bei jedem Angler ein. Ich freue mich über einen 35er aus der Müggelspree genauso wie über einen 45er in Holland. Und auch da freue ich mich über einen 35er. Das ist bestimmt ein bisschen Einstellungssache. Denke, dass dieses Zentimtergeschachere nicht in jedem von uns drin sitzt. Aber: Es ist natürlich schon immer besonders toll, wenn Fuffis auftauchen. Und die Fische hier im Bericht sind ja nicht nur lang. Die sind auch richtige Karpfen. Auf gut Deutsch: Ich fahr da jetzt mal hin. Mit dem dudie sogar. Barsch-Alarm - ich liebe Dich!
@dietel: ich fische ja schon auch ein paar Jahre und ich finde es schon herausfordernd, nach tollen Erlebnissen an fremden oder nicht so oft von einem befischten Gewässern (dazu zähle ich z.B. auch den Peenestrom mit Barschen und Zandern, den Brombachsee vor Jahren oder manche Vereinsgewässer/Bäche und Flüsse in Bayern), sich auf die zuletzt nicht unbedingt einfacher gewordernen Umstände und Zustände an Gewässern einzustellen und 'Frust' zu vermeiden. Dieses Thema hatten wir gerade am letzten Wochenende auf dem Fishingfestival in Wels und da kam schon deutlich rüber, dass es einem ambitionierten Angler durchaus nach Holland oder dem Perchzilla schwer fällt/fallen kann, in die Normalität / Realität zurückzufinden, sich zu motivieren und insbesondere sich mit dem zufrieden zu geben, was man hat. Trotzdem beneide ich Dich aber (ein wenig), dass Du jetzt nach Spanien fliegst! :D
Einfach nur wow und Danke Dudie für diese Eindrücke von einem Perchzilla-Veteranen.
Kann es kaum glauben, was für Barsche, was für Stückzahlen!

Irgendwie schon ein anglerischer Traum und gar nicht sooo weit weg. Hatte mich bereits informiert, aber da muss man etwas sparen wenn man Familie hat.
Glaube nicht das es einen versaut wenn man mal dagewesen ist und sich an diese Glücksmomente zurückerinnern kann. Ist ja klar das solche Ergebnisse nur in ganz wenigen Gewässern und nicht jederzeit möglich sind.
Finde auch richtig nice das nur vom Kajak gefischt wird, auch wenn es technisch richtig hochgerüstet ist und dadurch wieder etwas Reiz genommen wird. But thats Part of the Game
Danke für den Bericht und die tollen Pics
Wienimmer starke Fische :D
Für den ein oder anderen mag das dort wie ein Barschpuff erscheinen, wer aber Herausforderung sucht sollte den Trip mal wagen. Es ist alles andere als ein Barschpuff, im Gegenteil! Es ist harter Grind!

@dudie hatte immer Tipps parat, aber an die Fangquoten kamen wir bei weitem nicht hin :D an dieser Stelle danke für deine Offenheit und Tipps die kamen. Das "Guiding" vor Ort war eher schwach dagegen.
Auch andere Angler die man vor Ort trifft verzweifeln teilweise an diesem See.
@dudie hat den See jedenfalls durchgespielt, er fängt immer besser als der Rest da unten, das sagt Ruben :D "if no one catch fish, he catches 14x 50+ Perch in one hour"

Es ist ein richtig geiles Erlebnis, die Kulisse ist eine 10/10 und die Fische sind ein Traum.
Falls wer dieses Abenteuer auf sich nimmt.
Denk an Wetterfest Kleidung, da kanns ziemlich ekelhaft werden. Und setzt euch vielleicht vorher schon etwas mit der Live Technologie auseinander, das erhöht eure Erfolgschancen um ein vielfaches.

Da ich vielleicht noch nicht die Menge an 50+ Barschen hatte wie der ein oder andere hier, kann ich sagen: Ich hab mehr feuer denn je nach den Trips! Durch die Livetechnologie (die ich daheim nicht einsetzen darf und auch nicht will) konnte ich extrem viel lernen was ich mir daheim zu Nutzen mache.

Lg Basti
@dietel Da ist was dran. Vieles ist halt Kopfsache. Auf jeden Fall wünsche ich euch einen schönen Trip und dicke Fische.
Ich hab gerade erste die Kommentarfunktion hier gesehen! :)
Danke für die Glückwünsche Männer!

Ich steh gerne jedem zur Seite der sich dort unten auf die Großbarsch-Suche begibt, einfach bei mir per Pn melden. Ich helfe da gerne!

Der See ist definitiv kein Barschpuff. Ich hab über viele Tage herausfinden müssen, dass meine Tricks von zu Hause da unten wenig bis nicht funktionieren. Erst nachdem ich die Frustration abgelegt, mir einen vernünftigen Plan zurechtgelegt & den dann auch durchgezogen hab, gings langsam aber sicher Vorwärts.

Die vielen Fischkontakte über verschiedenste Wasserstände, Jahreszeiten und damit verbunden Wassertemperaturen & Gegebenheiten haben mich langsam und sicher in die Richtung gebracht, dass ich inzwischen mit mehr „Wie, Wann & Wo“ auf‘s Kajak steige. Erfahrung ist es einfach.

Auch die Learnings die von der Nutzung der Live-Technologie kommen, sind für mich immer wieder augenöffnend und jedesmal auf‘s Neue wieder lehrreich!

Ich hoffe ich kann euch das näher bringen in der anstehenden Reise! :)

Und um die Frage von @Machete zu beantworten: Ne, die Challenge da unten mit Kajak und Co. ist was ganz Anderes als das was ich zuhause mache. Bayerische Barsche haben mit den Spaniern eh nicht viel gemeinsam. Sich davon „abzuangeln“ fühlt sich aber Gottseidank nicht so an!
@dudie
Um so besser. Die Fische sind auf jeden Fall sehr krass. Gönne dir jeden einzelnen davon.
Krass!
Die Menge an unfassbaren Rekordfischen, die Du zeigst ist wirklich der Wahnsinn. Aber man muss auch immer sehen, wie viel Zeit Du da investiert hast. Ist ja an vielen Stellen im Forum zu lesen, wie viel Geld, Einsatz und Hirnschmalz in diese Trips fließt. Das klingt mal gar nicht nach Selbstläufer. Da ist der große Barsch in Holland sicher deutlich leichter zu verzeichnen.
Kurze Korrektur: Da gibt's krasse Barsche. Aber ein "Puff" ist es nicht. Habe mir jetzt sowohl den See als auch Dudies Künste angeschaut. Das passt gut zusammen. Ich kam nicht klar mit Scopen, Kayakhalten, Köderführung und der teilweise heftigen Witterung.

Geiler Platz. Sehr gut organisiertes Camp. Brutale Fische. Aber nicht einfach zu angeln.

Es wird ein sehr imposanter Film folgen.
D