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Wassertemepartur / Sprungschicht

Dieses Thema im Forum "Tipps & Tricks" wurde erstellt von sikloia, 9. August 2005.

  1. sikloia

    sikloia Echo-Orakel

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    Seit mehr als 14 Tagen geht an meinem Haussee fast nichts mehr.
    Es handelt sich um einen mittelgroßen (ca. 200 ha) See in Ostholstein mit Wassertiefen bis über 30 m. Trotz intensiver "Kormoranattacken" hat sich der Fischbestand wacker gehalten.

    Jetzt zu meinem Problem:
    Die Wassertemeperatur ist total durcheinander.
    Am vergangenen Sonntag habe ich an der Oberfläche von 0 bis 4 m eine Temp. von 15,1 Grad, dann kam eine Schicht von 4 - 10 m da hatte es 17,1 - 17,9 Grad, ab 10 m - 14m wurde es kühler bei 11,6 - 11,9 Grad.

    Das Echolot zeigt Fische in allen Wassertiefen, nirgends sind sie aber "dingfest" zu machen. Einige Barsche auf Spinner habe ich an Bergen aus dem Kraut gelockt, einen kleinen Hecht im Freiwasser geschleppt. Die Zander, bis Mitte Juli noch recht abktiv sind einfach nicht mehr zu finden.

    Gibt es an anderen, ähnlich "geschnittenen" Gewässern ähnliche Probleme?
    Wie hoch ist der Einfluss des massiv wechselnden Luftdrucks der letzten Wochen?
    Gruss Sikloia
     
  2. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Moin sikloia,

    die Sprungschicht ist schon noch vorhanden, die Schichten über ihr können sich auch weiterhin durchmischen. Soweit stimmt die Theorie noch...

    Bei dem von Dir beschriebenen Phänomen tippe ich darauf, dass ihr in letzter Zeit starken Wind aus vorwiegend einer Richtung hattet, der die Oberflächenschichten quasi weggedrückt hat. Die Schichten unterhalb wurden nach oben verlagert, bei Nachlassen des Windes ist dann die ehemals weggedrückte Schicht unter die nun obere gerutscht.

    Anders kann ich mir das nicht erklären...zumindest ist die augenblickliche Schichtung 'bizarr'.
    Vielleicht kann Wolf das noch besser oder anschaulicher erklären, er dürfte in puncto Hydrodynamik wesentlich fitter sein als ich.

    Bist Du Dir sicher, dass das alles Fische auf dem Echolot sind?


    Thomas
     
  3. sikloia

    sikloia Echo-Orakel

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    Danke, Thomsen, für den Erklärungsversuch
    Als Winter-Ostsee+Schweden-Lax-Schlepper und Sommer-Süsswasser-Matrose beobachte ich Wetter und alles drumherum sehr intensiv. Besonders die Temperatur (Wasser + Luft) ist ein nicht zu unterschätzender Fang-Faktor. Solch ein Phänomen ist mir aber noch nicht unter gekommen. Meine Erklärung liegt in den ausdauernden, sehr kalten Niederschlägen bei gleichzeitigem Rückgang der Lufttemperatur. Bis Mitte Juli war die Schichtung ideal - von 23 Grad Oberfläche bis zur Sprungschicht bei ca. 8m mit ca.. 15/16 Grad. Dann ab Mitte Juli drehte es sich dann rasant und das geschilderte Phänomen hat sich herausgebildet. Wäre toll, wenn noch einige andere Meldungen zu dem thema kämen. SIKLOIA
     
  4. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Hi Sikloia,

    Deinen Erklärungsansatz verstehe ich nicht...ich finde ihn, sorry, unlogisch:

    ~~~
    Bis Mitte Juli war die Schichtung ideal - von 23 Grad Oberfläche bis zur Sprungschicht bei ca. 8m mit ca.. 15/16 Grad.
    ~~~

    Meinetwegen 14 Grad kühles Wasser regnet ab Mitte Juli ab (auf die seinerzeitige 23 Grad-Schicht).
    Das bedeutet zum einen Absinken des kühlen (dichteren, schwereren) Regenwassers in die Tiefe, zum anderen wegen des bestehenden Temperaturgradienten eine Tendenz der Schichten, ihre Temperatur anzugleichen (die wärmere Schicht wird kühler, die kühle wird wärmer).
    Durch den zweiten Effekt würde sich das Sinken lediglich verlangsamen...

    Ich meine, das Phänomen lässt sich auf diese Weise nicht erklären...

    Noch eine Idee: wärmeres Wasser kann dichter (und somit schwerer) als kühleres sein, wenn z.B. ausreichend Salze darin gelöst sind...fragte sich dann nur, was sich an Deinem Gewässer abgespielt hat :!: :?:


    Thomas
     
  5. sikloia

    sikloia Echo-Orakel

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    @ Thomsen
    Ich verstehe es ja selbst nicht!!

    Kühles Wasser oben, warmes Wasser in der Mitte und wieder kühles Wasser weiter unten.
    Hatte gerade ein Gespräch mit dem Verwalter (angelt natürlich auch) des Sees, der für das Gewässerbeobachtungsprogramm SH die Tempeartur und die Sichttiefe dokumentiert; er führt für sich selbst auch Tiefenmessungen durch. Das Phänomen hält sich unverändert; oben ist es noch etwas kühler geworden.
    Die Temperaturentwicklung war normal Ende Juni / Anfang Juli; das wame Wetter hat die Oberfläche und darunter liegende Schichten erwärmt und bei etwa 8 m Tiefe die Srungschicht zum kalten Tiefenwasser ausgeformt. Als Sprungschicht kann man einen Temperaturabfall von 17,5 auf 14,5 innerhalb von 2 Tiefenmetern bezeichnen, oder? Gemessen habe ich all dieses bei 14 m Tiefe und bei 24 m Tiefe. Der nächste Temperatursprung kam dann unterhalb 14m; da fiel die Temp. auf 11 Grad und darunter.

    Es muß wohl erst wieder deutlich Warm werden, damit sich die Schichtung wieder normalisiert. Ich hab Zeit. Gruß SIKLOIA
     
  6. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Die Temperaturdifferenz ist ein wenig knapp ...Du solltest einen Unterschied von etwa 3-4 Grad auf einen Meter messen können. Meines Erachtens sollte die Temperatur an der Sprungschicht auch um einige Grade niedriger liegen.

    Habt ihr eine Ahnung, ob sich diese anormale Schichtung über den 'ganzen' See erstreckt? Oder kann das Phänomen punktueller Natur sein?

    Messt mal exemplarisch an ganz entfernten Stellen...der See ist ja groß.


    Thomas
     

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