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Sauerstoffmangel und Algen

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von dieter1957, 2. August 2005.

  1. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    Hallo zusammen,

    vor einigen Wochen bin ich durch Zufall auf diese Seite hier gestoßen. Ich hatte im Internet nach Hilfe für meinen kleinen Teich gesucht.
    Dabei bin ich auf die sehr interessanten Berichte von Thomas (thomsen) zu diesem Thema gestoßen. Mittlerweile haben wir mal miteinander telefoniert, und er hat mir den Rat gegeben, mich doch hier mal anzumelden.

    Und hier bin ich nun und habe einen guten, alten Freund mitgebracht: Meinen kleinen Teich. Ich habe in meiner Jugend ( mittlerweile bin ich 48 ) schon viel Freude mit und an ihm gehabt. Er war immer für mich da, wenn es heiß war, wenn ich allein sein wollte oder einfach nur so.
    Und jetzt ist er krank, und ich würde ihm gerne helfen!
    Thomas hat mir schon viele Ratschläge gegeben und gemeint, dass vielleicht hier im Forum weitere Tipps, evtl. eine Diskussion zustande kommen könnte.

    Ich habe meinen Freund fotografiert, aber z.Z. ist es mir nicht möglich, den PDF auf meiner HP zu deponieren. Falls jemand die Bilder sehen möchte, schreibt einfach eine Mail, und ich werde sie euch schicken.

    Ebenso bin ich dran, an alte Messdaten, die die Uni KA noch haben müsste, 'ranzukommen. Aktuelle Werte muss ich noch erstellen, ich bin da ein absoluter Laie ...

    Im Net habe ich viele Methoden gefunden. Eine davon ist die Tiefenbelüftung
    http://www.seesanierung.de/home.htm
    Hat da jemand Erfahrungen mit? Das Problem ist der Preis (20.000 Euro) und die Tatsache, dass es eine Art Herz-Lungen-Maschine für den See ist.

    Viel lieber wäre mir, den See wieder ins biologische Gleichgewicht zu bringen. Auch hierzu findet man viele Dinge im www. Was haltet ihr davon?:
    http://www.perivital.de

    Ich würde mich sehr freuen, wenn sich zu diesem Thema jemand äußern würde.

    Bis dahin eine schöne Zeit

    Dieter
     
  2. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Hallo Dieter, grüß Dich...

    ich gebe mal noch ein paar zusätzliche Informationen für alle, die ich von Dieter selbst habe:

    ~~~
    Maße des Teiches: etwa 150m lang, 40m breit, durchschnittl. Tiefe 3-3,5m; tiefste Stelle 4-4,5m; fällt vom Rand her rel. schnell ins Tiefe ab.

    Fischbesatz: Barsch, Rotauge, Karpfen, Karauschen, Zander...geangelt wird nur ab und zu von Dieter und seinen Freunden.

    Höhere Wasserpflanzen gibt es so gut wie gar nicht, aber Algen. Vor 2 (?) Jahren gab es ein Fischsterben, daraufhin hat Dieter kräftig entkrautet (wahrscheinlich Elodea canadensis) ... weitere Fischsterben gab es nicht mehr.

    In den 60er Jahren wurden Haushaltsabwässer noch unbehandelt in den kleinen See/Teich geleitet, heute natürlich nicht mehr.
    Der Teich hat keine Zuleitungen, weder von Wasser noch von Abwasser. Rundherum ist relativ dichter Pflanzenbestand, keine landwirtschaftlichen Nutzflächen mit Düngerauswaschungen bei Regenfall..

    Der Teich/kleine See ist mindestens eutroph (grundsätzliche Annahme bis zur ersten Werteerhebung von Phosphat/Nitrat/Chlorophyll).
    ~~~

    Dieter, vergiss nicht, mir die Fotos zu schicken...ich kann sie auch gerne im pdf-Format erstmal zum Herunterladen auf meine Site stellen, wenn Du magst, das geht schnell.

    Nach erstem Betrachten der Fotos kann's dann von meiner Seite aus losgehen...bin gespannt, was an Sanierungs-Ideen zum Projekt alles zusammenkommen wird.


    Gruß nach Karlsruhe, Thomas


    Edit: Hier die in pdf-Format eingebundenen Fotos:
    http://www.stellwerk-nt.de/barsch/see_ka.pdf
     
  3. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    Hi Thomas,

    vielen Dank nochmal für deine Hilfe ... auch zum Bereitstellen des PDFs.

    Ich bin auch sehr gespannt ...

    LG
    Dieter
     
  4. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Sodele, los geht's...

    Erstmal zu den beiden obigen Links:

    - Tiefenbelüftung dieser Methodik dürfte aus reinen Kostengründen ausscheiden
    - diese Perivital-Methode finde ich äußerst mysteriös:

    Bioenergetisiert, aha? Jo, bin ich ebenfalls... :wink:
    Hier fehlen mir neben kurzer Erklärung zur eigentlichen Methodik vor allem Angaben für die organismische Verträglichkeit. Ein Erfolg (s. Fotos) soll sich bereits nach 24h in diesen Ausmaßen zeigen?
    Wird dabei alles 'im Weg stehende' reduziert oder oxidiert (Ausnutzung von Redox-Potentialen)? Oder was läuft da ab?

    Wenn die Methode so komplikationslos anwendbar wäre, wäre die dahinterstehende Firma bereits weltweiter Marktführer, in Deutschland gäbe es prinzipiell nur klare Gewässer....und: die Firma hätte dann auch ganz sicher eine andere Website :wink:

    Also: Skepsis...verkaufen wollen alle, gehen wir die Dinge erstmal anders an, die Option bleibt ja weiterhin offen.

    Das Wasser muss klarer werden, damit wir später auch Höhere (einheimmische) Wasserpflanzen ansiedeln können...kümmern wir uns zunächst um die Uferstreifen und deren Bepflanzung mit stark nährstoff-aufnehmenden Pflanzen:

    1) Zusätzlicher Eintrag von Bestandsabfall (hier: Laub) ins Gewässer sollte verhindert werden...entferne arg überhängende Äste (z.B. letztes Foto links unten), wenn Du kannst...wenn nötig, mit Genehmigung. S. auch 5)

    2) Anpflanzen zusätzlicher Schilf- und See-/Teichrosenbestände, das filtert kräftig. Schilf-/Röhricht kann per Maht niedergehalten werden, bei kräftigem Anwuchs kann auch ein See-/Teichrosengebiet ausgedünnt werden (evtl. dann Transfer in die angrenzenden Baggerseen, denen es trophisch ähnlich ergeht...nachfragen).

    3) Anruf bei den regionalen Wasserwerken: Wie hoch ist die Belastung des Grundwassers mit Nährstoffen Nitrat und Phosphat bzw. (anderen) Düngemittel-Kataboliten. Wenn ich richtig verstanden habe, wird der See aus Grundwasser gespeist...wie hoch/tief liegt der Grundwasserspiegel genau?

    4) Frage: Könnte es zusätzlich Quer-Einsickerungen von Niederschlägen ins Gewässer geben, verbunden mit Auswaschung aus dem Erdreich und Eintrag von weiteren Nährstoffen ins Gewässer?

    5) Mechanisches Rechen/Entfernung: alles (Kraut E. canadensis, abgestorbene Baumstämme, etwaige Algenblütenstände) per Handarbeit entfernen...so vermindert sich auch Bestandsabfall.

    Zu 1) und 5): möglichst Kompostieren...

    Für Phase 1 suchen wir jetzt die Hilfe und Ratschläge eines BA-Kollegen, der aktive oder passive Erfahrungen mit Schilf- u. Seerosenbeflanzung und 'Bestandskontrolle' derselben hat. Auch Kollegen mit Tips zur perfekten Kompostierung...bin ja Zoologe. :mrgreen:

    Fragen:
    - womit genau (Arten, Sorten), wann und wie pflanzen?
    - wann und wie arbeitstechnisch niederhalten ('ernten, mähen')?


    Thomas
     
  5. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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    Hallo,

    ich glaube kaum, dass der "natürliche" Nährstoffeintrag zu diesem Problem führt. Der direkte Vergleich wären z.B. kleinere Waldseen, die zumeist ebenfalls grundwassergespeist sind und noch weit grösseren Laubeinfall haben. Diese Seen sind im unveränderten Zustand auch nicht eutroph oder zumindest nicht so wie dieser Baggersee.

    Darum ist wohl die wichtigste Frage, woher die Nährstoffe kommen. Und das müssen ja bei einem so kleinen Gewässer keine grossen Massen sein wenn sie konzentriert sind (also Gülle, Dünger oder menschliche Abwässer). Ich gehe mal davon aus, dass wirklich ausgeschlossen wurde, dass es noch direkte Einleitungen menschlicher Abwässer gibt. Hier könnte aber z.B. eine (oder mehrere) Sickergrube in direkter Seenähe einen merklichen Eintrag mit relativ hoher Konzentration bringen. Sowas sollte abgestellt werden.

    Das ist jetzt zwar nicht so mein Fachgebiet, aber bei der für ein solch kleines Gewässer recht grossen aber insgesamt doch recht geringen Tiefe ist eine Tiefenbelüftung doch etwas übertrieben. Eine Sprungschicht wird sich (wenn ich die Artikel richtig verstanden habe :wink: ) nicht ausbilden, somit müsste doch schon was erreicht werden, wenn überhaupt Sauerstoff eingebracht wird. Das wäre mit vertretbaren Mitteln recht leicht zu schaffen. Fängt an mit dem Einhängen von Bootsmotoren (auch E) und geht - mit Handarbeit - hin zu beispielsweise Wellbahnbelüftungen (braucht man natürlich 'ne Pumpe oder mehrere). Bei letzterem kann man wenn man lustig ist das Wasser aus der Tiefe pumpen und somit für einen leichten Austausch sorgen. Da die Förderhöhe gering ist kann man bei realtiv geringer Leistungsaufnahme recht hohe Fördermengen schaffen.

    Ich persönlich würde so auf den ersten Blick auf ein Gewässer mit einem Überbestand an Friedfischen (also inkl. Schlei und vor allem Karpfen) schliessen. Der sorgt dann auch für eine Überdüngung. Hier hilft dann Rausfangen :wink: und Raubfisch.

    Gruss,

    Wolf
     
  6. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Hi Wolf,

    denke, dass Du recht hast mit dem 'natürlichen' Nährstoffeintrag. Ich dachte auch an die Minimierung des Bestandsabfalls, da die Selbstreinigungskraft des Sees mehr oder minder außer Kraft gesetzt ist.

    Es lohnt wahrscheinlich, wenn Dieter in der Nachbarschaft doch noch einmal nach Sickergruben o.ä. fahnden geht, um diesen Faktor ganz sicher ausschließen zu können.

    Ein Filtersystem über Umwälzung schwebte uns auch vor (sozusagen in der letzten Phase), Dieter hat bereits mindestens eine Pumpe.

    Wolf, erklär uns doch mal, was Wellbahnbelüftungen genau sind...

    Und Dieter kann vielleicht noch etwas zur Karpfen-Bestandsdichte sagen...hatte ich Schleien in der Aufzählung der Fischarten vergessen?


    Thomas
     
  7. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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    Hallo,

    Wellbahnbelüftung ist nix besonderes, hört sich nur schön fachmännisch an. Da der beabsichtigte Sauerstoffeintrag über die Wasseroberfläche erfolgen soll ist es zweckmässig, diese zu vergrössern und das Wasser möglichst turbulent fliessen zu lassen. Eine eigentliche Wellbahnbelüftung ist zwar etwas aufwändiger, im Prinzip geht es aber darum, das Wasser als dünnen Film einen relativ langen Weg mit wie gesagt möglichst viel Turbulenz fliessen zu lassen. Eine richtige Belüftung dieser Art sieht so aus, dass das Wasser auf wellenförmigen Kunststoffbahnen herunterläuft, zur Optimierung im Gegenstrom, also mit einer Luftzufuhr entgegen der Fliessrichtung. So aufwändig muss das ja nicht gleich sein :wink:

    Ich würde Bahnen bauen, in denen das Wasser auf einer Schräge als dünner Film herunterfliesst, dann noch ein paar Störstellen einbauen für Turbulenzen. Das ganze vielleicht im 45° Winkel und einer Höhe von 1,5m ergibt eine Lauflänge von ca. 2,1 m. Das dürfte eigentlich für eine 100%ige Sauerstoffsättigung reichen. Insbesondere wenn man das kühlere Wasser aus dem Tiefen pumpt ist der Absolutgehalt auch etwas höher, also der Gesamteintrag grösser. Vorteil wäre dabei auch eine bessere Durchmischung durch das kühlere zurückgeleitete Wasser.

    Die Frage der in Kauf zu nehmenden Kosten spielt hier natürlich eine grosse Rolle. Nur als kleines Beispiel: der Teich hat ca. 200000m³ Wasser, ich will ca. 1% davon pro Tag umwälzen mit dem Ziel in den 3 am stärksten belasteten Monaten den See einmal durchlaufen zu lassen. Das würde grob gerechnet auf ca. 260 € Stromkosten kommen, dazu würden aber auch vernünftige Pumpen benötigt was bei idealerweise min. zwei, besser 3 verschiedenen Einlaufstellen auch drei Pumpen erfordern würde. Je Pumpe vielleicht 250 € Anschaffungskosten kommt man bei einer Lebensdauer einer Pumpe von pessimistisch ca. 3 Jahren auf immerhin 500 € pro Jahr Investition.

    Man kann das Wasser natürlich auch filtern, ein einfacher Sandfilter wäre auch recht leicht selbst herzustellen. Und man kann natürlich auch zuerst filtern und dann Sauerstoff einbringen. Um aber hier wirkungsvoll zu arbeiten müsste die Förderhöhe vermutlich etwas steigen (Filterweg, Laufbahnlänge) was eine geringere Fördermenge nach sich zöge (bei konstanten Kosten als Prämisse).

    Gruss,

    Wolf
     
  8. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    Hallo Thomsen, hallo Wolf,

    erstmal vielen Dank.

    Du hast ganz recht, dass die Tiefenbelüftung ausscheidet, weil sie a) für mich im Moment nicht zu finanzieren ist und b) keine biologische Lösung ist, auf die ich ja eigentlich hinaus möchte.
    Die Perivital-Lösung sehe ich auch äußerst fraglich, obwohl die Unterlagen, die ich angefordert habe Referenzlisten enthalten, wo es funktioniert haben soll. Mmmh.
    Das Entfernen von überhängenden Zweigen etc. geht natürlich bis zu einer gewissen Stelle. Ich ersetze seit Jahren keine Bäume mehr in Gewässernähe, wenn sie auf natürliche Weise verschwinden (Blitzschlag, Alter etc.)
    Seerosen bzw. Schilf habe ich bereits am mehreren Stellen angepflanzt, dauert eben ein Weilchen ...
    Die Höhe des Grundwasserspiegels muss ich nachfragen, habe ich mir notiert. Wie wird der eigentlich gemessen? Ist doch unterschiedlich oder nicht?
    Quereinsickerung? Was verstehst du darunter? Außenherum gibts eigentlich in direkter Nähe keine Felder, die gedüngt werden oder ähnliche Dinge.
    Alte Baumstämme etc. entferne ich recht regelmäßig. Nicht immer gleich, aber sobald es die Zeit zulässt. Den Teich habe ich vor einigen Jahren mit einem Rechen total gesäubert (E. canadensis). Wenn ich mich so zurück erinnere, habe ich den Eindruck, dass, solange diese Alge im See war, das Wasser relativ klar war. Allerdings hatte der See jedes Jahr im Herbst erhebliche Sauerstoffprobleme. Erst nach dem Abrechnen hörte das sofort auf. Danach kam aber eben diese Algenblüte, sprich "trübes" Wasser.

    Sehr interessante Fragen, auf deren Antworten ich auch neugierig bin. Das Problem sehe ich einfach in der Verhinderung der Ausbreitung der Pflanzen. Der Arbeitsaufwand diese Pflanzen einmal im Jahr heraus zu fischen ist enorm. Ich habe 2 Jahre harte Arbeit investiert um die E. canadensis "auszurotten" ...

    Großer Bestand von Friedfischen könnte schon sein, der See eigentlich nur privat befischt wird. Auch hier bin ich dabei, das zu ändern, sprich jedes Frühjahr Fische einzusetzen, um dann das Jahr über wieder welche abzufischen. Das hat seit Jahrzehnten nur im ganz kleinen Stil stattgefunden. Man sieht das auch an der Größe von z.B. Rotaugen (Einheitsgröße, ich nehme an Inzucht).

    Hat denn jemand Erfahrungen, welche Fischarten noch zusätzlich besetzt werden sollten? Spielt das überhaupt eine Rolle?

    An Raubfischen kann ich nur den Barsch 100% garantieren.

    Vor vielen Jahren wurden auch mal 50 größere Zander eingesetzt.

    LG
    Dieter
     
  9. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Nicht schlecht...das sollte umsetzbar sein für Dieter.

    Ich hätte noch eine andere Alternative:
    Wenn die Förderhöhe der Pumpen ausreicht, wird das Tiefenwasser bis zum höchsten Uferrand gefördert. Dort läuft es dann in Halbröhren, die dann in minimaler Neigung seitwärts das Ufer hinunterlaufen.
    In die Halbröhren kommen kleine Kiesel oder besser noch die aus der Aquaristik bekannten Tonröhrchen (Prinzip Oberflächenvergrößerung).

    Darüber rieselt das Wasser dann turbulent bis zum Einlauf ins Gewässer, am besten bei Eintritt noch einmal durch eine Schilfanpflanzung. An den Röhren lassen sich zwecks Nährstoffentnahme weitere Pflanzen anbringen, z.B. Moos, aber auch Höhere.

    Vielleicht lassen sich die Methoden auch miteinander kombinieren, z.B. von der Wellbahn hinunter in den künstlichen 'Bachlauf'.


    Thomas
     
  10. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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    Hallo,

    das ist ja nun mehr das Fachgebiet des Biologen, aber gar keine höheren Wasserpflanzen sind ja etwas wenig. :wink: Die Nährstoffe sollten ja schon umgesetzt werden, eine eventuelle Maht kann dann gegen Ende des Jahres zum Austrag der Nährstoffe gut sein. Es muss ja nicht gleich die Wasserpest sein.

    Wenn als Raubfische gesichert nur Barsche vorkommen ist mit Sicherheit von einem Überbstand an Friedfischen auszugehen. Wenn ich das richtig verstanden habe deuten auch die Grössen der Rotaugen darauf hin. Zander sind zwar nette Fische, jedoch sehr untypisch für solche Kleingewässer. Hechte halte ich - als Laie - für die idealere Alternative, auch weil eine Reproduktion möglich erscheint. Aber dazu kann Thomas sicher fundierteres Wissen beisteuern. :wink: Es gibt zu den Zusammenhängen Friedfisch/Raubfisch/Gewässergüte ja ganz interessante Untersuchungn, speziell aus den Niederlanden.

    Eine Beschattung des Gewässers ist auch nicht das schlechteste, ich meine das insbesondere auf die Beschneidung bzw. Auslichtung des Baumbestandes hin. Ich habe da keine Bilanzen zu, aber eingefallene Bäume sind ja auch Lebensraum für jede Menge Kleintiere und Muscheln. Apropo Muscheln. Gibt es die im Gewässer? Muscheln sind auch sehr effektive Filtrierer und tragen aktiv zur Verbesserung der Wasserqualität bei.

    Bevor ich zu technischen Lösungen übergehen würde wäre der Fischbestand, also sowohl Menge als auch Zusammensetzung das worauf ich mich zunächst konzentrieren würde.

    Gruss,

    Wolf
     
  11. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    An den (technischen) Bastellösungen werden wir meines Erachtens nicht herumkommen.

    Die Beschattung über den Pflanzenbestand des Ufers ist natürlich nicht zu unterschützen, Dieter soll ja auch nicht die schönen Trauerweiden fällen....aber eben ein wenig Gedanken über die Reduzierung des Bestandsabfalls machen. Dieser eine ins Wasser ragende Ast bietet sich an dafür...

    Aber zum Fischbestand kommen wir na klar automatisch, also nennen wir es Phase 2:

    Dieter, am besten fängst Du Dir mal ein paar Rotaugen (und auch ein paar Barsche): Länge und Gewicht messen, dann an den Schuppen die Jahresringe (meist 2= 1 Jahr Alter) mit Vergrößerungsglas o.ä. auszählen, mit Wachtumstabelle vergleichen. Wenn sie sehr schlecht abgewachsen sind, ist das ein deutlicher Hinweis.
    Könnte auch sicher nicht schaden, ein paar Karpfen herauszufischen...

    Mit Hechten könnte man das durchaus versuchen...das Wasser ist zwar (noch) sehr trübe, aber sie sollten trotzdem erfolgreich jagen und somit ihren Teil zum Erfolg beitragen können.
    Also ein paar Hechte hinein...sehe ich auch so.

    Bis Phase 3, das sind dann unsere Basteleien für Wasserbewegung (klasse wären natürlich Solarpumpen), Sauerstoffeintrag und weiteren Nährstoffentzug, hat dann Dieter vielleicht schon die ersten aktuellen Messwerte oder Infos von den Wasserwerken parat.


    Thomas

    PS: Mit Quereinsickerung meine ich den Eintrag von Nährstoffen schräg durch das umgebende Bodenprofil in den See hinein.
     
  12. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    Hört sich alles gut an.
    Wichtig wäre vielleicht zu wissen, welche Art von Wasserpflanzen Sinn machen, also Sauerstoff bringen, filtern, sich aber nicht pestartig vermehren.

    Muscheln habe ich schon mal eingesetzt (Teichmuschel), aber ich denke, da gibt's keine.
    Mir hat mal eine Fischerei-Beauftragter der Gemeinde gesagt, dass die asiatische Dreikantmuschel eine sehr gute Filter-Eigenschaft hat. Die muss man aber auch regelmäßig abernten, sonst vermehrt sie sich zu stark.

    Bei den Messungen bin ich noch nicht weiter. Uni hat sich noch nicht gemeldet, und Gewässerwart ist noch in Urlaub.

    LG
    Dieter
     
  13. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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    Hallo,

    Solarpumpen klingen natürlich immer toll. Nur ist hier schon eine erhebliche Pumpenleistung erforderlich, dazu wären die Betriebszeiten bei Solarbetrieb sehr eingeschränkt. Und nicht zu vergessen, dass die Anschaffungskosten weit höher sind. Aber ich werde mich auch mal schlau machen und dann weiss man mehr :wink:

    Ich denke, um Muscheln anzusiedeln braucht man schon ein paar mehr als bei Fischen. Dreikantmuscheln bilden ja richtige Muschelbänke, im Gegensatz zu Teichmuscheln sind sie aber Ortsfest. Und im Gegensatz zur Teichmuschel brauchen sie auch etwas zum anhaften, also Äste, Steine oder auch sehr schön: Bootsrümpfe. Oder eine Teichmuschel :wink: Gleichzeitig gehören sie auch in's Nahrungsspektrum der Karpfen und Schleien. Diese Fressfeinde und die Notwenigkeit von Plätzen zum festen Halt sind auch bestandsregulierend. Die Dinger kommen ja inzwischen fast überall vor und nirgends erntet jemand die ab. Also da würde ich mir keine Sorgen machen. Was soll passieren?

    Gruss,

    Wolf
     
  14. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Vielleicht lässt sich zur Einhaltung der 24h-Betriebszeit auch switchen zwischen Solar und Steckdose...oder man baut mit einer Solarpumpe noch einen kleineren Kreislauf, der dann in ein kleines Schilfgebiet ausläuft (da kann das Wasser zur weiteren Aufbereitung nachts u. manchmal tagsüber gern auch stehen).

    Vielleicht lassen sich auch Gebrauchtgeräte für die Umwälzung besorgen, Dieter, schau doch mal bei ebay nach...

    Wegen der Teichmuschel (Anodonta) muss ich mich nochmal schlau machen...Aber Malermuschel (Unio), auch eine 'Teichmuschel' könnte Dieter problemlos einsetzen, habe wegen der Nährstoff- u.a. Werte leichte Sorgen. War aber die Bachmuschel, die Nitratwerte überhalb der 10mg/l nicht abkann. Hab noch nicht gefunden, wo die Grenze für die Teichmusche Anodonta liegt...

    Die Unio ist sogar fakultativer Anaerobier und filtert 80l Wasser pro Tag (Anodonta etwa 40l)...man könnte Muscheln vorsichtshalber erstmal ufernah in abgezäunten Bereichen halten, um schnell kontrollieren zu können, wie sie mit den Bedingungen klarkommen.

    In bezug auf die uferwärtigen Bachstrecken würden die Halbröhren wahrscheinlich zu kipplig...Verlaufstrecke ausheben, Folie legen, Kiesbett, Steine, kleine Wasserfälle usw. bestimmt wesentlich besser (sorry, ist auch der erste Bach, den ich zur Teichreinigung bauen will :wink:)

    Anregungen über Fachliteratur gibt es z.B. hier:

    http://www.deutsches-fachbuch.de/reinschauen/cc/3766715941.htm

    Andere Anregungen hier (z.B. Sumpfbettklärstufen), Downloads, Merkblätter, sogar einen Shop:
    http://www.re-natur.de/

    Einige gut zu brauchende Pflanzenarten für das Gewässer findest Du, Dieter, wenn Du mal nach Schwimmteichen googeln gehst....

    Hier sogar noch eine Anleitung zum Bachbau:
    http://www.derselbermacher.de/bauen...nlegen/wasserlauf_bachlauf_selbst_anlegen.php


    Thomas
     
  15. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    Uff ... soviel Infos ... schön.

    Diese asiatische Dreikantmuscheln (oder andere Muscheln), hat da jemand ein Tipp, wo man die her bekommt? Hier am Rhein gibt's die überall, aber ich denek, sie einfach dort abzuernten geht auch nicht, obwohl es keine einheimische Muschel ist.

    Dieser Fischereibeauftragte sagte mir, dass man Blecktafeln im See aufhängen könne, an denen sie sich besonders gerne ablagern. Und diese dann von Zeit zu Zeit wieder frei macht.

    Ich denke Muschelbesatz und deren Filterleistung wäre auch ein guter Ansatzpunkt, der auch rel. schnell zu machen wäre.

    Danke Thomsen für den Link zu Ebay.

    LG
    Dieter
     
  16. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    pH-Wert liegt übrigens bei 8 ....

    Was bedeutet das?
     
  17. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    Re: pH8

    pH hast Du schon gemessen? Welche Probentiefe, direkt Oberfläche?

    Das heißt, dass der Wert nur knapp über dem Neutralpunkt 7 liegt, also nur leicht im Basischen.
    Darüber hinaus heißt das, dass Dein Teich hinreichend gut pH-gepuffert ist, das Wasser eine begrüßenswerte Carbonathärte hat.

    Oder noch anders ausgedrückt: prima Wert, sehr erfreulich, trotz aller offensichtlichen Probleme mit Nährstoffen und Algenwachstum ein Normalwert :D

    Wenn Du 10 oder mehr gemessen hättest, könntest Du jetzt die Sorgenfalten auf meiner Stirn zählen ... :wink:

    Aber: Messung bitte noch ein paar Mal wiederholen und etwaige Abweichungen ansagen...

    Thomas
     
  18. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    Ja, direkt an der Oberfläche mit so einem Test-Streifen ...
     
  19. Thomsen

    Thomsen Gummipapst

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    OK, Teststreifen dachte ich mir...die Genauigkeit sollte für unsere Zwecke reichen.

    Schön wär's, wenn Du die Proben auch in 50cm-Abständen bis etwa 2 m Tiefe nehmen und auf pH messen könntest...


    Thomas

    PS: Bleiben wir bei dem Thema wirklich zu dritt? Ich wette, ein paar andere könnten auch noch Erfahrungswerte oder gute Vorschläge zur Diskussion einbringen...bitte keine Hemmungen.
     
  20. dieter1957

    dieter1957 Nachläufer

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    Da stellt sich für mich die Frage, wie das funktionieren soll mit Teststreifen ...*grübel* ... in 50 cm Tiefe messen oder noch tiefer?
     

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