Die Geschichte (m)eines Meterhechts

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Fuchur

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Die Geschichte (m)eines Meterhechts​


(Teil 1)
Die Anfänge

Meine Anglerlaufbahn begann vor ziemlich genau 30 Jahren. Nachdem ich bereits im Kindergartenalter ständig Angler gespielt hatte und meinen Eltern den Beschluss verkündet hatte, Angler werden zu wollen, kratze ich mit 6 Jahren mein gesamtes Taschengeld zusammen, um mir für 20 DM ein Kinderangelset zu kaufen, dass ich in einem Supermarkt entdeckte – es war eine rote 1,60 m Fiberglasrute mit einer Plastikrolle und ein bisschen Zubehör. Woher meine Faszination fürs Angeln kam, konnte sich niemand erklären, da es weder in meiner Verwandtschaft, noch in meinem Freundeskreis Angler gab. Trotzdem stand ich leidenschaftlich auf dem Balkon, während meine Mutter unten Plastikfische an meine Spielzeugangel befestigen musste, damit ich sie hochziehen konnte. Oder ich sprang beim Versuch, eine kleine Insel zu erreichen, mitten in einen Bach, denn „Angler machen das so, die stehen immer auf einer Insel!“. Vielleicht stammt ja meine Begeisterung von Janoschs „Der kleine Bär und der kleine Tiger“, denn hier geht der kleine Bär ja auch immer Fische fangen.

Mit meiner „echten Angel“ begleitete ich in den kommenden Jahren ab und zu einen Freund der Familie an dessen Privat-Weiher. Hier fingen wir Karpfen auf Schwimmbrot, und jeder Angeltag war ein echtes Highlight für mich. Als ich acht oder neun Jahre alt war, bekam ich „Die Große Angelenzyklopädie“ geschenkt, ein Wälzer mit über 300 Seiten, den ich regelrecht verschlang. Zugegebenermaßen: Die meisten der Tipps und Techniken dieses ziemlich technischen Buchs waren für mich als Jungangler schwer verständlich oder mangels entsprechender Ausrüstung nicht umsetzbar, aber ich liebte dieses Buch. Und so lernte ich doch einiges dazu, und manches Zitat brannte sich förmlich in meine Gehirnwindungen ein, beispielsweise: „Die größten Hechte werden oft in den ersten Frosttagen gefangen“.

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Der nächste Meilenstein war mein zehnter Geburtstag. Ich durfte in den Angelverein eintreten. Zugegeben, die Anfänge waren hart. Als Jugendfischereischeininhaber braucht man in Bayern einen erwachsenen Angler als „Aufsicht“, darf also nicht alleine angeln. Da ich aber keine anderen Angler kannte, radelte ich immer auf gut Glück die 5 km zu den Vereinsgewässern, in der Hoffnung dort jemanden zu treffen, der für mich die Aufsicht übernahm. Im ersten Jahr fing ich trotz vieler Versuche genau zwei Fische: zwei Barsche mit einem Gesamtgewicht von 0,1 kg. Doch es lief mit der Zeit immer besser, und schnell war mein größter Wunsch klar: ein Hecht.

Lehrjahre

Bald lernte ich einige nette erwachsene Angler kennen, die mich öfters mitnahmen, und die mir fast schon mystisch anmutende Geschichten von vergangenen Fängen erzählten. Da war zum Bespiel Peter, der in 40 Angeljahren bereits drei mal den Meter geknackt hatte, eine für mich unvorstellbare Leistung. Oder Gerhard, der mich regelmäßig zu Gewässern mitnahm, die für mich mit dem Radl nicht erreichbar waren, und der einen 90er Hecht auf Gummifisch fing. Meistens machten wir damals Ansitz mit toten Köderfischen. Bei einer solchen Gelegenheit sollte ich meinen allerersten Hecht fangen. Ich hatte einen Köderfischeimer mit einem Gittereinsatz, mit dem man die Köderfische im Gewässer hältern konnte. Eines Tages beobachteten wir einen Hecht, der immer wieder von außen diesen Gittereinsatz attackierte, offenbar, um an die Köderfische im Inneren zu kommen. Vorsichtig platzierte mein Mitangler (ich war viel zu aufgeregt) meine Posenmontage direkt neben dem Hecht, welcher den Köderfisch sofort packte. Ich wartete mit dem Anhieb eine gefühlte Ewigkeit, um ja nicht den Biss zu versemmeln. Dieses Erlebnis, und den 63er Hecht, den wir kurz darauf keschern konnten, werde ich nie vergessen. Es folgte eine steile Lernkurve, und als ich mit 14 die Fischerprüfung machte, durfte ich endlich alleine losziehen, und so entdeckte ich die aktiveren Angelmethoden: Spinnfischen, hautpsächlich mit Gummifisch oder Drachkowitch-System. Es gab immer mehr Tage mit (Fehl-)bissen und sogar den einen oder anderen Fang. Meine geliebten Mann’s Gummifische hebe ich seit 20 Jahren auf, zeugen die Zahnabdrücke doch von vielen unvergesslichen Attacken.

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Doch es zeichnete sich ab, dass in den Gewässern, die für mich erreichbar waren, Hechte bis Mitte/Ende 60 cm das obere Ende der Fahnenstange bildeten. Größere Fische bekam man nur äußerst selten zu Gesicht. Ihr kennt das ja: viele Vereinsmitglieder, relativ kleine Baggerweiher, und Entnahmepflicht sind nicht gerade Idealbedingungen für kapitale Fische. Und natürlich sehnt man sich immer nach dem Unerreichbaren: Ein Meterhecht war damals schon mein großer Traum.

Auf zu neuen Ufern

Zum Studieren zog ich nach Freising, nördlich von München. Dort trat ich einem kleinen Verein bei und lernte einen Studienkollegen kennen, der sich als genauso angelverrückt wie ich entpuppte. Die meisten Vereinsmitglieder beschränkten ihre fischereiliche Aktivität auf die zahlreichen Satzforellen, die sich in zwei der drei Vereinsgewässern tummelten. Auf Raubfisch ging so gut wie niemand, und so konnten wir uns an einem (für bayerische Verhältnisse) exzellenten Hechtbestand erfreuen. Lediglich ein alter Hase, der „Hechthans“, zog ab und zu mit der Spinnrute los, und zeigte uns Fotos von zwei Hechten über 1,20 m, die er schon fangen konnte. Es gab beim Spinnfischen fast keine Schneidertage, an manchen Standplätzen konnten wir fast schon auf Ansage fangen. Die Frequenz stimmte also – an einem Nachmittag fing ich beispielsweise auf ein und dieselbe Laube am Drachkowitch-System sechs Hechte in 90 Minuten. Auch die Größe der Hechte in unserem Gewässer war besser, vermutlich aufgrund des Forellenbesatzes. Man konnte bei Hechten über 70 cm einen deutlich massiveren Körperbau feststellen, den wir damit erklärten, dass die Hechte ab dieser Größe Satzforellen fressen konnten, und somit gut genährt waren. 2013 fing ich dann einen 83 cm Hecht auf einen 18 cm Slottershad in Motoroil, und mein Angelfreund fing im gleichen Jahr einen 90er auf einen 9 cm no-name Gummifisch. 2014 kam es dann noch besser: mein Angelfreund konnte im strömenden Regen auf Zaltwobbler einen 104 cm Hecht vom Ufer fangen, und mir gelang im Oktober desselben Jahres erst der Fang eines 92er Hechts, und im Dezember folgte ein 97er auf einen 12 cm Attractor von Profiblinker. Diesen Fisch maßen wir mindestens dreimal, da wir sicher waren, dass der Meter geknackt war, aber das Maßband blieb hartnäckig bei 97. Die Freude war trotzdem riesig, und dieser Hecht sollte elf Jahre lang mein PB bleiben.

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Fuchur

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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(Teil 2)
Ein neuer Lebensabschnitt


So viel Zeit wie im Studium hat man sonst nie im Leben. So war es auch bei mir. Zum Master-Abschluss bekam ich ein ganz besonderes Geschenk: Eine Custom-Rute vom Rutenbauer, und natürlich sollte es eine Hechtspinnrute werden (CMW Spin System 3, 40-80 g WG), die ich bis heute liebe. Doch high-end Tackle ist nicht alles, die Spin System konnte den PB auch nicht verbessern. Maßgeblich war hierfür wohl auch die Tatsache, dass ich nun Doktorand, und ein Jahr später auch Familienvater war, sodass die Zahl der Angeltage drastisch abnahm. Im Rahmen der Doktorarbeit nahm ich im Oktober 2015 an einem Seminar zum Thema „Lebens- und Karriereplanung“ teil. Dort stellte ich fest, dass das Ziel, einen Meterhecht zu fangen, für mich nicht nur „irgendein Wunsch“ war, sondern einen sehr hohen Stellenwert besaß. So entschied ich damals, mir noch 10 Jahre Zeit zu geben, dieses Ziel zu erreichen. Sollte ich es bis Oktober 2025 an „meinen“ Gewässern nicht schaffen, würde ich einen Angelurlaub inklusive Guiding am Bodden oder einem anderen Top-Gewässer machen, um den Meterhecht zu fangen. Und, obwohl ich immer Allround-Angler blieb, fokussierte ich meine Angelzeit auf den Hecht, dem ich mich am meisten widmete. Trotzdem gelang mir über viele Jahre hinweg kein Fang über 90 cm mehr. Nach dem Ende der Doktorarbeit 2018 folgte die Rückkehr in die alte Heimat, und in meinen alten Angelverein. Hier entdeckte ich ein besonderes Vereinsgewässer für mich, einen krautigen Bach mit Verbindung zum Fluss, der besonders im Sommer so zugewuchert ist, dass dort relativ wenig geangelt wird. (Belly-)Boote sind dort nicht erlaubt, sodass man nur vom Ufer aus angeln kann. Wenn man, so wie ich, über eine Wathose verfügt, hat man aber einen entscheidenden Vorteil, da das Gewässer über weite Strecken sehr flach ist, sodass man watend viele ansonsten unzugängliche Stellen erreichen kann. Zudem gibt es viele Weißfische in allen Größen, und in Folge dessen verfügt das Gewässer über einen guten Hechtbestand, wie ich erfreut feststellen konnte. Doch auch hier konnte ich zunächst hauptsächlich Frequenzangeln mit vielen untermaßigen Hechten, und dem einen oder anderen Mitt-60ern verzeichnen. Zu Beginn waren aber Hechte zwischen 40 und 55 cm normal, sodass ich auch ein- oder zweimal im Jahr auf größere Gewässer auswich. Aber auch Freiwasserschleppen brachte keinen Meterhecht.

Trend nach oben

Inzwischen war bereits die Hälfte meines selbstgesteckten Zeitrahmens verstrichen, und nichts deutete darauf hin, dass ich mich meinem Ziel näherte. Die Hechtangelei bereitete mir Freude, und ich kannte viele zuverlässige Spots, aber die Größe der Fische ging nicht über Mitte 70 hinaus. Aber halt! In den ersten Jahren am neuen Hausgewässer war die Durchschnittsgröße ja noch bei ca. 55 cm. Inzwischen konnte ich aber einen deutlichen Anstieg der Durchschnittsgröße feststellen. Ja, untermaßige Hechte waren auch immer wieder dazwischen, was bei einem Gewässer mit natürlicher Reproduktion ja auch nicht anders zu erwarten ist. Aber wie gesagt, inzwischen fing ich regelmäßig Fische um die 70 cm. Eines Tages stand ich an einer flachen Bucht des Baches, am gegenüberliegenden Ufer befanden sich überhängende Äste. Mein Jerkbait, ein ramponierter Spro Rapper, der hier mein erfolgreichster Köder war, landete präzise vor dem überhängenden Baum. Dort musste einfach ein schöner Hecht stehen. Ich führte den Köder mit ein paar gleichmäßigen Schlägen vom Unterstand weg, und mein Instinkt sagte mir, dass ein Biss folgen würde, wenn ich den Jerkbait jetzt stehen ließ. Und richtig, ich lies den Köder stehen, und prompt fuhr ein dumpfer Schlag durch die Rute. Der Anhieb saß, und ich konnte einen 87er Hecht landen, mein drittgrößter zu diesem Zeitpunkt. In den darauffolgenden Jahren konnte ich immer wieder Hechte zwischen 70 und 80 cm fangen, was mich in meiner Strategie bestätigte – Geduld, die Hechte würden schon noch wachsen.

Der erste Kontakt

Am 22.09.2024 hatte ich dann vermutlich den ersten echten Kontakt zu einem Meterhecht. Mein bester Freund und ich waren wieder am Hausgewässer mit Topwaterködern unterwegs. Plötzlich verschwand mein weißer Stickbait in einem riesigen Schwall. Das Wasser explodierte förmlich und die Spin System war krumm, ich spürte massive Gegenwehr, doch die Bremse war zu und ich drillte kompromisslos. Zwischen mir und dem Fisch befand sich eine große Krautbank die bis zur Oberfläche reichte, aber ich vertraute dem Gerät und beschloss, den Fisch durch das Kraut zu ziehen. Dies ging auch die ersten Meter gut, doch plötzlich ging es nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Und ich konnte erkennen, was meine Pläne durchkreuzt hatte: Im Kraut verborgen war ein großer Ast, der sich nun unter Zug an der Oberfläche zeigte, und in diesen musste sich der Fisch geflüchtet haben. Ich spürte noch eine Weile die Kopfstöße, doch plötzlich nichts mehr. Ich erhöhte den Druck und bekam den Köder frei, allerdings ohne Fisch – die Drillinge waren aufgebogen. Fassungslos schauten mein Freund und ich uns an, das Adrenalin baute sich erst nach und nach ab.
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Die letzte Chance

Inzwischen war es 2025 geworden, die letzte Chance das Ziel zu erreichen. Zudem war es das vorerst letzte Jahr, in dem ich dieses Gewässer befischen konnte, da ich mich aufgrund der Aufnahme in einem anderen Angelverein dagegen entschieden hatte, ab 2026 die Jahreskarte für meinen Erstverein zu holen. Jetzt galt es also, denn an keinem anderen Gewässer, das mir zur Verfügung stand, rechnete ich mir ernsthafte Chancen auf einen Meterhecht aus.

Motiviert durch das „100 h“ Boatside Youtube-Turnier beschloss ich, es mit größeren Ködern zu versuchen und kaufe mir eine Svartzonker The Force Comfort, und die Erfolgsköder aus „100 h“, und konnte damit auch schon gute Erfolge verzeichnen, unter anderem einen 80er und 85er Hecht. Trotzdem rechnete ich Ende Oktober 2025 nicht mehr damit, den Meter noch im Hausgewässer zu knacken und das selbstgesteckte Ziel zu erreichen. Gemeinsam mit vier Freunden planten und buchten wir also eine Angelreise zu den Mürtizfischern für Herbst 2026.
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Fuchur

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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(Teil 3)
Die Erfüllung

Inzwischen ist es der 06.11.2025, es ist wird erst spät hell, als ich das Haus verlasse. Es ist neblig und kalt, und als ich aus der Tiefgarage fahre sehe ich, dass das Auto vor mir mit Reif bedeckt ist. Es ist also die erste Frostnacht des Jahres gewesen, und ich denke sofort wieder an die große Angelenzyklopädie: „Die größten Hechte werden oft in den ersten Frosttagen gefangen…“. Am Gewässer angekommen ist alles still und der Nebel ist so dick und dunkel, dass es noch dämmrig zu sein scheint, obwohl es bereits Vormittag ist. Selbst der Eisvogel, dem ich hier stets begegne, sieht heute schwarz-weiß aus. Ich stehe mit meiner Wathose im kalten Wasser, der Schlamm reicht mir bis zu den Waden. Die Lücken im Kraut sind deutlich größer als noch im Oktober und es gibt neue Stellen, die ich anwefen kann. Ich befinde mich gegenüber von der Stelle, an der ich letztes Jahr den großen Hecht auf Topwater verloren hatte. Ich entscheide mich für zwei letzte Würfe mit dem Berkley Nessie, bevor ein Spotwechsel angesagt ist. Der Köder landet in einer Krautlücke und ich führe in gefühlvoll durch das Pflanzenlabyrinth. Als der Köder leicht im Kraut hängen bleibt, gibt es einen großen Schwall direkt hinter ihm. Ich schaffe es, den Köder aus dem Kraut freizuschlagen und lasse ihn dann sofort im freien Wasser stehen. Der Hecht nimmt den Nessie volley, der Anhieb sitzt. Ich spüre und sehe, dass es ein großer Hecht ist, aber ich schätze ihn eher auf 90 bis 95 cm. Ich drille den Fisch souverän heran, die Svartzonker macht das großartig. Der Fisch gleitet beim ersten Versuch in den bereitliegenden Kescher. Meine Beine werden weich – der Fisch ist doch etwas größer als gedacht! Ich messe den Fisch, und das Maßband zeigt 100 cm und 3 mm an. Ich kann es kaum glauben. Doch so oft ich auch die Messung wiederhole, es wird nicht weniger, und ich fühle mich tatsächlich etwas leer bei der Erkenntnis, dass ich das Ziel doch noch erreicht habe. Mein nächster Gedanke ist, wie klein so ein 22 cm Köder doch aussehen kann. Und dann, wie gut es sich anfühlt, etwas erreicht zu haben, woran man schon so lange arbeitet. Und die Dankbarkeit, gegenüber einem so majestätischen Tier.
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Was bleibt

Warum teile ich diese Geschichte mit euch, auf Barsch-Alarm? Natürlich in erster Linie, um euch an meiner Freude teilhaben zu lassen und euch mit auf meinen langen Weg zum Meterhecht zu nehmen. Aber darüber hinaus denke ich dass die Geschichte auch sehr gut die Realität der meisten von uns abbildet, im Gegensatz zu Youtube. Heutzutage vermitteln Formate wie 100 h, Fly vs. Jerk, oder die Deadbait Profiliga den Eindruck, als wäre es ein Kinderspiel, kapitale Hechte zu fangen. Die Realität sieht aber anders aus. So wie bei meinem Angelfreund Peter, der mir zu meiner Junganglerzeit gezeigt hat, wie man mit Köderfisch angelt, und in seiner damals 40-Jährigen Anglerkarriere drei Meterfische gefangen hatte. Oder so wie bei mir, wo es von meinem ersten Hecht bis zum ersten Meterhecht 24 Jahre gedauert hat. Die Youtube-Profis sind halt genau das – Profis, die auf Championsleague-Niveau an den besten Gewässern angeln. Und so wie die Freizeit-Fußballer unter uns auch nicht mit Harry Kane in der Allianz-Arena spielen, sondern zuhause auf dem Bolzplatz, so geht es uns Hobby-Anglern doch vermutlich auch zum Großteil ähnlich wie mir. Natürlich hängt das stark von den jeweiligen Gegebenheiten, dem persönlichen Einsatz, sowie der Zeit und den Gewässern ab, die man zur Verfügung hat. Natürlich gibt es die Hecht-Kings hier im Barsch-Alarm, die jedes Jahr mehrere Meterhechte fangen. Aber trotzdem gibt es auch viele „normale“ Angler hier, denn immer wieder lese ich in den verschiedenen Threads tolle Posts wie „ich habe heute meinen Hecht-PB auf 91 cm erhöht“, oder „ich will 2026 meinem Schwiegervater zu seinem ersten Meterhecht verhelfen“. Also, genießt wie ich die Videos der Profis, lasst euch davon unterhalten und inspirieren, aber vergesst nicht: Das echte Angeln, das echte Leben ist da draußen. Freut euch über eure persönlichen Erfolge, ob groß oder klein. Und vor allem: Geht raus und genießt das schönste Hobby der Welt.
 
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gabo

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Wirklich sehr toller Bericht und eine super schöne Geschichte, wie du dir den Meterhecht über drei (?) Jahrzehnte kontinuierlich erarbeitet hast. Sehr verdient und ich kann die Nuance Leere, die du beim Fang gespührt hast, gut nachvollziehen (obwohl ich noch nicht in den Genuss eines Meterhechts gekommen bin). Danke fürs Mitnehmen auf diese Reise!
 

Logge

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Eine wirklich sehr schöne Angelgeschichte!

Ich kann mich auch noch gut an die Zeit erinnern, als wir mit dem gelben Angelschein am Weiher gewartet haben, bis hoffentlich eine Aufsicht gekommen ist. Da wurde dann teilweise zurück ins Dorf geradelt und die anderen Kumpels rausgeklingelt „Gerald ist draußen und macht uns Aufsicht!“
 

troutperchbix

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Herzlichen Glückwunsch! Schön, dass sich dein Traum erfüllt hat! Hab mich auch in deinem Bericht wiedererkannt. Habe ebenfalls keinen Angler in der Verwandschaft, aber wurde trotzdem auch in ganz jungen Jahren mit dem Virus infiziert! Konnte stundenlang Anglern am Strand zusehen, obwohl ich sonst einen ausgeprägten Bewegungsdrang hatte :)
 

Mohrchen

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"Einmal nur einen Meterhecht fangen und dann sterben!" ;)
Super toller Bericht, danke Dafür!
 

Hilbig

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Danke für diesen tollen Bericht.
Ich versuche auch immer die Fische die ich fange nicht nur nach der Größe.
Sondern auch nach dem Gewässer und den Umständen zu bewerten die es gebraucht hat sie zu fangen.
Wie du so toll beleuchtet hast hat nicht jeder die Gewässer zur Verfügung im Mainstream als groß bezeichnete Fische zu fangen.
 

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