Bleiverbot in der EU geplant

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benwob

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Naja. Ich ging laut meinem bisherigen Wissensstand davon aus, das durch abgerissenes Blei kein Umweltschaden beim Fischen entsteht.

Richtig. Zumindest gibt es bisher wohl keinen wissenschaftlichen Nachweis, abgesehen von einigen Aufnahmen beim Fressen durch Wasservögel.
Auch der DAV weist ja in seiner Stellungnahme dazu daraufhin.

Aber das wurde hier ja schon ausreichend im Thread diskutiert.

Und genau deshalb ist diese Entscheidung der EU halt einfach nur eine Klatsche in die Gesichter der europäischen Händler.
 

PhilippPDM

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Was schätzt ihr. Wie wird sich das ganze auf die Tungsten Preise auswirken? Bzw. Kann überhaupt so viel Alternative aus Tungsten produziert werden?
 

benwob

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Was schätzt ihr. Wie wird sich das ganze auf die Tungsten Preise auswirken? Bzw. Kann überhaupt so viel Alternative aus Tungsten produziert werden?

Tungsten wird vermutlich deutlich teurer werden, bzw. teilweise sogar aus dem Angelnsektor verschwinden.

Einzelne Firmen nehmen das aufgrund der extrem gestiegenen Einkaufspreise ja schon aus dem Programm und verkaufen nur noch die Lagerbestände ab.
 

Fidde

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Ich sehe auch tatsächlich das größte Problem bei Bleiködern. Ich habe Zinn- Jigs, Blei-Jigs und Tungsten-Jigs. Die jeweiligen Größen und Sinkverhalten variieren stark bei gleichem Gewicht. Die Bleivariante würde ich wohl am meisten vermissen, habe aber auch noch einen Lebensvorrat.
 

LifadxD

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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eine echte preislich und von den Eigenschaften her einigermassen vergleichbare Alternative zu Blei gefunden wird.
PSE sagt halt leider "nein".
In der nach Dichte geordneten Tabelle stehen um Wolfram herum so Dinge wie:
Platin, Plutonium, Gold, Tantal, Uran.
In der Nähe von Blei stehen Sachen wie Palladium, Silber, Molybdän, Bismut (s. Chatter-Rushka etc)
Ist halt alles giftig, teuer, selten oder radioaktiv.
Danach kommt dann sowas wie Nickel (Kontaktallergen), Kupfer (weich, auch teurer) und dann ist man schon bei Eisen. Eine wirklich unentdeckte Alternative, die vergleichebare Dichte, gewisse Härte und erschwingliche Kosten vereint gibt's da nicht, finde ich.
Vielleicht muss man auch den Gedanken zulassen, dass wir in einer Dekade halt mit Stahljigs angeln?!
Oder es werden sich Systeme wie Chebu mehr durchsetzen, dass man eben wenige teure Gewichtsmurmeln und viele Haken hat, statt an jedem Haken eine Murmel.

P.S. Wenn endlich jemand den Flug mit Überlichtgeschwindigkeit erfindet, könnten wir ein Löffelchen Neutronensternmaterie organisieren. Ultra dicht, ultra schwer. Da könnte man ne richtige Range draus machen:

Das wäre beispielsweise die Neutronenstern Chebu in 5000g:
Screenshot_20260505_224207_eBay.jpg

Oder hier die Neutronenstern Jigköpfe zwischen 500g und 6500g:
Behr-Jighaken-lose-Gr.-10_2.jpg
 

benwob

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Vielleicht muss man auch den Gedanken zulassen, dass wir in einer Dekade halt mit Stahljigs angeln?!
Oder es werden sich Systeme wie Chebu mehr durchsetzen, dass man eben wenige teure Gewichtsmurmeln und viele Haken hat, statt an jedem Haken eine Murmel.

Ja das mag sein, Stahl hat für mich unter bestimmten Umständen aber halt einfach zu große Nachteile.

Und gewisse Gufis lassen sich halt einfach besser mit dem Jig als der Chebu fischen und viele Rigs lassen sich halt auch nicht einfach dadurch ersetzen.

Und falls Tungsten vielleicht dann irgendwann eh auch raus ist weil zu teuer, dann bleibt's halt doch beim Blei, dessen Nutzung ja weiter erlaubt bleibt.
 

Pitte

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Wenn ich das richtig verstehe gibt es nur ein Verkaufsverbot, aber kein Nutzungsverbot.
Bin mal gespannt, wie viele in Zukunft einfach selbst gießen und dann noch pulverbeschichten.
 

Joseph

Bigfish-Magnet
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Wenn ich das richtig verstehe gibt es nur ein Verkaufsverbot, aber kein Nutzungsverbot.
Bin mal gespannt, wie viele in Zukunft einfach selbst gießen und dann noch pulverbeschichten.
Sehe ich auch so. Vielleicht ist es auch so, dass die EU gar keine Möglichkeit hat die Nutzung zu regulieren und deshalb nur den Verkauf verbieten kann. In etwa so wie das Fischereirecht ja hier immer Ländersache ist und nicht durch den Bund geregelt wird!?
Im Endeffekt ist es wahrscheinlich ein nutzloses Gesetz ohne Konsequenz....nur die Bezugsquellen werden sich ändern und es wird nicht einfacher oder billiger.
Aber wo ein Wille (oder auch eine Gesetzeslücke) ist, da ist auch.....;)
 

backlash63

Gummipapst
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Aktuelle Mitteilung vom DAFV. Ob es hier im Thread tatsächlich eine neue Info ist, weiß ich nicht, aber ich gebe es gerne mal weiter.

"Am 29. April 2026 hat der REACH‑Ausschuss der Europäischen Union mit knapper Mehrheit dem Vorschlag der EU‑Kommission für ein Verkaufsverbot von Blei in Angelgeräten zugestimmt.
Der verabschiedete Text wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Prüfung vorgelegt. Beide Institutionen haben drei Monate Zeit, um Einwände zu erheben. Sollte dies nicht geschehen, kann die EU-Kommission die Verordnung verabschieden und im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichen. In diesem Fall könnte der Gesetzestext in etwa vier bis fünf Monaten in Kraft treten."
 

HHangler

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Ronnie

Barsch Vader
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Im Taucherforum über nen interessanten Artikel gestoßen zum Thema Angel-Blei:

Artikel Bleibergung im Meer

Der Hauptartikel beschreibt die erschreckende Menge an Blei, die an zwei Wracks in der Nordsee geborgen wurde, insgesamt 8.177 bleihaltige Angelgewichte – zusammen mehr als 2,5 Tonnen .

Die m.M.n. besonders interessanten Passagen:

Warum Blei im Wasser ein Problem ist

Blei ist ein Schwermetall, das sich in der Umwelt kaum abbaut und sich in Organismen anreichern kann. Besonders gefährdet sind Wasservögel: Sie verwechseln kleine Bleiteile häufig mit Nahrung oder mit den Steinchen, die sie zur Verdauung benötigen, verschlucken sie und verenden qualvoll an einer Bleivergiftung – ein Effekt, der etwa bei Höckerschwänen in Großbritannien gut dokumentiert ist. Elementares Blei oxidiert im Wasser relativ schnell und wird dadurch kaum löslich, was das direkte Risiko für Fische begrenzt, doch an der Wasseroberfläche und für grundelnde Vögel bleibt es eine Gefahr.

Wie groß der tatsächliche Beitrag der Angelfischerei zur gesamten Bleibelastung der Meere ist, wird kontrovers diskutiert: Anglerverbände verweisen darauf, dass Industrie und Altlasten den Löwenanteil der Bleieinträge verursachen, während Naturschutzorganisationen auf die europaweit erhebliche Gesamtmenge verlorenen Angelbleis verweisen – die Europäische Chemikalienagentur ECHA schätzt, dass ohne Regulierung in den kommenden 20 Jahren bis zu 876.000 Tonnen Blei zusätzlich in die Umwelt gelangen könnten.

Die EU reagiert

Genau hier setzt eine neue EU-Regelung im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH an: Bleihaltige Angelgewichte sollen künftig schrittweise verboten werden, mit Übergangsfristen von mehreren Monaten bis zu fünf Jahren je nach Produktkategorie. Kleinere Ausnahmen bleiben bestehen, etwa für Bleianteile unter einem Prozent des Gesamtgewichts. Bis die Umstellung auf bleifreie Alternativen europaweit abgeschlossen ist, dürfte es allerdings noch dauern – und die Wracks vor Nieuwpoort zeigen eindrücklich, wie lange sich verlorenes Blei am Meeresgrund hält, selbst wenn die Angelei dort längst verboten ist.
 
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Pabstat

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Sind ca 300g pro Blei im Schnitt. Da stellt sich mir die Frage, ob hier nicht Fischereiblei von Netzen und tatsächliches Angelblei vermischt wird oder ob es tatsächlich Reine Sportfischereibleie sind. Und in der Tat war doch damals zu lesen, dass das Ganze vor allem auf die Berufsfischerei abzielt, da hier halt deutlich mehr Blei "abfällt", wie beim Petrijünger.

Abgesehen davon sind die Erkenntnisse aus dem Artikel nicht neu.
 

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