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Berliner Spree umgekippt?

Dieses Thema im Forum "Berlin & Brandenburg" wurde erstellt von sebsonic, 31. Juli 2013.

  1. sebsonic

    sebsonic Nachläufer

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    Hi,

    bin eben gerade in der Pause an der Spree gewesen (Höhe Bellevue) und gesehen, daß dort hunderte Barsche tot an der Oberfläche treiben. Die meisten waren wohl schon länger tot (aufgebläht, Schuppen fast weiß). Alle Größen vertreten, bis ca. 30cm, zum Großteil aber fingerlang. Ein paar Rotaugen waren auch dabei, aber zum Großteil waren es Barsche - trauriger Anblick :( Konnte auch nicht ausmachen, ob die von oben runter kamen, vermute es aber (Regen, die letzten zwei Tage). Fischereiamt hat heute leider zu, sonst hätte ich da mal angerufen.

    Frage: Hat jemand die Tage evtl. was ähnliches beobachtet? Kommt das evtl. im Sommer öfter vor wegen Sauerstoffmangel (habe es zum ersten mal so gesehen)? Könntes evtl mit dem Streik der Schleusenwärter und verringerter Fließgeschwindigkeit zusammenhängen?

    cu seb
     
  2. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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    Ja, nach Starkregenereignissen gerade im Sommer nach langen Trockenphasen. Bei Starkregen läuft die Kanalisation über (planmäßig), was eigentlich auch nicht ganz so kathastrophal ist wie es sich erst mal anhört, da es sich ja zu 95 % um Regenwasser handelt. Nur werden durch die lange Trockenphase vorher mit einem Schlag auch sehr viele Nährstoffe eingetragen. In Verbindung mit dem schnellen Stoffwechsel bei warmen Temperaturen und dem damit verbundenen Sauerstoffbedarf sowohl bei der Zersetzung der Nährstoffe als auch bei den anderen Lebewesen (z.B. Fischen) und der Tatsache, dass Wasser mit zunehmenden Temperaturen absolut weniger Sauerstoff aufnehmen kann, wird das dann regelmäßig eng für die Fische.

    Nein, die fließgeschwindigkeit hängt vom Abfluss ab, der sich über die Wehre regelt. Schleusenwasser verringert nur den Anteil, der über das Wehr geht. Wird nicht geschleust, geht eben alles über das Wehr.
     
  3. sebsonic

    sebsonic Nachläufer

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    Hier werden Sie geholfen. Hab Vielen Dank, Wolf.
    cu, seb
     
  4. schlotterschätt

    schlotterschätt Barsch Vader

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    Auch sehr interessant !!!
    Selbst die Regierung leistet ihren Beitrag. :wink:
    Aber wehe Ihr pinkelt jetze in't Wasser ! :mrgreen:
     
  5. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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  6. sebsonic

    sebsonic Nachläufer

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    Danke auch nochmal für die links. Kurzer Nachtrag: Als ich ein paar Stunden später nochmal unten war, ist gerade so ein "Müllkutter" gekreuzt und hat die Kadaver abgesammelt.

    cu seb
     
  7. Meridian

    Meridian BA Guru Moderator im Ruhestand Gesperrt

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    Warum auch nicht...die lassen sich keine Kohle entgehen.
    Das ist 100%iges Ökogas :) (abgesehen von dem Einsatz des Kutters, aber keine Ahnung ob der vielleicht mit Rapsplürre läuft....und der Träkka der den Raps erntet mit Sonnenblumendiesel und der Zulieferer der Kadaver mit Solarstrom...ach was weiss ich. Alles Schwindel, irgendwo hinkt's in der Kette. Ganz bestimmt :twisted: )
     
  8. MikeThePike

    MikeThePike Echo-Orakel

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    Vor allem wird da jemand das gemeldet haben, verwesende Fische sind dem Sauerstoff im Gewässer ja nicht grad zuträglich und müssen schnell raus. Von evtl. Geruchsbelästigung für die Touris mal abgesehen. Ich denke dann wird sicher auch bald wieder das Belüftungsschiff auf der Strecke fahren.
     
  9. Tomasz

    Tomasz Echo-Orakel

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    Ja das soll auch so sein. Zuständig für die Reinigung der meisten Gewässer 1. und 2. Ordnung in Berlin in der Senat. Zur Reinigung zählt dabei u.a. auch das Abfischen/Absammeln von toten Fischen.
    Die Reinigungstouren fahren dabei regelmäßig durch die Stadt. Allerdings sind sie auch auf die Informationen von Bürgern/Fischereiamt angwiesen. Deshalb kann es nicht schaden, dass man solche massiven Fischsterben bei der Fischereibehörde mit möglichst genauem Ort und ungefähre Anzahl der toten Fische oder der Größe des Fischteppichs dort meldet.
    Fischereiamt Berlin
    Dieses leitet die Infos dann an die zuständigen Senatsstellen weiter, die die Reinigungstrupps los schickt.
    Warum die Fische bei Hitze und Starkregenereignissen massenhaft sterben wurde ja eingangs schon sehr gut erklärt. Damit die Gewässer nicht zusätzlich belastet werden und Sauerstoff zehren aber natürlich auch wegen der Geruchsbelästigung und evtl. Gesundheitsgefahren müssen die toten Tiere raus. Oft dümpeln in solchen Fischteppichen auch große aufgedunsenen tote Ratten, die mit dem Wasserschwall aus der Kanalisation gespült werden.

    Gruß

    Tomasz
     
  10. tiergarten89

    tiergarten89 Barsch Simpson

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    moin leute
    klinke mich hier mal ein.

    war heute an der spree unterwegs, ohne angel.
    auch heute war es ein bild des schreckens, nicht nur das ich auf der abgelaufenen strecke von c.a. 500m um die 300 tote barsche gesehen habe, auch große fische erliegen den gegebenheiten, 3 zander von 30-60cm, etliche rapfen von kapitalem ausmaß, mehrere aale, unzählige brassen und plötzen als auch alande. nach rücksprache mit der wsp mitte werden morgen wieder maßnahmen ergrifen die kadaver zu entfernen, eine belüftung wird noch dauern da die schiffe auf dem lwk unterwegs sind. erschreckender war aber die massive algenblüte, die über nacht wohl weitere opfer der fauna fordern wird. es hat sich ein richtig dichter , metallisch schimmernder algenteppich in den oberen wasserschichten gebildet und entlang der gesamten streke verbreitet sich ein ekelhafter, modrig - fischiger gestank.
    leute, das macht mich echt traurig
     
  11. südberlinMatze

    südberlinMatze Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    hey hey!! hab im vorbeigehen gesehen das die bild heute groß über das fischsterben berichtet!! hab erschreckende bilder gesehen!!! kann nichts zum artikel sagen weil ich die zeitung im normalfall nicht lese bzw grad noch so den sporteil ertrage!! hats jemand gelesen????was war der o-ton???
     
  12. Meridian

    Meridian BA Guru Moderator im Ruhestand Gesperrt

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    Also ich bin ja der Meinung, dass das Verschulden z.T. durch die Behörden ausgelöst wurde....und zwar aus folgendem Grund:

    Bekanntermaßen gab es ja vor kurzer Zeit ziemliche Probleme mit hohen bis sehr hohen, teilweise schon dramatischen Wasserpegeln der Spree.
    Meine Eltern waren selbst betroffen und stapelten Sandsäcke.
    Es fehlten nur noch knappe 10cm, dann wäre die unterste Etage des Hauses geflutet worden und wir hätten gleiche Bedingungen wie 84 gehabt. Egal, darum geht es nicht.
    Fakt ist, dass zu diesem Zeitpunkt ALLE Wehranlagen, Schleusen etc. auf vollen Durchlass gestellt/-öffnet wurden, was ja auch durchaus nachvollziehbar und sinnvoll ist.
    Warum aber selbst nach dem Ablaufen des Wasser im Bereich des Spreewaldes UND der Talsperre weiterhin die Anlagen so weit geöffnet blieben, ist mir ein absolutes Rätsel. Ich will nicht unken, aber die Entwässerung des Wassers aus dem Oberlauf war bereits mindestens seit 2 Wochen erfolgt und keine erneute langanhaltende Schlechtwetterphase in Sicht !
    Der gesamt Spreewald hat aktuell sooo wenig Wasser, wie ich es noch nie gesehen habe. Selbst im extrem warmen Jahr 2003 gab es solch niedrige Stände zu keiner Zeit.
    Ich verstehe die Philosophie dahinter nicht. In der Regel wird darauf geachtet, dass der Spreewald nicht zu rasch entwässert und die Wehre meist schon recht hoch gefahren, aber in diesem Jahr wurde da echt was versäumt.
    Eine weitere Anekdote .... selbst Paddler durften unterhalb Scheitel Lübben bis vor 2 Wochen noch keine Paddelboote etc. zu Wasser lassen. Verwandtschaft mit Gastwirtschaft und Bootverleih klagt über hohe Umsatzeinbußen. Auch darum geht's auch nicht und es ist mir fast egal, weil Klagen auf hohem Niveau, ABER verständlich, wenn Gäste kommen, sich nach Booten erkundigen und diesen gesagt werden muss, dass nicht gefahren werden darf. Jene fühlen sich vollkommen veräppelt, denn ein Blick ins Fließ verriet...stehendes Wasser bei einer Tiefe von knapp einem halben Meter.
    Soll heissen...die denken natürlich, dass man ihnen die Boote aus persönlichen Gründen nicht geben will. Stimmt aber nicht.

    Resümee:
    Meiner Meinung nach siehts bei Euch in Berlin jetzt nur so aus, weil zu lange, zu viel entwässert wurde, selbst nachdem das hohe Wasser schon lange, lange wieder weg war.

    Im übrigen alles auch kein Weltuntergang. Da schwimmen schneller wieder Fische als man denken mag. ;)
     
  13. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

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    Basti, das passiert hier...ähh...ich meine natürlich da jedes Jahr - meist mehrfach. Usache und Wirkung sind hinlänglich bekannt. Es gibt ein Belüftungsschiff der Stadt, dass aber im Grunde nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Schon deshalb, weil beispielsweise der Landwehrkanal (oben LWK abgekürzt) chronisch unter Sauerstoffarmut leidet und das Schiff da im Sommer praktisch durchgehend unterwegs ist. Effektiver sind Auffangsbecken vorher, die durch Ihr Volumen Häufigkeit und Eintragsmenge reduzieren. Sind ja auch weiterhin einige im Bau.

    Was aus dem Spreewald ggf. ausgetragen wurde, das liegt schon viel früher am Grunde der vor Berlin liegenden Seen. Und die sind von dem Problem nicht betroffen, das trifft die Stadtspree.
     
  14. Meridian

    Meridian BA Guru Moderator im Ruhestand Gesperrt

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    Hy. Achso, dass wusste ich nicht.
    Na dann ist es ja umso weniger dramatisch, auch wenns im ersten Augenblick aber so ausschaut.

    Ich dachte, ihr habt einfach zu wenig Wasser abbekommen, was ja letztlich auch zu schnellerer Durchwärmung und weniger O² führt.

    Aber wenn dem nicht so ist....ist alles im Lot und sollte denjenigen, welche jetzt betroffen sind, erst Recht zeigen, wie schnell sich das Leben wieder einfindet. Gerade, wenn dort die Problematik "öfter" auftritt.

    Danke für Deine Erklärung.
     
  15. tiergarten89

    tiergarten89 Barsch Simpson

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    Bild ist mal wieder der könig der information und sprach zuerst mit den toten!!!
    der artikel von gestern ist nun online

    berliner bild

    die bz wird da naturgemäß auch nicht genauer

    BZ
     
  16. Tomasz

    Tomasz Echo-Orakel

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    Völlig richtig. Jedes Jahr das gleiche Spiel und die gleiche "Aufregung" darum. Es braucht dazu einfach nur einen richtigen Sommer mit über viele Tage hinweg warmen bis heißen Temperaturen und der damit verbunden Sauerstoffzehrung sowie einem dann folgenden Starkregen der die Kanäle überlaufen und damit in die Vorfluter laufen lässt.
    Das gleiche Spiel wie im Winter wenn nach langen Frostperioden mit dickem Eis in kleinen Tümpeln wie z.B. im Pläterwald die Fische sterben.
    Das Ergebnis sieht "grauenhaft" aus und stinkt zu Himmel, den Fischbestand ernsthaft gefährdet hat es meines Wissens aber bislang nicht.

    Gruß

    Tomasz
     
  17. Tomasz

    Tomasz Echo-Orakel

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    Ich bin Sicherheit kein Freund der beiden Blätter, aber so verkehrt sind die Artikel doch gar nicht. Für die Allgemeinheit reichen diese Informationen doch völlig aus und so viel anders steht es hier im Forum auch nicht geschrieben. Ob das Fischsterben jetzt einem Totalverlust gleich kommt vermag ich nicht zu beurteilen. Ich denke eher nicht, aber da soll das sollte am Ende das Fischereiamt besser beurteilen können.

    Gruß

    Tomasz
     

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