Die Kleine Kunde Vom Seeigel (Coike Fischen auf Bass)

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Drakestar

Gummipapst
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Wer sich momentan mit Bassfischen und Turnieren beschäftigt weiß, dass viele dieser Turniere mit einem Coike gewonnen werden. Das trifft sowohl auf die professionellen Ligen (Bassmaster Elites und MLF) als auch auf lokale Turniere zu (bei beiden unserer Clear Lake Turniere hatten die meisten gut plazierten Angler Coikes geworfen). Was hat es mit diesen Dingern also auf sich? Ich habe mich keineswegs zum reinen Coike Angler gewandelt, setze sie aber öfter ein und kann von ihnen erzählen.

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So ein Coike sieht einem Seeigel tatsächlich ähnlich. Laut Google ist die Japanische Übersetzung für Coike “thick hair” oder “dense hair”; glauben wir das mal. Ursprünglich war dieser Köder wohl als Topwater Bait gedacht: durch das TPE Material hat er Auftrieb, durch die Tentakeln verdrängt er eine Menge Wasser. Daß Bass jemals einen Seeigel gesehen oder gefressen haben halte ich natürlich für ein Gerücht. Aber ich habe Berichte gesehen, dass junge Bass in der Wachstumsphase Zooplankton fressen das sehr ähnlich aussieht, und deshalb biologisch auf die Beute eingestellt sind.

Generell stürzen sich Fische oft eh auf alles was fressbar aussieht, und wenn man mit einem Köder viel Wasser bewegt und eine Reaktion auslöst, kann man damit natürlich wunderbar Fische anlocken und Bisse provozieren. Genau so machen es gute Coike Angler: sie finden per Forward Facing Sonar Bass (zum Beispiel schwebend an Stegpfeilern), werfen den Fisch an und animieren den Coike vor dessen Nase. Oder sie suchen Felsstruktur, an der der Coike dann aggressiv vorbei getwitched wird. Die Bisse kommen als Reaktion in der Pause: normalerweise hat man auf einmal einen Fisch an der Leine, wenn man das nächste mal twitcht.

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Geriggt wird ein Coike auf alle möglichen Arten; der Köder ist noch so neu, daß jeder seine eigene Methode erfindet. Man braucht auf jeden Fall ein Gewicht im Unterbau (normalerweise 3/32 - 1/8oz), um den Köder langsam fallen zu lassen. Das passiert z.B. durch ein eingestecktes Nail Weight oder per Ösengewicht am Sprengring / Screw Lock. Ein Einzelhaken funktioniert, aber auf Clear Lake haben sich zwei Methoden durchgesetzt: ein großer Drilling oder ein Doppelhaken aus einem Frog. Der Drilling wird oben mit einem Baitstopper fixiert, der Frog Hook wird durch den Coike gezogen und spießt den Köder regelrecht auf.

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Und dann twitcht man sich mehr oder weniger gezielt (es geht auch ohne FFS) an dem Bass vorbei und hofft auf eine Reaktion. Dadurch, dass sich die Fische den Coike normalerweise in den Pausen schnappen und man recht zaghaft zupft hat man normalerweise keinen guten Anschlag - die Haken sitzen nicht richtig. Da heißt es dann, den Fisch auf vollem Zug mit voller Spannung in das Netz zu bugsieren, wo der Haken oft aus dem Maul des Fisches fällt, sobald die Schnur schlaff wird. Die richtige Rute zu finden ist gar nicht so einfach: sie muss kräftig genug sein, um den Fisch schnell ins Boot zu bringen und die Haken so gut wie möglich zu setzen, braucht aber eine Spitze, die fein genug ist, um den Coike zu animieren. Und idealerweise ist die Rute moderat genug, um die Fische gepinnt zu halten! Verschiedene Angler benutzen verschiedene Ruten, ich habe mich auf eine Dobyns Xtasy 754 (Fluoro) und eine US Steez “The Sensor” geeinigt (Braid-to-Leader). Egal ob Geflochtene oder nicht - es sollten auf jeden Fall 15-17lbs Fluoro sein.

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Nun gut, wird dieser Köder dem Hype gerecht? Auf jeden Fall (oder auch “leider”, je nach Sichtweise), er ist momentan ganz klar die beste Methode, große Turnierfische zu fangen. Zwischenzeitlich war es deshalb extrem schwer, einen echten Hideup Coike Fullcast zu kaufen: die Profis haben dafür öfter 200$ auf eBay ausgegeben. Inzwischen gibt es aber jede Menge Alternativen an “Urchin Baits”, zum Beispiel die Prickly Pear von Hag’s Baits und den Shake’em Up von Skinny Bear. Die Aufbewahrung gestaltet sich auch etwas umständlich: idealerweise bleiben diese Seeigel aufgespießt, damit sich die Tentakeln in der Hitze nicht verbiegen. Es gibt es inzwischen aber Optionen, ich habe mir auf Etsy ein 3D-printed “Stachelboard” bestellt, die in eine tiefe 3700 Box passt.

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Und dann die finale Frage: geht das auch auf Barsch und Konsorten? Ich habe leider keine Ahnung, kann mir aber gut vorstellen, dass schon jemand mit dem Pelagen angefangen hat und es nur niemandem erzählt :)

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Pingoon

Nachläufer
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Ha, spannend! Danke für den Beitag. Ich habe mir zu Beginn des Jahres von Raid Japan eine Packung "2Way" geholt. Geht vom Prinzip in die gleiche Richtung. Bis jetzt hatte ich aber zu wenig Mut ihn auszuprobieren, bzw. ging er vergessen :D Das wird sich dieses Wochenende jedoch ändern, inspiriert durch deinen Beitrag! Wahrscheinlich am Free-Rig aber mit einem Wacky-Hook.

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Bookwood

BA Guru
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Die Teile fangen am Dropshot. Nicht solche Trümmer wie auf Bass dann geht's auch mit Einzelhaken. Man denke nur an Reste vom Gummiködern mit Silikonfäden getunt.
 

dgspec

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Als experimentierfreudiger Spinner hier ja bekannt ,habe ich seit dem Erscheinen typ-ähnlicher Baits auch einige OSP Dice rubbers, RAID one und 2way in verschiedenen Größen im Bestand.

Bin auch vom Prinzip der Reizwirkung der Tentakel überzeugt und der aktuelle Hype in den Staaten hat sicherlich einen "fängigen" Grund.

Bislang ist meine Erfahrung damit aber sehr limitiert.

Der Dice Rubber am Dropshot funktioniert, in der floating Version als Topwater Döbelköder auch.
Allerdings auch nicht besser bei mir als herkömmliche Köder bei gleichem Einsatz.

Die 2ways habe ich bislang nur wacky bzw am Free Rig eingesetzt, ja auch da gab es gelegentliche Fänge, allerdings sind das bei mir bislang auch keine Game Changer.

Bin sicher, dass ich da noch "Fehler" in der Montage und Führung mache, allerdings hab' ich bislang auch noch kein wirkliches Einsatz-Szenario gefunden um mich da mehr rein zu fuchsen.

Der Big 2way in floating, beschwert mit einem 0.9gr Grenade weight, leicht auftreibend am Grund sieht auch sehr erfolgsversprechend aus und wird wohl in Zukunft noch mehr getestet und gefischt werden.

Bin super gespannt auf weitere Coike Berichte von Drakestar und hoffe da auf zusätzliche Inspiration für mich.
 

Zander-Whisperer

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Vielen Dank, @Drakestar - deine Berichte finde ich immer sehr bereichernd.

Ich hab' den Coike, seit dem er verfügbar ist, in allerlei Variationen/Farben gekauft und getestet. Gefangen hab' ich damit bisher noch nix, allerdings waren es auch immer viel zu große Exemplare für unsere heimischen Barsche... allerdings handelte es sich hierbei auch um die Fullcast, sowie die 17mm Version.

Seit wenigen Tagen hab' ich nun den Coike Mini, und werd' das demnächst mal testen. Ich werd' den Topwater sowie am Dropshot führen, jeweils an Spots, von denen ich weiß, dass Fische vorhanden sind. Bodennah geführt hatte ich zu viele Grundel-Angriffe, das nervt.
 

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