Die "beste" Gebühr, die mir jemals auferlegt wurde, ist im Rahmen unseres Bauantrags entstanden.
Wir hatten unseren Bauantrag damals in Papierform gestellt, natürlich mit genau der Anzahl an Ausfertigungen, die in der Landesbauordnung gefordert werden.
Drei Wochen später habe ich ein Schreiben im Briefkasten: Die Baubehörde fordert noch eine weitere Ausfertigung an, da eine ihrer Abteilungen in einem dedizierten Gebäude in einem anderen Stadtteil sitzt. Und für die brauchen sie auch eine Ausfertigung.
Da der Bauantrag aus Sicht der Baubehörde damit "unvollständig" war, obwohl ich doch nichts dafür kann, dass deren Abteilung woanders sitzt, wurde der Bauantrag vorerst nicht weiterbearbeitet (Fun fact: Wie ich danach erfahren hab, hatten sie in den drei Wochen noch nicht einmal mit der Prüfung des Bauantrags angefangen, sondern waren gerade erst am Verteilen der Ausfertigungen).
Richtig skurril wurde es dann, als sie von mir auch noch 18€ Gebühr für die Nachforderung von Unterlagen verlangten. Mein Bauantrag sei schließlich "unvollständig", obwohl er wie o. g. der LBO entsprach. Dass sie selbst einfach eine Kopie des Bauantrags machen, war offenbar keine Option.
Um den Bau nicht noch weiter zu verzögern, haben wir auf weitere Diskussionen verzichtet, die Unterlagen nachgereicht und die Gebühr zähneknirschend bezahlt. Letztendlich hat es übrigens ein komplettes Jahr gedauert, bis der Bauantrag für unser Einfamilienhaus genehmigt war.
Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten und ein paar sehr realitätsfernen Aussagen einzelner Mitarbeiter, ging der Bauantrag dann immerhin ohne großes Tam Tam durch.