Momentan bereite ich mich mit meinem Turnierpartner auf das Yak-A-Bass Tournament of Champions auf Lake Berryessa vor. Ob wir da viel reißen werden weiß ich nicht (im Team gar nicht, weil wir nur ein Event bestritten hatten und nicht qualifiziert sind). Solo aber schon, und wir finden die Herbstfische zumindest - sie wollen vor allem Shad Imitate, und besonders Spoons und Blade Baits laufen.
Am Wochenende habe ich also das letzte Turnier dieses Jahres auf Berryessa bestritten; unerwarteterweise auch im Team mit Mike, nachdem einige Rückzieher und in den Wettbewerb rutschen ließen. Dadurch, dass Solo und Team gleichzeitig am Samstag / Sonntag stattfanden, konnten wir die ganze Zeit als Truppe angeln.
Mike hatte Donnerstag und Freitag nochmal zeitnah trainiert und bestätigt, daß dich Pattern in den letzten Wochen nicht geändert hatte: es ist Herbst und die Bass schließen sich zu (teilweise sehr grossen) Rudeln zusammen, um Shad zu jagen; weil das alles in Tiefen von 12-18 Metern stattfindet, erreicht man sie am besten mit schweren Spoons.
Warum so ein
Jigging Spoon (der einem “Pilker” ähnelt, mit denen ich in meiner Jugend noch auf Zander gefischt hatte) funktioniert, sieht man in einem Foto aus dem Training: der Beutefisch, den dieser Bass ausgespuckt hatte, und der Köder, auf den der Fisch gebissen hatte… das passt wie die Faust aufs Auge!
Nebenbei liefen auch größere
Flutter Spoons sehr gut, aber dazu später mehr.
Wir wollten das Wochenende entspannt angehen, zumal sich die Spots eh mit den Bait Balls bewegten und nicht komplett berechenbar waren. Am Samstag war es auch so windig, dass wir das Angeln in der Bucht um den Launch bevorzugen; da war es nicht nur ruhiger, da hatte Mike am Freitag auch “mal eben” einen 19”er gefangen. Eigentlich eine gute Idee, schön relaxed, aber leider kam ich in der Gegend auf keinen grünen Zweig.
Fische gab es zwar: einen 16.75” + verwirrte Forelle bei Mike und gleich vier Bass bei mir… die aber leider allesamt zu klein waren, um zu “keepen”. Wenn das Minimum 12” ist (beim Team sogar 14”) und man in 4 Stunden nur vier solcher 6-10” Winzlinge aus der Tiefe zieht, dann geht einem irgendwann doch die Ruhe verloren.
Nach 4 1/2 Stunden hieß es also: Entscheidungsfreude zeigen, den inneren Schweinehund überwinden und sich zu einem 50 Minuten Trip gegen die Wellen quälen - um die Gegend zu erreichen, in der wir in den Wochen zuvor die meisten Fische gefangen hatten.
Dort angekommen, waren die Fische natürlich nicht mehr da, wo sie vor ein paar Wochen waren und mussten erst wiederentdeckt werden. Die Tiefenkarte hilft enorm: 40-50 Fuß Tiefe abfahren und die Enden von Unterwasserschluchten sowie Einbuchtungen von versunkenen Hügeln absuchen - via Side Imaging, 360 oder FFS.
Und auch wenn wir es nicht ins Schlaraffenland geschafft hatten: es gab endlich Keeper! Aus einem großen Bait Ball konnten wir einige Bass herauskitzeln (sie saßen oft mittendrin). Mike hatte 4 Bisse, ich hatte 6, von denen ich 4 verwerten konnte. Groß waren die Fische nicht, aber halt um einiges größer als die vorherigen Fänge!
Endergebnis: 15, 15, 13.50 und 12.50” für ein Tag 1 Ergebnis, das zufriedenstellend war - zumal sich herausstellte, daß ich mit meinen mickrigen 56” auf Platz 9 lag. Der Tag war schwierig und die Hälfte des Feldes hatte nur einen oder gar keinen Fisch gefangen!
—
Der Sonntag Morgen war viel weniger windig und wir entschieden uns, direkt zum produktiven Wasser vom Vortag zurückzukehren.
Dann wieder Operation “Fische Finden”, bei der Mike zuerst Glück hatte. Am Samstag waren unsere Fische näher am Ufer (aber trotzdem 40 Fuß tief), dieses Mal saßen sie (und natürlich die Shad Balls) weiter draußen, an einer Unterwasserbergkette, die sich zu
Goat Island zieht. Mike hatte schnell sein Limit, ich konnte immerhin zwei gute Fische (17 & 18.25”) fangen, bevor die Bass wieder verschwunden waren. Aber es war ja erst 10:50 Uhr und wir hatten noch satte 4:40 Stunden Angelzeit.
Also ging es wieder auf die Suche, und dieses mal wurde
ich fündig: in einer naheliegenden Unterwasserbucht zeigte mein ML2 ein ganzes Rudel Bass an. Der erste Wurf brachte direkt den dritten Fisch des Tages. Daß dieser nur 14” war wurde schnell belanglos, weil es danach
schepperte. Dazu muss ich erst erwähnen, dass ich am Sonntag auf einen 6” Flatter Spoon umgestiegen war. Und daß man diese Flutter Spoons leicht mit
einem Stinger Drilling an der Schnurseite ausstatten kann (um Bisse auf beiden Seiten zu verwerten). Dadurch lieferte der Köder doppelt: die selbe Schule Bass, ein ähnlicher Wurf, ein fetter Fang, der sich aber irgendwie komisch anfühlte… weil diesmal ein 18.25”
und ein 15.50” an jeweils einem Haken hing. Wahnsinn! Der Fang bescherte mir ein 5-Fisch Limit, was aber schnell vergessen war, denn die nächsten beiden Fänge (nicht „Würfe“, aber Fänge) wiederholten sich: ich war tatsächlich 3x in Folge “doubled up”, und jeder Fisch in diesen Duos war mindestens 15” lang!
Ich hatte also tatsächlich mit drei Würfen sechs Fische gefangen, und alleine dadurch ein Limit von über 80”. Der Tag war eigentlich in trockenen Tüchern - Turnier hin oder her: wir hatten einfach nur Spaß beim Angeln!
Evt. war es ein Quäntchen anstrengend, so eine doppelte Fischlast aus 15m hoch zu kurbeln, und einige Leser werden sich vielleicht Gedanken über das Tierwohl machen. Aber... nunja, zum Thema “Bass & Barotrauma” gibt es viele Erfahrungswerte und ich versichere, das meine Bass ausnahmslos wieder in die Tiefe geschwommen sind. Bass haben genug Kraft um eine evt. expandierende Schwimmblase zu überwinden, und sie schwimmen auch autonom an die Oberfläche (und wieder runter). Das sah ich an Sonntag auch ein paar Mal: ein Bass wurde hochgedrillt und ein Kamerad kam wild attackierend mit hoch geschwommen.
Schon Wahnsinn, was ein erfolgreicher Bassangeltag einen so erleben lässt. Das war das „Fall Bass Fishing“, von dem "die YouTuber" immer wieder schwärmen. Der Rest der Angelzeit ist schnell erzählt: wir sind fleißig zwischen den Spots hin und her getuckert und hatten noch einige Fische gefangen (auch Upgrades, und auch immer wieder mit mit Jigging Spoons). Am Ende des 2. Turniertages hatte ich 87.75”, für ein Gesamtergebnis von 143.50”. Plätze konnte ich damit keine gut machen, weil auch meine direkten Konkurrenten gut gefangen hatten.
Aber der 9. Platz war abgesichert und spendierte mir zumindest einen der coolen Belt Buckles, die an die Top 10 verteilt wurden.
Im Team wurden wir 6., das hätte auch schlimmer kommen können
Das Turnierjahr ist vorbei und ich freue mich auf ein paar einfache Fun-Fishing Trips ohne Druck, bevor ich mir wieder Turnierstress antue. Stellt sich noch die Frage, wo die Reise im nächsten Jahr hin geht. Auf dem
Yak A Bass’ 2026 “Angler of the Year” Leaderboard bin ich immerhin 23. von 161, und der zweitbeste Angler, der nur 4 (von insgesamt 7) Events geangelt hat. Ob ich die Top 10 knacke, wenn ich nächstes Jahr bei allen Events mitangel und keine Punkte liegen lasse? Mal sehen, wie sich die Geschichte entwickelt… das hört sich auf jeden Fall machbar an.