Portugal Bass Trip 2026: Lagos do Sabor

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M.bock81

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Hallo zusammen,

war jemand vor Ort und kann berichten?
Plane eventuell im November ein Kurztrip an den See.

Grüße Markus
 

LeipzigerMerlin

Barsch Vader
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LeipzigerMerlin

Barsch Vader
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Hallo zusammen, ich habe die Zeit der Rückreise direkt einmal für meinen ersten "wirklichen" Reisebericht überhaupt genutzt. Enjoy! :)

Lagos do Sabor: Überbewertet oder echter Geheimtipp?

Gerissene Schnüre im Drill, ein Tournament mit gefühlt unendlich vielen Bassboats auf dem Wasser, große Fische und plötzlich auch noch Motorprobleme - in drei Tagen am Lago do Sabor war eigentlich alles dabei, was einen Angeltrip in Erinnerung bleiben lässt. Dabei fing die Geschichte für mich schon viele Jahre vorher an. Seit ich das erste Mal die Jungs von Tactical Bassin auf YouTube gesehen habe, wollte ich unbedingt einmal selbst einen Schwarzbarsch fangen. Die Köder, die Boote, die brutalen Bisse und vor allem diese Fische hatten es mir einfach angetan. Jetzt sollte es endlich so weit sein. Zusammen mit meinem guten Freund Philipp ging es von Berlin nach Portugal, drei Tage Schwarzbarschangeln am Lago do Sabor. Und um eines vorwegzunehmen: Das wird definitiv nicht mein letzter Bass-Trip gewesen sein.

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Ankommen, Tackle kaufen und die ersten Zweifel

Nach der Landung wurden wir von unserem Guide Elson abgeholt und machten uns auf den rund zweistündigen Weg in Richtung Torre de Moncorvo. Eine kleine portugiesische Stadt zwischen den Hügeln, die ziemlich genau diese südländische Gelassenheit ausstrahlt, die man sich vorher ausmalt. Die Fahrt nutzten wir natürlich direkt, um Elson ein wenig auszufragen. Sein Englisch war, sagen wir mal ausbaufähig. Also wurde wild zwischen Englisch, Händen, Füßen und Google Translate gewechselt. Ein Hoch auf die Technik. Irgendwann kamen wir natürlich auf das wichtigste Thema: Köder. Sakamata Shads seien hier das Maß der Dinge, erklärte Elson. Perfekt! Davon hatte ich reichlich dabei. Dann kam die entscheidende Zusatzinformation: 5 Inch. Weniger perfekt. Ich hatte gefühlt zehn Packungen in 6 Inch dabei. In 5 Inch exakt null.

Also wurde erst einmal geprüft, ob der örtliche Angelladen noch geöffnet hatte. Natürlich nicht. Für einen kurzen Moment sah ich mich schon drei Tage lang meinen völlig falschen 6-Inch-Sakamatas beim Nichtfangen zusehen. Elson fing nur an zu lachen, meinte „No problem, guys!“ und zog einen Schlüssel aus der Tasche. Wie sich herausstellte, gehörte der Angelladen seinem Chef vom Guidingservice. Also wurde der Laden kurzerhand nur für uns noch einmal geöffnet und wir konnten neben den dringend benötigten 5-Inch-Sakamatas auch gleich ein paar weitere lokale Geheimwaffen einpacken. Das nenne ich Service. Wer auf Bass-Tackle steht, sollte für einen Besuch allerdings eine gewisse mentale Stärke beim Blick aufs Konto mitbringen. Neben Sakamatas gab es dort jede Menge weitere Leckereien, denen man als Tackle-Junkie besser nicht zu lange in die Augen schaut. Im Nachhinein stellte sich immerhin heraus: Die zusätzlichen Sakamatas waren eine ziemlich gute Investition.

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Nach dem Ausladen machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch Torre de Moncorvo. Dabei bekamen wir ziemlich schnell einen Eindruck von etwas, das uns während des Trips immer wieder auffallen sollte: Gastfreundschaft und dieses ausgeprägte gesellschaftliche Miteinander. Bestes Beispiel war das Restaurant, in dem wir letztlich jeden Abend landeten. Mehr als einmal griff der Kellner einfach zur Weinflasche des Nachbartisches und schenkte uns daraus ein. Wir müssten den unbedingt probieren. Die Besitzer der Weinflasche? Lachten einfach. Ich habe kurz überlegt, wie die Situation wohl in einem deutschen Restaurant ausgegangen wäre. :D

Zurück in der Unterkunft begann anschließend der für mich mindestens genauso wichtige Teil der Reisevorbereitung: Tackle sortieren und Ruten aufriggen. Da mein Koffer zu ungefähr 95 Prozent aus Angelzeug bestand, gab es ausreichend zu tun. Aber mal ehrlich: Was gibt es Schöneres, als am Abend vor einem großen Trip Köder zu sortieren und sich einzureden, dass man selbstverständlich jede einzelne der mitgebrachten 47 Ködervarianten brauchen wird? Die Nacht war für mich trotzdem gegen 3 Uhr vorbei. Einschlafen? Keine Chance mehr (leider). Ich war einfach viel zu heiß aufs Angeln.

Tag 1 – schlechte Vorzeichen, erster Bass und ein verlorener Großer

Um 7:45 Uhr sammelte Elson uns ein und wir holten unser Boot, ein Nitro Z7 mit 150 PS. In der Halle standen mehr Bassboats, als ich zuvor wahrscheinlich in meinem ganzen Leben auf einem Haufen gesehen hatte.

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Auf dem Weg zur Slipstelle erzählte uns Elson noch etwas, das mich überraschte: Deutsche Gäste gebe es bei ihnen bisher kaum. Der Großteil der Angler komme aus Frankreich und Italien. Vielleicht ist der Lago do Sabor bei uns tatsächlich noch etwas unter dem Radar. Meine zweite Frage betraf natürlich die Fische. Das Gewässer ist noch vergleichsweise jung und ich konnte vorher nur schwer einschätzen, welches Größenpotenzial tatsächlich darin steckt. Laut Elson wurde seines Wissens bisher mindestens ein Bass über 60 cm gefangen. Fische zwischen 50 und 55 cm seien insbesondere im Winter durchaus möglich. Für unseren Reisezeitraum klangen seine nächsten Aussagen allerdings weniger rosig. August sei sehr schwierig, September nicht unbedingt ideal, im Oktober werde es besser und November sowie Dezember seien vor allem hinsichtlich der Durchschnittsgrößen richtig interessant.

Dann kamen wir an der Rampe an. Der Wasserstand lag ungefähr fünf Meter unter dem normalen Niveau. Laut Elson alles andere als optimal.

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In den folgenden Tagen sollte das Wasser sogar noch einmal täglich geschätzt jeweils 20 bis 30 Zentimeter weiter fallen. Das kann man leider auch recht gut auf dem Bild hier sehen, wo am Tag zuvor noch das Wasser stand:

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Noch besser: Die Woche vor unserer Ankunft sei fangtechnisch ziemlich zäh gewesen. Wenige Fische und überwiegend Exemplare um 30 cm. Das sind genau die Informationen, die man nach Flug, Anreise und jahrelanger Vorfreude unbedingt hören möchte. Aber ändern konnten wir sowieso nichts. Wir waren da, das Boot stand bereit und jetzt sollte gefälligst geangelt werden. Diese Einstellung sollte sich noch auszahlen.

Nachdem Elson den 150-PS-Motor angeworfen hatte, ging es mit ungefähr 80 km/h zu den ersten Spots.

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Meine Güte. Wenn man normalerweise mit ungefähr 8 km/h übers Wasser tuckert, fühlen sich 80 km/h im Bassboat ungefähr wie die Schallmauer an. Die Landschaft rund um den Lago do Sabor machte die Fahrt allerdings noch beeindruckender. Das Gewässer zieht sich durch eine wunderschöne, bergige und teilweise fast karge Landschaft. Steile Kanten, Felsen, Steine und vor allem jede Menge versunkene Bäume und Holz sorgen unter Wasser für enorm viel Struktur. Anglerisch ein Traum. Für Köder und Schnüre eher weniger.

An einem der ersten Spots kam dann tatsächlich ziemlich schnell der erste Anfasser. Natürlich schlug ich ins Leere. Musste ja so kommen. Der nächste Biss ließ glücklicherweise nicht lange auf sich warten. Ein Roboworm wurde eingesaugt und kurze Zeit später lag mein erster Schwarzbarsch im Kescher. Ungefähr 30 cm. Kein Riese. Aber in diesem Moment vollkommen egal. Nach all den Jahren, in denen ich diese Fische auf YouTube gesehen hatte, hielt ich endlich selbst einen in der Hand. Der Damm war gebrochen.

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Zumindest theoretisch. Denn anschließend passierte erst einmal ziemlich lange ziemlich wenig. Einige vorsichtige Bisse gab es zwar, richtig aktiv waren die Fische aber nicht. Vor allem die größeren Bass standen häufig sechs bis zehn Meter tief über 15 bis 20 Meter tiefem Wasser und teilweise deutlich entfernt vom Ufer. Entsprechend oft kam das Livescope zum Einsatz.

Das war faszinierend und frustrierend zugleich. Teilweise konnte man genau sehen, wie Fische auf einen Köder reagierten, beziehungsweise eben nicht reagierten. Und ein Muster sollte sich über alle drei Tage immer wieder zeigen: Hatte man aus einer School einen Bass gefangen, war danach häufig Feierabend. Vorher schwammen mehrere Fische interessiert zum Köder. Einer biss. Danach schienen seine Kollegen beschlossen zu haben, dass Köder ab sofort grundsätzlich lebensgefährlich sind. Gefühlt war dann vollkommen egal, was wir ihnen präsentiert haben.

Da 10 Bilder Limit, geht es im nächsten Beitrag weiter :)
 
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LeipzigerMerlin

Barsch Vader
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Nach einigen Spotwechseln und einer Mittagspause fanden wir schließlich einen Bereich mit aktiveren Fischen. Und plötzlich ging etwas. Philipp fing zunächst seinen ersten Zander überhaupt und legte mit 76 cm direkt eine ziemlich ordentliche Messlatte vor.

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Kurz darauf folgte noch ein weiterer guter Zander bei ihm und irgendwann stieg auch bei mir ein schöner Zander ein.

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Insgesamt sollten am ersten Tag drei Stück bei mir zusammenkommen. Dann bekam ich einen deutlich anderen Einschlag. Der Fisch nahm mehrfach hart Schnur und ließ die Bremse ordentlich arbeiten. Kurz dachte ich tatsächlich: Das muss jetzt ein richtig großer Bass sein. Elson hatte allerdings relativ schnell eine andere Vermutung. „Barbo!“ Und er sollte recht behalten. Kurze Zeit später lag eine 58 cm lange Barbe im Kescher und damit auch direkt mein neuer PB.

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Eine Raubbarbe auf einen Sakamata beim Midstrolling hatte ich für diesen Trip nicht unbedingt eingeplant. :D
An einem bis dahin eher zähen Angeltag nehme ich so etwas aber sehr gerne mit. Foto, und wieder zurück. Wenig später schlug es erneut ein. Diesmal war sofort klar, dass da ein richtig guter Bass am anderen Ende hing. Der Fisch machte ordentlich Druck und arbeitete sich ziemlich schnell Richtung Oberfläche. Dann sah ich ihn. Definitiv über 45 cm. Und genauso schnell sah ich auch, was als Nächstes passieren würde. Der Bass riss das Maul auf und setzte zum Sprung an. Ich bekam die Rutenspitze nicht mehr rechtzeitig weit genug Richtung Wasser. Der Fisch sprang. Der Köder flog. Der Bass war weg. Danach musste ich mich erstmal kurz sammeln...

Glücklicherweise hatte Philipp offenbar beschlossen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, meine Stimmung wieder etwas anzuheben. Kurze Zeit später fing er einfach einen 50 cm Bass. Was für ein Fisch. Bass sehen ohnehin schon verdammt gut aus. Ein 50er noch einmal ein bisschen mehr.

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Später legte Philipp sogar noch einen weiteren Fisch über 40 cm nach. Laut Elson waren das an diesem Tag die größten Bass der Boote auf dem Wasser. Auch in der Woche zuvor seien solche Fische nur sehr selten gekommen. Vielleicht war die Ausgangslage doch nicht ganz so schlecht.... Oder wir hatten einfach Anfängerglück :D

Schon am ersten Tag zeichnete sich außerdem ein Trend ab, der uns über den gesamten Trip begleiten sollte: Sakamata Shad. Entweder am Offset-Haken mit Nailweight oder am Owner Range Roller beim Midstrolling - die Dinger funktionierten.

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Der Nachteil: Bass haben deutlich rauere und „zahnigere“ Mäuler, als man das vom Barsch gewohnt ist. Kombiniert mit der Kampfkraft der Fische sahen viele Sakamatas nach ein oder zwei Bass aus, als hätten sie einen kleinen Krieg hinter sich. Hinzu kam das überall vorhandene Holz. Entsprechend wanderten im Schnitt ein bis zwei Packungen pro Tag durch unsere Hände. Plötzlich erschien mir der nächtliche Einkauf im eigentlich geschlossenen Angelladen gar nicht mehr so übertrieben.

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Meine Bilanz nach Tag 1: sieben Bass, darunter fünf um 30 cm und zwei kleinere Fische, dazu drei Zander und die 58er Barbe. Der verlorene 45+-Bass nagte trotzdem ein wenig an mir. Philipp kam auf vier Bass - darunter 45 und 50 cm - sowie zwei gute Zander bis 76 cm. Schwierig? Ja. Hoffnungslos? Definitiv nicht.

Tag 2 – plötzlich läuft es

Der zweite Tag begann allerdings direkt mit dem nächsten Dämpfer. Ein guter Fisch hing - und kurz darauf war die Schnur durch. Lektion des Tages, beziehungsweise eigentlich des gesamten Trips: Wenn man seine Montage durchs Holz gezogen oder Kontakt mit Hindernissen hatte, Schnur kontrollieren. Immer. Ich durfte diese Lektion an Tag 2 gleich zweimal auf die schmerzhafte Art lernen. Zwei gute Fische waren nach kurzen Drills weg, weil die Schnur riss. Immerhin fischten wir dabei Offset-Haken. Ich hoffe also, dass die Fische die Haken schnell wieder losgeworden sind.

Irgendwann fand ich dann allerdings eine Montage, die einen deutlichen Unterschied machte: ein 5-Inch-Sakamata Shad am Offset-Haken mit Underspin. Plötzlich ließen sich die Fische deutlich stärker triggern. Wenn man auf dem Livescope sieht, wie teilweise zehn gute Bass gleichzeitig einem Köder hinterherschießen, geht der Puls schon ein bisschen nach oben. Dass zehn interessierte Bass noch lange keinen gefangenen Bass bedeuten, lernten wir ebenfalls. Die Fische waren insgesamt ziemlich umtriebig. Gerade Schools mit größeren Exemplaren zogen teilweise ständig hin und her und standen nur selten lange an derselben Stelle. Einfach machte es uns der See definitiv nicht. Philipp blieb - entgegen meiner Empfehlung - die ganze Zeit beim Offset ohne Underspin und unterlag mir damit zahlentechnisch dann die folgenden Tage deutlich.

Im Laufe des Tages fanden wir schließlich eine Bucht, in der etwas anders war.

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Hier standen nicht nur viele gute Fische - sie blieben auch über längere Zeit aktiv. An vielen anderen Spots lief es nach dem Muster: Fisch gefangen, danach kollektive Bissverweigerung. Teilweise hatte man fast den Eindruck, die restlichen Bass würden vor unseren Ködern flüchten. In dieser Bucht war das anders. Und dort passierte endlich das, worauf ich seit Jahren gewartet hatte. Biss. Anhieb. Ein guter Fisch. Dieses Mal blieb alles heil und kurze Zeit später lag mein erster wirklich großer Schwarzbarsch im Kescher: 48 cm.

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Ich war stolz wie Bolle und verdammt glücklich. Wir fischten die Bucht anschließend richtig intensiv aus. Vom Oberflächenköder bis ins tiefe Mittelwasser wurde alles angeboten. Neben dem Sakamata funktionierten auch schwere Keitech Swim Jigs mit einem 4,8-Inch Fat Swing Impact richtig gut.

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Dabei musste man die Köder teilweise wirklich mitten ins Holz werfen. Ich hatte mich vor dem Trip innerlich schon darauf eingestellt, ungefähr dreimal pro Stunde neu zu knüpfen. Ganz so schlimm wurde es glücklicherweise nicht. Was sicherlich auch daran lag, dass Philipp sich mehr als einmal um unsere festhängenden Köder kümmerte. Und mit „persönlich“ meine ich: Er sprang ins Wasser. Danke, mein Freund. :kissingheart:

Zum Ende des Tages gab es am letzten Spot sogar noch zwei Bass auf einen Megabass Deep Six Crankbait, darunter ein Fisch um 41 cm. Meine Tagesbilanz: fünf Bass über 40 cm, fünf weitere zwischen ungefähr 35 und 38 cm und acht kleinere Fische. Nach dem schwierigen Start des Trips konnte ich mich über diesen Tag nun wirklich nicht beschweren.

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Weiter im nächsten Beitrag :)
 
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Barsch Vader
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Zurück in Torre de Moncorvo musste dieser Tag natürlich angemessen ausgewertet werden. Unsere wissenschaftlich fundierte Regenerationsstrategie bestand aus einem 500-Gramm-Steak.

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Generell waren wir von den Restaurantpreisen ziemlich überrascht. Für zwei Personen inklusive Getränken, Hauptspeise und Dessert lagen wir häufig bei nicht einmal 30 Euro. Also ging es maximal überfressen zurück in die Unterkunft. Ein Tag blieb noch. Und natürlich wollten wir am nächsten Morgen als Erstes wieder in „unsere“ Bucht.

Tag 3 – Tournament, Topwater und Motorprobleme

Am Morgen begrüßte uns Elson allerdings mit weniger erfreulichen Nachrichten. In der kommenden Woche sollte ein großes Bass-Tournament stattfinden. Entsprechend viele Teams waren bereits auf dem Wasser und trainierten. Für uns bedeutete das: deutlich höherer Angeldruck. Und wenn die Bass ohnehin schon häufig genug beschlossen hatten, unsere Köder kollektiv zu ignorieren, war das natürlich nicht unbedingt die beste Nachricht. Zusätzlich wusste man nie, ob ein Spot bereits kurz vorher von einem anderen Boot befischt worden war.

Meine Stimmung konnte das allerdings nur noch bedingt trüben. Ich hatte meinen 48er gefangen, insgesamt schon deutlich besser geangelt als erwartet und gerade angesichts der Berichte aus der Vorwoche war ich mit dem Trip eigentlich bereits vollkommen zufrieden. Trotzdem wollten wir natürlich nichts verschenken. Also ging es „sicherheitshalber“ direkt morgens die ungefähr 25 Minuten zu unserer Bucht. Bei 17 bis 19 Grad ließ sich die Fahrt noch gut aushalten. Im Winter möchte ich diese Strecke bei Gegenwind allerdings nicht unbedingt fahren.

Dann kamen wir um die Ecke. Kein Boot. Perfekt. Sakamata dran. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die ersten 40er hingen. Dann wurde ich auch noch mit meinem zweiten 48er Bass belohnt.

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In diesem Moment dachte ich wirklich: Wenn ich heute keinen einzigen Fisch mehr fange, bin ich vollkommen zufrieden. Spoiler: Dabei sollte es nicht bleiben. Wegen der vielen Boote auf dem eigentlichen See konzentrierten wir uns anschließend stärker auf Altarme und andere Bereiche des Flusssystems. Einige Spots später standen wir vor einer Kulisse, die ich wahrscheinlich so schnell nicht vergessen werde. Felsige, steile Landschaft, ruhiges Wasser und irgendwie ein bisschen „Grand Canyon light“.

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Ich fischte einen Illex Bonnie über die Oberfläche. Biss. Und plötzlich hing ein richtig guter Fisch. Kurze Zeit später hielt ich einen 46 cm Bass auf Topwater in den Händen.

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Für andere ist ein 46er vielleicht einfach ein weiterer guter Bass. Für mich war dieser Fisch etwas Besonderes. In Deutschland hatte ich bisher mit Topwater leider kaum nennenswerte Erfolge. Dann ausgerechnet hier, in dieser Landschaft, einen solchen Bass auf einen Oberflächenköder zu fangen, war definitiv einer meiner absoluten Lieblingsmomente des Trips.

Gegen 15 Uhr wollten wir zum nächsten Spot fahren. Zumindest war das der Plan. Der Trim des Außenborders hatte offenbar andere Vorstellungen. Der Motor blieb so weit hochgetrimmt stehen, dass wir mit dem Boot nicht mehr aus der Verdrängerfahrt ins Gleiten kamen. Ich sah uns innerlich bereits die nächsten zwei Stunden mit hochgetrimmtem 150-PS-Motor im Schneckentempo Richtung Slippe tuckern. Am ersten Tag hätte mir so eine Situation wahrscheinlich leichte Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Jetzt war ich erstaunlich entspannt. Wenn der Trip hier vorbei gewesen wäre, hätte ich mich trotzdem kaum beschweren können.

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Elson wollte davon allerdings nichts wissen. Zusammen mit einem Kollegen am Telefon begann eine ziemlich McGyver-mäßige Ferndiagnose auf dem Wasser. Es wurde geprüft, geschraubt und telefoniert. Und tatsächlich: Das Problem ließ sich beheben. Der Motor konnte wieder heruntergetrimmt werden und der Trip ging weiter. Ein bisschen Drama gehört offenbar dazu.

Am letzten Spot des Tages konnte ich sogar noch einen kleinen Zander einsammeln. Damit endete mein dritter Tag mit sechs Bass über 40 cm, fünf Fischen im mittleren 30er-Bereich, vier kleineren Bass und einem Zander. Zusammen kamen wir an diesem letzten Tag auf 25 Fische. Nicht ganz schlecht für einen Tag, vor dem wir morgens noch Angst vor massivem Angeldruck hatten.

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Der Köder, den ich eigentlich nicht dabei hatte

Eine Sache hat mich im Laufe der drei Tage tatsächlich überrascht. Ich war mit ziemlich vielen klassischen Bass-Ködern angereist. Senkos, Chatterbaits, Craws, Free Rig, Texas Rig - eigentlich alles, von dem man sich vorher einredet, es selbstverständlich unbedingt zu benötigen. Die portugiesischen Bass interessierte das weitgehend wenig. Senkos brachten kaum Fisch. Chatterbaits ebenfalls nicht. Auch Craws am Free- oder Texas Rig spielten praktisch keine Rolle. Andere Worms wie Roboworms oder Jackall Flick Shakes funktionierten teilweise, Swim Jigs und der eine oder andere Crankbait ebenfalls. Aber der mit riesigem Abstand wichtigste Köder des Trips war der 5-Inch-Sakamata Shad.

Am Ende kamen gefühlt 80 bis 90 Prozent unserer Bass darauf wenn wir ihn leicht durchs Wasser und an Hindernissen vorbei gezupft haben. Der Köder, den ich vor der Reise natürlich ausgerechnet nicht in der richtigen Größe eingepackt hatte.

Die Erfolgsköder waren jedenfalls folgende:
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Also: Überbewertet oder echter Geheimtipp?

Rückblickend bin ich einfach verdammt froh, diesen Trip gemacht zu haben. Ich wollte seit Jahren einmal Schwarzbarsche fangen. Jetzt bin ich nach Portugal geflogen und durfte innerhalb von drei Tagen nicht nur meinen ersten Bass, sondern gleich eine ganze Reihe richtig guter Fische fangen. Zusammen kamen wir auf rund 60 Fische. Dazu zweistellig Bass über 40 cm und insgesamt drei Fische zwischen 48 und 50 cm. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem laut Elson die Bedingungen alles andere als perfekt waren und die Woche vor unserer Ankunft offenbar deutlich schwieriger gelaufen war. Meine Sorgen von den ersten Minuten an der Slipstelle waren damit rückblickend ziemlich unbegründet.

Dazu kommt der Lago do Sabor selbst. Ein wunderschönes Gewässer mitten in der bergigen portugiesischen Landschaft, voller Felsen, Kanten, versunkener Bäume und Bereiche, die bei jedem Spotwechsel danach aussehen, als müsste dort eigentlich ein Bass stehen.

Und natürlich gehört zu so einem Trip mehr als nur die Zahl auf dem Maßband. Die Abende in Torre de Moncorvo. Ein Kellner, der einem einfach den Wein des Nachbartisches einschenkt. Philipp, der meinen Ködern hinterhertaucht. Der verlorene Bass am ersten Tag. Mein erster 48er. Der Topwater-Fisch vor dieser irren Kulisse. Ein kaputter Motor, der mitten auf dem Wasser irgendwie wieder zum Leben erweckt wird. Genau solche Dinge bleiben hängen.

Deshalb auch noch einmal danke an Philipp, der sich von mir zu dieser Reise hat bequatschen lassen. Solche Erlebnisse mit einem guten Freund zu teilen, macht sie am Ende noch einmal deutlich wertvoller.

Und die eigentliche Frage vom Anfang? Nach diesen drei Tagen fällt meine persönliche Antwort ziemlich eindeutig aus: Der See und Fluss fliegt in meinen Augen zu Unrecht unter dem Radar und ist auf jeden Fall eine Reise wert. Ich bin jedenfalls angefixt.

Aber bevor jetzt direkt der nächste Flug nach Portugal gebucht wird, geht es nächsten Monat erst einmal nach Spanien zum Perchzilla. Vielleicht warten dort ja die nächsten 40er und 50er. :)

Lg Merlin
 

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Folgende Dekore waren bei den Sakamatas übrigens die erfolgreichsten (in absteigender Reihenfolge):
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#1: Nr. 146 Biwako Wakasagi
#2: Nr. 96 Wakasagi
#3: Nr. 114 Champagne Pepper & Neon
#4: Nr. 142 Ayu
#5: Nr. 108 Pearl Glitter

Wenn ich mich für ein Dekor entscheiden müsste, dann #1 natürlich :D
Das ist auch die Farbe die unser Guide am meisten empfohlen hat.

Vorher hatte ich den Köder noch kicht gefischt, jetzt habe ich eine Menge Vertrauen in ihn. Versteht sich von selbst, dass bei einem letzten Besuch im Angelladen noch einige Packungen in Barsch-tauglicher 4" Größe in den Korb gewandert sind! :D

Denn die Farbauswahl in Deutschland ist ja leider sehr "überschaubar" in der Größe.

Lg Merlin
 
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